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Der Israelit · 1936-01-09 · Heft 2 (9.1.1936) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 2 (9.1.1936)
Date
1936-01-09
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
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5955^^^^^^^^ 9. Jsasaai 1936 _,. Die Frankfurter Woche. Xefcrgangc des Jugendausschusses der Israelitischen Religions^esellschaft. Dienstag, iden 14. Januar, abends 20.30, Uhr, findet ira Zeiohensaal der Samson Raphael Hirsch-Schule, 4m Tiergarten 8, 'die erste Vorlesung des Herrn Stull.-Rat Dr. Marcus Lange über „Das Buch Kiofa" statt.. — Mittwoch, den 15. Januar, abends 20,30 Uhr, spricht im Hörsaal, Friedberger Anlage 6, Harr Rabb.-Assessor Dr. E. Posen über das Thema „Geschichte und. Idee der Israelitischen ReMgionsgesellschaft". Der englische Kurs für Fortgeschrittene beginnt am Montag, den 12. Januar, 20.45 Uhr, in der S. R. Hirsch-Scthule, Am Tiergarten 8. Freitagabendveranstaltungen der Israelitischen Religionsgesellschaft. Freitagabend, den 10. Januar, 20.15 Uhr, sprechen für die Jeschiwoh die Herren Pinchas Wollmann und Jacob B r e u e r im Hörsaal, Friedbergeranlage 5. In Zukunft ist nur Herren über 16 Jahre der Besuch dieser Veranstaltung gestattet. Sijum im Verein Mekor Chajim. Nach langiähriger Pause veranstaltet der Verein am Sontag,. den 26. Januar, in seinem Vereinslokal wieder eine S i j u m f e i e r. Der letzte Sijum fand im Mai 1931 statt. Es >i<st vorgesehen, die Veranstaltung in einem gediegenen Rahmen vor sich gehen zu lassen, wobei aus räumlichen Gründen nur eine beschränkte Anzahl Teilnehmer sich beteiligen kann. Darum ist rechtzeitige Anmeldung ratsam. Es sind bereits Vorkehrunigen getroffen, daß sowohl' der gesellige Teil, als auch die sonstigen Darbietungen sich würdig an die früheren beliebten Veranstaltungen des Verein® anreihen. Trotzdem soll der TeibaehmerpreiiS auf den Minimalbetrag von Mk. 1.— beschränkt bleiben. Ausgelernt werden Gemoro Http «33 unter Leitung des Herrn Rabb.-Ass. Dr. E. Pose n. Außerdem wurde im Rahmen der Mikro-Vorträge die n*wi {Chumisch mit Raschi) in siebenjährigem Zyklus zu Ende gelernt. Daneben hat auch Herr Redakteur Schachnowitz den tms "n-Schiur beendet. Nähere Einzelheiten werden noch veröffentlicht werden. „Die Bedeutung der JugendgemeinSchaft als Ergänzung von Elternhaus, Schule und Jeschiwoh". Am letzten Abend der insgesamt «ieben Vorträge umfassenden Religiösen Intensivwoche der Agudas Jisroel-JugendgTuppe sprach Herr Direktor Dr. M. Elias im Hörsaal der I. R. G. vor einem großen Kreis Jugendlicher und Eltern. Keine der verschiedenen Ideen hat so nachhaltig und so tief auf uns gewirkt wie der Ruf: „Zurück zur Geschichte!" Drei Elemente sind es, 'die dem jüdischen Kind den Weg ins Leben ebnen helfen: Elternhaus, Schule und Jeschiwoh. Im Elternhaus, das die Garantie ist für die Der Israelit Erhaltung und Fortpflanzung der Substanz des jüdischen Volkes, soll es die Kräfte vermittelt erhalten, um das Empfangene weiter fortzuführen. Die Schule ist die gewaltigste Leistung menschlichen Kulturwillens, in dem die Elemente desi jüdischen Wissens dem Kind nahegebracht werden müssen. Die Jeschiwoh ,ist für uns die Stätte für