Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1936)
- Date
- 1936-08-13
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Pj|g|pg%Pg%glggPTO & 4fiHa4 1H6_1 Israelit Nr. 33 Seite IS ■H^s^i•^■ü<,-üy-,LIIJf*jt^^—^ „► ,«^ -7~rr—- fuitden. In all seinen' Betreibungen .5s±and*~iRm die freue -Vtt-29 Tity als wahre Gefährtin mit tiefem Verständnis und großer. Tatkraft treu zur Seite und', wenn -die Gattin jetzt in Trauer auf'-die glücklichen Zeiten. m gemeinsam verlebten Jahren zuruckhÜTckt, möge ihr und ihren Kindern 'das Bewußtsein Trost uad Aulr^eht-ung bringen, daß -der im" Alter vom 84 Jahren Heimgegangene dem- Kreise <3-sr Edlen zuzuzählen ist,- <iüe über das »Grabhinaus Gutes "wirjten und als Quelh? des Segens fortleben; n^aiw . - . / . 1 ch/ Rabbiner Dr. Selig Bamberger V"2&J« Hamburg, -13. Aug. Kurz vor Redaktionsschluß bringt :uns die ITA die Kunde, daß der Rabbiner der ,, Vereinigten Alien und Neuen Klaus" in Hamburg, der langjährige Dajan des Oberrabbinäts und Rabbinatsverweser, D,r- Selig Bamberger, im Alter von 65 Jahren ver schieden'ist. Der Heimgegangene' war der Enkel des berühmten „Würzburger Raw" Rabbiner S. B. Bam< berger, und Sohn des „Sennheimer .Raw" Rabbiner Salomen Bamberger. Im Jahre 1901 kam er nach Hamburg, Besonders bekannt geworden ist er durch zahlreiche literarische Arbeiten, vor allem durch die Neubearbeitung des volkstümlichen „Bibel und Talmudschatz", durch die Ueberaetzung des Macbsor, die Uebersetzung des Ra seh i - Komme n t a r s zur Thora und des K i z z u r Schul c h a n A r u c h , der erst in diesen Tagen vollstän' dig erschienen ist. Auch die Erklärungen des Maimonides zum Talmud hat er in vielen Teilen im arabi* sehen Urtext und in hebräischer und deutscher Ueber setzung herausgegeben. Die sterbliche Hülle von Rabbiner Bamberger wurde in der Synagoge der „Klaus" aufgebahrt, wo Oberrabbiner Dr. Carlebach u. a. Nachrufe hiel ten. Vor der Beisetzung gab ein rabbinisches Gericht den Rechtsspruch ab, daß die Beerdigung nach dem Wunsch des Verstorbenen, der in Erez Israel be graben sein wollte, nur vorläufig sein soll, und daß das Recht besteht, das rna wieder auszugraben und' in das Heilige Land zu überführen. rrasan Vermischtes- Heidelberg, 10, Aug. Die Männer und Frauen, die in diesen Wochen das altehrwürdige a^y n'a zwischen W a i b s t a d t und Neckarbischofs heim aufsuchen, werden einen traurigen Anblick haben: Vor wenigen Tagen haben ruchlose Hände 46 Grabsteine umgeworfen und zum Teil sehr be schädigt. Bis jetzt sind die Täter nicht ermittelt worden. Die Empörung über .diese Friedhof Schändung ist in der jüdischen und nichtjüdi sehen Bevölkerung allgemein: Die Frankfurter Woche, Jüdische Notstandsküche Frankfurt a. M. ,:Vier Jahre werden es im September 1936, daß die Jüdische Notstandsküche. ihre Tätigkeit begonnen hat.; Damals glaubten wir lediglich für die Dauer eines Winters eine Einrichtung schaffen zu müssen, um 200 Menschen in der kalten Zeit ein Essen zu verschaffen. Aus der provisorischen Not ein» r i c h t u n g wurde eine D a u e r f ü r s o r g e s t e 11 e, die Sommer wie Winter Hunderte von Menschen täglich mit Essen versorgt. Wir sind stolz darauf, gerade diese Einrichtung geschaffen und bis jetzt trotz größter Schwierigkeiten aufrecht