Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 46 (19.11.1936)
- Date
- 1936-11-19
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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19. November, 1936 D e r Israelit Nr. 46 Seite 15 wies dann nach, daß einzig allein diese abgeklärte Urteilskraft im Rechtsleben wie in allen menschlichen Fragen die Wahrheit finden und das Richtige treffen können. So erklärt sich zwanglos der Vers> von dem ausgegangen wurde: Anfang der Erkenntnis ist G'ttesfurcht, da doch nur der unbestochene, von selbstisehen Leidenschaften freie Charakter, grade denken und Weisheit erlangen kann. Vermischtes. Bcriin-Charlottenburg, 10. Nov. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstr. 158, gibt bekannt, daß er durch die Häufung der Geschäfte gezwungen ist, eine allgemeine Sprechstunde und zwar sowohl für auswärtige als auch für Berliner Besucher einzurichten. Diese findet täglich Montag bis Freitag in der Zeit von 11.30—13 Uhr statt. Soweit Besucher aus zwingenden Gründen diese Zeit nicht einhalten können, ist es notwendig, für die gewünschte Besprechung rechtzeitig vorher eine schriftliche oder telefonische Verabredung zu treffen. Unangemeldete Besucher können nicht darauf rechnen, außerhalb der genannten Sprechstunde empfangen zu werden. Mosbach, 9. Nov. Am R"Vl 'a nnw widmete unser Raw, Herr Bezirksrabbiner Greilsheimer, dem heimgegangenen Wiesbadener Raw, Dr. Cahn b"Sh einen ergreifenden Nachruf. Redner schilderte den Verewigten als einen selten edlen Menschen, als den ehrwürdigen Rabbi und als den vorzüglichen Pädagogen. Montreux, 10. Nov; Am 1. November konnte der unermüdliche Gründer und Leiter der Jeschiwoh „Ez-Chajim" in Montreux das zwanzigste Semester mit einem' inhaltsreichen halachischen Vortrag einleiten. Glück und Stolz empfanden alle in der Aula der Jeschiwoh Versammelten. Der Rosch Jeschiwoh, Herr Rabbiner BotscJiko, gab in geistvoller Ausdeutung des 1. Psalms. „Er grünt wie ein Baum am Bache, der Früchte trägt zur rechten Zeit, kein Blatt zu früh abwirft und was er tut, gelingt", einen geschichtlichen Ueberblick über das Werden der Jeschiwoh. Und so kann man glücklicherweise sagen, daß in den abgelaufenen 19 Semestern der Jeschiwoh der ,Ez-Chajim'-Baum Früchte gezeitigt hat, die nicht welken und nicht verlorengehen. Man darf nun hoffen, daß auch die zukünftigen Semester mit gleicher Kraft und gleicher Stärke ihre Erfolge bringen werden. Dieses Semester soll nicht ein Bruchstück, nichts Halbes, sondern etwas Volles und Ganzes darstellen. Der neue Zeitabschnitt möge eine Krone der Thora sowohl für die Jeschiwoh als auch für die Bachurim sein. — In diesem 20. Semester beherbergt die Jeschiwoh 5 0 B a c h u r i m. Möge die der Jeschiwoh noch fernstehende Jugend bald erkennen, daß das höchste Streben und das schönste Ziel sein muß, wieder als echte und gehämmerte Juden zu leben, J. H. Die Frankfurter Woche- Das alte Babel und das neue Bagdad. Der Vortrag am Sonntag nachmittag im Mekor Chajim, Hörsaal Friedberger Anlage, kann dieses Mal statt um 6 Uhr, erst um 6% Uhr beginnen. Es spricht , Herr Redakteur Schachnowitz über das obige Thema. Der Vortrag behandelt sowohl Babel als Wiege des jüdischen Volkes und als Heimat de® Talmuds und der Gaonim, wie auch die Verhältnisse und die jüdische Lage im heutigen Irak, —r Gäste, auch Damen, sind willkommen. Eine Veranstaltung der Freien Vereinigung. Der Einladung