Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1936-04-30 · Heft 18 (30.4.1936) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 18 (30.4.1936)
Date
1936-04-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2450909-2450926--82060-2539992
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

?^^S^^^^^^^^^^^^^^^«^^^^3^^^^^^^^^^55S sisyüfs^mvi^ Ein Centraiorgan iür das orthodoxe Judentum / Begründet von Dr. Lehmann in Mains Frankfurt a. M. 30, April 1936 8. Ijar 5696 Nummer 18 Ruhe in Palästina. Die Levantemesse wird heule eröffnet. Die letzten Tage der verflossenen wie der Anfang dieser Woche'sind in Palästina, abgesehen von den infolge des Generalstreikes sich auf der-Straße ansammelnden Haufen, in Ruhe v e.r 1 aoi'f e.n. In T el Awiw, wo naturgemäß vom Generälstreik nichts zu merken ist, hat das Leben seinen normalen Gang. Die Ankündigung, daß 'die L e v a n t e m e s s e unter Beteiligung fast aller' Länder der Welt heute, am Donnerstag, den 3 0. April, eröffnet wird, hat zur (Beruhigung der Gemüter sehr viel beigetragen. Der Eröffnungsfeierlichkeit wird auch der H i g ih C o m m i s s i o n e r beiwohnen. Sie wird mit einer Ansprache des Bürgermeisters Meier D i z e n g off beginnen, und der K o 1 o - n i e n m i n i s t e r , I. H. Thomas, wird von London aus eine Radio anspracike an die versammelten Gäste halten. Die Meinen Störungen *der letzten Tage können nur noch höchstens als ein Glimmen unter der Asche angesehen werden, Der Brand als solcher ist gelöscht. Im Ganzen waren 8676 Juden aus Jaffa und Umgebung nach Tel Awiw geflüchtet, von denen viele, nun langsam in ihre Wohnungen zurückkehren. . Das Epiludium der Unruhen bildeten am Wochenende diverse "Brände in jüdischen Siedlungen in der Gegend von Tel Awiw, wie auch im E m e k , /die zahlreiche Obstpflanzungen vernichteten. In K i ib b u z R o d ge s und Beth Alpha wurden Baracken angezündet. In ijener Gegend, wurde auch Getreide von. 200 Dunam (jüdischen Badens Vernicht ,e. t. Auch in der J e rus a 1 emer Altstadt kamen einige Brände vor. Es gelang aber in allen Fällen, in kurzer Zeit die Brände zu lokalisieren und zu löschen, als der Feuerwehr Militär zu Hilfe ikam.; Der gefürchtete Freitag ist im ganzen - Lande im voller Ruihe verlaufen, obwohl von der arabischen Presse-Demonstrationen im Anschluß an die G'ttesdienste in den Moscheen vorausgesagt und angedroht waren: Freilich hatte die Regierung umfassende Sicherungsmaßnaihmeni getroffen.- : - ,. - Leteie N^cfiricliieri- Jerusalem, 30. April. " In den Tagen von Sonntag, den 26. bis Mittwoch, /den - 29. April, gab es noch einige . Zwischenfälle, die, an den Unruhen, der 'vorigen Woche fge^messen, zwar unbedeutend sind, aber immerhm^ e i nvl i c h e a r a b a s c h;ef Akt i?$£ Jp: t: ■ Wei|g'e-n. 't5n J af f a' explodierten noch am il^ttwöch"einige. jB'bin b'ein, von' 4e|nen eine , Jedire i Autömobiliw^^erkstätte' demolierte. Menschenopfer sind nicht zu beklagen.' Auch die Brandstiftungen (haben bis Mittwoch abend noch nicht ganz aufgehört. In Mi g dal bei Tiberias würde ein Jude von Arabern erstochen und in J e ru s a l e m wurde ein Jude namens Schimon Wordonoff durch Messerstiche verletzt. In den Krankenhäusern von Tel Awiw befinden sich noch 17 Juderi in ärztlicher Behandlung. „Dawar" berichtet, daß in En Charod durch Brandstiftungen ein Schaden von 2000.