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Der Israelit · 1936-03-05 · Heft 10 (5.3.1936) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 10 (5.3.1936)
Date
1936-03-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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5. März 1936 D'e r Israelit Nr. 10 Seite 11 Amtliche Zahlen über die Palästina- Einwanderung im Januar, Jerusalem, 26. Febr. Wie -in der „Official Gazette" bekannt gegeben wird, sind im Januar 1936 2432 Juden nach Palästina eingewandert. Von diesen gehörten 297 der Kategorie der Einwanderer mit einem Kapital von - mindestens 1000 Pfund an. Ein religiös-kulturelles Zentrum der Jugend in Tel Awiw. Tel Awiw, 27. Febr. Im Einverständnis mit den führenden Rabbinern von "Tie Awiw und unter ihrer Mitwirkung fand, wie die ITA. berichtet, in feierlichem Rahmen eine Zusammenkunft von über hundert Jugendführern der Organisationen Hapoel Hamisrachi, Poale Agudas Jisroel, Brith Jeschurun u. v. a. statt, bei welcher die Gründung eines allgemeinen Verbandes der religiösen Jugendorganisationen beschlossen wurde, der die Aufgabe haben soll, ein religiös-kulturelles Zentrum für die Jugend in Tel Awiw zu schaffen. Es wurde ein Jugendrat gewählt, der entsprechende Pläne ausarbeiten soll. Indien, Keine Judenverfolgung in Afghanistan? Bombay, 18.. Febr. Der afghanische Konsul in Bombay, A. Rahman, hat es abgelehnt, einer ■jüdischen Abordnung, die die Lage der Juden in Afghanistan untersuchen wollte, das Einreise-Visum zu' geben. Unter der Behauptung, daß es keinerlei - Judenverfolgungen in Afghanistan .gäbe, erklärte der Konsul, seine Regierung halte es für überflüssig, daß eine Abordnung Afghanistan besuche. Dem Vertreter der ITA. sagte der Konsul u. a., die Meldungen über eine Verfolgung der Juden, in Afghanistan entbehrten jeder Grundlage. Amerika. Präsident Roosevelt für die Grundsätze religiöser Freiheit. New York, 29. Febr. Der amerikanische Kriegsminister George H. D e r n hielt auf dem Kameradschaftsbankett, das in New York von dem „National Committee for Religion and Weifare Recovery" abgehalten wurde, vor über tausend weltlichen und geistlichen Führern der Katholiken, Protestanten und Juden Amerikas eine Ansprache, in der er im Auftrag Präsident Roosevelts bekannt gab, daß der Präsident an den Grundsätzen religiöser Freiheit unbedingt festhalte. Bei dem Bankett sprachen auch der Gouverneur des Staates- New York, Colonel Herbert H. Lehman, der Bürgermeister von New York, Fiorello La Guardia, der Vorsitzende des amerikanischen Gewerkschaftsbundes, William Green, und die Präsidentin des Verbandes zionistischer Frauen Amerikas, „Hadassah", Mrs. Edward Ja.- cobs. Die Veranstaltung war als eine Kundgebung für die Bildung einer Einheitsfront für geistige Erneuerung Inden Vereinigten Staaten gedacht. Alexander. Beim Schabbosi - Festg'ttesdienst zeigte Herr Lehrer Neumana in sinnreichen Worten auf, in welch' vorbildlicher Weise der Jubilar in den 23 Jahren seiner ehrenamtlichen Tätigkeit .zum Besten der Gemeinde durch seine bewußt-jüdische Einstellung im Sinne von Q'ion m^mi mia» mir gewirkt hat. Insbesondere kennzeichnete er, wie der Gefeierte sich für die Errichtung und Erhaltung der Mikwoh einsetzte. vpmy Tiefenort a. Werra, 28. Febr. Im 94. Jahre stehend, wurde heute Frau Babette Richheimer in Aschenhausen (Rhön) zur letzten Ruhe gebracht. Sie war eine fromme Frau im wahrsten Sinne des Wortes. Eine noch unverheiratete Tochter, die die Mutter lange gepflegt hatte, ging ihr vorigen Freitag im Tode voraus. Frau Richheimer war bis zu ihrem Ende geistig vollkommen rüstig. — Die Gemeinde Aschenhausen, die früher sehr groß war, ist leider eine sterbende Gemeinde. Der Friedhof, der sehr schön liegt, ist ziemlich alt. Sie besitzt noch eine schöne Synagoge. U. Kirkörös, 28. Febr. Unser Rabbiner B. L ö b 1 o - vits ist am 1. ds. Mts. dahingegangen. Tief betrauert ihn seine Gemeinde und jeder, der seine würdige Persönlichkeit gekannt hatte. rr.SJ/v Personalien. Bad Homburg v. d. H., 2. März. Nach langem schwerem Leiden wurde am 16. Schewat Leopold G o 1 d Schmidt aus dieser Zeitlichkeit abberufen. Fünfzig Jahre — davon 24 in Bad Homburg — hat er als Kultusbeamter und Lehrer eine überaus segensreiche Tätigkeit entfaltet. Abhold allen Aeußerlichkeiten und erfüllt von reiner Liebe zur Thora suchte und fand er allen Lebenszweck und Lebensinhalt in der Mizwphtat, die er sein Leben lang von ganzem Herzen erfüllte. Möge sein Sechus der trauernden Witwe in ihrem großen Schmerze beistehen. fraxan Vallendar, 2. März. Seinen 70. Geburtstag federte unser verdienter erster Vorsteher, Herr Joseph SOEBEN ERSCHIEN: ANLEITUNG ZUM TALMUDSTUDIUM von NAPHTALI COHN ERSTES HEFT ZU TRAKTAT SABBAT ABSCHNITT I Das Werk umfaßt 52 Seiten einschließlich einer hebräischen Anmerkung von Rabb. Wolf S. Jacobson, Kopenhagen Diese gründwissenschaftliche und trotzdem populäre Einfährung in das Talmudstudium wird gerade heute, da der Talmud so vielfach verkannt wird, jedem Lernenden von größtem Nutzen sein. Zu beziehen zum Preise von RM. 1.50 VERLAG DES ISRAELIT u. HERMON GmbH. Abteilung Hermon-Verlag Frankfurt a. M., Schützenstraße 12 Postscheckkonto: Frankfurtmain Nr. 39592 Vermischtes. Berlin, 1. März. Das Patenschaftskomitee für das Adaß-Schulwerk veranstaltet am Sonntag, den 15. März, 6 Uhr abends, im Brüdervereinshausv Kurfürstenstr. 115/116' ein Schul-Abschlußfest zugunsten seines Schülerstipendienfondsi, Im ersten Teil des Programms werden Schüler und Schülerinnen eine Revue in sieben Bildern, betitelt „Hedad, zur Alijah" zur Aufführung bringen. Es wird die Vorbereitung für Erez Jisroel in Schule und Bund, in der Berufsberatung, in Vorlehre, Hachscharah und Jeschiwah gezeigt. Ernste und scherzhaft gehaltene Dialoge, musikalische und Sprechchöre lösen einander in buntem Reigen ab und werden zu einem dramatischen Höhepunkt in der Abschiedsszene am Anhalter Bahnhof gesteigert. Im zweiten Teil des Abends, genannt Afikoman, werden bewährte Berliner Künstler aus dem Füllhorn ihrer Kunst ernste und heitere Kostproben verteilen. Eintrittskarten nur im Büro Sieginundshof 11, Tel. C. 9 — 4141. * Berlin,.2. März. Die „Greizer Neuesten Nachrichten" berichten von einer Gerichtsverhandlung, in der ein aus Plauen stammender Angeklagter wegen versuchter Erpressung zu anderthalb Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Der Angeklagte schrieb im November vorigen Jahres an einen jüdischen Kaufmann in Berlin einen Brief, in dem er behauptete, der Kaufmann habe im Jahre 1926 Rassenschändung begangen; er verlangte nun 1000 Mk. Schweigegeld. Als der Angeklagte bei der Post nachfragte, wurde er polizeilich festgenommen. Die Verhandlung ergab die Haltlosigkeit der Behauptung des Angeklagten. Der Staatsanwalt führte aus, wenn der Angeklagte sich mit angeblichem Haß gegen die Juden herauszureden suche, so «ei das lächerlich, Tatsächlich sei es ihm nur aufs Geld angekommen. Durch solche Methoden werde die Reinheit des Kampfes der Bewegung gegen die Juden nur untergraben und im Auslande über die Stellungnahme zu den Juden in Deutschland ein ganz falsches Bild hervorgerufen. Das Gericht erkannte auf die angegebene Strafe wie auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf drei Jahre. Nach Auffassung des Schöffengerichts hat der Angeklagte die Reinheit des Kampfes gegen jüdisches Wesen befleckt. Der Jude sei in Deutschland nicht vogelfrei. Die Stellung zum Judentum sei gesetzlich geregelt. Der einzelne dürfe nicht unterdem Vorwand nationaler Belange sich Gesetzwidrigkeiten erlauben. Berlin, 3. März. Betreffs Thunfisch schreibt das „Berliner Tageblatt" in seinem „Stadtblatt" vom 21. Februar 1936, Seite 2: „ . . . Hier fallen als besonders eindruckvoll die ausgeschnittenen Stücke des Dornhais auf, die den Namen „Kalbsschnitzel" führen und auch so aussehen. Dieser Fisch wird manchmal in Berlin als Thunfisch verkauft, was aber nicht richtig ist. Der Thunfisch kommt. nicht auf den Berliner' Markt ..." — Wir möchten das verehrte Publikum auf diesen Tatbestand aufmerksam machen und dringend empfehlen, Thunfisch niemals in Stücke und auch im ganzen nur dann zu kaufen, wenn mit peinlicher Gewissenhaftigkeit festgestellt ist, daß es sich um Thunfisch handelt und eine Verwechselung mit dem rituell streng verbotenen Haifisch unbedingt ausgeschlossen ist. J. Würzburg, 28. Febr. Ein wahres religiöses Erlebnis war am Samstag abend, den 23. ds. für die Würzburger Gemeinde der Vortrag des Herrn Rabbiner Simon Schwab, Ichenhausen über „Palästina und wir". Nach einerhebräischen Begrüßungsrede, in der der Leiter des Noar A g u d a t i Würzburgs, Chawer Roberg, einen kurzen Rückblick des agudistischen Lebens der Würzburger Gemeinde entwarf und dann auf die Entwicklung des Noar Agudati und auf dessen Bedeutung und Erfolge hinwies, ergriff Herr Rabb. S. Schwab das Wort zu seinen in Form und Inhalt vollendeten Ausführungen. Ausgehend von der Aufgabe des jüdischen Volkes als wnp "»W O'ans ttbrm zeigte der Redner, wie Gruppen im Judentum versuchen, die unbedingt zusammengehörigen Begriffe 0*3713 mbnü und emj? 'U auseinanderzureißen und damit den wahren und echten Sinn des Judentums fälschen. Klar und eindeutig wies der Redner auf die Einstellung der Agudas Jisroel hin, die die Verwirklichung dieser unverfälschten Ziele erstrebt. Nach diesen Voraussetzungen ging Herr Rabb. Schwab auf sein eigentliches Thema ein. Was der Redner bot, war mehr als ein gewöhnlicher Palästinabericht. Von hoher Warte aus gesehen, zeigte er einige der brennendsten religiösen Probleme, die heute in, Erez Jisroel bestehen. Er schilderte das Land und seine Menschen in ihrem fast unüberwindlichen Gegensatze, ganz besonders auf religiösem Gebiet. Er sprach von zwei Fronten, die sich deutlich herausbilden: „Die Front mit G'tt" und „die Front ohne G'tt. An tief ergreifenden Beispielen führte er aus, wie sich aber trotzdem auch im areligiösen Lager gewisse Symptome erkennen lassen, die uns etwas hoffnungsvoller in die Zukunft schauen lassen. Allgemein angenehm berührten die Ausführungen über die orthodoxe Jugend, die sich in Erez Jisroel ganz besonders nahe kommt und daß auch hier noch die Aussicht, Zusammenschluß aller gesetzestreuen Kreise zu gemeinsamer Arbeit, besteht. Nur dieser Zusammenschluß und die Masseneinwanderung gesetzestreuer Chaluzim könne das große Ziel des gesetzestreuen Aufbaues in Erez Jisroel erreichen. — In seinen, in vollendeter Form und mit großer Begeisterung vorgetragenen Worten schilderte dann' Herr Rabb. Schwab die grandiose Bedeutung der für das kommende Jahr geplanten Kenessio Gedaulo. — Die zahlreich erschienene Hörerschaft, die den Ausführungen mit Spannung und tiefer Ergriffenheit folgte, dankte dem Redner für seine feinen, vornehmen, klaren und keshalb allen zu Herzen gehenden Worte und mit dem Wunsche, daß Herr Rabb. Schwab recht bald wieder unser Gast in Würzburg sei, schloß der Leiter des Noar Agudati den überaus gut gelungenen Abend. Kopenhagen, 25. Febr. Im Rahmen eines Aguda- Abends der Jugend- und Mädchengruppe von Kopenhagen, hielt Frl. Anny Karmel, Wien, ein Referat über die Beth Jakob-Bewegung.- Die Referentin legte der Zuhörerschaft, die bisher nur gewußt hatte, daß Beth Jakob der Name einer jungen, orthodoxen. Schul- AUS LANDS - U MZ U G E PAL ASTINA - TRANSPORTE in .Sammelladung.und Lifts per Bahn und Rhein Fachmännische Verpackung Lagerung Versicherung G. B. M. H. (Gesellschafter: Mainzerlandstraße 65 Albert Herz) , Telefon 30576

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