der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums sind zahlreiche vom Lande nach Frankfurt hergezogene Herren und Damen gefolgt. Der Vorsitzende, Herr Dr. Ehrm ann, leitete den Abend und legte in längerer Ausführung die Ziele der Freien Vereinigung und auch die Gründe dar, .die sie veranlaßt haben, diesen Abend zu veranstalten. Seit Bestehen der Freien Vereinigung :—- über 50 Jahre bereits. — gehört es zu den Aufgaben derselben, für die Landgemeinden ZU Sorgen ,und hält sie sich daher auch heute verpflichtet, denjenigen, 'die vom Lande nach hier zugezogen sind, mit Rat und Tat nach Möglichkeit beizustehen. Es soll eine Einordnung in die bereits von den bekann« ten Lernvereinen geleiteten Schiürim und Vorträge erfolgen, ferner handelt es1 sich um Beratung in sozialen- und religiösen Fragen bei etwaiger Auswanderung. Unter Anführung leicht verständlicher Midroschäm sprach er den Erschienenen, die ihren Heiniatsprt verlassen hatten, Trost und Mut zu und wies auch darauf hin, daß das Chanukahwunder nicht das Verdienst jüdischer ^Stadtbewohner , war,- sondern das heldenmütige Auftreten jener!Fahülie aus dem kleinen Modin,' der Makkabäerfamilie, war den änderen ein Vorbild 'der Ausdauer in schwerer Zeit. Der f^edn'e* sprach deriy Wunsch aus/ daß auch die von ihrer Heimat Weggezogenen in unserer Mitte weiterhin Mut und1! Festigkeit im jüdischen Glauben: behalten "mö^en' und" sich 'Baldbei. uns' heimisch fühlen t , - to ,.. ,.......■ mochten. " ' '• •: i Herr Hugo B o n d i brachte die Grüße -der Syna= I gogeh^Gemeinde Israelitische Religionsgesellschaft I dar .und wies darauf hin, daß die Freie Vereinigung I sich auch im Verein mit der Loge und dem Preußi- I sehen Landesverband in Berlin um die sich auflösen- I den Gemeinden bemüht, deren Inventar und Sifre I Tauroh sicherstellt oder an solche Gemeinden und j" Minjonim weitergibt, die sie benötigen. I Herr Direktor Elias sprach über die Aufgaben I der jüdischen Schulen und legte dar, welche Vorteile I nunmehr die vom Lande zugezogenen Schüler haben, | da sie ja in unseren Schulen von frühester Jugend« I an eine gute jüdische Ausbildung erhalten, fällt ja I ein Drittel des Stundenplanes auf jüdische Fächer. I Irgendwelche diesbezüglichen Anfragen möge man an I die Direktoren der beiden Schulen richten. I Herr David U Ilm ann behandelte ausführlich J einige soziale Wirtschaftsfragen, besonders in Bezug I auf Ausbildung der schulentlassenen Jugend. I Es entwickelte sich alsdann eine Aussprache und I es wurden seitens der Zuhörer verschiedene Anre- I gungen gegeben, die die Freie Vereinigung gerne nach I Möglichkeit berücksichtigt. In kurzen Zeitabständen I sollen wieder ähnliche Ausspracheabende folgen und I ist für Chanuka ein gemütliches Beisammensein be- I absichtigt. Noar Agudati Snif Frankfurt. I Die R.eihe unserer öffentlichen Veranstaltungen beginnen wir Sonntag, -den 22. November, 20.30 Uhr, I im Hörsaal der Israelitischen Religionsgesellschaft, Friedbergeranlage 5, mit einein Vortrag von Herrn Rabb. Dr. K. Kahan, Fulda. Thema: „Was ist uns Erez Israel?" Wir erwarten restlose Beteiligung aller Chawerim und Chawerot und hoffen auch sonst zahlreiche Gäste begrüßen zu können. Agudistische Frauengruppe. Am Montag, den 9. November, sprach Herr Dr. E h r m a n n bei sehr guter Beteiligung über das Thema „Aus der Gedankenwelt der Psalmen". Nach einleitenden Bemerkungen über Wesensart des königlichen Psalmsängers, entrollte der Redner an Hand der drei