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Der Israelit · 1936-06-18 · Heft 25 (18.6.1936) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 25 (18.6.1936)
Date
1936-06-18
Page
– (sequence 13)
Language
German
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18- Joutti 4936 Der Israelit Nr. 25 Seite 13 *\ \ .(*„Unsann,"'"antwortet Simcho, .„Gegen den Glauben und die Kraft des Bauwillens in uns kann keN ner a n g ehe n." Und schön klopft er mit dein Bauhämmer weiter. Ein wahrer Nechemija der Bibel; in der einen Hand die Kelle und in-der anderen die Schutzwehr . . . Jenseits der Pardessim wird es lebendig. Eine Schießerei ist im Gange. Wir nehmen Deckung hinter den Bäumen. Das Herz geht hoch. Von der Chaussee her trabt »Militär heran. Nun wird die Schießerei noch, stärker, „En Dawar!";;Hat nichts zu sagen. „Es schläft und schlummert nicht der Hüter Israels." „Auf Deinen Mauern halbe ich Wächter bestellt!" Und wir sind die Wächter: Mitten in den Gefahren durchzieht ein Stolzgeriihi unsere Seele. Wiesagte doch unser Freund Simcho? „Gegen den Glauben und den Bauwillen in uns kommt keiner an." Dieser Glaube und dieser Bauwille sind uns vom Vater Abrahams Zeiten her gegeben ... Achtung bei Zubereitung von Fischen. Im Käzzur Schulchan Afiuch wird am Schlüsse des i*?3 ]»»o auf die zahlreichen Verwarnungen und schweren Verbote der Thora wegen der o'x-ks> hingewiesen. Die Tatsache, daß in meinem Haushalt kürzlich ein Fisch (es handelte sich um eine Bleie) im Kopfe ganze Häubchen von Würmern hatte, veranlaßt mich, auf das Studium des in - «pro w jö'ö im Kizzur Schulchan Aruch und die Notwendigkeit, sehr viele Arten von Fischen zu „besehen", aufmerksam zu machen. In diesem?»?ö wird übrigen» der Hecht .als Fisch, den man „besehen" muß, besonders erwähnt. -Auch werden die , Stellen, an denen sich Würmer .und. andere Arten von trrx-is? finden können, dort näher bezeichnet. M. F. Agudas Jisroel-Bewegung. Vortrag und Bezirkstagung in Mosbach. Auf Einladung des Vorsteheramts und des Rabbi* nats fand am Sonntag, den 14. Juni, in Mosbach (Baden), im Anschluß an einen Vortrag des Herrn Redakteur S. Schachno.witz, Frankfurt a. M., eine, Bezirksversammlung statt, an der ©In© Reihe Gemeinden . des Rabbinatsbezirkes,. sowie, in stattlicher Zahl die Gemeindemitglieder von Mosbach teilnahmen. — Nach herzlichen Begrüßungsworten des Herrn Bezirksrabbiners Dr. G r e i 1 s h e i m e r ergriff Herr Redakteur S. Schachnowitz, Frankfurt a. M., das Wort, um ein überaus reiches Material über die Geschichte der Falaschas in A b e s s i - nien den gespannt lausch enden Zuhörern vorzutragen. Der Redner verstand es, geistreiche Erklärungen auf sprachlichem Gebiet künstvoll zu verbinden mit hochinteressanten Angaben über den Kuls tus, die Lebensweise urisrer uns entfremdeten ""Stammesbrüder. Bereits vor 60 Jahren und noch früher hat in der Zeitschrift von Rabbiner S. R, \Hirsch, dem „Jeschurun",, ein Aufruf, gestanden, der auf die Ver-' pflichtung hinwies/ für die von jeder Verbindung mit der jüdischen- Außenwelt abgeschnittenen Brüder ein-, zutreten. Red^r^erihherte; an zwei Expeditionen/ deren letzte iein^ -S^har , jugendlicher Falaschas ' mit; nach Europa brächte, die, ü. a. auch "in Frankfurt, in die jüdische Lehre eingeführt wurden. Herr Schachnowitz verstand'es, auf die uns hierzulande und in Erez Jisroel naheliegenden Probleme überzuleiten; er fand ergreifende Worte für die „sterben» den". Landgemeinden, die nicht sterben werden, solange noch die letzten Männer die. Verbindung