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Der Israelit · 1936-02-20 · Heft 8 (20.2.1936) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 8 (20.2.1936)
Date
1936-02-20
Page
– (sequence 15)
Language
German
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20. Februar 1936 Der Israelit Nr. 8 Seit« 15 den Handlungsweisen, getreu jenem frommen talmudischen Leitgrundsatz: D»»B? avb vn» T»ö tov Für des Menschen Tun und Streben sollen vorwiegend rein sittliche Ideale und ein hehrer himmlischbeschwingter Sinn und Zweck bestimmend und richtunggebend sein. Diese seine frommen Tugenden entsprangen «einem unerschütterlichen festen Glauben und Vertrauen zu einem gütigen, das ganze Weltall 'umspannenden mächtigen G'tt, dem er idiurch eine wahre innige und aufrichtige Liebe und Zuneigung zu seinen Mitmenschen am besten dienen zu können glaubte. Für ihn war die Pflege jüdischer Tradition und Gesittung, die religiöse Heilighaltunig der überlieferten Lehre keine bloße Funktionsform eines Pietätsaktes, noch etwa eine zarte Rücksichtnahme auf Vergangenheit und Abstammung oder gar eine automatische Uefoumg und Gewohnheit. Für ihn war sie eine innere Erbauung und Erleuchtung, das erstrebenswerteste Daseinisziel und eine Lebensnotwendigkeit, und alle«/ was er tat und unterließ, diente dieser Lebensnotwendigkeit. Ob dieser seiner ihervorragenden Charaktereigenschaften stand er allenthalben, auch bei der christlichen Umwelt in hohem Ansehen, und er erfreute sich auch seitens der Behörde in Anerkennung und Würdigung seiner allgemeinen sozialen Betätigung großer Achtung und Wertschätzung, wovon die allseitige tiefste. Teilnahme an seinem Hinscheiden und die gewaltige Beteiligung an der Beisetzumgsfeier, die in diesem Ausmaße seit Menschengedenken in Kempen noch nicht stattgefunden hatte, ein leibhaftes und beredtes Zeugnis ablegte. Aus allen Orten der Umgebung, auch von Deutsichland, strömten viele Freunde und Bekannte des Verewigten herbei, um diesem edlen Manne das letzte ehrende Geleite zu geben. Die Bahre wunde zunächst nach dem Beshamidrasch, der Lieblänigsstätte des Verstorbenen, überführt, wo das Trauergefolge dicht gedrängt den verschiedenen Ansprachen von mehreren Rabbinern aus Nah und Fern und seinem Sohne, Dr. Jacob owitz, mit tiefster Ergriffenheit und Erschütterung folgten. Auf dem Friedhof nahmen wieder andere Redner das Wort zum schmerzvollen Abschiedsgruß und würdigten erneut das fromme Wirken und Schaffen des heimgegangenen großen Menschen. •rraxir. Vermischtes. Berlin, 17. Febr. Die Geschäftsstelle der Jüdischen Auswanderunigsscihule (Berlin W 15, Kurlürstendamm 200, Dr. Bruno Sommerfeld), teilt mit; Bewerber umdie Aufnahme in 'die Jüdische Auswanderungsschule bezw. deren Eltern werden gebeten; bis spätestens 25. Februar ds. Js. bei der Geschäftsstelle Fragebogen anzufordern. Es kommen in Betracht Jungen und Mädchen von 15—17 Jahren .sowie Praktikanten und Praktikantinnen von 17—23 Jahren. Berlin, 16, Febr. Der „Verein gesetzestreuer Lehrer" hat im Laufe des Wintersemesteris eine Reihe beachtenswerter und erfolgreicher Veranstaltungen durchgeführt. Am Dienstag, den 25. ds>., abends 8.15 Uhr, spricht im Saale der Konditorei Hansa, Flensburgerstraße 19, 'Herr Bibliothekar Dr. E. D. G o 1 dschmidt über das Thema „Interessantes zur Peßach-Hagadah". Gäste, Damen und Herren, sind zu diesem Vortrage herzlich willkommen. Antwerpen, 13. Febr. Am p'^siö von Chamischoh Ossor B'schwat traf sich die neugegründete