erhalten zu haben. Während in den ersten Jahren des Bestehens , der Küche ein Teil des Essens in der Küche des . Israelitischen Krankenhauses (dank dem Entgegenkommen seiner Verwaltung), ein weiterer Teil in der Quinckesiraße gekocht wurde, ist jetzt die Notstandsküchenarbeit in der Quinckestraße 26 zusammengefaßt. Hier - wird auch das Essen verausgabt. Üm die Familiengemeinschaft zu erhalten, wird davon Abstand ^genommen, die Essensempfä,nger an Ort und Stelle das Essen einnehmen zu lassen. Für einen, erheblichen Teil von Betreuten, die wegen Alters, Krankheit oder aus anderen Groden nicht in der Lage sind, ihr Essen selbst abzuholen, wird; es durch Boten in die Wohnungen gebracht. Allein auf 'diese Weise erhalten täglich 150 Haushaltungen, mit 450 Köpfen ihr Mittagessen.. . ■ ■'■.'■:.-- , . •.• , .. , ... . Daß .'die Herstellungskosten des.. Essens .seit der' •Gründung der Küche gestiegen sind,;b ©darf keiner Er - wähnuhg; Trotzdemwird, auch heute noch den Hilfs-' bedürftigen, geigen di© geringe Vergütung von 10 Pfg. fürdie ^Mahlzeit das ^(^jyeräbi«Bißb.l. .Öje. Zahl der Portionen, die. wir gegenwärtig ausgeben, beträgt fast ' 1 3 0 0,.;unter ihnen allein, mehr'. als 300 für.Kjnaer, die während. id^r, Ferien^pi'©!'© von det .< Küche verköstigt .werden. f!-4> -f;'V f.-:; ■ Die .Ü^e sajm^z^h;! .^^.■..'Esse^poT^on^,.- im Jahres 19$5/36,-< y^ausjsaht wyxdeg^ .betjjug; 278.192. Im. lauf enideii Jahr»' wird., ^e,.äom:/i^ch»e^- wurde;; döchib.er^^fin;,; den ersten, drei,,Monaten 73.187 ror* tionen<Caiis^geben^ *\ 'Jzt^&vr •r,-. r-r:;-.-v-. :rr Trotz*"der Zuschüssedurch die Israelitische -Ge* meinde, die Jüdische- Wohlfahrtspflege e. V., .als der Trägerinder Jüdischen Notstandsküche, trotz de freiwilligen Beiträge,-dae von einem kleinen Teil un serer Gemeind&mitgiiedier seit Jahren geleistet wer den, ist die Jüdische Notstandsküche jetzt a m E n d e •i h-r e r L eist u n g «f a'h i g k ei t. ". Der weitaus größere Teil deir -Mitglieder unserer Gemeinde hat sich bisher den dringlichen Verpflichtungen der Not standsküche nicht zugänglich gezeigt.-Die''Notstands küebe ist .deshalb gezwungen, äußerste Anstrengungen zu machen, um Mittel für ihre Weiterführung zu er halten. Da sie sich seit - längerer Zeit nicht an die jüdische Oeffentlichkeit gewandt hat, muß sie jetzt eine Häussammlung, in der alle jüdischen Häuser .erfaßt werden, veranstalten. Diese Sammlung, für deren Durchführung sich wiederum der Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten zur Verfügung gestellt hat, findet am 30. August 1936 statt. Die Menschen, die seit vielen Jahren ihre Kraft und Arbeit in den Dienst dieser jüdischen und menschlichen Aufgabe gestellt haben, rechnen darauf, daß jeder Einzelne unserer Gemeinschaft nach seinen Kräften dazu beiträgt, .die Einrichtung zu erhalten, deren Bestand sonst auf das schwerste ge fährdet ist. Liwjath Chen« Die Sabbatvorträge im Liwjath Chen werden w i c de r aufgenommen. Der Vortrag des Herrn S Schachnowitz findet diesen Sabbat, wie üblich nach Mincho 5.15 Uhr, im Hörsaal Friedbergeranlage statt. Verein „Mekor Chajim". Die während der Schulferien unterbrochenen Schiurim werden ab Montag, den 17. August, wieder regelmäßig stattfinden. Der Gemoro-Schiur unter Leitung des Herrn Rabbiner Dr. Jos. Breuer findet erstmalig Montag abend 7 Uhr im Vereinslokal statt. Dieser Scbiur, der regelmäßig Montag und Mittwoch abend gelernt wird, erfreut sich lebhafter Beteiligung und sind Gasthörer herzlichst willkommen Besonders weisen wir aber auch auf den unter Leitung des Herrn Rabb.