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Der Israelit · 1936-09-24 · Heft 39 (24.9.1936) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 39 (24.9.1936)
Date
1936-09-24
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Der Israelit Nr. 39 Seite 11 „} .. .;■ . . . ' . ' .; Personalien. Luzern, S^pt, In diesen Tagen, ist hier für einen seltenen Menschen, ider vielen der Inbegriff jüdischer Opferfreudigkeit war, ein Denkstein gesetzt worden; für Lea i L a c h ma nn-Smora, die vor Jahresfrist , auf einer Besuchsweise von Erez Israel (zu ihrem in Holland weilenden Vater) hier verschied. Wer diesen stets hilfsbereiten und allem Jüdischen ergebenen Menschen gekannt, wer Lea Lachmann im Hause ihres Onkels, Dr. Josef Wohlgemuth, Berlin, oder in Jerusalem, wo sie sich um jüdische Waisenkinder so sehr gemüht, kennen lernte, der kommt über die Tragik' dieses Schicksals nie hinweg, des Schicksals, das ihr nicht einmal vergönnte, im heiligen Lande ihre Ruhe zu finden. Lea Lachmanns kurzes,, aber an,, jüdischen:„Taten so reiches Leben ist ein Opfer, das die junge Generation der deutschen Orthodoxie dem Aufbau unseres heiligen Landes gebracht. Ihr Gatte, der sie nach fünfmonatlicher Ehe in fremder Erde hat betten müssen, . er darf die Gewißheit haben, daß der Gattin musterhafte Taten jedem, der ihrer gedenkt, eine stille Mahnung sein wird. Und auf diese Mahnung kommt heutzutage alles an! Nicht denen zu folgen,- die aus der Not die Berechtigung herleiten, jüdisches Pflichtenleben leicht zu nehmen, sondern denen nachzu=/ eifern, die wie Lea Lachmann sich von der Schwere der Pflichten beglücken; ließen. Ihr Denkstein aber wird uns sein eine ton -n-napj-nasn, die ja auch am Wege bestattet wurde, ' n'nsan Altenstadt (Schwaben), 1(5. Sept. Der verflossene 3«a nvvn war für die Familie des pensionierten Hauptlehrers Hermann Rose sowie für die Gemeinde' Altenstädt ein zwiefacher Trauertag. An dessen Rüsttag trugen wir, was an Hermann Rose sterblich war,, zu Grabe, und hier wurde es uns wieder so recht klar, was wir alle mit dem Verewigten verloren haben. Noch am p"v "3 stand er als *mx wbv am n»y. Unter dem a'iya-Gebet, nach den Worten "»aa nnen mapn jir Vriw überfiel ihn eine Herzschwäche, die am nächsten Morgen zu seinem Ende führte. Der Schriftvers war gleichsam letzte Mahnung an: «eine von'ihm unermüdlich betreute Gemeinde. Hermann Rose wirkte früher an mehreren fränkischen Gemeinden u. a. in seiner Heimat Obexwaldbehrun- 'gen, in Homburg a. M., wo er seine tapfere ^und vorbildlich treue Lebensgefährtin fand. Vor 37 Jahren kam R. nach Altenstadt. Hier entfaltete ei" als anerkannt tüchtiger Schulmann, gewissenhafter Vorbeter, . Prediger und erfolgreicher Chronist eine fruchtbare Tätigkeit. Nach , den Trostworten des Herrn Hauptlehrers H a m m e 1 b u r g e r , . der auch den Dank des Jüdischen Lehrervereins, in Bayern und der Bezirkskonferenz Schwaben für die treue Mitarbeit des wertvollen. Mitgliedes aussprach, nahm Herr Neuburger jun. als Vorstand der Gemeinde und als Schüler mit herzlichen Dankesworten , Abschied von dem geistigein Führer der Gemeinde und seinem Lehrer.' Der Liebe, deren 'sich Hauptlehrer Rose auch in nichtjüdischen