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Der Israelit · 1936-04-17 · Heft 16 (17.4.1936) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 16 (17.4.1936)
Date
1936-04-17
Page
– (sequence 11)
Language
German
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47.S April 1936 Der Israelit Nr. 16 Seite 11 Personalien. Budapest, 3. April. Im Alter?von 52 Jahren verstarb die Gattin des 'Ehrenpräsidenten der Budapester orthodoxen Kültusgemeinde, Frau Leopold Fr.eudiger v.Obtida. Sie entstammte - einer berühmten jüdischen,. Gelehrtenfamilie; . ihr Ahn war Rabbi Nochern Tscherao'bil, ein klassischer Bahnbrecher des GbassiHismus, ihr Urgroßvater der „Broyder Maggid" Schlomo Kkiger. EHeiBeisetaung erfolgte in Wieni unter sehr großer Beteiligung. n'asan Vermischtes. Mannheim, 12. April. Der Umstand, daß für die jetzt zur Schulentlassung kommende männliche Jugend handwerkliche Ausbildungsplätze nicht in dem erforderlichen Umfang zur Verfügung stehen, hat den SynagogenraV veranlaßt, in engstem Einvernehmen und mit Unterstützung des Oberrats der Israeliten, Karlsruhe, und der Reichsvertretimg. der Juden in Deutschland, eine Anlernwerkstätte für Schlosser und Schreiner zu errichten^ Die Anlerhwerkstätte umfaßt Ausbildüngsmöglichkeiten für 20 Schloser und 15 Schreiner. Die Jugendlichen stehen unter der Anleitung fachlich geeigneter Lehrkräfte und sollen in einer Ausbildungszeit von 2J/£ Jahren eine praktische und theoretische Ausbildung erhalten, die den Grundstock zu einer gediegenen beruflichen Tätigkeit, insbesondere im Ausland, bietet. Für die Besucher der Anlernwerkstätte hat der H-err Minister des Kultus und Unterricht Befreiung von der Fortbildungsschulpflacht ausgesprochen. — Die : 35 Ausbildungsplätze stehen inn erster Linie den Jugendlichen aus Mannheim und dem übrigen badischen Land zur Verfügung, soweit möglich soll jedoch auch den Jugendlichen aus der nichtbadischen Umgebung hier eine Ausbildungsmöglichkeit gegeben werden. Die Anlernwerkstätte, die sich in Mannheim-'Neckarau befindet, wird am 16. April 1936 eröffnet. Emden, 12. April. Am Donnerstag, den 9. April, fand in Emden eine Jugendtagung der ostfriesischen Esra Pirche Agudas Jisroel statt,, an der rund 100 Jugendliche aus Aurich, Emden,' Leer, Papenburg und Weener teilnahmen. Unter Leitung des Herrn Lypold wickelte 1 sich das reichhaltige Programm in anregender Weise ab. Inhaltsreiche Referate, Sprechchor und gesangliche Darbie-; tungen gäben der Tagung ein würdiges Gepräge. Herr Landrabbiner Blum richtete zu Herzen gehende Thoraworte an die so zahlreich erschienene gesetzestreue Jugend seines Bezirkes und l£urt Lypold zeichnete in temperamentvoller Weise Weg und Wille unserer agudistischen Jugend. Justin F r o m m und Josef v. d. Walde zeigten der Jugend die Leistungen der Agudas Jisroel in Bezug, auf Hachschara und auf allen sonstigen Gebieten. Walter Hirschberg Emden berichtete über die Tätigkeit der Esra-Parche Agudas Jisroel Emden. Heinz P e 1 s gab Bericht über die neugegründete Leeraner Gruppe. Die Auricher Gruppe unter Führung von Frl. Minna Wolf f zeichnete sich durch schöne jüdische Gesänge und Darbietungen der Mädchengruppe ganz besonders1 aus: Herr W o 1 f f -Leer und Jacob v. d. Waide-Emden sprachen Mussarworte. Fast die gesamte Lehrerschaft Ostfrieslandis, war erschienen 'und nahm. mit großem Interesse an" der Tagung teil. Die Stimmung der Jugend war eine begeisterte und wir dürfen''hoffen, daß; von dieser Tagung ein Auftakt zu ersprießlicher Arbeit ausgehen wird. , Bocholt L. Westf., 15. April. Die nächste Arbeitsgemeinschaft jüdischer Lehrer am Niederrhein findet statt am 26. April 1936 um 16 Uhr in Mülheim (Ruhr). Tagesordnung; 1. Neuhebr, Vortrag; 2. Mischnaträktat Sabbat, 1. Abschnitt. Tel Awiw, 6. April. Der Jahresabschluß der Ashrai Bank Cooperative Society Ltd. für das Jahr 1935 begegnet in Anbetracht der Tatsache besonderem Interesse, daß die Bilanz per 31. XII. 1935 gewissermaßen das Resiume der1 Auswirkung der Bankkrise vom Herbst 1935 darstellt, die als Folge der Kriegsbefürchtung zu beträchtlichen Deposdtenabhebungen führte, von denen auch die Ashrai Bank betroffen wurde. Infolge dieser Abhebungen haben sich auf der \ Passivseite die Depositen in laufender Rechnung und auf feste Termine von rund LP 875.000, laut letzter Bilanz, auf LP 725.000 reduziert. Das Eigenkapital der Bank ist von'LP 82.000 auf LP 