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Der Israelit · 1936-08-07 · Heft 32 (7.8.1936) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 32 (7.8.1936)
Date
1936-08-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Frankfurt a. M. 7. August 1936 19. Aw 5696 Nummer 32 10 MECHINO IN Die Eröffnung. (Tel. Bericht.) Marienbai, 4. August. Schon eine Stunde vor der festgesetzten Zeit wogt die Menge vor dem Hotel „Kontinental". Ueber hundert Delegierte aus allen Ländern Europas sind inzwischen eingetroffen, die mit den vielen hunderten Gästen den Riesensaal 'füllen^. Die. Tribüne prangt im Tannengrün und Fahnenschmuck, die die Stadt geliefert hat. Auf den Ehrensitzen sieht man offizielle Vertreter aller staatlichen und städtischen Behörden so wie der Kultusgemeinde Marienbad. Gegen 10.30 Uhr erscheinen die Mitglieder des G. A. und des Z. R. auf der Tribüne. Man sieht den Gerer Rebbe zwischen anderen Rab ■bis von Namen. Unter den westlichen Führern wird Jacob R o s e_n heim mit großer Herzlichkeit empfangen. Oberrabbiner Ahron L e w i n , Rzeszow, Präsident des Zentralrates, eröffnet die Kenessio mit einer Begrüßung der Thoragrößen, der Agudaorganisationen, der Delegierten und Gäste, der Vertreter von Stadt und Staat und der Kultusgemeinde. Mit treffenden Worten schildert er die kritische Lage der Juden in der Welt. Wenn es in der Thora (heißt; „Wo die Wolke lagert, dort ruhen die Söhne Israels", so könnte man heute sagen: „Ueberall da, wo Israel ist, lagert Wolke", trübe Gewitterwolke. Es gebe nicht nur politische und wirtschaftliche Not, sondern auch Gefahren für die Seele Israels. Aber alle Notzeiten haben neue Kraft erzeugt. Auf Erez Jisroel übergehend, jgedenkt er der heiligen Märtyrer in Palästina, wobei die Versammlung sich von den Plätzen erhebt. „Erez Isrpel war jüdisch und' wird jüdisch bleiben", ruft der Redner unter lebhaftem Beifall der Versammlung. Die Kenessio Mechino ist Ruf an die Welt,, aber auch Ruf nach innen. Aguda will nicht den Kampf, sondern streckt allen die brüderliche Hand entgegen, die zu Thora kommen. Als gutes Omen wirke es, daß die Kenessio unmittelbar nach dem 15. Aw stattfindet, einem Datum von 'historischer Bedeutung. Damit war die Kenessio Mechino eröffnet. Der G er er Rebbe erteilt der Versammlung den Segen, dem sich die beiden Rabbis von Sadagora und der Moszizer Rebibe mit kurzen Ansprachen anschließen. Eine längere Ansprache hält dann Oberrabbiner E c k s t e i n , Sered, der, in eindringlichen Worten zur Einigung der Orthodoxie mahnt' und die Orthodoxie in der Tschechoslovakei als beste Vermittlerin zwischen Ost und West hinstellt. Mit größter \ Aufmerksamkeit wird die hebräische Begrüßung von Rabb. Jonathan Horo- RIENBAD. vicz, Jerusalem, im Namen aller D*»Tin in Pa lästina angehört. Auch Rabbiner Horovicz spricht erschütternde Worte über die CtfVTp in Erez Jisroel, die die Versammlung stehend anhört. Redner stattet den Dank der 4000 tschechqslovakischen Bürger in "'it an die tschechoslovakische Regierung, ihre Vertreter in Palästina und ihr jetziges wie früheres Ober haupt Benesch und Masaryk ab und schließt unter großem Beifall mit pm* Der jüdische Vizebürgermeister von Marien bäd überbringt die Grüße der Stadt und des Oberbürgermeisters. Marienbad sei die Stadt der großen Gastlichkeit auch für die strenggläubigen Glaubensgenossen aus dem Osten. Mit rauschenden Ovationen begrüßt, tritt Jacob Rosenheim ans Rednerpult. Herr Rosenheim spricht von der Zeitenwende für die gesamte europäische Menschheit, weil das einheitliche Prinzip fehlt. Israel ist aufgetragen, die Souveränität G'ttes anzuerkennen und zur Geltung zu