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Der Israelit · 1936-09-30 · Heft 40 (30.9.1936) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 40 (30.9.1936)
Date
1936-09-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Frankfurt a. 30. September 1936 14. Tisthri 5697 Nummer 40 Zusammentritt des englischen Kronrates. Vor Verkündung des Kriegsrechtes in Palästina. London, 29. September. Auf Schloß Balmoral in Schottland hat unter dem Vorsitz KönigEduar d VIII. ein Kr o.nrat stattgefunden, an dem in Anwesenheit führender englischer Staatsmänner eine Reihe politischer Fragen behandelt wurde. Die Politik der englischen Regierung in Palästina wurde, wie „Sunday Express" berichtet, in dieser Sitzung .gutgeheißen und die zuletzt in Bezug auf Palästina getroffenen Maßnahmen durchaus gebilligt. 'Kolonienminister Or.msiby-Gorc informierte den König eingehend über den bisherigen Verlauf der militärischen Operationen in Palästina und teilte mit, daß das imilitärAsöhe Oberkommando iii Palästina von dem Kolonienministerium ermächtigt worden ist, jederzeit, wenn es ihm erforderlich erscheinen sollte, das Kriegsrecht zju proklamieren. Auf aÜe Falle werde den Arabern die Möglichkeit gegeben w erden, den Streik als beendet zu erklären. Der König genehmigte in der Sitzung des Staatsrats die von dar Regierung aufgestellten Vollmachten und unterzeichnete die erforderlichen Verordnungen. An dem Kronrat, der. 20 -Minuten dauerte, nahmen auch Innenminister Sir John Simon und der frühere Privatsekretär des Königs, Lord W i g r a m , teil. Die Dokumente wunden nach Unterzeichnung durch den König eiligst nach London gebracht; ihr Inhalt wurde .sofort telegraphisch, nach Palästina weitergegeben . Durch die Orders in Council werden -de.n^Militärbehörden umfassende Vollmachten zur Unterdrückung der arabischen Revolte und zur Bestrafung gesetzwidriger Hamdrumigen erteilt. Bs ist unwahrscheinlich, daß das Kriegsrecht gleich für das Gesamtgebiet von Palästina verkündet werden wird. Man erwartet vielmehr, daß die Zivilverwaltung zunächst nur für b e - s ti mm t e Gebiete außer Kraft gesetzt werden wird. Sollte sich dies als unizureichend erweisen, so wird das Kriegsreoht über das;g a" tu z e L a n d. verhängt werden. Kolonienminister Ormslby-Gore konnte dem König 'bereits den letzten Bericht des High Commissioners Sir . Arthur Wauchope vorlegen, in dem dieser erklärt, es sei keine (Besserung der Lage eingetreten, er hoffe aber, daß energisches Vorgehen auf die Araber Eindruck machen und zur Einleitung von Friedensverhandlungen führen werde. Keine Änderung der englischen Palästina - Politik vor dem Bericht der KgL Kommission. Erklärung des englischen Außenministers im Völkerbundsrat. Genf, 27. September. In der letzten öffentlichen Sitzung des Völkerbundsrates referierte der rumänische Außenminister Anton escu über den Bericht der Mandatskommission, in dem auch idde Probleme Palästinas behandelt werden. Antonescu sprach in diesem Zusammenhang die Hoffnung aus, daß die Mandatskomimission :bei ihrer nächsten Tagung ihren Erwartungen gemäß in der Lage sein werde, sich mit der Lage in Palästina auf Grund einer autoritativen Erklärung der englischen Regierung zu befassen. (Fortsetzung siehe Seite 2.) Aus dem Inhalt: Die Einwanderungsiürsorge vor dem Völkerbund.......... Seite 2 