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Der Israelit · 1936-05-14 · Heft 20 (14.5.1936) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 20 (14.5.1936)
Date
1936-05-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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14. Mai 1936 Der Israelit Nr. 20 Seite 11 Personalien* Zum ersten Jahrzeitstage von Rabbiner Dr. J. Wohlgemuth Kitzingen, 7. Mai Am Vorabend zum 9. Ijar, dem ersten Jahrzeitstag vom Rabbiner Dr. Joseph Wohlgemuth s. A, ver sammelten sich dessen Familienangehörige, sowie viele Mitglieder der Gemeinde und des Bezirks Kitzingen auf dem Friedhofe zu Rödelsee am Grabe des großen Heimgegangenen. Einleitend trug Herr Lehrer und Kantor Bamb enger in ergreifender Weise das "ras-Gebet vor, darin die Inschrift der Mazewoh einflechtend. Sodann ergriff der erste Vorsteher der Kultusgemekide Kitzingen, Herr Gustav L a über, das Wort und schilderte den Verlust der Gemeinde und des Bezirks durch den allzufrüh erfolgten Tod des geistigen FühreriSi. Herr Bezirksrabbiner Dr. H a n nover, Würzburg, der z. Zt. den Rabbkiatsbeztrk Kitzingen mit betreut, entwarf in meisterhafter Form ein Lebensbild seines Freundes und Kollegen. Der älteste Sohn des Verstorbenen, Herr Gottheit Wohlgemuth, Hörer des Rabbinerseminars zu Berlin, dankte seinem Vater auch namens seiner Brü der für die sorgfältige Erziehung in den Bahnen der Familientradition, gelobend, stets in den Fußtapfen des Vaters zu wandeln und sein hehres Vorbild nachzuahmen. Lehrer B >a m h « r g e r verglich Rabb. Dr. Wohlgemuth mit der Palme, die man, je weiter von ihr entfernt, um so besser in ihren Umrissen al edelsten Baum erkenne, Rabbiner Dr. L ö w y aus Hamburg, ein Schwager des Verblichenen, sprach in der Synagoge zu Kitzingen vor dem Maariw-Gabet Worte des Schmerzes im Namen der Familie. Als Letzter widmete Herr Vorsteher Weinberg, Marktbreit, dem verstorbenen Bezirksrabbiner anerkennende Worte des Dankes für die Treue und Sorge, die der Verstorbene selbst der kleinsten Gemeinde hatte angedeiben lassen. s Mit dem Maariw-Gebet schloß die würdige Feier. Aus Dankbarkeit und innigster Verbundenheit mit ihrem unvergeßlichen Rabbiner veröffentlichte die Verwaltung der Gemeinde Kitzingen ein Gedenkbuch, in welchem die seinerzeit bei der Beerdigung gehaltenen Trauerreden enthalten sind. yn Vermischtes. Abschiedsfeier in Biebrich, Biebrich, 10. Mai. Unser Lehrer, Herr Simon Sulzbacher, scheidet nach 41jähriger Amtstätigketi von uns, um nach Erez Israel zu übersiedeln. Au© diesem Anlaß wiurde Herr Sulzbacher am Sabbat im Rahmen des Morgeng'ttesdienstes in der Synagoge in einer kleinen, aber herzlichen Feier geehrt. Zunächst ergriff das Vorstandsmitglied, Herr Julius Oppenheimer, das Wort, um Dank und Anerkennung dem Manne auszusprechen, der in über vier Jahrzehnten seine iganze Kraft der Gemeinde, der Synagoge und der Jugend gewidmet hat. Wie hatte Herr Sulzbacher als "iiax JT>bs? die Gemeinde zur Andacht mitgerissen, und als Lehrer der Gemeinde den Nachwuchs an bewußten religiösen Menschen gesichert. Er war Seelsorger im bebten Sinne, in dem Sinne, daß er mit Herz und Seele jedem beistand, Freund und Berater von-Arm