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Der Israelit · 1936-05-07 · Heft 19 (7.5.1936) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 19 (7.5.1936)
Date
1936-05-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Frat&kfttä'i a« 7. Mai 1936 15. Ijar 5696 Nummer 19 instellung inwanderwm in Palästina. Eine Erklärung des Kolonialministers im englischen Unterhaus. London, 7. .Mai. Im. englischen Unterhause erklärte am Mittwoch, den 6. Mai, der Kolonienminister Thomas auf Anfragen u. a.: „Ich bin davon überzeugt, daß diese Unruhen der Ausfluß der arabischen Unzufriedenheit sind, und die Araber haben denn auch damit gedroht, den Ausstand solange fortzusetzen, bis die jüdische Einwanderung eingestellt sei. Wie ich bereits bei einer früheren Gelegenheit betont habe, kann sich, die englische Regierung durch keine Drohungen von ihrer Politik abbringen lassen, und die Einstellung der jüdischen Einwanderung kann unter keinen Umständen in Frage kommen. Falls die Araber die Einladung der Regierung, einen Ausschuß nach London zu entsenden, annehmen, dürfen sie davon überzeugt sein, daß ihre Wünsche von der englischen Regierung mit voller Aufmerksamkeit geprüft wenden." Ferner sagte der Minister, ihm sei nichts davon bekannt, daß die Unruhen in Palästina von Italien oder einem anderen Lande gefördert worden seien. In Palästina herrsche jetzt im allgemeinen Ruhe, allerdings komme es immer wieder zu vereinzelten Zusammenstößen. Der Streik der Araber habe nunmehr schon zwei Monate gedauert und werde heute schärfer fortgeführt als vor einer Woche, obwohl den arabischen Händlern und Transportarbeitern schwere Verluste entstanden seien. Leider sei mit der Möglichkeit zu rechnen, daß der Ausstand zu weiteren Unruhen führen könne. Die Palästmaregierung geht gegen den Streikterror vor, Jerusalem, 6. Mai. Die beiden Streikführer Hassan Sidky Driani und Saleh Abdu wurden heute verhaftet. Beide hatten ein Manifest unterschrieben, in dem zu einem Steuerstreik aufgefordert wurde. Erfüllung jüdischer Forderungen. Den Forderungen der jüdischen Führer, die zentralen Amtsstellen von Jaffa nach Tel Awiw zu verlegen, ist die Regierung nun insofern zum Teile nachgekommen, als am Dienstag das Gericht von Jaffa nach Tel Awiw übersiedelte. Auch ist auf Wunsch der umliegenden jüdischen (Kolonien ein D i s t - •riktsam t inNatar j a h eingerichtet worden, das unter Leitung eines jüdischen Distriktsbeamten stehen wird. Bisher waren die umliegenden Kolonien dem Distriktsamt von Tulkerem unterstellt, wohin sieh aber, jetzt kein Jude mehr hinwagt. Aufhebung des Ausnahmezustandes. — Einwanderung. Versöhnungsakt. — An der heiligen Mauer. Jerusalem, 6. Mai. Am Montag abend wurde der über die Städte Tel Awiw und Jaffa verhängte Ausnahmezustand, nachdem er schon vorige Woche stark gemildert worden war, völlig aufgehoben, was in weiten Kreisen als sicheres Zeichen dafür genommen wird, daß die Regierung die Krise im Ganzen für überwunden hält und sich wohl in der Lage weiß, auch dem „Kleinkrieg" in Form von einzelnen Ueberfällen und Brandstiftungen" ohne Einschränkung im Verkehrsleben ein Ende zu machen. Trotz der Unruhen sind Montag früh wieder 500 jüdische Einwanderer und Touristen im Hafen von Haifa gelandet. Aus Warschau wird hier gemeldet, daß von dort am Dienstag ein weiterer