mit der Gemeinschaft erhalten, und er zeigte auch, welche Aufgaben heute innerhalb der Agudas Jisroel für und in Erez Jisroel unserer harren. Es sei Falascha* Schicksal, (Falas'cha heißt fremd)i wenn man den Anschluß an Klall verliert. Einer-kurzen Diskussion, in der u. a. der Herr Rabbiner urid'Herr Lehrer B aracker dem Referenten heißen Dank sagten,- folgte eine hebräisch ein-; geleitete Ansprache des Herrn Dr. Kuno Roth vom N o a r A g ud a t i , Frankfurt a. M., die die Hörer vertraut machte mit den Aufgaben, die unsrer.in Erez < jisroel-warten. U. a. berichtete Herr Dr. Roth Einzelheiten über die Kibbuziin der Agudas Jisroel und appellierte, aus* Anlaß des neuesten Unglücks in Gedera, an die Opferwilligkeit und brüderliche Eintracht. Namens der Land es o r gani s ä ti o n ~ der A g ud as J is r o,e 1 begrüßte Herr Hartog ,Hart o g s o h n aus Frankfurt a. M. die Versammlung und berichtete über .die verschiedenen Arbeitsgebiete und die praktischen Leistungen' der A. J.-Weltorganisation, deren Entstehung und geschichtliche Bedeutung er den Zuhörern vortrug. Er richtete an die Damen und Herren den Appell, die Aufgaben und Leistungen der A. J. durch Beitritt zur Organisation zu stützen und zu fördern. - Mit Dankesworten des Herrn Rabbiners schloß gegen 17 Uhr (die harmonisch verlaufene Versammlung. Dank dem allezeit bewährten Sinn der badischen Judenheit für das gesetzestreue Judentum, [dank aber auch dem Verständnis des Herrn Rabbiners Dr. Greilsheimer und des Vorstands wird dieser Tag ein Auftakt sein für eine aktive Mitarbeit an den bedeutsamen Aufgaben, die der Agudas Jisroel obliegen. fJa. Weitere Vorträge uiod Gruppengründungen. Die Vorträge des überaus rührigen Herrn Lehrers S. Plaut, Neukirchen (Bezirk Ziegenhain), in Alsfeld, Frielemdorf, Hersfeld, Treysa, Witzenhausen, behandelten die Bedeutung der Agudas Jisroel für die Jetztzeit und hinterließen sichtlich einen starken 'Eindruck. Die „beträchtliche Anzahl von neuen Mitgliedern zeigt, daß Agudas Jisroel heute in weitesten Kreisen verstanden, ihre Ziele bejaht werden und ihrer Arbeit Vertrauen entgegengebracht wird. In Treuchtlingen sprach Herr Distriktsrabi biner Simon Schwab, Jebenhausen, über: „Zwei Wege nach Palästina". Der Referent wies in einer zu Herzen gehenden, eindrucksvollen Weise die gewal- .tige Kluft auf, die zwischen thoratreuenrr und thora* losem Aufbau von Erez Jisroel besteht. Die vollzählig erschienene Gemeinde Treuchtlingen sowie die zahlreichen aus der Umgegend herbeigeeilten Zuhörer folgten den Ausführungen mit stärkstem Interesse. Kundgebung in Wiesbaden. Die Kundgebung der Agudas Jisroel in Wiesbaden zog einen überaus großen Kreis von Menschen an, Jugend und Alter, Ost und West, Gesinnungsgenossen und Andersdenkende, die aus dem Munde des Herrn Rabbiners M i c h a 1 s k i, Karls* ruhe, erfahren wollten, was Agudas. Jisroel der heutigen Zeit zu sagen hat. „Selbstbesinnung", so lautete die Antwort, ist die Parole des Tages! Dies und nichts anderes' will die Thora-' und Mussarbewegüng. Die wunderbar geformten Ausführungen zeigten, was den jüdischen Menschen heute bewegt und was ihn aufhorchen läßt auf die Stimme G'ttes, die aus dem Geschehen der Gegenwart so vernehmlich spricht. Herr Rabbiner Dr. Ansbach er, als Vorsitzender der Ortsgruppe, . begrüßte den Redner aufs herzlichste und betonte die praktische Notwendigkeit, die der Ruf der Agudas Jisroel für die Jetzt* zeit hat. Daran schlössen sich Ausführungen des Herrn Dozenten E h r e n t r e u als Mitglied des Landesvorständes