und Reich, Hoch und Niedrig war. Dank sprach der Redner auch Frau Sulzbacher aus, die bei allen Leistungen ihres Mannes ihm treulich zur Seite stand und danach reichen Anteil an seinem Lebenswerke hat. Herr Oppenheimer schloß mit den besten Segenswünschen für das fernere Leben des ✓Ehepaares im Lande der Väter. Nachdem ein Schüler, Kurt Le vi, den Dank der älteren und jüngeren Schüler in herzlicher Weise zum Ausdruck 'gebracht hatte, ergriff Herr Rabbiner Dr. Ansbacher, Wiesbaden, das Wort, um als Freund und Lerngenosse des Scheidenden in wirkungsvoller Rede das Charakterbild und'ndie segensreiche Amtstätigkeit Herrn Sulzbachers zu schildern. Herr Sulzbacher selbst antwortete in rührender Dankbarkeit, indem er all die Anerkennungen an Gemeinde und Vorstand zurückgab, die in tiefer Liebe zum Judentum sowie treuer Anhänglichkeit zur altehrwürdigen Gemeinde und im Bestreben, all ihre Institutionen rein und gut jüdisch zu erhalten, ihm seine Amtstätigkeit so leicht gemacht haben. Wir wünschen •Herrn Sulzbacher und Frau eine gute Ueberfahrt und glückliche Tage der weiteren Arbeit auf heiligem Boden. v"V\nv Die Frankfurter Woche. Abraham Haas V'XT» Ueberall, wo die Trauerbotschaft von dem Heimgang unseres lieben Abraham Haas bekannt würde, war man tiefbewegt. Es war aber auch erschütternd, zu hören, daß er, der Mitinhaber der Fa. Michels u. Haas, so bald nach dem Hinscheiden seines Teilhabers und Schwagers dem' Kreise seiner Familie und seiner Freunde entrissen wurde. Mitten aus einer unermüdlichen geschäftlichen Wirksamkeit, aber auch aus einer vorbildlichen, wahrhaft jüdischen Lebensführung heraus ist er still und bescheiden, wie er es im Leben war, von uns gegangen. Zu dem großen Kreise seiner Kundschaft, die ihn wegen seiner Geradheit und geschäftlichen Reellität überaus schätzte und ehrte, gehörte zum größten Teil die Landbevölkerung. Wie wenige können es ermes sen, was es heißt, als frommer Jehudi werktäglich über Land gehen'zu müssen und dabei den religiösen Pflichten nachzukommen! Seine tiefinnerliche Frömmigkeit vermochte es — beseelt von dem Willen, alle Opfer freudig zu tragen — die Schwierig keiten des Alltags zu überwinden. Wie groß war für ihn deshalb die Schabbosfreude! Leuchtend, strah lend, humorvoll beging er den Sabbattag dm Kreise seiner Familie, an der Seite seiner gleichgesinnten Gattin und seines in seinem Sinne lebenden Sohnes. Seine Häuslichkeit ward ihm zum ts»a Pip», und seit seiner Verheiratung, seit nahezu 25 Jahren, hatte er seinen Hausrebben, mit dem er lernte. So streng kor rekt, wie er seine geschäftlichen Pflichten auffaßte, so peinlich gewissenhaft erfüllte er die Masserpflich ten. Vielen, ja unzähligen Hilfsbedürftigen war er ein stiller Wohltäter, und die Institutionen, die ihm per sönlich nahestanden, wie die Israelitische Waisenan stalt und das Gumpertz'sche Siechenhaus, wissen gar viel, unendlich viel von der selbstlosen Hilfsbereitschaft dieses gütigen Menschen zu sprechen. Er teilte seine Liebe zwischen beiden Anstalten, und so war er auch Besucher beider Synagogen. Wähflend im Waisenhause die Kinder den stillen Wohltäter vermissen, betrauern im Siechenhaus, und besonders in dem kleinen