Agudas Jisroel-Frauengruppe erstmalig im Heim der B'noth. Der Vorstand hatte Herrn J. Friedmann für einen Vortrag gewonnen. Nach einigen einführenden Worten von Frau S. R i n g e r - P a p p e n h e i m , mit denen sie die geplanten Schiuiim und Kurse bekannt gab und um Einschreibung zu denselben bat, nahm Herr Friedmann das Wort zu einem sehr fein durchgeführten Vortrag. Ausgehend vom Chamischohossor* fest, dessen Merkmal in Gestalt kleiner Obstarrangements' den einfachen, aber einladenden Schmuck der Tafel ausmachte, an der sich die Frauen versammelt hatten, stellte er die Bedeutung der Erfüllung der Chamischohossorpf lichten im heiligen Lande und außerhalb desselben einander gegenüber. Von diesem Gedanken ausgehend wies er im Sinne agudistischer Ideologie nach, daß Jisroel mit seinecr Tauroh erst ein Volk wurde, um dann das Land zu erhalten. Da die beiden in Frage kommenden agudistischen Führerinnen, Frau Burak und Frau Wachsstock, im Augenblick der Gründung aus persönlichen Gründen verhindeirt sind, die geplanten Schiurim zu übernehmen, fand man sich bis zum hoffentlich nahen Tetihin ihrer Leitung zunächst >in einer Arbeitsgemeinschaft für Chumis'ch mit Raschi zusammen. Auch für den Iwrithkurs fand sich rege Beteiligung. Der nächste öffentliche Vortrag wird der Beginn eines Zyklus über jüdische Geschichte durch Herrn Ostersetzer sein. Hoffen wir, daß trotz des vorgerückten Winters noch recht viel Arbeit geleistet wird. Familien-Nachrichten. Geburten: Eine Tochter, John Petrover und Frau Bella Oppenheimer, Hamburg 39, Heidberg 57. — Eine Tochter, A. J. Heinrich und Frau Rosy geb. Saffra, Kfar Atah bei Haifa. Barmizwoh: Josef, Sohn des Herrn Siegmund Pinkowitz-Heß und Frau Else geb. Gellhorn, 29. Febr., Synagoge Friedberger Anlage, na-nn 'a na». — Salomon, Sohn des Lehrers Josef Eschwege und Frau Berta geb. Adler, Schenklengsfeld, tot 'ö rnsn M». — Ernst, Sohn des Herrn Manfred Levy und Frau Bertha geb. Behrend, Köln-IJeutz, Düppelstr. 20, tot 's rmn naw. Verlobte: Jenny Seiferheld, Langenselbold mit Max Fajwusiewicz, Frankfurt a. M., 23 Februar 1936. 6 0. Geburtstag: Isidor Dreyfuß, Frankfurt-M., Bornheimer Landstr. 21, 21. Februar 1936. Briefkasten. E. N. G. Der Barmizwoh-Tag ist der 17. Oktober na 'ö. M. L. in Regensburg. Der Barmizwoh-Tag fällt auf den 6. Februar 1937. Sprechsaal. Segen und Legende. An die Schriftleitung des „Israelit" Frankfurt a. M. Der „Israelit" Nr. 2 vom 9. Jan. 36 rezensiert das Werk „Die Sagen der Juden" von Micha Josef bin Gorion mit folgendem Satz: „Daß es die biblischen Berichte als „Mythen und Legenden" rubriziert, ist für unser Urteil über den jüdischen Wert, richtiger: Unwert des Buches bestimmend." Das Werk rubriziert aber keineswegs die biblischen Berichte als Mythen und Legenden, sondern die Bezeichnung Mythen und Legenden bezieht sich ausschließlich auf die nachbiblisohe Aggada. Das Werk stellt nämlich keineswegs eine Auswahl oder Sammlung biblischer Berichte dar, sondern ist eine Anthologie raibbinischer Deutungen zur Bibel. Mit dem Haupttitel SAGEN DER JUDEN ist nicht gemeint, was die Bibel erzählt, sondern was der Midrasch zur Bibel erzählt — das Wort „Sage" als wörtliche Uebersetzung des Wortes Aggada verstanden. Mit dem Untertitel, der vollständig heißt: „Mythen, Legenden, Auslegungen" ist nichts andres bezeichnet als eben das, was1 die Meister der mündlichen Lehre und deren Nachfolger zu den biblischen Berichten hinzu erzählt, oder wie sie sie erklärt haben. Da