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Der Israelit · 1936-01-23 · Heft 4 (23.1.1936) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 4 (23.1.1936)
Date
1936-01-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
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23. Januar 1936 Der Israelit Nr. 4 Seite 11 Personalien. Würzburg, 20. Jan. Ein Führer der gesetzestreuen Judenheit Bayerns, (Herr Studiendirektor Jakob S t o 11, Würzbur.g, beging am 21. Januar d.s. Js. «einen 6 0. Geburtstag. Seit 30 Jahren wirkt er als Leiter der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg, die er treu und gewissenhaft im Sinne ihres großen Gründers S. B. Bamberger V"Si» führt. Das gesetzestreue Judentum Deutschlands weiß ihm heute Dank dafürdaß er Ahm mit außerordentlicher Energie diese, sowohl in ■jüdischen als in profanen und in pädagogischen Disziplinen auf der Höhe stehende Ausbildungsstätte für die jüdischen Lehrer erhalten und ausgebaut hat. Der Neubau, in dem sich seit 1931 die Schule befindet, ist voll und ganz sein Werk; nicht allein daß er die Ausführung in all ihren Einzelheiten bestimmte, er hat auch in unermüdlicher Tätigkeit die Gelder gesammelt, die erst den Bati ermöglicht haben. Seine Persönlichkeit ist vielen Lehrergenerationen vorbildlich geworden in ihrer wohlgelungenen Synthese von wissenschaftlicher Gründlichkeit und treuer Anhänglichkeit zur Thora. Schon seit 30 Jahren zeigt er steinen Schülern, wie der Schulunterricht mit jüdischem Geist und jüdischem Wesen belebt werden kann und wie man durch geschickte methodische Arbeit in den jüdischen Fächern auch innerhalb unserer Schulen Beachtliches zu erreichen vermag. Für seine pädagogischen Arbeiten wurde Stoll reichste Anerkennung zuteil; besonders in den letzten Jahren bei der Neugründung vieler jüdischer Schulen hat man von seinem Rate oft Gebrauch gemacht. Stoll hat aber auch außerhalb der Lehrerbildungsanstalt für das gesetzestreue Judentum mit großer Hingabe gewirkt. Ihm ist es zu verdanken, daß in Würzburg in der Nachkriegszeit das gesietzestreue Judentum in der Gemeinde ein ausschlaggebender Faktor geworden ist und er hat seit der Gründung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden hervorragend mitgewirkt, die Interessen der bayerischen gesetezstreuen Juden aufs beste zu wahren. Seit langem ist er der allseits geachtete Vorsitzende der orthodoxen Fraktion und eines der geschätztesten Mitglieder im Rate des- Verbandes. Zu seinem 60. Geburtstag wünschen wir von Herzen: Möge dem deutschen gesetzestreuen Judentum noch recht lange seine unermüdliche Schaffenskraft erhalten bleiben. -naa? D-nwsn r\xn Griesheim b. Darrastadt, 20. Jan. Am 16. Teweth verschied im 63. Lebensjahre Frau Jettchen Strauß geb. Bergmann. Aus einer alten frommen bayerischen Familie stammend, war ihr ganzesi Leben hingebende Liebe, nie hat sie auch nur eine Stunde an sich gedacht. In ihrem gastfreien Hause war jedermann willkommen. Vor drei Jahren wurde ihr Gatte, der allgemein verehrte Lehrer Jakob Strauß y'ST. in die Ewigkeit abberufen. Dadurch war sie in ihrem Innersten zerbrochen. Auch anderer Kummer schwerster Art hat ihren Lebensnerv zu früh zerstört. Mit ihrer Familie trauert die ganze Gemeinde um den unersetzlichen Verlust. " •rr'aXJn Tann, 16. Jan. Nach langer, schwerer Krankheit verstarb der langjährige Vorsitzende der Ghewra Kadischa, Leopold Jüngst e r, im Alter von bald 73 Jahren. Eine zahlreiche Trauerversammlung gab ihm dasi letzte Geleite. Am Grabe kennzeichnete Lehrer 0 k o 1 i c a die Persönlichkeit des Entschlafenen. Vermischtes. Berlin, 17. Jan. