Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 9 (27.2.1936)
- Date
- 1936-02-27
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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27. Februar 1936 Der Israelit Nr. 9 Seite 15 Sprechsaal. G'ttesdienst ohiae Minjan. In einer der jüngsten Nummern des „Israelit" brachten Sie den Aufsatz „G'ttesddemst ohne Minjan", in welchem Sie den Schmerz der letzten Einwohner frommer Kehillos schilderten. Ich würde mich isehr freuen, wenn Sie meine nachstehende Anregung zur Grundlage einer Diskussion sitellen wollten und zwar gebe ich zu diesem traurigen Kapitel folgende Anregung: Es ist unter den heutigen Umständen so gut wie ausgeschlossen, daß jüdische junge Leute die so rasch beliebt gewordenen Wochenendfahrten mitmachen. Vielleicht wäre es möglich, daß spezielle jüdische „Wochenendfahrten" organisiert werden, indem ein paar fromme junge Leute turnusweise vom nächstgrößteh jüdischen Zentrum „über Schabbos" in diese kleinen, sich auflösenden Kehillos fahren, dort die gewiß gerne gesehenen Gäste der zurückgebliebenen letzten BaaLebattim sind und dadurch wenigstens ab und zu ein Beten und Lernen mit Zibbur ermöglichen. L. G. Die Frankfurter Woche. Vortrag des Herrn Rabbiner. Am Sonntag, den 1. März, abends 6.15 Uhr, hält Herr Gemeindenabbiner Josef J. Horowitz einen Vortrag über das Thema „Der Mussarweckruf des Purimfestes". Gäste, auch Damen, willkommen. Der Q'l»' nV'Dö-Schiur 'am na» Nachmittag (bisher von Herrn Jacob Rosenheim geleitet), der infolge des kurzen Wintersiabbatsf ausfallen mußte, findet um 5.3Ö Uhr .Fichtest. 5 unter Leitung des Herrn Rabbiner statt. Zweihundert Jahre Israelitische 'Krankenkasse. Die Krankenkasse wurde gegründet im Jahre 1739. Fast 200 Jahre sind es her, seitdem Benedikt Elias Maaß die erste israeliitsche Krankenkasse gründete. 100 Jahre später (1828) starb Sigmund Geisenheimer, der es verstanden hatte, in seiner Eigenschaft als Buchhalter im Hause von Rothschild u. Söhne, diese Kein Jude darf notleiden Die Jüdische Winterhilfe miifl helfen! jüdische Aristokratenfamiiie für den Neubau zu interessieren, dessen Grundstein Geisenheimer wohl noch legte, dessen Vollendung er aber nicht mehr schauen konnte, wie esi in einer Gedenktafel heißt, die ihm zu Ehren angebracht wurde. Die Krankenkasse verdankt ihr monumentales Dasein der Freigebigkeit der „Fünf Frankfurter", d. h. den Freiherren Anselm, Salomon, Nathan, Carl, Jakob von Rothschild, die im Sinne ihres Vaters das Haus in der Rechneigrabenstraße erbauten; wie es auf der marmornen Gedenktafel heißt: „Kranken zur Pflege, der Gemeinde zum Frommen, der Vaterstadt zur Zierde, ein Denkmal kindlicher Ehrfurcht und brüderlicher Eintracht", war die Zweckbestimmung der Krankenkasse, die Kranken der Frankfurter jüdischen Bevölkerung würdig unterzubringen; da ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung der Krankenkasse angehörte, kamen auch die Wohltaten der Stiftung vielen, vielen Frankfurter Juden zugute. Die erhaltenen' strengen Satzungen über die Benutzung der Krankenkasse, die alle Einzelheiten aufs sorgfältigste festlegen, /zeigen, wie ernst man es damals mit der Pflege der Kranken nahm. Das Haus in der Rechneigrabenstraße enthält eine Haussynagoge, >die heute noch zu den schönsten Privatsynagogen überhaupt gehört. In dieser Synagoge hängen Ampeln von künsÜierifiiOhem Werte, nüe die Familie von Rothschild stiftete.. Im Archiv der Krankenkasse findet man Altfrankfurter Erinnerunigen von ganz besonderem Werte, Statuten, Bücher und Listen, die eine lange Geschichte der Krankenkasse erhellen, Aufstellunigen über Wäsche und Anschaffungen, Mitgliederlisten, Arztrechnungen, Vorschriften über die Behandlung der Kranken und vieles .andere. Alles aber ist eine Fundgrube kultur- und ortsgesdhichtlicher Entwicklung. Besonder® viel Gutes wurde in der Krankenkasse vornehmlich für 'die arme Bevölkerung geleistet. Sie hat auch schwere Tage erlebt, sie hat sich aber erbatleh durch alle, auch die schwersten Zeiten hindurch, bis zum heutigen Tage. Stammbaum der Familie Dann. Herr S. F. Schlesinger, Frankfurt a. M., Westendstr. 