— Pfund verursacht wurde. Es wurden in den letzten Tagen zahlreiche arabische Rädelsführer in Nazare tih wie auch in Jerusalem verhaftet. Gegen die — an anderer Stelle wiedergegebene — Erklärung des Kölonienmiinister I. H. Thomas im englischen Unterhause legt der W a a d Leu m i Protest ein. Es heißt darin, daß die Aeußerung des Kolonienministers die wirklichen Tatsachen falsch darstelle und den (Fortsetzung siehe Seite 2.) Aus dem Inhalt: Die letzten Unruhetage in Palästina Seite 1 u. 2 Eine Kundgebung der Agudas Jisroel- Weltorganisation ........Seite 2 Das Echo in der Welt.......Seite 3 Jerusalemer Brief .........Seite 4 Der Sfiromahnruf der Agudas Jisroel . Seite 5 Der Jerusalemer Rundfunk und der jüdische Funken............ Seite 5 Von der Heiligkeit des Landes und ihre - Auswirkung. Von Willy Wolf . . Seite 6 Auswirkungen des Schächtgesetzes in Polen Seite 7 Hilfsaktion für die Juden Karpathorußlands Seite 8 Sachverständige gehen nach Ecuador . Seite 8 Der Jüdische Aerztekongreß in Tel Awiw Seite 8 Wirt Schaftsnachrichten aus Erez Israel Seite 8 In Tel Awiw tagt der Aerztekongreß. Die Levant e - M e s s e wird dort am Donnerstag, den 30, April, eröffnet. Auf den jüdischen Feldern im Scharon und im Emek blüht der Sommerweizen. In den Fabriken rattern die Maschinen. In Jerusalem wird wie sonst ge- . arbeitet, gebaut und gebetet. Die Autobusse von Tel Awiw rollen auf dem Wege nach Jerusalem. In den jüdischen Kolonien* treten die arabi schen Arib ei t e r , ungeachtet aller Streikparolen, zur Arbeit an. — Das sind die, A k ti v a in der Zwischenbilanz der Ereignisse. Die Pfa s^s i v a sind wohlbekannt. und müssen in diesem Zusammenhang nicht einzeln genahnt werden. Die blutige Ernte e i m e r Woche besteht in zwanzig toten Juden und einer großen Zahl von Verwundeten, von denen wir hoffen, daß sie bald wieder, gänzlich hergestellt, zur friealiehen Aufbauarbeit zurückkehren. .Wir haben nun doch etwas zeitliche Distanz gewönnen-, um die Dinge in ihrem Zusammenhang, klarer zu überblicken. Freitag und S orih tä>g , T el A wd w und Jaffa, diese bewien Daten und, Städtenämen stehen als erste Glieder in der Kette der unseligen lEreignisse. Ob der blutige Sohntag in Ja f f'a nicht auch ohne deh'F r e Hag i n T e 1 AI wdw'gekomnien' Wäre? Währschednlich" ja* derin die Araber Waren .> am Zusammenstoße zwischen Juden und . Polizei drüben nicht beteiligt noch .interessiert, sie hatten ganz andere Kampfziele'. Daß sie nach ddm Gesetze des geringsten Widerstandes dennoch die Richtung nach Tel Awiw nahmen, ist erklärlich, denn London lag zu weit . . . Auch der Weg nach dem Regiertmgsgebäudein Jerusalem schien ihnen zu weit und zu teuer. Tel Awiw war näher und, ihrer Meinung nach, billiger . , , Aus diesen Erwägungen ist es weder gerechtfertigt noch fair, — wie es einige Zeitungen in Palästina und auch in Deutschland tun, — in der Tel Awiwer Demonstration das Fanal zu sehen unld ihren Urhebern alle Schuld für die Ereignisse zuzuschieben. Bei den palästinensischen Zeitungen mag der Wunsch mitspielen, den Revisionisten eines auszuwischen, jüdischen Zeitungen einer bestimmten Kategorie in Europa scheint die Gelegenheit sehr günstig, sich mit jüdischen Gruppen auseinanderzusetzen, „die in Palästina mehr erblicken, als die zugesicherte nationale Heimstätte, und den Willen zu einer machtpolitischen Eroberung des Mandatslandes bekunden" (siehe Leitartikel der C. V.-Zeitung vom 23.-April). Was wir zu dem blutigen Auftakt in Tel Awiw, zu sagen haben, ist folgendes: : . Es gibt leider zur Zeit für de'^ jüdischen Ji- schuw keine Möglichkeit,- mit den< arabischen Führern zu reden, solange diese «fofs Ganze ge- ,-hen und mit Kardinalf orderungen,;>^e totales Einwanderüngsverbot und Verbot des Boderiverkau- (Fortsetzung siehe Seite 3.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.