-Ass. Dr. Posen stehenden Gemoroschiiur hin, der regelmäßig Dienstag und Don nerstag abend 7 Uhr im Vereinslokal stattfindet und sich dank der klaren, leicht verständlichen Lernweise des Dozenten auch für solche Herren eignet, die selbst noch weniger Gelegenheit zu selbständigem Lernen hatten. Es ist dabei die Möglichkeit zur selbständigen, aktiven Mitbeteiligung gegeben. Auch zu unseren sonstigen Schiurim und Veran* staltungen sind Gäste jederzeit willkommen. Die Ver waltung und der Vereinsdiener stehen zu Auskünften über unser Programm jederzeit gerne zur Verfügung und nehmen auch 'dankbar Anregungen jeder Art bezüglich der Programmgestaltung entgegen. Der Verein ist bemüht, jedem etwas zu bieten 'und sein Programm den verschiedenartigen, individuellen Vorkenntnissen und Wünschen anzupassen. Rabbi Berl Gorfinkel ^»XT» Ein stiller Gelehrter, ein rrn besonderer Art war Rabbi B. Gorfinkel ^"sv der im engeren Kreise nur unter dem Namen „Rebb Berl" bekannt war. Aus Gelehrtenfamilie entstammend, war er selber in der Thoralehre ganz zu Hause und besonders auf dem Gebiete der älteren Exegese wie ein lebendiges Lexikon. Kaum eine Erklärung von Kimchi, Arbabanel, Ibn Esra oder Nachmanides, die er nicht zu jeder Zeit frisch im Gedächtnis hatte; kaum eine bibelwissenschaftliche Frage, die im Gespräch oder in der Zeitung angeschnitten wurde, auf die er nicht sofort Antwort hatte. Langjährige Krankheit hinderte ihn, einem Erwerbsberufe nachzugehen, der Geist aber hatte sein Heim und seinen Lebensberuf in der Thora. Er lernte in seinem Beshamidrasch den Tag und einen Teil der Nacht und auch wenn zuweilen eine neue Leidensw.elle ihn vom Folianten wegriß, blieb das Gehirn noch weiter in der Thora befangen. Seine Freunde wissen, welche reine lautere Seele in diesem brüchigen Körper leuchtete, wie er, selber in drückender Armut lebend/ -sich oft auch für Andere einsetzte, die er für noch bedürftiger hielt, in welch rührender Weise er -\n»a rrivin T\* D"?» war. Man erinnert sich, wie man Feste mit Gorfinkel feierte,- Feste der Thora, wenn er einen Traktat beendete und wie ein König an der Spitze einer zwar sehr frugalen, aber von Thoragelehrten umkreisten Tafel saß. Es waren dies die glücklichen Stunden eines innerlich reichen Menschen in einem Alltag, der von Sorgen und schweren Leiden sonst so umdüstert war. Man liebte und verehrte diesen stillen Rabbi und hatte stets das Gefühl, daß man nicht genug zur Erleichterung seine® Loses tat. ivsa ">vw n"p. Nun ist er im Alter von 58 Jähren von uns gegangen und er wird uns; allen IWl' fbü sein.; n"3#Jn; Umbenennung einer Schule. Die städtische Hilfsschule in kder Kleist-Straße in Frankfurt a. M. hieß bisher. Hallgarten-Schu.le. Nach '.Meldung des ^Generalanzeigers"]-ist die^ .Schule, auf Anordnung desi:- Oberbürgermeisters in . Nordend1 Schule umbenannt worden..!. 