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Der Israelit · 1936-09-10 · Heft 37 (10.9.1936) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 37 (10.9.1936)
Date
1936-09-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seiie 6 Nr. 37 10. September; 1936 . der strafende himmlische Hasehgachah uns vor Stillstand warnt? Oder ergibt sich für uns nicht heute die Aufgabe, an Hand der neu gewönne nen Erkenntnisse auf dieser neu begründeten Lebensbasis bew,ußt weiter dem Ziele hinzuarbeiten, um so belehrende. Strafe zu verhüten? Und unser Ziel ist doch unverkennbar. Immer deutlicher. wird es von der Geschichte der Ge genwart umrissen. Es ist oft genug schon ausgerufen worden, aber nicht genüg kann es betont werden; Zurück zur alten ewig neuen zeitgemäßen Thora; 2urück zum alteaThora- Leben im Geiste unserer Chaohömim und als Vorbedingung zu diesen beiden Federungen: zurück zunächst zur a. 11 en Limud-M e t h o d e bei der Beschäftigung mit Thora! Thoratreue Jugend! Suchen wir die Thora- Stätten auf, in denen wir uns in diesem Sinne neu bilden und formen können! Der Weg dorthin ist uns bereits geebnet- Die .Brücke zwischen uns und dem von Thora erfüllten Osten ist geschlagen. Unsere ersteh Pioniere, die in polnischlitauischen Jeschiwoth ein echt jüdisches Leben gesehen, kennengelernt und sich selbst zu diesem nach Vorbild der d&rtigeri Thoragrößen emporgerungen haben, sind'nun wieder als geistige Führer zu uns zurückgekehrt. ' In Wort und Schrift — in Tat vor allem leiben sie uns in glühender Begeisterung' für Thora, für Liebe zu Klall Jisröe»! .und Erez Jisroel ein von echtem Thorageiste geleitetes Leben vor, das imstande ist, uns belehrürtgsdurstige Jugend zur Selbst-; Gesinnung anzuhalten und uns zu einer hoffnungsvollen und befriedigenden jüdischen Zukunft zu ermutigen. Ihr. alle unter, uns, die Ihr Euch berufen fühlt, 1 ''>''■■■ , , '■ •■ •■ einst uns oder unseren Kindern geistige Führer zu werden, — Euch selbst und. uns allen gegen-. über sei es heiligste Pflicht, denselben Weg zü beschreiten, den diese Vorbilder sich und Euch geebnet haben. Ihrem Ideale strebet nach! Und wir übrigen, alle, die sich in nächster. Zeit für . einen Beruf zu entscheiden haben, — , die geeignetsten wenigstens unter uns — auch wir wollen an denselben großen Thoraquellen schöpfen, in der uns leider nur. begrenzten zur Verfügung stehenden Zeit zum ,,Lernen". Vielleicht könnten wir auf 'diese Weise jene Basis schaffen, die es unseren heutigen Thorafürsten ermöglicht, uns Führer in allen Fragen unseres Lebens zu sein. Wenn wir heute noch nicht so weit sind, jene Jeschiwah-Erfahrungen und Erlebnisse eines Schülers der großen polnischen Jeschiwah, die jüngst an leitender Stelle dieses Blattes veröffentlicht wurden, mit demselben Verständnis und derselben Begeisterung, in uns; aufzunehmen, wie sie der Verfasser zum Ausdruck bringt, so fühlen wir jedenfalls: Jüdische Söhne Deutschlands sind überwältigt von der erhabenen Erscheinung, die sich ihnen an den Thorazentren Polens und Litauens offenbart. Sie haben das große Glück, eine neue n!?ap der, alten, ja, . der unverfälschten „alten" Thora — aufs Neue zu erleben,; , ,■ . I Warürn sollten wir es uns versagen, daran^ teilzunehmen? . .;. | Als ntpa die wunderbare Erscheinung des brennenden Dornbusches sah, da rief er aus: "im nxnarf mosi'tu'rnox „Ich will doch, mal darüber nachdenken und; diese Erscheinung näher betrachten." Erst als G'tt sah, daß Mosche nicht blind an der Erscheinung hinwegging, sondern — nach Erklärung des. Siporno — sich vielmehr Gedanken darüber machte und es unternahm, sich dieser. zu nähern, dann erst berief er ihn: "Df r^>x'mpri rvix^ ig vd 77 x*n gemäß dem Ausspruch: ' , irnx i'sp'öa nnü^xan (Anmerkung der Redaktion: Bei aller berech-; tigten Begeisterung des jugendlichen Einsenders . für die östlichen Jeschiwoth, darf nicht über- \ sehen werden, daß, neben anderen kleineren; Jeschiwoth in Deutschland^ in Frankfurt eine Thoralehranstalt besteht, die zur Zeit 150 Jünger umfaßt und für junge Menschen in Deutschland, die nicht über die Ostgrenze gehen wollen oder können, die gleiche Aufgabe erfüllt; daß ferner in . Mo n t r e u x in der Schweiz eine Jeschiwa vorhanden ist, die ganz' nach litauischem, Muster ihre Jünger, die nicht den Weg nach Polen und Litauen finden, mit dem geistigen Rüstezeug ausgestattet, wie es der Einsender wünscht.) Korrespondenzen. Deutsches Reich. , »; Jüdische Kuranstalt als Vertragsanstalt der Reichsversicherung iür Angestellte. \ Frankfurt a. M., 6. Sept. Die Gesundheitsiverwaltung der Jüdischen,. Gemeinde zu Berlin teilt mit, daß die Kuranstalt für Israeliten in Bad Soden am,Taunus, bei der in. den -letzten Monaten . Schwierigkeiten bezüglich der Aufnahme von Patienten der Reichsversiche rungsaiistalt bestanden, nunmehr wieder als Veif t r a g s ä n's t a 11 der Reichs Versicherung für Angestellte zugelassen ist. Einweisungen können daher in der gleichen Weise wie früher erfolgen. Die für Lungenkranke bestimmte Kuranstalt nimmt auch 'Privatpatienten zu angemessenen Bedingungen auf. Die Zukunft der jüdischen Kulturarbeit. BeVlin, 4, Sept. Nach einer Meldung des Deutschen Nachrichten5 bürbs, 'die die Tageszeitungen veröffentlichen, hat Reichskultürwalter Hinkel vor der Parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schütze des NS-Schrifttum.s einen Vortrag über „Die Juderifrage in der prakti* sehen Kulturpolitik" gehalten. Üeber den eigenen rein jüdischen kulturellen Zusammenschluß im Reichsverr band der Jüdischen Kulturbünde sagte er, die bisherige-' Entwicklung habe die Richtigkeit dieses Weges erwiesen, 'so daß 'er auch in den nächsten Jahren egangen werden •'wird, Reichskultürwalter Hinkel machte sodann Ausführungen ' über den Aufbau und die Tätigkeit der Kulturbünde' und bemerkte' zur Programmgestaltung, daß sie die Tendenz einer Rückkehr zu jüdisch-völkischer-' Eigenart zeige. An die Ausführungen. von ' Reichskultürwalter - Hinkel schloß sich eine Ausspräche, der die Vorführung eine's zionistischen Films über die jüdische Palästinaarbeit folgte; Tagung des Reichsverbandes der Jüdischen ( Kulturbünde. Berlin, 8. Sept. : ■ ■ J. : In der am Sonntag stattgefuhdenen Tagung des Reich s v e r b'a n d e s de r j ü d i si c hen Kulturbünde wurden neue Richtlinien für die Thea-; ter- und Musikarbeit des kommenden Winters fest=j gelegt und ein musikalisches P r e i s a u s -'■. schreiben erlassen. Das . erste Referat hielt Intendant Dr. Kurt Singer", der einen Rückblick undeine Ausschau über die Arbeit' der .Kulturbünde gab. Ueber die "kulturelle Situation der Juden in Deutsch« land und das jüdische Theater sprach Dr. Joachim Prinz. Er trat für ein jüdisches Zeittheater ein und nahm gegen ein nur jiddisches Theater Stellung. Er forderte auch eine systematische Kulturpolitik,/ Zum Schlüsse gab der anwesende Rei c h s k u 11 u r - ' walter Hinkel eine Erklärung ab, daß dem* Sinne der beiden Referate von deutscher Seite her weder etwas hinzuzufügen noch abzustreichen sei.; In der Debatte machte «ich der Wille zu einer stärkeren Durchdringung dbr Spielpläne mit j ü'd i - i seh e n Stoffen bemerkbar;, was auch in den Entschließungen zum Ausdruck kam. OKm3 aus Deutschland in den letzten Tagen. / Be r lin , 2. Sept. Am 2. September sincj. von Berlin zwei große Transporte mit .Palästinaauswanderern abgegangen. Der eine Transport von 600 Personen, darunter 100 