Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1936)
- Date
- 1936-08-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
- Safed 1× ep/1046078
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Seite 2 Nr. 33 Der lsrael 1.4 J&Awte*1936 — SSFT SChafteif iü* eiffieili' Lande* wie Palästinasei--diese-' Gleich&eif die" einzige' lttOglMf»- GfüfitUiagK. IDift' künftig© verfassungsmäßige Entwicklung solle damit auf Gleichheit der Vertretung oder zumindest dies- Stimmrechts von Juden* und Arabern aufgebaut sein, so daß' lceine der beiden' Gemeinschaften die Möglichkeit' habe", Gesetze' zu beschließen, die direkt .gegen1die andere' gericfrtet sinddiese Gleichheit soll beiden Gemeirischaftcn für alle Zeit garantiert werden, ohne Rücksicht auf Veränderungen iht&r zahlenmäßigen Stärke; Auf diese Weise könne man die Befürchtungen beider Teile beseitigen; die" der Juden: vor jeglicher' sofortigen Gewährung einer Volksvertretung- und/ die der Araber vor einer entfernteren Zukunft; so könneman die' Bedingungen für eine gesunde natürliche Zusammenarbeit der beiden Gemeinschaften schaffen. Rechtsgleichheit, fürdie- Dauer unterder bei } üschenl&rone gewährleistet, gefce die Grundlage ab für eine mit allen Versprechungen Englands in Einklang stehenden kontinuierlichen Politik, die zwar zunächst den Extremisten* in beiden La j g-ernunannehmbar erscheinen mag; aber auf die j. Dauer bei einsichtigen Männern auf beiden Set < ten, die um 'das? Gedeihen« und dfea- Frieden' ihres j gemeinsamen Vaterlandes besorgt sind, Anklavig finden"; werde. Die Schaffung eines gemeinsamen \ palästinensischen Patöiötismus sei das Ziel, dsas man sich immer vor Augen halten soll. Darin liege die einzige Lösung, die diepraktischen In teressen und die erhabensten Aspirationen aller Beteiligten in Einklang bringen könne. Dieser gemeinsame Patriotismus könne nur auf der Grundlage gleicher Rechte entstehen. Bevorstehende Beendigung des Streiks? Jerusalem, 10. August. Mitteilungen zufolge, die der Jerusalemer Korrespondent der United Press of America erhielt, sieht es nach 16 Wochen eines erbitterten Kampfes, in dem 300 Menschen getötet und über 500 verwundet wurden, jetzt zum erstenmal so aus, als begännen die Araber die Hoffnungslosigkeit ihres Widerstandes gegen die englische Macht einzusehen. Der Streik kann vielfach nur mit gewaltsamen Mitteln, durch Einschüchterung der arabischen Massen und Androhung von Repressalien weitergeführt werden. Die Bauern und Kleinhändler leiden schwer unter der Wirtschaftsstagnation und erwarten nichts sehnlicher als die Rückkehr normaler Zustände. Die Araberführer seien daher gegenwärtig um ein Kompromiß bemüht, das die Zusicherung eines wenigstens zeitweiligen Verbotes der jüdischen Einwanderung enthalten soll. Ein solcher Vergleich würde den Führern der arabischen Bewegung die Möglichkeit geben, den Streik abzublasen, ohne sich in den Augen der Gefolgschaft eine, zu große Blöße zu geben. Das strenge Durchgreifen des britischen Militärs gegen bewaffnete arabische Insurgenten soll dazu beigetragen haben, den Widerstandswillen der Araber zu brechen. Besonders in den letzten Gefechten, bei denen die Engländer auch Flugzeuge und Maschinengewehre einsetzten, seien die arabischen Verluste sehr hoch, die Verluste der Engländer