ersten Schir Hamalau5=Kapitel ein hinreißen^ des Gemälde der von König David gezeichneten Entwicklungsgänge seines Volkes: Die tiefe Verzweiflung, das Weh und die unentrinnbar erscheinende Verstrickung durch gewolltes Mißverstehen der jüdischen Wahrheit. Ferner, die daraus resultierende Sehnsucht nach einer menschenleeren Zufluchtsstätte. Dann aber folgte in den weiteren Psalmen die beginnende Erkenntnis von jenem „Hüter, der nicht schläft und nicht schlummert", der schließlich, wenn wir nur „Ihm vertrauen", unseren Fuß nicht zum Wanken kommen läßt. Dann in Fortsetzung .dieses Gedankens dm dritten Psalm das wunderbare in die Vergangenheit projizierte Zukunftsideal „Jeruscholajims" der G'ttesstadt, die in ihrer Einigung des jüdischen Volkes keine Zerklüftung mehr kennt zwischen Himmel und Erde, zwischen Staat und Kirche und zwischen den Ansprüchen des G'ttesgesetzes und menschlichen Glükkeszielen. Der Vortrag wurde mit großem Beifall aufge» nommen. Ein Sechzigjähriger. Am 9. Kislew vollendet Herr Leopold Schwab, zur Zeit in London ansässig, seinen 6 0. Geburtst a g. Den Frankfurtern braucht nicht erst gesagt zu werden, wer Leopold Schwab ist. Ein treues Kind unserer Kehilla, hatte er sich in ihr von Jugend auf für alle Belange von min und rr-aa mit einem nwon vam ohnegleichen eingesetzt. Lange Jahre war er Vorsitzender des früheren Jugendvereins „Nachlath Zwi" und hat für Verbreitung der Thora iund eine Verwurzelung der Jugend in den Thoraprinzipien gearbeitet, lange bevor es ein Agudas Jisroel gab, um sich später auch an der Spitze der Agudas Jisroel- Ortsgruppe zu stellen. Seine Leistungen im Dienste der Bruderliebe im Rahmen der Chewra Kadischa sind allgemein bekannt. Einer unserer Besten zog mit ihm voriges Jahr aus unserem Frankfurt a. M. aus, und wir alle wünschen ihm in seinem neuen Heimatland ein weiteres Leben in Arbeit und Gesundheit an der Seite der Gattin Und zum Segen der in hervorragender Weise für Thora herangezogenen Söhne «ryiny Ein Siebzigjähriger. * Herr Moses W e i ß k p p f feiert am 6. Kislew seinen 7 0. Geburtstag. Herr Weißkopf ist eine hochgeachtete Persönlichkeit unserer Gemeinde, die sich besonders durch minn namc und freundliches hilfreiches Wesen auszeichnet, 'Ef gehört zu den regelmäßigen Besuchern aller Vorträge und Thoralehr* Stunden. Bereits ein Menschenalter, seit seiner Lehrzeit, ist er im gleichen Hause, .in der bekannten Weinhandlung M. A. V^o 1 f tätig, wo er sich bei Kunden und Arbeitskollegen größter Beliebtheit' erfreut. Ein überaus großer Freundesikreis wünscht Herrn Weißkopf ein weiteres arbeitsreiches Leben im Kreise der Seinen. , ' 'fop ongyi fo«i i»'.,' Wegen des bürgerlichen Feiertages am Mittwoch mußte eine Reihe von Nachrichten und -Notizen , für die nächste Nummer (zurückgestellt werden.,! " Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro-Vortrag, Herr cand, med- A, Zimmermann- Schabbos morgen nach Schluß der Synagoge: D^'T, Herr R.-A- Dr. E. Posen. — nachmittags 3.30 Uhr im Vereinslokal, apsr Herr Rabb. H. Mayer. — nachm. 3.15 Uhr im Hörsaal: Chumisch mit Raschi, Herr Julius Lewin. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, paiR tjov. Herr S. Schachnowitz. *— vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, nmas ja», Herr R.A. Dr. Schlesinger. —- vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, mna, Herr J. Soffer. — abends 6V2 Uhr, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz über: „Das alte Babel und das neue Bagdad (Auch die Lage im Irak)"- Gäste, auch Damen, willkommen- Montag (auch Donnerstag) nach Schul im Hörsaal: rtara- Mitgliederlernen. — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) im Lokal: OpVw) maa, Herr Rabb. Dr. J. Breuer. Dienstag (auch Freitag) morgens nach Schul, naera, Herr R-A- Dr. E. Posen. — abends 7 Uhr (auch Donnerstag) im Lokal, mm, Herr R.-A- Dr. E. Posen. „Jüdisch-wissenschaftliche LehrkurSe". Sonntag abend 8-30 Uhr im Vereinslokal: „Ausgewählte Stücke aus der Tefillo", Herr Studienrat J. Kaufmann. Jahrzeitsstütungen. Freitag, 27. November: Estella Ehrmann geb. Roos- Stiftung. Liwjath Che». Sabbat nach Mincho 4 15 Uhr im. Hörsaale Friedberger-Anlage, Vortrag des Herrn Schachnowitz über : „Israels Wegegebet." Agudas Jistoei-Ortsgruppe. Thora und Mussar. Herr Gemeinderabbiner Josef Horovitz. T"3? 'DO (für Baalebatim), Sonntag 9 Uhr, Dienstag und Donnerstag 19-20 Uhr, Fichtestr. 5. — Sabbat vorm. 11-12 Uhr (für Jugendliche) D"n ms, Fichtestr. 5. — Aus „Chofez Chajim" (für Jugendliche), rav 4.30 Uhr, ebenda. — Messilas Jeschorim. 5.30 Uhr. Herr Dozent J. Ehrentreu. i?mn mit Q'«n3», Sonntag 18 Uhr, Uhlandstr. 39- Herr Rabbiner Mannes, JVßia »3*1, Schabbos 4 Uhr Hans Handwerkstr. 38. Herr R.-A. Dr. E. Posen nera msn, Sonntag 18-19 Uhr, Wittelsbacher Allee 11. Herr B- Rachelsohn, nnu n3E?» Dienstag 20.30 Uhr. Sandweg 6 c. R.-A. Dr- M- Schlesinger, mv '»3 für Baalebatim« Mittwoch 20.30 Uhr und Schabbos 16.15 Uhr, Schwanenstraße 12. Herr J. Sofer, '»V tp, täglich 12-13 Uhr am Sonntag 11-12 Uhr, jetzt Hans Handwerkstr. 18. Herr Zuntz, o«n niis, Sonntag nach n>nnp, Rabbinatszimmer Friedberger Anlage 4. Herr M. Feuerwerker, T*y 'oa maa (für Jugendliche) Sonntag und Dienstag 20-30 Uhr, Fichtestr. 5 n»3'l für Jugendliche, Schabbos 1I2/L Uhr WT'K Knaa (für Baalebatim), Montag und Mittwoch 18-30-"19.30 Uhr ebenda- Der Schiur vor n'in» unter Leitung des Herrn Feuerwerker (niyiaff 'na) findet um 5-45 Uhr, Montag bis Donnerstag im Hörsaal der I- R. G. statt. Noar Agudati. Snif 4 am naw, 3.15 Uhr, Uhlandstraße 58. — Von Montag bis Donnerstag, nachm. 6 Uhr, ©Bin, Schwanenstraße 12. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Schabbos vormitt. IOV2 Uhr im Heime, Schwanenstraße 12, Tnach-Schiur des Herrn Julius Lewin. „Das Buch Samuel". Gäste willkommen. Jadische Frauen-Vereinigung und Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Am Montag, den 23. November, abends 8.45 Uhr, wird Herr Dr. Josef Breuer im Hörsaal, Friedberger Anlage 5 sprechen über: „Erziehung zum Beruf". Gäste, Damen willkommen. Kurse der Agudistischen Frauengruppe. Iwrith für Anfänger: Leiter Herr Willy Wolf. — Iwrith für Fortgeschrittene: Leiter Herr Dr. Salomon Adler. — Englisch für Anfänger: Leiterin Frl. Lotte Homburger. — Englisch für Fortgeschrittene: Leiterin Frau Helen Posen- — Schneiderin : Leiterin Frl. Brun- . gäßer. Mauerweg 30. — Jeden Montag abend 8 Uhr in der Kanzlei, Friedberger Anlage, Kurs von Frau Kella Löwenthal: Chumisch mit Raschi. Anmeldungen zu den verschiedenen Kursen entweder an die Leiter oder an Frau Meta Posen, Fichtestr. 8, Telefon 45869. Gebetzeiten. KS^ ruff Freitag abend 4.10 Samstag naawn 6.50 Samstag morg. 8 00 Samstag nachm. 1.00 und 4.00 Samstag abend 5.25 Wochengottesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 6.45 An G'ttesdienstanschließend: Lernen des ö"n ipa- Vereins im Hörsaal Nachmittags 4.15 Tefillinlegen ain Morgen 6.53