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden teilt mit, daß Gesuche von Abiturienten (Abiturientinnen) um Aufnahme in seine Jüdische L e h r e r b i 1 d u n g ® a n s t a 11 zu Ostern 1936 nur noch bis zum 31. Januar 1936 eingereicht werden können. (Anschrift: Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden, Berlin-Charlottenburg, Kantstraße 158). Dem Antrage sind Zeugnisabschriften und ein kurzer Lebenslauf beizufügen. Berlin, 10. Jan. Die Pressestelle der Reichsvertretung teilt mit: Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland plant als nächste Veröffentlichung im Verlage der ihr angeschlossenen Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden E. V. eine Darstellung des Sozial- und Wirtschaftsrechts, ausgewählt und bearbeitet für die Bedürfnisse der Juden in Deutschland von Ministerialrat i. R. Fritz Wittelshöfer. Die Schrift wird einen systematischen Ueberblick über alle gesetzlichen Bestimmungen geben, die für die jüdische Rechts- und Wirtschaftsberatung von Bedeutung sind. Bestellungen auf die Schrift zum Subskriptionspreis von broschiert je Exemplar Mk. 2.—. Loseblattform je Exemplar M'k. 3.— nimmt entgegen die Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Abt. Zentralwohlfahrtsstelle, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstr. 158. Berlin, 17. Jan. Die jüdisch-kulturelle. Bedeutung der gehobenen allgemeinen Bildung, wie sie eine Vollanstalt bis zur Reifeprüfung anstrebt, war das Thema eines Elternabends, zu welchem die beiden höheren Schulen (Reformrealgymnasium und Oberlyzeum) der Adaß Jisroel- Gemeinde (Berlin) am 15. d. M. eingeladen hatten. Die äußere Veranlas>sunig zu dieser Veranstaltung bildete die durch ministerielle Verfügung wieder hergestellte Möglichkeit, an den eigenen Anstalten die Reifeprüfungen ablegen zu können, welche idie Absolventen mit einem staatlich anerkannten Reifezeugnis ausstatten. Die Ausführungen des Schulleiters beleuchteten die Schicksalsfrage der deutschen Juden von der Seite der Bildung und Erziehung und klangen in einem Aufruf zur Selbstbesinnung gegenüber den zahlreichen Symptomen der Resignation aus, welche heute vielfach die allgemeine Kulturhöhe und Kulturverbundenheit der deutschen Juden preiszugeben bereit ist. Die Bedeutung der höheren jüdischen Schule, welche ihre Zöglinge zur positiven jüdischen Einstellung und zum jüdischen Tatleben innerhalb der allgemeinen Kulturwelt hinführen will, ergab sich aus den allgemeinen Betrachtungen mit besonderer Dringlichkeit. Auch an der Berufskrise der heutigen jüdischen Jugend wurde die Notwendigkeit der Erhaltung höherer jüdischer Vollanstalten gemessen; der Referent konnte, gestützt auf das Material der jüdisch-öffentlichen Berufsberatung, da® Bedürfnis zum Erwerb einer vollen «schulischen Ausbildung für viele Berufsklassen darlegen und forderte jedes einzelne Eltempaar zur ernsten Prüfung dieser Frage, die das seelische Lebenswohl ihrer Kinder' entscheidet, auf. Die Diskussion, welche dae hohe Niveau des Abends festhielt, brachte auch aus den Elternkreisen den Wunsch zum Ausdruck, der jüdischen Jugend den Weg zur Geistigkeit zu erhalten und die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf das bisher zu sehr unbeachtet gebliebene Schulwerk der Adaß Jisroel-Gemeinde zu