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Der Israelit · 1936-06-11 · Heft 24 (11.6.1936) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 24 (11.6.1936)
Date
1936-06-11
Page
– (sequence 15)
Language
German
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11. Juni 1936 Oer Israelit Nr. 24 Seite 15 In der Nacht von Freitag zu Samstag wurde bei Sarafend auch der 32jährige Wächter Moscheh M i srichi schwer verwundet. Es verlautet, daß auch Misrachi das Opfer einer englischen Kugel geworden sei. Es wird gemeldet, daß dar Streikführer Habetil Adi und der Bürgermeister von Jaffa verhaftet und nach dem Konzentrationslager abtransportiert wurden. Bei einem Ueberfall auf die Autobusse bei Moza wurde die 25jährige Gisela M e i s e 1, die erst vor wenigen Monaten aus Riga nach Palästina eingewandert ist, so schwer verletzt, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Aus den letzten Ereignissen ersieht man, in welch besonders schweren Gefahren sich die S c h o m r i m (Wächter) befinden. Die Frankfurter Woche. Honas Gans V'^T* Aus Palästina kommt die betrübende Nachricht, daß Honas Gans dort einem schweren Leiden, das eine Operation erforderte, erlegen ist. Viele in Franko furt wird diese Kunde in tiefste Trauer versetzen, denn Gans, der — nachdem er lange Jahre in Mar bürg als Lehrer gewirkt hatte — zuletzt acht Jahre mit seiner Frau die Verwaltung des Georgine Sara von Rothschild'sehen Hospitals inne hatte, gehörte in dieser Zeit zu den beliebtesten Persönlichkeiten' des gesetzestreuen Frankfurt. Abgesehen von der Treue und aufopfernden Liebe, mit denen er seinen Amtspflichten oblag, war er auch sonst als Mensch und Jehudi allgemein hochgeschätzt und gern gesehen. Sein freundliches Wesen und seine stete Hilfsbereitschaft erwarben ihm viele Freunde. In all den Jahren konnten ihn die ersten Besucher des Frühg'ttesdienstes in der Synagoge Friedberger Anlage Sommer wie Winter am Vorbeterpulte sehen, wie er voll heißer Andacht die dem G'ttesdienste vorausgehenden Psalmen rezitierte. Im Hörsaale und den Vereinslokalen fehlte er bei keinem Vortrag und keinem Schiur. Ungern sahen wir ihn vor einigen Jahren scheiden, aber sein Herz schlug in Liebe zu Erez Israel, und so zog er zu seinen Kindern dahin, um in der Siedlung Ramath Hascharon ein ruhiges Landleben auf heiligem Boden zu führen. In seinen Briefen an Freunde drückte sich die tiefe Sehnsucht nach Frankfurt aus und dem jüdischen geistigen Leben in der großen Gemeinde, an dem er früher so regen Anteil nahm. -Nun beendete er sein Leben, früher als man ahnen konnte, in einem Krankenhause der Heiligen Stadt. Tiefe Frömmigkeit und fhoraliebe bahnen ihm, dem treuen Tillimsänger, die Bahn zu G'ttes Thron.i?r\-> "nai» pix AuSweiskarten des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde. Der Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland teilt mit: Die blauen Reichsverbandausweiskarten haben eine Gültigkeitsdauer vom 1. Oktober 1935 bis zum 30. September 1936. Der Preis für diese Karte betrug RM. 1.—. Da für neu hinzutretende Erwerber die Gültigkeitsdauer nur vier Monate beträgt, werden die blauen R,-Karten ab 1. Juni 1936 für RM. 0.50 ausgegeben. Am 30. September läuft die Gültigkeit sämtlicher blauer Reichsverbandskarten ab. * Ab 1. •Oktober 1936 werden neue Karten für ein Jahr zum Preis von RM. 1.— ausgegeben. Im September können Neuerwerber wählen, ob sie noch die alte blaue Karte für RM. 0.50 oder schon die neue Karte für RM. 1.— erwerben wollen, deren Gültigkeitsdauer in diesem Falle um einen Monat vorverlegt wird. . Rezitations-Abend im Hörsaal Unterlindau. Die Gesellschaft für jüdische Volks b i 1 d u n g e. V. hatte am letzten Montag Abend Otto Bernstein für sich gewonnen. Was Bernstein rezitierte, kam aus verschiedenen Sphären. Wie er es aber dem Auditorium (das größer hätte sein dürfen), zu vermitteln verstand, das zeugte von einem großen Können, das den Abend zu einem Erlebnis gestaltete. Die eigentliche jüdische Note erhielt die Veranstaltung wohl hauptsächlich durch die Darstellung eines Schabbos im Hause des Baal Schern. Wer nicht vertraut ist mit den Kostbarkeiten und Segnungen eines Sabbats, mußte aufs tiefste empfunden haben, welche ungeahnten Kraftquellen aus einem grenzenlosen G'ttvertrauen entspringen. Buber, als Gestalter dieser Erzählung, hat in deren Mittelpunkt Schabbse, den Buchbinder, gestellt. Der Baal Schern lachte und tanzte, jubelte und frohlockte bei den Schabbosmahlzeiten, und seine Jünger errieten nicht, was dem Meister zu dieser fast ausgelassenen Freude Veranlassung gab. Er fuhr mit ihnen, wie immer nach Schabbosausgang, aufs Land, und dieses Mal in ein benachbartem Dorf, wo er sich einen als arm und