Kreisen seit je erfreuen durfte, gab der katholische Ortsgeistliche in wärmsten, von Herzen kommenden Worten beredten Ausdruck, wie denn die Beteiligung seitens. der nicht? jüdischen Bevölkerung eine alle Erwartungen über-' treffende war, -v-:» Mögen die Verdienste dieses bescheidenen, wahi>. haften D'aiP kt seiner trauernden Witwe und, seinen vier Kindern zum Guten gereichen, deren eines den Beruf des vorbildlichen Vaters ergriffen, während ein anderer Sohn auf hoher See einer heuen '< Heimat entgegenfuhr, indes der geliebte und verehrte Vater in . die ewige Heimat einging. n"as:n Pie Fraiil^ürtei;; ^öc&e* : ■•■'<.'< i;i;h : •..( :ii:;i:TT "i»ui:5 I:: 5 hl'.:-., r >\, Gefallenen-Gede^l^feier des jReighsbundes, j jüdischer. Frontsoldaten. ' ' _ \"[ '; Wie Ströme vergossener Tränen rauschten immer neue Regenschauer von'dem grauverhängten. Himmel nieder" und- Schufen mit ah. der - wehmutsvollen Stimmujtlg; dieser) Weikestui^dje.;; Trotz: jdieser Mißgunst, der Witterung hatten wohl ,1000 alte Frontsoldaten, darunter viele Schwerkriegsbeschädigte, dann viele Kriegshinterbliebene und Frauen den weiten Wegnicht gescheut, um gemeinsamdie 12 ÖÖO ^üdisehen Gefallenen des deutschen Heeres zu ehren. Die große schöne Trauerhalle,ydes, .neuen.F,riedhqfs tlan der Eckenheiiner Landstra^^-kb^t^ta^ : ilirÄn-<tNe-- benräunien,..die..Zahl,.a&pr •Gekomnie^n .käjim iassöri.} Vor -demS'R'edne^iüit; .;^ diusr'i^jvui^i:' tym Lorbeerpflanzen und beleuchtet von zwei starken Wachs* kerzeh, rSihte;:auf einem Tisch ein übergroßes' Buch mit der Aufschrift „Die jüdischen! Gefallenen;des deutschen Heere®; 1914—1918. /Ein .Gedenkbuch". Neben diesem Sinnbild nie verlöschenden Gedächtnisses hielten mit hohen Auszeichnungen geschmückte Kameraden der Toten und, als Vertreter einer in den Anschauungen der Fröntgeneration erzogenen Sportjugend, eine kleine Schar weißgekleideter Fechter die Ehrenwache. Leise Klänge, die in das lastende Schweigen der wie einst ausgerichtet in über vierzig Gliedern angetretenen Frontkämpfern strömten, leiteten über zu der Ansprache, die 'der Vorsitzende der(hiesigem Ortsgruppe des .Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, Herr Dr. Felix Kauffma;nn, an die Versammlung richtete. Er legte dar, wie der religiöse Gehalt dieser zwischen den höchsten Festen des jüdischen Jahres liegenden Tage und gerade dieser, dem Gedenken des vor 2500 Jahren gefallenen Gedaljah gewidmete Fasttag, geeignet sei zur Ehrung der für Deutschland im Weltkriege auf dem Felde der Ehre : Gebliebenen." Er zeigte an einer Brief stelle eines schon in. den Septembertagen 1914 gefallenem Kriegsfreiwilligen, wie diese jungen Menschen in dem blu- ,tigen Ringen jener Tage den verloren gegangenen Glauben an G'tt und die Menschen wieder fanden. Der Reichsbund betrachte es mit als seine Aufgabe, das Interesse an jüdischem Wissen und Brauchtum wachzuerhalten und ,'vorhahdene Kenntnis zuvertiefen. Auf allen Gebieten sozialer Fürsorge sei er in seinem Kreise tätig; er betreue die Kriegsopfer, die Schwerverletzten, die Kriegereltern, -witwen und -waisen, er helfe den Erwerbslosen und sorge für die körperliche Gesundung und Ertüchtigung der jüdischen Jugend. So ehre er das