117.000 angewachsen. Bei Banken wurde ein Rediskontkredit von LP 165.000 in Anspruch genommen, der praktisch inzwischen abgedeckt werden konnte. Insgesamt stellt sich idie Bilanzsumme auf LP 1.0S8.00Q, Auf der Aktivseite erscheinen Kassabestand und Bankguthaiben mit LP 177.000, Wechseldiskonte mit LP 368.000 (gegenüber LP 393.000 laut letzter Bilanz)', Debitoren in laufender Rechnung mit LP 448.000 (244.000), hypothekarisch gesicherte Darlehen mit LP 62.000. Die Liquidität stellt sich auf 25 Proz. Der Reingewinn beträgt nach beträchtlichen Abschreibungen auf zweifelhafte Debitoren LP 20.000, von dem LP 15.000 in Reserve gestellt sind. Da die Mitglieder der Ashrai Bank mit dem zehnfachen 'Betrage ihres eingezahlten Kapitals für die Verbindlichkeiten der Bank haften, ergibt sich eine Gesamthaftung von LP. 388.000, die sich auf über 4200 Mitglieder verteilt. Das Verhältnis des Eigenkapitals' zu den Depositerieinlagen beträgt ungefähr- 1:6 und ist als außerordentlich günstig anzusprechen. Familien-Nachrichten. Geburten: Eine Tochter,. Herbert Hofmann und Frau Thekla geb. Salpmon, Karlsruhe i. B„ Markgrafenstr. 34. noa bv '8 öv>. B a r m i z w o h : Hermann, Sohn des Abraham Rothschild, Frankfurt a. M., Quinckestr. 4, 1; (früher Königswarterstr.), 25, April,. 1936. (p5» *>Wi.fö «a»-- Meier, Sohn des Samuel Josseliowsky und Frau Lea geb. Kessel, Memel; Kirchhofstr. 15, 25. April 1936. yisa 'y-iTD 'q row» ' Die Frankfurter Woche- Bilanz der Jüdischen Winterhilfe' in Frankfurt a. M. und Hessen-Nassau. Aus den Mitteilungen über die Arbeit der Jüdischen Winterhilfe in Frankfurt a. M. und der Provinz Hessen-Nassau entnehmen wir fplgendes; Ueber die Mittelaufbringung der von der Israelitischen Gemeinde und der Synagogengemeinde Israelitische Religionsgesellschaft organisierten Jüdischen Winterhilfe Iii Frankfurt a. ,M wird mitgeteilt, daß die größten Einnahmen in den monatlichen Beiträgen und Spenden bestanden. Die Haussammlungen waren vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten organisiert worden, 450 Helfer und Helferinnen erfaßten alle jüdischen Kreise. Nachdem zuerst angenommen worden war, daß die Zahl der zu Betreuenden 2500 betragen werde, ergab sich eine Zahl der Unterstützungsempfänger von 4222. In der Provinz Hessen-Nassau mit ihren rund 200 jüdischen Gemeinden, von denen die meisten Landgemeinden sind, waren besondere Schwierigkeiten in der Organisation der Jüdischen: Winterhilfe zu überwinden. Der ganze Bezirk wurde in 60 Kreise eingeteilt, denen eine Anzahl von Gemeinden unterstanden, t|und die jeweils von einem Kreisobmann verwaltet wurden. Insgesamt standen 178 Helfer zur Verfügung, davon 2 besoldete und 176 ehrenamtliche Kräfte. Von den 9075 jüdischen Seelen Hessen-Nassaus (ohne Frankfurt und Wiesbaden) wurden im Monat Februar 1936 933 Familien mit insgesamt 2333 Personen betreut. Tausend jüdische Arbeitsuchende in Frankfurt a. M. Aus einem Aufruf des Jüdischen Arbeitsnachweises geht hervor, daß über 1000 Arbeitsuchende beim Jüdischen Arbeitsnachweis gemeldet sind und auf Unterbringung warten. Eröffnung der MidraSch-Vorträge im Mekor Chajim. Mit »l'ttw na» beginnen (jeweils eine Stunde vor Nachtj' die Midrasch-Vorträge. Redner und Thema werden allwöchentlich durch die Presse und Anschlag bekannt gemacht. Wir bitten um pünktlichen und regen Besuch. Gäste stets willkommen. Noar Agudati. Vom Noar Agudati wird uns geschrieben: Wir benötigen für. ein neu zu eröffnendes Heim folgende Einrichfcungsgegenstände und wären für frdl. kostenlose Ueberlassung - sehr dankbar: Eine Anzahl Tische, Stühle, Wäsche- und Bücherschränke, Kommoden, Metallbetten mit Matratzen, Küchenmöbel und -Geräte, Geschirr, Brotmaschine, großer Küchenherd, Grude, Eisschrank, Dezimal- oder Personenwage, Tisch- und Bettwäsche, Vorhänge, Beleuchtungskörper, Schabbosuhr, Nähmaschine, Schreibtisch und Aktenschrank. Mitteilungen erbeten an die Bundesleitung des Noar Agudati, Schwanensir. 12, 1. Tel. 46315. Alexander Kipinis singt in Frankfurt! Nach langwierigen schwierigen Verhandlungen ist es gelungen, das ursprünglich für durch unseren PREISNACHLASS Erfolgs stei&et i>t*£ bei wiederholtem inserieren! Fabrikant, mit 500.000 RM..Vcrmögen, orthodox, 36 Jahre alt.'gute'ele'g. Erschein; Anträge mit Lichtbrd Unter sub „Siebenbürgen" 2823c an die Expedition ds. Bl. mit 3 Zimmerwohng. 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