das Werk die Uebersetzung von einigen tausend authentisch vorhandenen Texten, die zudem im Quellennachweis und Literaturverzeichnis genau angegeben sind, darstellt, so wäre es Pflicht des Kritikers gewesen, allenfalls den Wert der Uebersetzung und die Form der Auswahl nachzuprüfen, und nicht schlechthin das Wort Unwert auszusprechen; denn bei einem Buch, das selbst nur aus Quellen besteht und keine Urteile fällt, wird dieses! Wort sonst unweigerlich als Kritik an den überlieferten Quellen aufgefaßt werden müssen. Hochachtungsvoll Emanuel bin Gorion. (Es kommt u. E. nicht darauf an, was sich der Autor bei der Bezeichnung „Mythen und Legenden" gedacht hat, sondern darauf,' ob bei solcher Grenzverwischung nicht eine Verwirrung der Begriffe entstehen kann. D. Red.) Sfeuerberalung BiiclierfUhren MifhflOl MülfOr FranlkfUr*-M-' Im Sachsenlager 1,1 ITlIUlllGI n!ll|Cl, Einrich tung von Buchhaltung Nur persönliche Erledigung — Auch auswärts Sabbat-Anfang und Ausgang Ü'ÜStf» TOM O r t Anfang Uhr | Miri. Datum Ausgang Uhr | Min. Frankfurt am Main. 5 | 25 22. 6 45 Berlin 5 ' 25 Febr. 6 13 München 5 35 1936 6 26 Köln 5 45 6 45 Stuttgart 5 40 29. 6 40 Breslau 5 30 Baw 6 02 Nürnberg 5 30 v:nn 6 28 Hamburg 5 30 6 30 Würzburg 5 30 6 40 Jüdisches Reformrealgymnasium Breslau, Rehdigerplatz 3 sucht Akademiker (innen) aller Fac. möglichst mit beiden Examen und Hebraisten. Für Stellungssuchende Stellungssuchende werden darauf aufmerksam gemacht, daß es unzweckmässig ist, den Bewerbungen auf Chiffreanzeigen Originalzeugnisse beizulegen. Zeugnisabschriften, Lichtbilder usw., die den Bewerbungen beigegeben werden, müssen auf der Rückseite Namen u. Anschrift des Bewerbers tragen V«rlag des Israelit G. m. b. H. Anzeigen-Abteilung. für 15 jährig. Jungen in kaufm. Büro ges. Off. u. 2793c a. Exp. Suche für Hotel per sofort streng zuverl. Schaueres in der einschlägigen Tätigkeit bewandert, im Besitz von Kenntnissen im Kochen u. Backen. Off. u. Ref. an Rabbiner Dr. Ansbacher Wiesbaden. Folgende Betriebe unterstehen der Aufsicht des Rabbinats der Synagogengemeinde „Israelitische Religionsgesellschaft" Frankfurt am Main: Räfllravalrm- _, Aron Mainzer, Hanauerlandstr. 1 DdUWJrölüIl. David Stein, Hananerlandstr. 30 Konditorei611: Julius Grünebanm, Hanauerlandstr.4 Siegmund Bender, Hanauerlandstr. 16a J. Halberstadt, Schützenstr. 8 Leopold Lob, Bleichstr. 9 Jacob Schön, Uhlandstr. SO Leo Vogel, Gr. Wollgraben 44 Max Philipps, Zeil 4 S. Salomon, Gr. Eschenheimerstr. 1? Wurstlereien: GeflügelflandlDDgen: ^onas Haiberstadt, _z«u 10 Kolonialwaren; Buchhandlungen: Restaurationen: Pinknx Lipschütz, Uhlandstr. 54 Frankenthal GmbH., Allerheiligenstr. 79 Markus Nissenbaum, Elkenbachstr. Ii Abr. Rothschild, Sandweg 6 Leonhard Weis, Ostendstr. 11 S. Salomon, Gr. Eschenheimerstr. 19 Hotel Ulmann, Bethmannstr. 52 Die Kaschrns-Kommission. Kinder« fräulein per sofort gesucht. Frau Fosner Darmstadt Rheinstraße 7 Jüngeres zuverläff. zu 2 Kindern von 2 u. 4 Jahren gesucht. Uhlandstr. 57,1 Allelnmädch. für gepfl. Hausb. unt. günft. Beding.gefucbt. Erna Goldmeier Ffm., Arndtstr.25,1. 66600? Frankfurtmain ■ Das Postscfa.- Konto der.Jüd. Winterhilfe! 'Dm» v*w rwnK je 7 Ldbd. z. verkauf. Off. u. 2789c an Exp. Pension ("v^uYn» Zimm.) in gut. Hause gesucht. Off, u. 2798c a. Exp. Für ruhigen Mieter! 2taZinier mit großem Balkon, Abf tellraum, Kochgelegenheit, fließ. Wass. und Zentral-Heizung, günstig zu vermieten. 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