Gedächtnis der 12.000 toten Helden, die in den Reihen der Ueberlebenden gefallen, . ewig in deren Mitte bleiben sollten. i Nachdem ,die (Klänge des Trauermarsches verhallt waren, ergriff der ehemalige Feldrabbiner, Herr Dr. S a 1 z b e r g e r, das Wort zu einer packenden Ansprache, in der er die Lage der jüdischen Frontkämpfer zeichnete. Ueber alle Meinungsverschiedenheiten des Tages hinweg sollten sie sich finden zu gemeinsamem Handeln, sollten für die Ehre des Ju- . dentums weiter kämpfen und wenn es sein muß, ■ fällen. Der Namen der .12 000 jüdischen Frontkämp^ fer sei nicht nur in die Tafeln der Synagogen und Friedhöfe',' sondern' unauslöschlich in die Herzen ihrer Mitkämpfer, 'eingegraben, die ihr Andenken, mit sieh in die Welt nehmen würden, wenn einmal die Stunde des Abschieds für diesen oder jenen kommen sollte. Mit tiefer Bewegung und hoher gesanglicher Kunst trug Herr Oberkäntor Groß das ,,E' mole rachamim" vor, das allen ans Herz griff. Gemeinsam wurde dann das altehrwürdige Kaddischgebet gesprochen. Nachdem in einer Minute des Schweigens die Gedanken der Versammelten bei ihren .gefallenen Lieben und Kameraden geweilt hatten, schloß das gemeinsam gesungene alte'Soldatenlied die eindrucksvolle Feier. Gemeinde wählen in Frankfurt a. M.? Wie vor kurzem die Synagogengemeinde Köln, erläßt nun auch die Gemeinde Frankfurt a. M, die Bekanntmachung, , daß die Liste der wahlberechtigten Gemeindemitgliedef' zur Gemeindevertretung zur Ueberprüfung der; .Richtigkeit öffentlich ausgelegt wird, ... Vom Jüdischen Kulturbund. Der Jüdische Kujturbund Rhein-Main, Frankfurt a, M. .eröffnet, seine Spielzeit am Dienstag, den 29,; September mit einem Beethoven-Abend!" Prof. Hans \ Bass ermahn und7 Generalmusikdirektor Prof. Jul.; Prüwer werden die Violin=Sonaten E-Duf, A=Dur und die Kreutzer-Sonate A-Dur zu Gehör bringen.; Generalmusikdirektor Prof. Julius Prüwer wird an ' diesem Abend zum ersten Male vor dem Frankfurter jüdischen Publikum'konzertieren. Der Rückgang des Provinzjudemtums. Der fortschreitende zahlenmäßige Rückgang des Judentums.; in, der Provinz hat sich besonders in der! Provinz Hessen-Nassau ausgewirkt. Im \ Jahre .1933; gab .es, in dieser preußischen Provinz, in der der jüi dische'' Anteil an det Bevölkerung' außerhalb Ber-; lins am größten ist, 46.923 Juden. Seit, dieser Zeit ist die^Zahl de,r Juden in der Provinz Hessen-Nassau außerordentlich stark, zurückgegangen. In einem, Aufsatz, der in dem" „Frankfurter Israelitischen' Gemeindöblätt" veröffentlicht wird, heißt es, daÖ fast . ein - Drittel des Bestandes von 1932 aus den. Landgemeinden in Hessen-iNassau verschwunden ist; im letzten Jahr allein 15 Prozent des Bestandes von 1935. Keine der jüdischen Mittel- und Kleingemeinden der ' Provinz'Umfaßt hettte noch .200 jüdische Gemeindemitglieder, während 1932 noch drei Gemeinden fast 400 Personen zählten. Beispielsweise ist .die.. Ge- { meinde in Bad Homburg von 400 Mitgliedern im Jahre 1932 auf 195 am 1. April 1936 zurückgegangen, j Schlüchtern von 375 auf 194, Hersfeld von 360 auf. | 181, Manche Gemeinden sind völlig verschwunden. . Die Gemeinde Ulmbach bei Schlüchtern^, zählte z. B. j ursprünglich 32 Seelen, im April 1936 'noch 