dagegen, ziemlich gering gewesen. Arabische Könige wünschen Beendigung des Streiks. Das Deutsche Nach richten-Büro veröffentlicht unter dem 7. August folgenden Bericht aus Jerusalem: „Das vor zwei Wochen von den Königen Saudias, Iraks und Jemens unterzeichnete und der englischen Regierung überreichte Memorandum zugunsten der Araber in Palästina, steht anscheinend mit Geheimverhandlungen im Zusammenhang, die die Könige mit dem arabischen Kampf ausschuß in Palästina führen. Die Verhandlungen haben anscheinend einen feierlichen Aufruf der drei.Könige an die arabische Bevölkerung Palästinas zum Gegenstande, durch den der Generalstreik und die Unruhen beendet werden sollen. Diesen Schritt sollte dann England mit einem mindestens teilweisen Entgegenkommen an die Araber beantworten. Das Eingreifen der arabischen Könige entspricht offensichtlich der Erkenntnis, daß kein Parteiführer in Palästina mehr die Autorität besitzt,'die Unruhen abzublasen. Selbst die alten Parteiführer überbieten sich jetzt in übertriebenen Forderungen an England, um ihre Volkstümlichkeit zu retten, so daß auf diesem Wege keine Aussieht zu einer Einigung besteht. Die Geheimverhandlungen zwischen den Königen und dem Kampfausschuß in Palästina scheinen sich augenblicklich darum zu drehen, ob die Könige für den Erfolg ihrer Einwirkung in London auch eine Garantie übernehmen können." Ein Dementi in Sachen der jüdischen Einwanderung. Jerusalem, 10. August. Die Palästinaregierung veröffentlicht ein Dementi der in der arabischen Presse erschienenen Meldung, wonach Kolonienminister Ormsby-Gore den High Commission e r Sir Arthur Wauchop e ermächtigt haben sollte, die jüdische Einwanderung einzustellen, sobald ihm dies richtig erscheinen würde. Oberster Gerichtshof Palästinas entscheidet. Jerusalem, 11. August. Der Oberste Gerichtshof Palästinas hat die Frage, ob die Einrichtung von Konzentrationslagern zulässig ist, nunmehr endgültig entschieden. Der Gerichtshof stellt fest, daß die Verbringung arabischer Streikführer in das 'Konzentrationslager von S ar a - f e n d g e s e t z m ä ß i g ist und daß damit der High Cömmissioner seine Machtbefugnisse nicht übersehreitet. Die Entscheidung erging in einem Verfahren, das von arabischer Seite eingeleitet worden war, um-zu erreichen, daß die,;,Internierjung des Vor,- sitzenden: des,' arabischen.. Streikkomitees i yoja Jerusalem, .Hassan Sidky. .Dajany, für ungesetzlich erklärt werde. Der ^ntrag der Araber, '. erde Order nisi^ d. h. eine Aufforderung an die Behörden zu erlassen, sich über die Gründe der Internierung zu äußern,, war, wie die ,,Times!' vom 2. August gemeldet hatte, aus formellen Gründen abgelehnt worden. Ein daraufhin unverzüglich eingebrachter neuer Antrag auf Erlaß einer Order nisi war jedoch, wie die ITA. am 3. August gemeldet hat, durchgedrungen. Jetzt ist in dem Verfahren somit die endgültige Entscheidung des Obersten Gerichtshofes •< ergangen. ": '; Der Oberste Gerichtshof hat weiterhin entschieden, daß. auch die Bestinrmungen über Einführung und Durchführung des; Belagerungszustandes die Machtbefugnisse des High Cömmissioner. nicht überschreiten und somit zulässig sind. ... . ■ . , ■- i ' Letzte* Nachrichten aoisR ¥&f^iw&, J<-er«' u? steM&rm,. 