58, bittet uns, diarauf aufmerksam zu machen, daß das Manuskript für einen bis auf die neueste Zeit fortgeführten Stammbaum der Familie Dann, der von ihm, der der Familie Dann angehört, bearbeitet ist, idruckfertig vorliegt. Die Drucklegung de® Stammbaums, der über 3000 Namen enthält, und in dem eine große Zahl bekannter, jüdischer Familien, darunter Auerbach, Bonm, Derenburg, Epstein, Fuld, Goldschmidt, Gompertz, Gutmann, Heilbronn, Heinemann, Hahn, Hochschild, Koch, Kohn- Speyer, Niederhofheim, Oppenheimer Pfungst, v. Rothschild, Schiff, Schwabacher, Sulzbach, Weiller u. a. m. verzeichnet sind, kann aber nur erfolgen, wenn eine genügende Anzahl von Interessenten sich zur Abnahme des Stammbaums verpflichtet. Der Preis beträgt Mk. 28.— pro Exemplar. Subskriptionszeichnungen sind zu richten an die Firma: J. Kauffmann, Frankfurt a. M., Schillerstr. 19. Deutsch-Holländische Palästina-Verwaltung. Die Deutsch-Holländische Palästina- Verwaltung Frankfurt a. M. hat jüngst ihr Büro von Rechneigrabenstr. 10 nach Röderbergweg 6, 1., Tel. 44832 verlegt. Die Postscheckkonto-Nr. 95 53 Frankfurt a. M. ist jedoch dieselbe geblieben und es wird recht herzlich gebeten, von dieser Postscheckkonto Nr. 9553 bei der Ueberweisung möglichst großer Beträge an Challoh-Geldern, Machazis-Haschekel-, Matnas-Jad-, Maskir-Nefoschaus- und Rabbi Meir bal Haneß-Spenden sowie Thora-Gelöbnissen recht fleißigen Gebrauch zu machen. Alle Gelder, die sich in den bekannten „roten Büchsen" ansammeln, müssen auf Postscheckkonto Nr. 9553 Bfm. überwiesen werden. Alle dort eingehenden Spenden werden nach wie vor ihrer heiligen Bestimmung zugeführt und werden dringend zur Erfüllung unserer hehren Pflichten im Heiligen Lande benötigt. Materialien (rote Büchsen, Zirkulare usw.) werden bereitwilligst und vollständig kostenlos vom Büro Röderbergweg 6, I. zugestellt. Man notiere die Positschecknummer 9553 Frankfurt a. M. Deutsch-Holländische Palästina- Verwaltung. Besonders ermäßigte Passagepreise für Palästina- Reisen im Frühling 1936. Die Agentur des Lloyd Triestino in Frankfurt a. M. teilt uns folgendes mit: Wir geben Ihnen hierdurch bekannt, daß unsere Gesellschaft für Reisen ab italienischen Häfen nach Palästina während der Frühlingsmonate folgende Ermäßigunigen einräumt: 50 Proz. auf den Passagepreis der Hin- und Rückfahrkarte in der I., II. und Touristen-Klasse 20 Proz. auf den Passagepreis der einfachen Fahrt ab italienischen 'Häfen nach Haifa in der I., II. und Touristen-Klasse. Diese Vergünstigungen werden gewährt, wenn die Ausreise in der Zeit vom 1. April bis 23. Mai 1936 erfolgt und die Rückreise spätestens am 24. Juni 1936 angetreten wird. Krankenversicherung durch Isr. Männeru. Frauen-Krankenkasse Frankfurt a. M., Rechneigrabenstr. 18 Näheres durch: EMIL HIRSCH Kettenhofweg 106 Telefon 77928 Jüngere tüchtig u. zuverlässig per sofort gesucht in Restaurant in süd deutscher Großstadt. Ang. u. 2807c a. Exp Die Stelle des Rabbiners an unserer konservativen Gemeindesynagoge ist zum 1. 4. 1936 neu zu besetzen. Wir suchen einen streng konservativen Rabbiner, der die rabbinische Autorisation von mindestens zwei anerkannten Autoritäten besitzt, in seinem rabbinischen Wirken und in seiner persönlichen Führung seine Zugehörigkeit zur streng konservativen Richtung bekennt und betätigt und über eine entsprechende akademische u. jüdisch wifL nschaftliche, insbesondere auch talmudische Bildung verfügt und an der Religionsschule unterrichten kann. Bevorzugt werden Bewerber, die auch fremdsprachlichen insbesondere englischen Unterricht erteilen können. Das Gehalt wird nach Gruppe IIc der R.B.O. gewährt und hierbei die etwaige auswärtige Dienstzeit angerechnet. Die Anstellung soll zunächst auf ein Jahr erfolgen. Zuschriften unter Beifügung eines ausführlichen Lebenslaufes nebst Zeugnisabschriften über akademische und rabbinische Vorbildung wie auch über die etwaige bisherige pädagogische Wirksamkeit werden an den unterzeichneten Vorstand erbeten. Königsberg, im Februar 1936. Der Vorstand der Synagogengemeinde Königsberg/Pr. Für 32 jhr. jung. Mann aus a lererst.,str. rel. Frankf. Farn., in den denkb. beft.Verhältn. u. erstkl. Inu. Ausl.- Geschäft wird junges sehr hübsch, religiös. Mädel aus ebensolch. Familie m. größ.Mitgzwecks Heirat nach d. Ausl. gesucht. Off. u. 2815c a. Exp Mittagtisch zu billigem Preise, streng "ie?3> eventl Diät, Östendviertel Anfr.u. 2809c a. Exp, Schöne, neue Megillo zu verkaufen. Off. u, 8231 c a. Exp 66600? Frankfurtmain 1 Das Postsch.- Konto der Jüd. Winterhilfe! r Lehrer (Agudist) der gut n*)02t u»d fl*"VlJ? unterrichten kann, per 1. Ijar gesucht. 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