Jugendlichen, die durch die Jugendalija nach Palästina abgefertigt werden, ging" über Marseille, ein zweiter von 180 Personen über Triest. Der Palestine und Orient Lloyd hät für die Bereitstellung des Dampfers „Patria" in Marseille ausschließlich für die Zwecke der Palästinaauswanderiuiig gesorgt. Viele Tausende nahmen auf dem -Anhalter Bahnhöf von den Olim Abschied. Auf den größeren Durchgangsstationen, insbesondere in Frankfürt a. M., Karlsruhe bezw. München, Wurden die Olim von Abordnungen der jüdischen Gemeinden und der zionistischen Verbände begrüßt und bewirtet. Am'26. August sind etwa 200, am 28. August ruäd? :14Ö 'Pälästinaauswanderer von Berlin abgereist. Am 9;" September soll noch ein Ergänzungstransport von etwa 150 Auswanderern abge- , hen,, darunter•: zahlreiche Eltern und - sonstige Angehörige schon früher nach; Palästina gegangener Juden aus Deutschland. Insgesamt wurden somit durch das Palästina-Amt . der Jewish Agency in Berlin und andere verwandte Stellen innerhalb eines ganz; kurzen Zeitraumes fast, 1300 Palästinaauswanderer abgefertigt.. Der am 2. .September abgegangene Transport ..von .600 .Personen , war.^der^ größte, det bisher Deutschland verlassen hat. ,| 5000 Palästinaeinwanderer aus Deutschland im ersten Halbjahr 1936. Berlin, 7. Sept. Das PalästinafAmt Berlinr;der Jewish Agency . for Palestine teilt mit: . , Der dem Aktionskomitee in Zürich übergebene Bericht des Zentralbjiros-.' für idie Ansiedlung deutscher Juden enthält die statistischen, Abgaben über die Einwanderung, von Juden aus Deutschland nach Palästina im ersten Halbjahr 1936. "Danach sind über die Häfen Haifa und Jaffa in dem genannten Zeitraum 4396 Personen eingewandert. Diese Zahl erhöht sich um die im gleichen Zeiträum in Palästina legalisierten Touristen (327), so 'daß die offizielle Statistik 4723 jüdische Einwanderer aus Deutschland in den Monaten Januar bis Juni 1936 umfaßt. Wie bereits bei früheren Anlässen mitgeteilt, erfaßt die palästinensische Statistik nicht" die Gesamtzahl der aus Deutschland stammenden Einwanderer, da die früher in Deutschland wohnhaft gewesenen nichtdeutschen Staatsangehörigen nicht mitgezählt werden, sofern sie nach einem Zwischenaufenthalt in anderen Ländern nach Palästina weiter wandern.;. Unter Berücksichtigung dieses Ümstandes kann festgestellt werden, daß. die Gesamtzahl der aus Deutschland stammenden Einwanderer im ersten Halbjahr 1936 die!,?Zahl von 5000 bestimmt erreicht, wahrscheinlich aber überschritten hat. In Ergänzung zu dieser Mitteilung erfährt die ITA., daß seit dem 1. Juli 1936 bis heute weitere rund 2300 Juden aus Deutschland nach Palästina eingewandert"'sind. ifM.i.i .-. t. . . . ,; t lep.. Der Brüsseler Friedenskongreß! und die . •:.(-• i 1C' « :; ■ : ■•'''; . Judenfrage. :5;.}U!- •-. <?-ö U' i _ B r u ss e lj, 8. Sept. Am 4. September wurde in Brüssel der sogenannte Friedenskongreß eröffnet. Delegierte jüdischer Korporationen sind am Kongreß nicht vertreten,, nur aus Palästina ist eine kleine gemischt-jüdisch=arahische Gruppe gekommen als Vertreterin eines klei=;..-< rr r, .; c;=;;l;. r hen Kreises von etwa 500 Mitgliedern, der weder von Juden noch von Arabern besonders beachtet wird. Diese ,,Palästinadelegation'' hat am. Kongreß eine Erklärung abgegeben, .'n der, nach Schilderung der Leiden des Landes, behauptet wind, man habe „von; ■ Di . ' '' 11 «'. ' ■ ' 'j ■ anderer Seite" den Bruderkrieg zwischen den beiden, "Völkern entfesselt, um dadurch ,/das Land7 ^besser ünterjöchen ' zu können.'' VDie ' Erklärtüig'' gipfelt in einem Probst gegen jeglichej Störung' äes . Weltfriedens, zu wel'cdlem.' :Zwecke, nach'' Äh^liüit''der. Dele-

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