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Der Israelit · 1936-05-20 · Heft 21 (20.5.1936) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 21 (20.5.1936)
Date
1936-05-20
Page
– (sequence 12)
Language
German
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T -«■.*j-«^7'Tff^.^-^^i^^*^^rfai^^^ .2 Nr. 21 Der Israelit 20. Mai 193& / Kinderecke, Die Königstochter in der Verbannung- Eine Legende nacherzählt von Dr. Bernhard Hirschberg-Schrader. König. Salomo hatte eine Tochter mit Namen Kezia. Sie war ugnewöhnlich schön und klug und erfreute alle durch ihr einfaches und schlichtes Wesen. Eines Tages versammelte der König seine Vertrauten auf dem Dachgarten des Palastes, um eine wichtige Staatsangelegenheit zu beraten. Als die Verhandlung zu Ende war, ließ er ihnen Weih und auserlesene Leckereien reichen. Plötzlich wandte er sich an den Hohepriester und sagte leise: „Priester, ich hatte heute Nacht einen sonderbaren Traum; Meine Tochter Kezia stand plötzlich vor mir in einem blendend weißen Gewand und sah mir bewegt in die Augen. Dann erhob Sie sich in die Lüfte und entschwand meinen Blicken. Was mag dieser Traum wohl bedeuten?" Der Hohepriester schüttelte bedächtig das Haupt und sprach: ,,Es ist in der Tat ein seltsamer Traum, mein königlicher Herr. Der Menschen Weisheit reicht nicht aus, ihn zu deuten. Ich will deshalb die Urim; und die Tummim befragen." (Die Steine des Hohenpriesters, die die G'ttesstimme vermittelten.) - „Gut, bringe mir bald die Antwort." Der Hohepriester stand auf, verneigte sich vor dem König und be"gab sich in den Tempel. Er befragte die Urim und die Tummim und erhielt, diese Antwort: „'Ein junger Mensch, der sich kaum, das tägliche .Brot verdient, wird die Königstochter Kezia zu seinem Weibe machen, wenn die Sohne ihren Lauf" zum hundertundfünfzigsten Mal vollendet hat." :; Wenig später überbrachte der Hohepriester dem König die Verkündiung. Das Antlitz des Herrschers verfinsterte sich. Wortlos entließ er den Hohepriester. Nach lan- , ger Ueberlegung beschloß er, sich gegen den Ausspruch der Urim und Tummim zur Wehr zu setzen und seine Tochter an einen Ort bringen zu lassen, wo sie vor aller Welt verborgen bleiben würde. * König Salomon befahl fünfzig seiner Getreuen in de,n Palast und sprach--zu ihnen: '; „loh will Euch mit einer großen Aufgabe betrauen. Schwört mir bei G'tt, dem Herrn des Himmeis und der Erde, daß Ihr alles, was Ihr hier kört, als tieistes Geheimnis bewahren werdet." Nachdem sie den Eid geleistet. hatten, fuhr der König fort: „Macht Euch reisefertig. Ich werde Euch in einigen Tagen nach einer Insel schicken, die weit entfernt mitten im Meere liegt. Dort sollt Ihr einen Turm von hundert Ellen Höhe bauen und ganz oben drei-Gemächer'mit Fenstern'einlassen und einen Dachgarten errichten. Den' Turm sollt Ihr mit einer dicken Mauer umgeben, so daß niemand hineingelangen kann. Wenn der, Bau vollendet ist, kehrt Ihr nach Jerusalem zurück." Einige Tage später traten die fünfzig Vertrauten die Fahrt an und erreichten nach dreiwöchig, ger Schiffsreise die Insel, Sie; begannen bald mit',, dem Bau. Der Turm wuchs und erreichte die vom König vorgeschriebene Höhe. Auch :bei der Ausgestaltung der Gemächer und .des Dachgartens verführen sie nach der' Weisung des Königs. Zuletzt umgaben sie den Turm mit einer dicken Mauer und ließen nur einen?fschmalen,J Zugang offen, der später verschlossen werden sollte: Als" die Arbeit vollendet war, fuhren sie nach Jerusalem zurück. ■König Slalomo nahm befriedigt ihren Bericht entgegen: „Nehmt meinen Dank, daß Ihr meinen Befehl so gut ausgeführt habt. Aber noch eine andere Aufgabe harrt Euer. Kommt in vierzehn; Ta£en wieder zu mir." Def König ließ seine Tochter Kezia zti sich bitten und sprach zu ihr: „Lege Kleider, Wäsche und Schuhe zureoht, denn ich habe beschlossen, Dich in vierzehn Tagen auf eine weite Reise zu schicken." /„Wohin, Vater, soll die Reise gehen, und wann muß ich zurück sein?" fragte die Königstochter. ^^(^c^>csac^C<^)(^<>^)eS3C^OSS)(^^ Vor der eroigeri Lampe. Es ist ein tief Bewenden, daß da doit oben scheinst: in deinem Schein wird senden ER, die Botschaft einst. Es ist ein Glaube stark, der strahlend dich umklärt, der uns schön ewig barg, der Harren uns gelehrt. Es ist ein zartes Singen, das flutend dick umschwebt, ein silberhelles Klingen durch Zeit und Erde bebt. Wir heben es ganz offen aus deinem stillen Glanz: das Bangen und. das Hof fehl Dank und Jubeltanz... N. ] )GöO^>«S3(S?OsöD (SOsöDGEJdSOsö) „Das darf ich Dir noch nicht verraten, mein Kind."'; ' -;. ■' „Ich werde tun, wie mein Vater befiehlt." .