5! m- Vor kurzem M;':,wie -cli«! ITA.:-g-cmeI4et--n'at,,,ä;ttch das städit^che Hallgarten*Bad üb. Stadtbad Nordend umbenannt worden, . - 4 - - > i Frankfurter Vereinskalender. ° herein Mekor Oiapim. Schabbos morgens nach Schluß der Synagoge: b*3»T, Herr R.-A. Dr. E. Posen. — nachmittags 4.30 Uhr im Vereinslokal, Mikro. Herr Rabb. H. Mayer. — 1 Stunde vor Nacht im Hörsaal, Midrasch-Vortrag des Herrn Harry Katzenstein. Schabbos nachm. 4-15 Uhr im Hörsaale Friedberger Anlage, Chumisch und Raschi (Selbstlernen), Herr Julius Lewin. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, fai» tjov. Herr S. Schachnowitz. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, fs», Herr R.A. Dr. Schiesingen — nachm. 615 Uhr im Hörsaal, (auch für Damen), „Haftauro" Herr Rabb. Mayer. — Sonntag vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, m»a. Herr J. Soffer. Montag (auch Donnerstag) morgens nach Schul: JWa- Mitgliederlernen. Montag (auch Mittwoch) abends 7 Uhr im Vereinslokal, (jnna wa) maa, Herr Rabb. Dr. J. Breuer. Dienstag (auch Freitag) morgens nach Schul, JUWB, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag (auch Donnerstag) abends 7 Uhr im Vereinslokal, »naa, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Jahrzeitsstiitangen. Sonntag, 16. August: Rosa Sechel geb Schottenfels- Stiftung. Montag, 17. August: Isaac Bier-Stiftung. Donnerstag, 20. August: Moritz Hirschberg-Stiftung. Liwjath Chen. Samstag 5l/4 Uhr nach Mincho im Hörsaal Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz: „Vom 15. Aw bis zum Ellulanfang". Agudas Jisioel-Ortsgrappe. Thora and Mussar. Herr Rabbiner Mannes, irma »n, Schabbos 4 Uhr Hans Handwerkstr. 38. Herr R.-A. Dr. E. Posen ovn ms», Schabbos 18-19 Uhr, Wittelsbacher Allee 11. Herr B. Rachelsohn, mna nawa Dienstag 20.30 Uhr, Sandweg 6 c. Herr J. Sofer. 'öl» t]T. täglich 12-13 Uhr am Sonntag 11-12 Uhr, jetzt Hans Handwerkstr. 18. Herr Zuntz, o-"n nn«, Sonntag nach n**in», Rabbinatszimmer Friedberger Anlage 4. Verband polnischer Staatsburger. Anmeldungen und Sprechstunden täglich vorm. 10-1 Uhr. Zeil 7 außer Samstag und Sonntag. Gebetzeiten. . nm na» Freitag abend 7.15 Samstag nasern 6.35 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 8.35 Wochengottesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 6.30 Daran anschließend : Lernen des D"n ipa-Vereins im Hörsaal Zweiter Gottesdienst im Hörsaal 7-30 Nachmittags 7.00 Tefillinlegen am Morgen 4.20 Familien-Nachrichten. Barmizwoh: Josef, Sohn des Herrn Stud.-Rat Max Münk, Ffm., Sandweg 3. d'ddiip 's riv, Synagoge Friedbergeranlage. — Leo, Sohn des Herrn Lehrer Levi, Gailingen. o'bshp 's na»- — Ernst, Sohn des Herrn Oberlehrer H. Schloß, Hamburg, Brahmsallee 23. O'BDIE? '3 /Uff- Vermählte: Fritz Wallerstein, Julie Wallerstein geb. Ochsenmann, Gederah (Palästina). Briefkasten. H. S. in D. fs. 20,— für Abonnement eingegangen A. B. Kobylin. Es ist erlaubt, jedoch hur unter bestimmten Bedingungen, über die Sie sich bei Ihrem zuständigen Rabbiner erkundigen sollten. Rabb. D. C. in F. Das Buch ist uns bis jetzt nicht zugegangen- Gruß. Einsender in Tel Awiw. Wir haben das Thema schon oft in Prosa behandelt. Besten Dank. Rabb. Dr. M. K. und Andere. Wir nehmen zur Kenntnis, daß entgegen der Angabe im Briefkasten, „Schwarz zum Zeichen der Trauer .wohl jüdisch sei", wiefsich aus Tur .Jore- -deah 345 und Beth Josef zur Stelle ergibt, m