13>, ^.u^ißk Die am Mittwoch und; ©bnnjeris.tag unsf z&^> gangenen Berichteaus; Palästina lauten£ Der in Haifa verletzte J^sefr K aUie b> ist; seir . nen, Verletzungen inj der^ N^aehit zu.; Dlenstiäg;' e*'■'- j Ii e g e-n. An verschiedenen, Stellen wuide« ajm. ' Dienstag wieder .die? O e 11 ev,i tuttgsdie.sr Jt-atk P e boleumges el'1 schaff beschädigt. Iii H a.iifca hat sich die Lage weiterhM xe^s^är^ Em Angriff auff diia - Brücke zw-ischier* P;eb&cfk T ikwah und M a gd i e 1 wurde von, den jjür dischen Wächtern der beiden Kolonien tapfer abgewiesen. Amv Montag nachmittag wurdten zwei: Angehörige der britischen Luftstreitkräfte durch Revolverschüsse in Jerusalem verwundet, der eine so schwer, daß er gleich darauf starb. Am 11. August fiel ein englischer Offizier, und zwar Leutnant R. M. F e s t i n g , als Opfer einer bei Nablus ■ von arabischen Banden gelegten Mine. Auch ijüdische Opfer hatte man am Dienstag, den 11. August, zu beklagen. Der Vorsteher der Kolonie Mizpa, Gad P e 1 e g - A v i g d o r i, der seit 30 Jahren in Palästina, ansässig und einer der ersten Schüler der Bezalel-Kunstschule war, wurde von einer Bombe getroffen und war sofort tot. Am gleichen Tage wurden schwer verletzt die zwanzigjährige: Schifra S c h a p i r o , und die ungefähr gleichaltrigen Rachel D i n g o 1 d und Nathan A p r i 1.. Auch sie wurden Opfer einer Bombe, die in einen Autobus geworfen wurde, der die Arbeiter nach Hadaron zur Arbeitsstätte bringen sollte. In Tel Awiw wurde das Gelände der Levantemesse von im der Nähe gelegenen arabischen Pflanzungen aus über eine;halbe .Stunde beschossen. Auch in den Außenbezirken Jerusalems nahmen die Schießereien zu. Bei einem Feuerüberfall auf einen Autobus auf der Straße nach Safed wurde der 26jährige Jehuda Rokach schwer verletzt. 250 jüdische Arbeiter wurden im Hafen von Haifa anstelle von streikenden Arabern eingestellt. Acht jüdische L o k o m o t i vi ü h - rer, durchwegs aus Deutschland stammend,, wurden in den Eis e n b a h nd i e n s t aufgenommen. Matrosenpatrouillen bewachen Hafen und Stadt in Jaffa. (Weitere Berichte aus Palästina siehe Seite 11 und 12.1 Das neue Einwanderungsgesetz in Cypern in Kraft. Jerusalem, 10. August. Das neue Einwanderungsgesetz für Cypern,. das bisher nur dm Entwurf vorlag, ist nunmehr zum Gesetz. erhoben worden und in Kraft getreten. Wie bereits berichtet, faßt es die Bestimmungen über das Einwanderungswesen und Fremdenrecht zusammen. Es sieht vor, daß kein Ausländer einen unbedingten Anspruch auf, Zulassung nach Cypern hat, und daß die Erlaubnis, zum1 ständigen Aufenthalt von einer besonderen schriftlichen Bewilligung' der Einwanderungsbehörden, abhängig ist. Gewisse Kategorien von Personen dürfen überhaupt nicht nach Cypern einwandern.' , . . Gleichzeitig mit dem neuen Einwanderungsgesetz ist ein Ausweisungsgfesetz in Kraft getreten. Das Flaggen im Wassersport. . , . : B e r 1 i n , 12. August. Nach der Bekanntma chung über die F1 a g - g e n f .ü h r u n g , der W a s -s e r s portlahrz e.u g.e dürfen die,, deutschem Wassersporifahr-j zeuge als^deujscne;.^^ die Ha- 'kenkreu.zfl#gge .iülrren. Binnenwasserfahrzeuge,1 deren;'iE^igejntünier oder B^^^j:^fßfsp, im Sinne des <ReichsbÖ^äer^?e^s, j*ezw. des; Gesetzes zum Schutze des deutschen.,^utesM-sind, 4iß^en die Hakenkreuzfla^ge _n i c h\ führen!, (ITA.}.