über die Bedeutung der Zugehörigkeit zur Organisation, die für uns eine absolute reli g i ö s e Notwendigkeit darstellt. Hinweise auf die kommende Kenessio und auf die augenblicklich im Gang befindliche Hilfsaktion des Keren Hajischuw, die einen kleinen Teil unserer Dankesschuld an die tapferen Pioniere des Heiligen Landes abtragen soll, beschlossen den wohlgelungenen Abend. Thora und Mussar. In. K a r I s r u h e hat der lOlöi min ain die geistige Arbeit der Ortsgruppe übernommen und ein reichhaltiges Programm ausgearbeitet. Es beginnt täglich morgens mit D1,n mis vv, daran anschließend ein wri'^/ am T\y» vor nrua: jvpjpö, nach nwn: "n rras Via. vor. a'w: (noia i<K»n rman)> Sonntag D'iu '»a- Die .D'iw»»- sind teils für Anfänger, teils für Fortgeschrittene berechnet. Bevorstehende Bezirkstagungen. In Bad M e r g e n t h e i m findet am 21. Juni (1. Tammus), eine Kundgebung der Agudas Jisr o e 1 statt: Um 16 Uhr beginnt die Veranstaltung mit einer Begrüßungsansprache des Herrn Rabbiners Dr. M, Kahn, worauf Herr Redakteur S. Schachnowitz, Frankfurt a. M., über „Das Gebot der Stunde", Herr David Ulimann, Mitglied der Palästina=Zentrale, Frankfurt a. M., über „Die Tätigkeit des Keren Hajischuw" referieren werden. — Im Anschluß daran folgt die Diskussion. In der A b e n d kund gebung (20.30 Uhr) spricht Herr Fredi Lustig, Mitglied der Hanhala des Noar Agudati, über „Die Aufgaben der agudistischen Jugend". Die Veranstaltungen finden in. der Pension Gerstner statt. Am Sonntag, den 28. Juni (8. Tammusi)i, beginnt in Nürnberg die Bezirkstagung der Agudas Jisroel um 10.30;Uhr,; Essenweinstr. 7, 2. Herr Dozent J. Ehren treu, Frankfurt a. M., Mitglied des Vorstandes der Lahdesorganisation der Agudas Jisroel, spricht über „Unsre Organsiatiön und ihre Aufgaben''. Im Anschluß daran spricht der Leiter des Kenessio Gedaülo-Bürös, Herr Gottfried N e u b u r g e r; Frankfurt a. M., über „Die Vonbereitungsarbeiten" für die;-Dritte Kenessio Gedaulo". Um 14.30 Uhr sprechen in der Aula der Israelitischen Volksschule, Obere Kanalstr, 25, Herr Rabbiner Simon Schwab, Ichenhausen, über „Das Judentum auf dem Lande"; Herr Dr. S. Ehrmann, Frankfurt a. M., über „Der Stand unsrer Arbeit in Erez Jisroel". Im Anschluß daran findet eine Diskussion statt. Um 20.30 Uhr beginnt in der Turnhalle, Obere Kanalstraße 25, die große öffentliche Kundgebung, in der Herr Rabbiner Dr. J. Merzbach, Darmstadt, spricht. Herr Dr. S. E h r m a n n referiert über „Die Agudas Jisroel in der Weltkrise". Vermischtes, Berlin, 12. Juni. Wir werden gebeten, zu berich* ten, daß es sich bei der in Nr. 24 unseres Blattes genannten Neugründung der thoratreuen Hachscharah in Italien um eine Gründung des Brit Chaluzim Datiim handelt, so wie die anderen bei uns wiederholt genannten Hachscharahgruppen in Italien zu den Hachscharahzentren dieser Organisation gehören. Wiesbaden, 16. Juni. Die Ortsgruppen Südwestdeutschlands ,der Polnischen Staatsbürger hält am Sonntag, den 21. Juni, vorm. pünktlich 10 Uhr, in Wiesbaden, Gemeindesaal Michelsberg 28, 1. ihre erste Tagung ab. Das Programm enthalt nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden, Herrn M. Eckstein, Begrüßungen und die Wahl des Präsi*. diums, Referate der Herren Dr. M e i t h i s, Berlin, N. Fuchs, Oberhausen a. Rh.; Entgegennahme von Berichten der Ortsgruppen, Generaldebatte und Wahl eines Präsidiums für den Südwestdeutschen Verband.