fromm bekannten Buchbinder vorführen ließ. Welche Innigkeit und Reinheit, welche Frömmigkeit und Größe eines jüdischen Familienlebens sich in der dann folgenden Darstellung der Mühen, Kämpfe und des mehr und mehr zunehmenden wirtschaftlichen Verfalls offenbarten, — das alles formte Bernstein mit einer Meisterschaft, der wir uneingeschränkte Anerkennung zollen müssen. Bernsteins Sprache ist mitreißend, aufwühlend und holt das Letzte an Möglichkeiten heraus. Das bewies er erneut, an manchen Stellen ergänzt durch eine bewundernswerte Mimik, bei der Rezitation aus Thomas Manns „Joseph und seine Brüder" und zum Schluß bei „Verdi" aus Franz Werfeis Werken. Otto Bernstein sollte Gelegenheit haben, in Frankftltr Und allüberall dort, wo Juden wohnen, aus jüdischen Quellen zu rezitieren. Ha. Vom jüdischen Kinderheim zu Hofheim a. T. Man schreibt uns: Schreiber dieser Zeilen verlebte die Schwuaustage in dem idyllisch gelegenen, von einem großen Garten umgebenen Heime der Rafael Jeanette Ettlinger=Stiftung und hatte Gelegenheit, eingehend das Leben und Treiben im Hause zu beobachten. Außer 9 Erwachsenen waren unter der Führung einer bewährten Lehrerin eine ganze Schulklasse aus Stuttgart anwesend. Durch das ganze Haus weht der alte, echte jüdische Geist. Welche Freude ist es doch, mit anzusehen, wie die Kinder gemeinsam Brocho machen, benschen, Semiraus singen. Mit welcher Umsicht, mit welcher Liebe wird doch dieses Heim, von Friderike Heller, deren Namen unlösbar mit dem Haus verknüpft ist, geleitet. Und wie wird für das leibliche Wohl der großen und kleinen Gäste gesorgt. Man fühlt sich in diesem Heim von den Sorgen des Alltags getrennt, wohlgeborgen. Und welche Harmonie herrschte unter den Erwachsenen, die aus verschiedenen Schichten des Judentums kamen. Sie alle unterordnen sich willig und gerne dem im Hause wehenden religiösen Geiste. A.. Berichtigung zum Luach 5697. Infolge eines Setzfehlers ist in einem großen Teil der Auflage der Mauled für den Monat Kislew (i^C3) mit Sonntag angegeben, während es richtig Samstag heißen muß. Die anderen Monate werden davon nicht berührt. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Schabbos morgens nach Schluß der Synagoge: Dm, Herr R.-A- Dr. E. Posen. — nachmittags 4 30 Uhr im Vereinslokal, Mikro, Herr Rabb. H. Mayer. — 1 Stunde vor Nacht im Hörsaal, Midrasch-Vortrag des Herrn Dr. S- Ehrmann. Schabbos nachm. 4-15 Uhr im Hörsaale Friedberger Anlage. Chumisch und Raschi (Selbstlernen), Herr Julius Lewin. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, f»iK sjoi\ Herr S. Schachnowitz. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, orms w. Herr R A. Dr. Schlesinger. — nachm. Für die Jomiin nauroim odoxer Korbet aucli als Baal köre und Baal tokea, für großen ßefsaal gesuchf. Angebote nur bestempfohlener Herren (minhag ask.) mit Gebaltsansprüchen unt. 3109c an die Exped. ds. Bl. Isr*Waisenanstalt, Frankfurt a.M. Als Hauslehrer und Erzieher wird jugendlicher, energischer, auf streng gesetzestreuem Boden stehender Pädagoge baldigst gesucht. Meldungen unter Beifügung von Lebenslauf und Zeugnisabschriften bis spätestens 25. Juni zu richten an: Israelit. Waisentmstalt, Frankfurt a. M.,'Röderbergweg 87 das kochen kann, in streng rit. Haushalt zu 2 Person, gesucht Off. u, 3105c a. Exp iäficüen in str. rit. Haushalt nach Köln gesucht. Gefl. Off. 3098c Exp. Tücht.Mädel sucM Stelle zum 1. od. 15. Juli in kleinerem Haushalt. Off. u. 3101c an Exp. Für streng rituellen Haushalt orthodoxes nach Stuttgart per 1. Juli od. spät. ges. Angeb. mit Zeugnisabschr u. Gehaltsanspr. unt. 3093c an Exp. Rest. öiaiüed'orSpa steht nichl mehr unter Kabbinatsaufsicht und wird nie hl mehr in tinserm Register geführt. Wer nimmt während der Sommerferien 10 monatiges Kind in Pflege? Preisang. unt. 3096c an die Exp iLZ!!l]ll1.Hau--Umi-t zentr. w. Wasservers. Zentrhz.,Badegelegh. Tel., an berufst., ruh. Dauermieterin p. sof zu verm. Pr. 30t//mtl Off. unt. 3095c Exp B Bei Einkäufen etc. bevorzugt die Inserenten des isra«lit äs Es ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthalten. Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben reJigionsgesetzlich. CharaKters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen HOHBH j Kaffee } Coff einfrei ™ | Tee 'Kakao direkter Bezug von CAMAJO-KaHee-Groörösterei Carl Max Josephs Bremen 6 * Vertreter werden noch eingestellt * Mitglied der Jsr. Gemeinde Frankfurt/M BAUDEKORATION; Maler- und WeiöbindergeschäfU j Habsb. &ltee36 T.A35871 Grand Hole! Londres, Knocke (J. S t e im an n) untersteht der Aufsicht des orth. Rabbinats _ derisr. Gemeinde, Antwerpen. Verein zur Förderung rit. Speisehäuser e, V. 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