Die Stadtratwahlen in Lodz und die Juden Seite 2 Zwischen den Jahren. Von Rabbi Mosche Blau in Jerusalem Seite 4 Die höheren Gäste unserer Festhütte . Seite 4 Meir Dizengoif...........Seite 6 Einführung in die jüdische Geschichte. Von Dr. Ph. Biberfeld.....Seite 7 Nachrichten aus Polen.........Seite 7 Eine Abwehraktion in England . . Seite 8 Berichte aus Amerika . . . . Seite 10 Beilage: Aus Welt und Leben. Die goldene Frucht aus Erez Israel. Pünktlich wie immer, trifft die goldene Frucht aus Erez Israel ein und bringt Festes grüß aus dem heiligen Lande, dem alle Festgebete und Hilferufe ,,Hoschana!" gelten. Und dennoch scheint es uns, als wären Aussehen und Sprache des Esrog dieses Jahr anders wie sonst. Wie ein der Todesnot entwichenes Kind anutet uns die noch grünliche ..zarte Frucht an. Es ist nicht -citel- Festesfreude, die sie dieses Jahr ausstrahlt. Sie erzählt von iMord und Brand, von 250 000Dunam jüdischen Bodens, auf denen die jüdische Arbeit vernichtet wurde, von 280 ^Brandstiftungen auf jüdischen Äeckern, von Millionenschäden auf Feld und Flur. In ihrem zarten, Hauch zittern noch die tausend Aengste ihrer heimatlichen Umgebung nach. Sie erzählt von den jüdischen Wächtern, die sie in qualvollen endlosen Nächten am Baume in der jüdischen Plantage, Gewehr in der Hand und Auge und Ohr in das Dunkel gerichtet, wo der Feind lauerte, gehütet haben. Odeir — o Graus! — war der Baum, der diese liebe milde Frucht in die Sonne trieb und.zur goldenen Reife brachte, unten an der Wurzel gar von reinem jüdischen Märtyrerblut gedüngt? Und dennoch wird die iherrliche Frucht Erez Israels in unserer Hand auch dieses Jahr dem Feste der Fr e ud e dienen, ihm sogar seine eigene Note , geben. . - * D.Tty nrpnn nm pny rrty üpdj iidöp nix» „Die Liebespflicht, für die Israel seine Seele hingegeben hat, ist ihm doppelt ans Herz gewachsen." Alle Leiden, alle Sorgen und alle Hoffnungen um unser Erez Israel vereinigt der Esrog in sich. Wir erleben, indem wir die Vierart vor G'tt schwingen, unser Erez Israel, in all der Größe seiner Vergangenheit, in all seinem Gegenwartsleid und in all seinem Zukunftsglück. Wir haben ein Gebot unter den 613 Ge- und Verboten, es heißt L7X1tP'' pS 3W niXO' das Gebot, Erez Israel aufzubauen. Der Esrog in unserer Hand führt Klage und Anklage, aber nicht nur gegen Ismaels Söhne, die uns seinen Mutterboden streitig machen, sondern auch gegen uns selbst: Habt Ihr jene Pflicht voll, mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Vermögen erfüllt? Gehörte auch diese Liebespflicht zu denen, für die Israel seine Seele hinzugeben allezeit bereit war? Eine sie entwertende Teilung erlebte die Mizwoh in den letzten Jahrzehnten. Die einen, die Nationalen, strichen ein Drittel von dieser Pfliohtvorschrift. 31W pflegten sie, sie bauten und bauten, und 'bauten gut. Erez Israel als Endziel erstrebten sie auch. Allein es fehlte die erste Voraussetzung, die niXE'. dabei. 'Man baute mit menschlichen Maßstäben, ohne d i e Urkunden in die Grundmauern zu versenken, die unser Anrecht auf Erez Israel verbürgen. Ein Zion sollte sich erheben auf einem Grunde, der nicht vom Messiäsgedanken abgesteckt war. Man hatte von t-?N"HP'' |H8 3W fllX» nur die letzten zwei Teile. gewählt. . (Fortsetzung siehe Seite 3.)

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