G'tteshause dieser Anstalt, die Kranken und ihre Helferschaft einen lieben Freund, der mit seiner reinen Seele jedem nahestand. An allen Schiurim der Siechenhaus-Synagoge nahm er eiftig teil, und immer wieder war man überrascht, mit welcher Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit der nun Verklärte das Gelernte in sich aufnahm. Wenn auch sein Leben leider allzukurz war, so war es doch ein in Tauroh, Awaudoh und Gemiluth- Chesed-Erfüllung jüdisch vollendetes Leben. Möge sein S'chus seiner liebevollen Gattin, die ihm als jüdische Frau treu zur Seite stand und in schweren Tagen ihn hingebungsvoll pflegte, und seinem einzigen Sohne, der die Tradition des Vaters weiterführen wird, beistehen! n~32»n Frau Jenny Mayer geb. Ackermann jy'S?« nwis ~f?n na miaa^Der Adel der Königstochter wirkt sich im Innern des Hauses aus" entzieht sich der großen Oeffentlichkeit, sagt der weise König. Aber man kennt den Adel und das Wirken einer Frau, wenn man weiß, wie sie dem Manne beigestanden, wie sie die Kinder erzogen, wie sie ein schwere® Leiden mehrere Jahre mit der Geduld einer njrrs getragen hat, immer noch das Letzte aus sich herausholend, um das Haus in seinem Glänze und »in seinem jüdischen Charakter zu erhalten. Frau Jenny Mayer, einer angesehenen Familie in Wiesbaden entstammend, war von allen Kronen, wie sie Bibel und Talmud als Zierden des jüdischen Weibes aufzählen, geschmückt. An der Seite ihres Gatten, Herrn Josef Mayer, führte sie in kurzem Eheglücke ein wahrhaft jüdisches' Haus, getreu den Traditionen der beiden Elternhäuser, und war stets besorgt, die beiden Kinder, deren Schulbildung sie bis zuletzt überwachte und förderte, in jüdische Sphären hineinwachsen zu lassen. Verwandte iund Freunde des Hauses wußten von dem Zauber und der Anmut zu erzählen, mit denen Jenny Mayer Aller Herzen gewann. Bis daß vor wenigen Jahren ein schweres Leiden Schatten auf dieses sonnige Leben warf und sie nun im Alter von 41 Jahren von der Seite des Mannes und der Kinder riß. Mit der innigen Teilnahme mit dem schwer getroffenen Gatten, verbinden wir die Hoffnung, daß die Verdienste der Frühvollendeten den Kindern beistehen werden, daß in ihnen dem Vater und der Familie der volle Trost erblüht, den wir Menschen nur aussprechen, aber nicht geben können. An der Bahre auf dem Friedhofe der Israelitischen Religionsgesellschaft fand unser Gemeinderabbiner Josef Horowitz überaus herzliche Worte, um der Trauer und der Verehrung Ausdruck zu geben und die Trostmomente aufzuzeigen. Im Hause ehrte Herr Redakteur S. Schachnowitz mit wenigen markanten Worten, unter Anknüpfung an einen "»nva Brauch in Palästina, das Andenken der Heimgegangenen und gab der Trauer eines großen Freundeskreises Ausdruck. Mögen« all die gesprochenen Trostworte volle Erfüllung finden. frasjn Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Am Schabbos, den 16. Mai, 18 Uhr, gibt Herr Hartog Hartogsohn seinen zweiten Bericht über die jüdisch-religiöse Presse. Ort: Heim! (Schwanenstraße 12). Der Bericht wird auch für neue Zuhörer verständlich sein und sind Gäste herzlich willkommen. Dela Lipinskaja gibt nochmals zwei Gastspiele. Es ist gelungen, die weltberühmte Diseuse Dela Lipinskaja vor ihrer Amerika-Tournee nochmals für zwei Gastspiele nach Frankfurt zu gewinnen. Die Abende finden statt: Donnerstag, den 28. Mai und Samstag, den 30. Mai, abends 9.20 Uhr, im Vereinshaus, Eschersheimerlandstr. 