bringen, und es muß Leiden und Prüfungen auf sich nehmen, Assimilation und Zionismus helfen mit Mitteln, die schlimmer sind wie die Gefahr, erstere mit der Preisgabe der jüdischen n»E?3 des Einzelnen, letzterer mit der Uebertragung -der individuellen Assimilation ins Nationale. Agudas Jisroel erfaßt den ganzen jüdischen Menschen ohne Konzessionen. Es sei über Wesen und Idee der Agudas Jisroel und über die Aktualität der Agudas Jisroel zu sprechen. Von letzterer sagt Herr Rosenheim: „In. einer Zeit, da alle Welt von der Judenfrage beherrscht ist, müssen wir das wahre Gesicht des alten jüdischen Volkes zeigen." Erez Jisroel wird nicht ' eher aufgebaut, als bis in jeden Stein die jüdische naBtt hineingebaut ist. Darum beginnt die Arbeit in der Golah, vorab durch *]"i3»n« In der Golah wird das Schick&al -»"K entschieden. Herr Rosenheim streift dann einige Fragen, die im Berichte der Exekutive enthalten sind und über die an anderer Stelle berichtet wird. Gerechtigkeit will Redner auch für die Beurteilung des Verhaltens Englands in Erez Jisroel, wiewohl mehr Energie zu verlangen wäre. Eine friedliche Verständigung zwischen Juden und Arabern muß -und wir d ' k om m e n. Es sei bedauerlich, daß Jewish Agency in London, im Gegensatze zu Jerusalem, wo Aguda mit zionistischen Instanzen zusammenging, die Aguda zu selbständigem Vorgehen zwang, aber Aguda wird, wenn es sein muß,* den Mut haben, den Weg allein zu gehen. Es hätte keine Bälfoürnote und kein Nationaiheim gegeben, wenn nicht die Thoratreuen 1800 Jahre das heilige Feuer in Palästina gehütet hätten. Daß die Orthodoxie gewisse Aus dem Inhalt: Die Kenessio Mechino in Marienbad Seite 1—5 Die letzten Berichte über die Kenessio Mechino Seite 2 Wo bleibt der heilige Name? .... Seite 6 Zeitwende. Von Saul Maus. . . . . Seite 6 Fragen mit Gegenfragen . . . . . . . Seite 7 Die Lage in Polen ..../.. Seite 8 u. 9 Eine Abwehraktion in England . . . Seite 10 Die Lage in Palästina.......Seite 10 Wirtschaitsnachrichten aus Erez Israel Seite 9 Der langweilige Sommerschabbos» Von A. Mannheimer......Seite 5 Hemmungen hatte, liege schon im Worte omn A e n g s 11 i c h e. Agudas Jisroel beseitigte zum Teil die Gefahren und die Hemmungen und sei bestrebt, ein Erez Jisroel unp>n mnt5 b$ aufzubauen. Nachdem der gewaltige Beifall abgeebbt ist, verliest der Vorsitzende ein Huldigungstelegramm an den Staatspräsidenten Benesch, das mit Jubel aufgenommen wird. Damit ist die Eröffnungssitzung beendet. Nach kurzer Pause finden, sich schon die Delegierten im Hotel National zur ersten Arbeitssitzung ein. Die ersle Arfoeiissiteimg. Dienstag nachmittag gegen drei Uhr fand sich das Plenum in der sonnigen, sinnig geschmückten Halle des Hotel National zur ersten Arbeitssitzung zusammen. Den Vorsitz führt wieder Herr Oberrabbiner Ahron L e w i n , der zunächst dem Präsidenten Jacob Rosen heim das Wort zum Berichte der Exekutive erteilt. Rosenheim gibt einige Ergänzungen zu seiner Rede in der Eröffnungssitzung und geht auf die wesentlichsten und wichtigsten Punkte des Berichtes ein. Eine Ergänzung des Rabbinischen Rates sei durch den inzwischen erfolgten Heimgang so vieler Thorakapazitäten notwendig geworden und wird zur Zeit vorbereitet. Rosenheim streift in großen Zügen alle Verhandlungspunkte, die die Kenessio Mechino beschäftigen werden und teilt auch einiges aus der politischen Arbeit der Exekutive mit, ebenso über die Umstände, unter denen die eigene Hilfsaktion .der Aguda für die Opfer in Palästina entstanden ist. Der Präsident erwähnt auch das (in Nr. 31 des „Israelit" ver- (Fortsetzung siehe Seite 3.)

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