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Der Israelit · 1936-03-05 · Heft 10 (5.3.1936) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 10 (5.3.1936)
Date
1936-03-05
Page
– (sequence 15)
Language
German
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5. März .193$ Oer Israelit Nr. 10 Seite 15 auf, Kameraden, laufs Pferd, auf® Pferd". In zwei Minuten war das Pensum im. Galopptempo erledigt, ehe ich mich noch recht von der Bestürzung über diese Melodie erholen konnte. Mit triumphierendem Blick schaute mich der Gemeindevorsteher, mein Gastgeber an, als wir gemeinisiam nach Schluß seiner Wohnung zuschritten: „Nun, was sagen Sie jetzt? Haben Sie schon jemals eine solche schöne Jigdalmelodie gehört? Paßt die nicht so recht zu dem Zuge durch <tas rote . , ," „Wunderbar! Ergreifend! Alle Hochachtung! Aber ein besonderer. Minhag ist das nicht; nur eine besondere Melodie. Vielleicht aber werde ich morgen früh auf meine Rechnung kommen," erwiderte ich. Und dch sollte auf meine Rechnung kommen. Zu Mußaf wurde geduchent. Merkwürdigerweise verließen alle jugendlichen- Ko'hanim unmittelbar vorher die Synagoge; nur die Verheirateten beteiligten sich am Duchenen, Ein solcher Minhag war mir allerdings gänzlich unbekannt und durch keinen Din belegt. Ich berichtete dies> auf unserem Heimgang meinem Gastgeber und sagte ihm, daß ich ihm sehr dankbar wäre, wenn er mir den Grund dafür angeben könnte, warum die Unverheirateten nicht am Duchenen teilnehmen. „Ist das anderwärts nit auch so?", erwiderte er." „Gewiß, auch ich hab mich immer drüber gewundert; und-deshalb hab ich unseren früheren Chason Reb Jekef olef hascholm emal darüber befragt. Der hat sich in unserem Minhogim gut ausgekannt. Und er hat mir den Tarn verraten. Wissens«, was er gesagt hat? „Juchenid hat keine Duchent", wie das Sprichwort sagt. Und das ist der Grund, daß die Jugend nicht duchene derf. — So hat Reb Jekef gesagt." Ich war entzückt über diese einfache,- schlichte und dabei doch so einleuchtende Erklärung und gestand dies auch meinem Gastgelber.. Nach Jomtowausgang war es mein Erstes, daß ich diese neue Bereicherung meiner iMihhagkenntnisse in das Heft eintrug, das die Ergebnisse meiner Minhagforschung enthielt. Und ich fühle mich verpflichtet, die Leser Ihrer gesch. Zeitung gleichfalls mit der neuen Entdeckung bekannt zu machen. Auszug. Ein Bild, das in den letzten zwei Jahren schon zwei- oder dreimal im Dorf gesehen worden war. Ein Ehepaar verließ die Gemeinde, um in das heilige Land auszuwandern. Die Kinder waren ihnen alle, bereits dorthin vorangegangen. Ein nebliger Herbstmorgen. Vor dem Hause stand ein mit zwei Pferden bespannter Leiterwagen, der die zwei Auswanderer nach der nächsten Bahnstation .fahren sollte. Jetzt traten sie aus dem Hause, Weinend und schmerzvoll; es war das Haus, in dem die Familie seit Jahrzehnten, vielleicht mehr als ein Jahrhundert heimisch gewesen war. Die letzten Hausgegenstände wurden auf den Wagen verladen. Möbel und andere Stücke waren bereits vorausgeschickt. Die Frau ging noch einmal durch alle Räume, um nachzusehen, ob sie nichts vergessen, habe. Dann kam sie heraus und ihr Mann übergab die Schlüssel dem Käufer des Hauses, Es folgte ein rührender, herzzerreißender Abschied von Freunden und Nachbarn, die es sich nicht hatten nehmen lassen wollen, den guten Bekannten ein Lebewohl auf ihre große Reise nachzurufen und zur voraussichtlich letzten Trennung nochmals die Hand zu reichen. Man bestieg den Wagen, die Pferde zogen an und hinaus ging es durch morgensrille Dorfstraße. Ein schmerzliches Scheiden. Beide gaben sich ihrer trostlosen Stimmung hin. Keiner sprach ein Wort. So mochte der Wagen etwa 300 Meter vom Dorfe entfernt gewesen sein: da tat die Frau einen schrecklichen Schrei: „Schma Jisroel, Isaak," rief sie fassungslos, „Kutscher halten Sie mal an!" Der Wagen hielt und mit einem Satz war die Frau heruntergesprungen. „Ja, was ist denn los?" fragte Isak, „Ich könnt' mich zerreißen. Gestern