* Nordrach, 12. Juni. Am 11. Juni (21. Siwan) fand eine Gedächtnisfeier anläßlich des ersten J a h r - zeit tag es der seligen Frau Baronin Adelheid von Rothschild aus Paris in dem Betsaal der M. A. von Rothschild'schen Lungenheilstätte in Nordrach statt. Zu diesem feierlichen Akt hatten sich sämtliche Patienten, Vertreter des badischen Oberrats und der gesamte Verwaltungsrat eingefunden. Ihren Höhepunkt fand die Feier in der Enthüllung einer schlichten Gedächtnistafel für die edle Stifterin der Anstalt. Aus den Reden, die gehalten wurden, wuchs die einzigartige Persönlichkeit der Verewigten hervor, deren ungewöhnliches geistiges Format allen Anwesenden plastisch vor Augen trat. Das stolze Werk, das die selige Frau Baronin Adelheid von Rothschild in der M. A. von Rothschild'schen Lungenheilstätte erstellt hat, legt Zeugnis ab von dem tiefen sozialen Gefühl und der echten religiösen Ueberzeugung, die sie beseelten. Vor 30 Jahren wurde die Anstalt ins Leben gerufen, zu einer Zeit, wo die Kampfmethoden gegen die Tuberkulose noch recht bescheiden waren. Nur wenige Heilstätten standen damals für diesen Kampf zur Verfügung. In prophes tischem Blick hatte die Verklärte schon damals das große Bedürfnis der Gründung einer Jüdischen Lungenheilstätte erfaßt, weil sie, aus ihrem sozialen und echt jüdischen Empfinden heraus, fühlte, daß ein jüdischer Kranker nur in einem jüdischen Milieu genesen könne. Für jeden im Judentum wurzelnden Juden war nach ihrer Ueberzeugung die Befriedigung der seelischen Bedürfnisse von der gleichen Bedeutung wie die Behandlung des körperlichen Leidens. Aus dieser Erwägung heraus gründete sie vor 30 Jahren die Lungenheilstätte für weibliche Kranke, die bis auf den heutigen Tag einzigartig dasteht. In der Stiftungsurkunde bildet die Forderung der Führung der Anstalt nach den Grundsätzen des gesetzestreuen Judentums das Kernstück. In dieser Bestimmurig erblickte sie die Grundveste der Anstalt, wie ihr eigener geistiger Standort in den Traditionen ihrer edlen Vorfahren wurzelte. Dr. W. Bocholt i. W., 11. Juni. Die nächste Tagung der Arbeitsgemeinschaft jüdischer Lehrer am Niederrhein findet statt am 21. Juni um 16 Uhr in Mülheim (Ruhr). Tagesordnung: Referate über Mischnah Sabbat Abschnitt 1, Richter Kap. 5 und neue Schul* bücher in Palästina. „Der Berner Prozeß". Bern, 12. Juni. Zu unserer Mitteilung über die Liquidation des Prozesses über „die Protokolle der Weisen von Zion" werden wir von einem Berner Freund unseres Blattes darauf aufmerksam gemacht, daß es sich um den Baseler und nicht Berner Prozeß handelt. Letzterer läuft noch beim Obergericht und wartet auf die Wegräumung diverser Zwischenklagen von gegnerischen Parteien. In Basel lief aber ein ähnlicher Prozeß schon vor dem Berner. Dieser ist nun durch Vergleich liquidiert worden. Dies nur zur Aufklärung. Wien, 12. Juni. Ein mit einem Christen verlobtes jüdisches Mädchen hatte bei Gericht den Antrag gestellt, ihren Vater zur Leistung einer , entsprechenden Mitgift zu zwingen. Der Antrag wurde auf Verlangen des Vaters, der strenggläubiger Jude ist, abgelehnt. Jetzt hat auch der Oberste Gerichtshof, an den das Mädchen appelliert hatte, in gleicher Weise entschieden. In der Begründung heißt es u. a.: „Der Vater ist strenggläubiger Jude, der begreiflicherweise Wert darauf legt, daß seine Tochter nur einen Juden heiratet. Bei Beurteilung, ob eine Ehe zu mißbilligen ist, sind nicht bloß die Verhältnisse' der Brautleute zu berücksichtigen, sondern es ist unter Umständen auch auf den subjektiven Standpunkt des Vaters der Braut billige Rücksicht zu nehmen."

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