Transport von 450 Auswanderern nach (Fortsetzung siehe Seite 2.) Aus dem Inhalt: Die Eröffnung der Levantemesse in Tel-Awiw..........Seite 2 Berliner Kundgebungen zu den Vorgängen in Palästina..........Seite 2 u. 8 Jüdische Abgeordnete in der neuen französischen Kammer . . Seite 2 New Yorker Rabbiner verbände und Londoner Führer gegen den jüdischen Weltkongreß........Seite 2 u. 3 Der Negus fährt nach Palästina . . . Seite 3 Der Sahbat im englischen Unterhaus Von J. R..............Seite 4 Heimat. Von B. Cohen........Seite 5 Die Kundgebung der Agudas Jisroel in London............Seite 8 Die Palästinaunruhen im englischen Unterhaus.........Seite 1 u. 8 Agudaarheit in Erez Israel.....Seite 9 Zur Lage in Palästina .... Seite 1, 2 u. 9 Tel Awiw kämpft um seine Unabhängigkeit, Von Benjamin Minz in Jerusalem, T e 1 A w i w , 1. Mai. Wir sind nun in die zweite Phase des Kampfes eingetreten, eines Kampfes, in den wir mit Gewalt hineingezerrt wurden, den . wir aber mit vereinter Kraft weiterführen bis zum endgültigen Sieg. Das sollen keine leeren Phrasen sein, es ist ein Faktum und ein Ziel, das hier allen deutlich vor Augen steht. Zunächst etwas Chronik. Die Lage hat sich etwas beruhigt. Es gibt keine Toten und Verwundeten in größerer Anzahl, keine Massengräber mehr. Die Regierung ergriff Zwangsmaßnahmen, von denen man nur gewünscht hätte, sie wären gleich zu Anfang unternommen worden. Viel Unheil wäre uns erspart geblieben. Aber noch kann man nicht die Lage als vollkommen ruhig loben. Die neueste Methode ist der Feuer'kämpf, nicht der Kampf mit Feuerwaffen, sondern mit kleineren und größeren Brandstiftungen, denen Häuser und Geschäfte, Felder und Wälder zum Opfer fallen. Wie üblich, kommt die Polizei zu spät und kann aus Mangel an Objekt keine Verhaftung vornehmen. Noch sind die jüdischen Autos Steinbombardements augsesetzt und jüdische Viertel bei Jaffa von Bewohnern entblößt, so daß ihre Habe herrenlos der Plünderung preisgegeben ist Zwischen Jaffa und Tel Awiw die starken Polizeipatrouillen und Tausende von Flüchtlingen in Tel Awiw, für die die Polizei in ihren Wohnorten „keine Garantie übernehmen wollte", zeigen, daß es unter der Oberfläche immer noch brodelt. Und dennoch kann man von einer iB e r u h igung sprechen, das Leben geht seinen Gang und alles renkt sich mählich ein. Der Ausnahmezustand ist aufgehoben. Man arbeitet wieder an den Bauplätzen und in den Fabriken und auch der Autoverkehr zwischen Tel Awiw und Jerusalem ist zum größten Teile wieder hergestellt. Allgemein herrscht die Hoffnung, daß bei starkem vereintem Willen und entsprechender Ausdauer diese Attacke bald abgewehrt sein und, wie alle früheren Unruhen, auch ihr Gutes haben wird. Das vergossene Blut der Märtyrer verbindet uns noch stärker mit dem heiligen Boden und ruft uns zur Tat auf. Wir stehen noch mitten in den Geburtswehen Erez Israels und mancheiner ist stolz darauf . . . Aus diesem Willen, alle Lehren aus den Ereignissen zu ziehen, ist auch die Bewegung geboren, die man etwa nennen kann: „Los von Jaffa!" Tel Awiw darf nicht mehr von Jaffa abhäng i g s e i n! Die Palästinaregierung hat ihre eigene Taktik, die jüdische Stadt möglichst zu umgehen. Alle Regierungsinstitutionen, wie das Gouverne- (Fortsetzung siehe Seite 3.)

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