abend hab' ich doch alles so schön zurechtgelegt, damit wir bei unserer Reise nach Erez Jisroel nicht® vergessen, was uns lieb und teuer ist. Und hab' vorhin nochmal alias durchgesehen. Und doch hab1 ich die Hauptsach' vergessen, das Wichtigste für alle Fälle. Die Erez Jisroel-Erde! Hab' ,sie extra auf das Fensterbrett gelegt, um sie ja nicht zu vergessen und nun hab' ich sie doch vergessen und wir wären chaß w'scholm ohne sie hinübergekommen" . . . Und im schnellen Lauf eilte sie zurück, um die Erez Jisroel- Erde zu holen, . . . weil's drüben keine gibt. Hamaloch. Simchaß T:hora. Klein Ella schaut hinunter In die Männersynagoge und hört, wie den Knaben beim Aufrufen hamaloch vorgesagt wird. „Nicht wahr, Mutti, die Buben müssen sich jetzt alle ins Bett legen?" W. Neueste Palästina-Nachrichten zu Purim. Von AI Kullom. ■fn Erez Jisroel wird eine neue Tageszeitung erscheinen, die die Aufgaben eines Heiratsbüros übernehmen soll. Sie trägt den- Namen ]flm min, unter dem sie auch in das Zeitungsregister offiziell eingetragen wurde. Verlobung«- und Heiratsanzeigen werden für dies-esi Blatt monopolisiert werden. Als Motto steht in der linken Ecke: inl» Wn ]ian dk. Für Schnupfer wurden von der berühmten Bezalel-Kunstschule neue Tabaksdosen aus feinstem Zedernholz mit Perlmuttereinlagen fabriziert. Sie tragen das sinnige Motto: rmn^ab '/liyaxx- In einem Cafe in Tel Awiw machte sich ein junger Mann durch lautes Sprechen sehr auffällig. Der Kellner fragte ihn, ob er ein TD3 sei. „Wieso "1133?" gibt der Gast die Frage zurück. Der Kellner zuckt die Achseln und meint: „Ich glaubte, Sie wären ein "ltta* weil Sie dme* 'D besitzen." Die Methode, die Pesukim auf der Straße von Tel Awiw volkstümlich zu machen, hat auch auf die Geschäftspraxis übergegriffen. So lesen wir hinter den modernen Zierleisten der Notiz- und Tagebücher bei jeder Sollseite: •T»»n 'iaa ">mv>m .shk 'att 'yera '3 Ein findiger jüdischer Chemiker, der ein Hausmittel gegen Schnupfen erfunden hat, ließ auf die Etiketten den Satz drucken: ]mn» kVi oab t]K Auf einer Lehrerkonferenz wurde über die Frage gesprochen, ob man unmusikalische Schüler und Schülerinnen vom Besuch der Gesangstunde dispensieren solle. Endlich einigte man sich dahin, daß die „Brummer" beim Singen bleiben dürfen, weil es sogar im wunderschönen L'cho daudi heißt: 'im Ein Ungeeigneter meldete sich im Büro der Agudas Jisroel als Mitglied an und wurde abgewiesen mit den Worten der Mischna: iraa R^R pM« px- — Für das FRÜHJAHR GELLHORN STEINWEG 9 UNGLAUBLICHE AUSWAHL IN MODISCHEN NEUHEITEN Sabbat-Anfang und Ausgang msn niw Ort Anfang Uhr | Min. Datum Ausgang Ubr.| Min Frankfurt am Main 5 45 7. 7 05 Berlin 5 45 März 6 35 München 5 55 1936 6 45 Köln 6 05 7 05 Stuttgart 6 00 13. 7 00 Breslau 5 45 ytk 6 23 Nürnberg 5 50 rsnn 6 49 Hamburg 5 50 6[ 54 Würzburg 6 00 7 00 Bäckereien: Konditoreien: GesetzestreuerRabbiner mit pädagogischen Kenntnissen als Leiter u. Lehrer unserer Anstalt möglichst zum 1. April d. Js. gesucht. Ausführliche Bewerbungen mit Zeugnis abfehr. erbeten Lehranstalt Talmud Thora e. V., Köln S al. H e c h t, Vorsitzender, Brüsselerstr. 83 Bäckerei Kaipi Sandweg 29, 3\;45273 :en "gesucht, Telefon $m?- In orth. Lehrerfamilie der franz." Schweiz finden'nc^Sl^ Gymnasiair oder Handelsschulen 1 besuchen und zugleich :die-fr'^ZÖ^^Spractie sör.-M. uonath-Mordmann ,^ Yverdon^es-ljatas. ^Sßige preise. Fabrikant mit 500.000 RM. Vermögen, orthodox, 36 Jahre alt, gute eleg. Erschein. sucht entsprechende Partie Anträge mit Lichtbild unt. 2823c a. d. 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Eschenheimerstr. 19 Jonas Halberstadt, Zeil 10 Pinkus Lipschütz, Uhlandstr. 54 Frankenthal GmbH., Allerheiligenstr. 79 Markus Nissenbaum, Elkenbachstr. 11 Abr. Rothschild, Sandweg 6 Leonhard Weis, Ostendstr. 11 S. Solomon, Gr. Eschenheimerstr. 19 Höfel Ulmann, Bethmannstr. 52 Die Kaschrns-Konumssiotf. 8. März - Der Eintopfsonntag des Jüd. 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