die Vorbereitung des Volkslebens. Das jüdische Gesetz ist geradezu der transportable Staat, und die Jeschiwoh ist das Zeughaus für diesen Staat. Betrachten wir uns da® jüdische Elternhaus vor etwa 15 Jahren, so finden wir in - ihm die Bevormundung des Kindes, die zu einer Gefahr-für es wurde; denn dadurch mangelte es dem Kind an Selbstvertrauen für® Leben. Im Kind wurde das egoistische Wollen gepflegt, statt es zu bekämpfen. Die Schule von damals erschien dem Kind vielfach als eine Zwangsanstalt. — Hausi, Schule und Jeschiwoh sind das starke Bollwerk für die Erhaltung des Bestehenden und die Meisterung des Lebens', Es bestand die Gefahr, daß diese drei Faktoren den an sie gstellten Anforderungen nicht vollauf genügen konnten. Da kam die Jugendbewegung auf, die mit den Formen brach, lange, bevor dazu der Zwang vorlag. Die Vitalitätswerte wurden von der Jugendbewegung wieder bloßgelegt. Gesundheit, Kraft, Luft und Sonne wurden von der Jugendbewegung propagiert und gefördert. Was das bedeutet für die Schaffung eines neuen Lebensgefühls, liegt auf der Hand. Sie gab dem Geist den Mut, sich seiner Vernunft zu bedienen, sie befreite den Geist von der Materie der Gewalt, sie begründete von neuem 'die Freude an der Gemeinschaft, die Freude am Helfen; sie legte den Glauben wieder bloß als Grundlage für die Religiosität; sie will helfen, mitbestimmen an den Zielen des Lebens. Die Jugendbewegung hat die Spannung in der Pubertätszeit überwinden helfen. Wenn nichts andres wäre, als diese Tatsache, so wäre aus ihr die soziale, religiöse und nationale Bedeutung der Jugendbewegung bewiesen. Weiter kann die Jugendbewegung als Verdienst für sich buchen, die jungen Menschen empfänglich gemacht zu haben für alles Jüdische, durch Wegwendung vom Liberalismus und seiner Unehrlichkeit, — durch ein naturhaftes SoHdaritätsgefühl die gebrochene Brücke wieder hergestellt zu haben zwischen Ost und West. Die Jugudbewegung kann heute nur eine Ergänzung sein, wie die drei Elemente nur durch die Ergänzung durch die Jugendbewegung zur vollen Wirksamkeit kommen können. Die Stunde ist jetzt gekommen, wo die Jugend das Alter stützt! Die Jugend muß die Zukunft an sich reißen und sie muß dienen als Gefäß für die Ideale, die Haus, Schule, Jeschiwoh aufgestellt haben. Ha. Eine Chanukabieier im Mädchenhort. Wie alljährlich, fand auch dieses Jahr im Mädchenhort, der den Namen der Frau Henriette Besthoff n~y trägt, eine Chanukahfeier statt, die nicht nur den spielenden und beschenkten Kindern, sondern auch allen erwachsenen Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben wird. Im Namen des Vorstandes begrüßte Frau Dr. M. Breuer, geb. Besthoff, die Versammlung und dankte für das zahlreiche Erscheinen, das wiederum Beweis dafür sei, daß die Notwendigkeit des Institutes heute mehr denn Nr, 2 Seite 15 je allgemein anerkannt wird. Sie sprach Dank und Anerkennung den Leiterinnen aus und verband damit herzliche Worte des Abschiedes für Frl. Sänger, ■die 'dieser Tage ihren Posten, den sie mit so viel Liebe und Erfolg versehen hatte, aufgibt, um nach Erez Jisroel zu übersiedeln. Dank hatte die Vorsitzende auch für die Damen, die der Hortkinder stets gedenken und sie wiederum mit reichen Gaben zu Chanukah