4 "Ge-; meindemitglieder; sie hat sich in diesen. Tagen, ganz,, ■ aufgelöst. Die Gemeinde Gelnhausen"'haate 1932"-207 Seelen," 1934 127 und .am 1. April 1936 66 Seelen. Die Gesamtzahl der Gemeinden, die über 100 Seelen zählen, ist von' 33 auf 14 zurückgegangen; die Zwerggenternden bii au 50 Seelen haben sich demgegenüber von 64 im Jahre 1932 auf 90 vermehrt. ■ Infolge der Bevölkerungsverschiebungen durch Tod, Aus- und Abwanderung hat sich in der Provinz; Hessen-Nassau auch der Altersaufbau der Juden geändert. Von■■ 100 Juden waren im Jahre 1935 17,2 unter 15 Jahren, 1936 dagegen 16,5. Zwischen 15 und 60 Jahren waren 1935 62,1 1936 60,7. Demge* gehüber waren 1935 über 60 Jahre 20,7, 1936 22,8, Es zeigt sich somit deutlich, daß einer Abnahme der Personen bis zu 60 Jahren eine Zunahme der über 60jährigen gegenübersteht. Hinweise auf das Problem der Ueberalterung und seine Folgen für die Wohlfahrtspflege ergeben sich beispielsweise daraus, daß sieben Orte in Hessen-Nassau überhaupt keine jungen jMenchen unter 20 Jahre haben. In fünfunddreißig Orten leben nur 1 bis 5 Jugendliche. In manchen Gemeinden war jeder einzelne unterstützungsbedürftig, in anderen wurde weit über die Hälfte unterstützt. Im Durchschnitt ergab sich bei der Jüdischen Winterhilfe 1935, daß 30 Prozent unterstützt werden mußten. i , ' Familien-Nachrichten. Geburten; Ein Mädchen, A. L. Klein und Frau Trude geb. Hirsch, Jerusalem, Rechawiah, Gasa Road. 13. — Ein Sohn, Israel Jutkowitz und Frau Adelaide geb. Bamberger,' Pardess 'Channa. .,7 5. Geburtstag: Simon Löwenthal, München, Sigmundstr. 1. Die Sukkaus-Nummer kommt am Mittwoch, den 30. September, zur Ausgabe. Die nächstfolgende Nummer erscheint am Donnerstag, den 15. Oktober. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Sonntag und Mittwoch mörgens nach Schul, föi» t)Di\ Herr S. Schachnowitz. — vorm.-9 Uhr im Vereinslokal, orras jan, Herr R.A. Dr. Schlesinger.. Montag (auch Donnerstag) morgens nach Schul: r\WO- Mitgliederlernen. Montag (auch Mittwoch) abends 7 Uhr im Vereinslokal, (p^n) Kim, Herr Rabb. Dr. J. Breuer. Dienstag (auch Freitag) morgens nach Schul, nawn, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag (auch Donnerstag) abends 7 Uhr im Vereinslbkal, mna, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Jahrzeitsstiitongen. l: Sonntag, 27. September: Mosez Aumann-Stiftuög. Sonntag, 27. September: Naftali Schwab acher-Stiftung. Dienstag, 29. September: Abraham Ries, Michelbach- . Stiftung. Mittwoch, 30. September: Rabb.-Ass. Gerson Posen S>"Xt- Stiftung. Agudas Jisiofcl-Ortsgrnppe. Thora and Massar. Herr Gemeinderabbiner Josef Horovitz. I"5 'OD (für Baalebatim), Sonntag 9 Uhr, Dienstag und Donnerstag 19-20 Uhr, Fichtestr. 5. (Alle anderen Söhiueim wie üblich.) Gebetzeiten. mSD DT 2.15............tis^dt n-ij? nn:a 6.15 .■ uJ :;i ....... jtVö 'ns'ösr 6.35 '>: .. <■ ••:.......m: *?d 5.55 ............nimm 10t40 ,• - minn nwy 11.45 •. •'• kiIt •........r «]oia 3.00 ':' .; . . . . miriri DK^j? 3.30..............nrua 5.25 .... ...... . n^,^3 6.55 t- ...... ............ rna^ ":: 'ta^b-'nsans 6.30 nnnw , 7-30 -nnnw 5-30^ nnja ■ f \ 5.30 ri^u ns'üsr

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