< * Als^ die'Frist'räbgelaixfen? war, erschienen die' Diener vor dem König, üm seinen Bef ehl entgegen zu nehmen. . „Hört mich an, meine Getreuen. Ich' ubergebe Euch meine Tochter Kezia. Brtngt jsie ^nach. derf Insel in den Turm, den Ihr gebaut habt. . Dort soll sie wohnen, bis ich wieder nach, ihr schicke. Verseht sie mit Speise und Trank und allem Notwendigen, damit sie an nichts Mangel hat, Dann kehrt wieder nach Jerusalem zurück. Hauptmann Josua, Ihr werdet meine Tochter aufs Schiff bringen und auf der Reise begleiten. "Und Ihr," :iwandte er sich an die anderen, „gehtvoraus und erwartet sie, an Bord." n: ' Zu seiner Tochter sagte er: , „Befiehl den Dienerinnen, Deine Sachen; bereitzuhalten,, denn heute verläßt Du Jerusalem. In zwei Stunden geht das Schiff, das Dich an den Ort bringen wird, den ip$j für! j$i£h;f. bestimmthabe. Hauptmann Josua wird -Dichtauf-Deiner Reise%egleiteri."! '• >lK* r 'ks\\tmi\i - ,i „Ich bin:-bereit, -•.< Vaterv'jv^^v^efte:;/ heiter. ' " "' r~'' ,i; -'"' ''' ' Der König sah sieerstaunt an und *mteinte|j ^^Durbist gut gelaunt, mein Kinld." : •. . „Ja, Vater. Mir ist es sehr froh ums Herz, denn heute erfüllt sich' ~'4iM\i&IF%fä'-ty^§ck, den ich schon so lange gehegt hatte." ..... ' „Deift Wunsch?" S A '.- .'■ ' ' '* ' IV „Ja. Schon lange warte ich, daß Du mich mit einer Aufgabe betraust, die ich zu Deiner Zufriedenheit» erfüllen könnte. Nun ist der Tag gekommen." König Salomo küßte seine Tochter und befahl dem Hauptmann Josua;. sie aufs Schiff z.u begleiten. . Drei Wochen später legten sie an der Insel an.i Hauptmann Josua meldete der Königstöchter, daß. sie am Ziel seien.. Kezia trat aufs Verdeck und sah den .Hauptmann verwundert a]n,: , „Hauptmann, was soll ich. auf dieser Insel?" fragte sie zögernd. $-.;' „Es ist des Königs Wille, daß Ihr eine Zei$.r lang hier wohnen bleibt." ,.-'.-..., ■ "{ „Hier? Ich sehe keine Häuser, keine Menschen. Wo wer de ich .wohnen?" '' „Seid unbesorgt, Prinzessin. Seht' dort den Turm. Er wird Euch aufnehmen.". _... - „Und das ist der Wunsch meines Vaters?'* „Es ist des Königs Wille." ' Schweigend verließ sie mit dem Hauptmann das Schiff. Zw>ei Männer folgten, innen mit einer Leiter. Sie traten durch den schmalen Zugang m der Mauer an den Turm und legten die Leiter anW Oben angelangt, zeigte. Hauptmann,: Josua der : Königstochter die für sie errichteten' Räume und. den Dachgarten. Dann ließ er alle mitgebrachten. Vorräte auf den Türm schaffen .und übergab sieder Prinzessin. „Hauptmann, ich sehe, daß ich eine Gefangene bin. Aber es ist der Wille meines Vaters, obwohl ei* mir unverständlich ist."; : Sie . verabschiedete den Hauptmann und ginj£-; tiefbetrübt davon.; Als der Spalt in der .Mauer verschlossen war»; traten die Männer die Rückfahrt nach Jerusalem.' an. Sie erschienen vor •dem König. v „Habt Ihr meinen Befehl ausgeführt?" fragtet der Herrscher. ■ ..... „Alles ist geschehen, wie der König befahl.'* „Wie4 lange. reichen die Vorräte und das■-=; Wasser?" > : , ^,Drei Monate." . -. _ - ■ König Salomo dankte den Männern und überreichte ihnen kostbare Geschenke. Dann entließ er sie. , .' ■.- * ... . ,..-' In Akko lebte ein sehr armer Mahn mit Namen Abiam. Er war Wasserträger und verdiente sich sein kärgliches Brot durch mühsame Arbeit. Ihm wurde ein Sohn . geboren, den v ier j Rauben nannte. Der Knabe wuchs* heran uni, entwickelte sich zu einem schÖ-nW'iuid klugen Menschen. Er half seinem Vater-bei der Arbeit, fand aber genug" Zeit, sich in, gelehrte Schriften zu: vertiefen und , seinen ''Geist zu ' bilden. Aber als die _ Not im' Hause immer größer wurde, ging er eines Tages, zu seinem Vater und sprach zu ihm: „Vater, ich will hinaus in die Welt, vielleicht bekomme ich Arbeit und verdiene mir mein täg-; liches Brot." Der Vater erschrak. ' ,„Ich kann Efteh nicht fortlassen, mein Sohn»; Deine Kleider sind zerrissen, und die Menschen" , werden Dich bestimmt verspotten. "Warte noch eine kurze Zeit; vielleicht schickt uns G'tt ir*i j gendemeh Verdienst." : if \ ■ ' .- .v?" ' - i) '.- :..!! 1 Die Mutter weinte und klagte. Doch Reuben|r|, bestand auf seinem Willen. Er steckte sich etwas-i < Brot; in die Tasche, küßte die Eltefn,, zum, AbV-: [ scliied nind verließ Äkköi- ^V' - * - -"r!- ...... (Schluß folgt.) '«v* -— ■ M i«! ns-5>i-:i-i-:=> hu ^immite;attSfci!si^-=va-fc^ -

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