27. Berichtigung. Im Artikel „Heimat" von B. Cohen, Nr, 19 vom 7. Mai, Seite 6, Spalte 1, Zeile 27, muß es heißen: „Auch der begeistertste Palästinafreund wird das nicht uneingeschränkt bejahen." Frankfurter Vereinskafender. Verein Mekor Chajim. Schabbos morgens nach Schluß der Synagoge: D'j'i, Herr R.-A. Dr. E. Posen. — nachmittags 4.30 Uhr im Vereinslokal, Mikro, Herr Rabb. H. Mayer. — 1 Stunde vor Nacht im Hörsaal, Midrasch-Vortrag des Herrn Julius Lewin. (Alles andere wie üblich.) Jahrzeitsstiitungen. Sonntag, 17. Mai: Dr. Israel Roos-Stiftung. Montag, 18. Mai: Abraham Fürth-Stiftung. Montag, 18. Mai: Rosa Joseph geb. Mainz-Stiftung. Liwjath Chen. Samstag 574 Uhr nach Mincho im Hörsaal Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz: „Von unserer Kraft". Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Thora und Mussar. (Alle anderen Schmrim wie üblich.) Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Am Montag, den 18. Mai, abends 9 Uhr präc wird Herr Dajan Dr. M. Schlesinger im Hörsaal Friedberger Anlage 5 sprechen über: „Zeitgemäßes aus Mussarbüchern". Gäste, Damen willkommen. Die folgenden Kurse finden regelmässig statt: „Chumisch mit Raschi". Leiterin Frau Kella Löwenthal, Montag abends 8 Uhr in der Kanzlei, F.riedberg.- Anlage 5. — Ferner Iwrith für Anfänger, Leiter Willy Wolf. — Iwrith für Fortgeschrittene, Leiter Dr. Salomon Adler. — Schneiderkurse, Leiterin Frau Lina Loeb. Kursananmeldurig bei Frau Meta Posen-Prins, Fichtestraße 8, Telefon 45969. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Schabbos vormitt. IOV2 Uhr im Heime, Schwanenstraße 12, Tnach-Schiur des Herrn Julius Lewin. Das Buch „Nechemja". Gäste willkommen. Gebetzeiten. •»npna im Freitag abend 7.30 Samstag nznvn 6.35 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 9.00 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 7.15 Tefillinlegen am Morgen 3.25 Familien-Nachrichten. Geburten: Eine Tochter, Siegfried Königshöf er und Frau Rosel geb. Adler, Haifa, Naharia Company, P. O. B. 573. 8 5- Geburtstags Josef Monath, Strümpfeibrunn, 19. Mai 1936. Briefkasten. D. L. in L. Es ist einfach unmöglich, alle Predigten und Mussarvorträge der Rabbiner zu registrieren und ihren Inhalt wiederzugeben. Besten Dank- Lehrer B. F. in Br. Geburtsdatum 17. September 1923, 23. September nwo a-nm naw. 29. September 1923 5. Oktober WJJ 'J'SP. Vom 16 Wochenkalender. — 23. Mai 1936 / Vom 24. Ijar- 2. Siwan 5696 Samstag 16 24 »av!p rvoa rr 'n pisj 'npm ina Sonntag Montag 17 18 1"« 25 26 v> 3 „ . »inn ]»3->3?a Mauled: Donnerstag früh 4 Uhr 49 Minuten Dienstag Mai 19 27 S3 Mittwoch 20 28 33 Donnerstag 21 29 « jep is3 an Freitag 22 P*D 1 *t3 vin vtri Samstag 23 2 3 nwiap 'i j?ns nanaa Das Hotel „B ra un s ch w ei g " in B ad Homburg v. d. H. nimmt zu mäßigen Preisen auch Wandergruppen auf, die gut und nahrhaft verpflegt wer-- den. Voranmeldung notwendig. (Siehe Inserat in dieser Nummer.)

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