beschenkten. Die darauf folgenden Kinderaufführungen, an denen sich junge Künstlerinnen im Alter von 6—13 Jahren beteiligten, entzückten alle Anwesenden und zeigten •wieder einmal, was dieses herrliche Heim auch zur geistigen Ertüchtigung der Kinder und zur Entfaltung ihrer natürlichen Fähigkeiten leistet. Ein Rundschreiben des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten. In einem „Sonderrundschreiben 1935" wendet sich ■der Vorstand des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten mit einem Aufrufe an die Kameraden, an den Bestrebungen der Organisation mitzuarbeiten. Neben dem Appell enthält das „Sonderrundschreiben" auch einige Aufsätze über. Kameraden-Hilfe, die Kriegsopferfürsorge, das Ferienhilfswerk u. v. a. In dem vom Vorstand des Landesverbandes Südwestdeutschland im Reichsbund jüdischer Frontsoldaten unterschriebenen Aufruf heißt es u. a.: „Der Wert unseres Bundes für die jüdische Gesamtheit Deutschlands beruht aber nicht allein auf dieser im Blickfeld der Oeffentlichkeit liegenden Arbeit, sondern entscheidender in seiner Eigenschaft als Träger einer Gesinnung, als Verwirklicher einer Idee, des Kameradschafts-, des Gemeinschaftsgedankens. In dieser Auswirkung, die etwa 100 000 jüdische Menschen in Deutschland erfaßt, liegt seine wesentliche Bedeutung. Sinn dieses Rundschreibens soll es sein, dieses Gebiet unserer Bestrebungen eingehender als sonst zu beleuchten, die Auffassung von der Bundesarbeit und ihre Durchführung in unserem Landesverband zu zeigen und somit gleichzeitig anregend und aufklärend zu wirken." „Und das sind wir!" . . . Man schreibt uns: Der Vorverkauf für den unter diesem Motto am 18. Januar 1936 im Vereinshaus, Eschersheimerlandstraße 27 stattfindenden großen Bunten Abend der Esra-Pirche Agudat Jisrael hat regen Zuspruch gefunden. Sichern auch Sie sich rechtzeitig eine Karte. Der Reinertrag fließt dem Limudamt zu. Vorverkauf bei: Cafe Grünebaum, Hanauerlandstr. 4, Palästina-Zentrale der A. J., Schwanenstr. 12, Zigarren-Jeidel, Sandweg 6, Cafe Loeser, Gr. Wollgrab. 22, Buchhandlung H. Oppenheimer, Rückertstr. 57. — Beginn punkt 20 Uhr (Saal wird um 2015. Uhr geschlossen). Orchesterkonzert im Kulturbund. Unter der bewährten Stabführung H. V. Steinb e r g si spielte das Orchester einleitend die Suite zu „Uriel Acosta" von Karol Rathaus. Man hat hier ein Werk vor sich, das eigenen Ideen und Inspirationen entsprungen ist. Während die Einleitung sich im klassischen Stil anzeigt, ist der „jüdische Tanz" der Höhe- Sabbat-Anfang und Ausgang?n*i nat? Ort Anfang Uhr | Min. Datum Ausgan-' Uhr | Min Frankfurt am Main 4 | 20 11: 5 | 40 Berlin 4 1 10 Jan. 5 03 München * 4 40 1936 5! 26 Köln 4 40 5 | 40 Stuttgart * 4 30 16. 5 35 Breslau 4 15 nao 4 55 Nürnberg 4 30 rx-m 5 | 26 Hamburg 4 15 5 18 Würzburg 4 30 i 5 30 Metallbranche. Tüchtiger junger Mann oder Fräulein für Büro zum sofortigen Eintritt gesucht. Es kommen nur selbständig Arbeitende in Betracht, die perfekt in Buchhaltung, Stenographie, Schreibmaschine und in französischer u. englischer Korrespondenz sind. Offerten unter 2687c an die Exped. Kaufm. erfahr. Dame übern. Büefif., Corr., Schreibarbeit OK u. 2682c an Exp. 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