lenken. Besonders eindrucksvoll waren die getstesgeschichtlichen Zusammenhänge, welche Herr Rechtsanwalt Dr. F r e y h a n für das Problem der allgemeinen und jüdischen Kultur entwickelte; Erziehung verlangt ein Ideal, Wertbewußtsein, die in dieser Zeit der beginnenden seelischen Haltlosigkeit der jüdischen Jugend unter allen Umständen erhalten bleiben müssen. Jüdisches Schicksal war immer eingebettet in aligemeines Weltgeschehen, jüdische Seelenhaltung und Geistesentwicklung spiegelten immer die Auseinandersetzungen mit den geistigen Strömungen der anderen Welt wieder. So muß die höhere jüdische Schule als Vorbereitungsstufe jüdischen Lebens in ihrem ganzen Umfange erhalten bleiben. In seinen Schlußworten dankte der Schulleiter den Rednern für die Anerkennung, welche den bisherigen Leistungen der Schule entgegengebracht wurde, und versprach, die gegebenen Anregungen zur Propaganda weiter zu verfolgen. Kreuzburg O.-S., 14. Jan. Unsere Chewra Kadis cha wurde im Jahre 5621 gegründet; aus Anlaß des 75jährigen Stiftungsfestes fand in der Friedhofshalle eine Feier statt. Wach einleitendem Gesang feierte Herr Prediger Erich Cohn in großangelegter Rede die Chewroth im allgemeinen und die Chewrah Kreuzburg im besonderen. Nach Gratulationen des Gemeindevorstandesi und des Frauenvereins dankte der Chewrahvorsteher, Herr Max Brauer, besonders Herrn Prediger Cohn für seine erhebenden Worte. Mit Gesang und einem Umgang auf dem Friedhof schloß die Feierstunde. Straßbarg, 20. Jan. Auf Anregung und unter Leitung von Herrn Salomon Speier ist hier vor einiger Zeit eine Agudas Jisroel-Jugendiund Mädchengruppe ins Leben gerufen worden. Es handelt sich hier um die erste in Frankreich gegründete Ajfudas Jisroei-Jugendgruppe und es ist zu erwarten und zu wünschen, daß ihre Arbeit dem religiösen Leiben in Frankreich, insbesondere im Elsaß, einen starken Auftrieb verleihen wird. Ab 27. Januar: P« ■ ■ ■ ■ n ^1 ln unseren Abteilungen: Inventur-VERKAUF GELLHORN SONDER-ANGiBOTE STEIN WEG 9 Zum neuen Schuljahr ist die Stelle eines wissenschaftlich. LEHRERS für Deutsch und Geschichte neu zu besetzen. Orthodoxe Bewerber wollen Lebens und Studiengang senden an die Schulleitung, Berlin NW. 87 Siegmundshof 11. Für die Mädchen-Abteilung eines Waisen hauses wird für baldigst oder zum 1. April tüchtige ERZIEHERIN von streng relig:öser Lebensführung gesucht Angebote unter Beifügung von Zeugnissen, Lebenslauf und Lichtbild erbeten unter 2715c an die Expeditton dies. Blattes. Für Stellungssuchende Stellungssuchende werden darauf aufmerksam gemacht, daß es unzweckmässig ist, den Bewerbungen auf Chiffreanzeigen Originalzeug nisse beizulegen. Zeugnisabschriften, Lichtbilder usw., die den Bewerbungen beigegeben werden, müssen auf der Rückseite Namen u. Anschrift des Bewerbers tragen Verlag* des Israelit G.m.b.H. Anzeigen-Abteilung. Staatl. gepr. Jugendleiterin streng orthodox, mit mehrjähriger Praxis, sucht pass. Wirkungskreis im Inod. Ausland. Besitzt auch heilpäd. Kenntnisse, Off. unt. St. 58 an Ann.-Büro J. Schmidt, Frankfurt/M., Ostendstraße 83 Geb. Dame, bisher eig. Geschäft und eig. klein. Haushalt, an ständig. Tätigkeit und Pflichtenkr. gewöhnt, such* geeign. Position bei einz, Herrn od. Dame od. in frauenlos. rel. Haush. - Leichte Büroarb. k. mitübernommen werden. 1. Ref. steh, zur Verfüg, ten unter 2713c an die Exp. dies. Bl Unsere Büro-Räume befinden,sich seit 1. 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