Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 52 (24.12.1935)
- Date
- 1935-12-24
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2450858-2450908--81798-2539695- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
24. Dezember 1935 Der Israelit Nr. 52 Seite 11 Vermischtes. Den Haag, 20. Dez. Am Dienstag, den 17. Dezember, hielt Herr Dr. Ehr mann aus Frankfurt a. M. in dem vollbesetzten van Difksaal einen Vortrag über den Aufbau und die Entwicklung in Palästina. Nach der sehr herzlichen Begrüßung seitens des Vorsitzen- -den des holländischen Keren Hajisclmw-Komitees, Herrn Dr. Hausdorff, berichtete Herr Dr. Ehrmann über die bemerkenswerten Fortschritte des agudistischen Aufbauwerkes in Erez Jisroel. Unendlich schwierig sei die Aufgabe und viel gäbe es zu tun, aber berechtigte Aussichten auf eine bessere Gestaltung der ganzen Verhältnisse seien vorhanden, um so mehr, da sich die Agudo zur Zusammenarbeit mit den anderen Organisationen im Lande auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet gern bereit findet. Zuversichtlich sei zu hoffen, daß diese Zusammenarbeit ihren günstigen Einfluß auch auf die religiösen Tendenzen jener Organisationen nicht verfehlen werde. Interessant waren die Ausführungen des Redners über das Verhältnis der Juden Palästinas zu den Arabern, zu der Mandatarmacht, und man hörte die stattliche Zahl der 1935 ausgegebenen Zertifikate, wegen deren Vermehrung ständig Verhandlungen schweben. Mit einem herzlichen Appell an die Versammlung, ihre hilfreiche Hand zur Finanzierung der großen Aufgaben zu bieten, schloß der Redner seine mit starkem Beifall aufgenommene Ansprache und mit dem Erfolg, daß eine große Zahl der Anwesenden, soweit sie es nicht schon waren, Mitglieder des Keren Hajischuw wurden. Es darf hier noch mit einiger Genugtuung festgestellt werden, daß die Palästina-Zentrale im Haag eine rege Tätigkeit entfaltet, und für ihre Arbeit auch das Interesse von Menschen zu gewinnen versteht, die bisher gesinnungsgemäß nicht ganz auf dem Boden standen, auf dem die Palästina-Zentrale ihr Aufbauwerk errichtet. Mögen die guten Ansätze sich weiterhin entfalten und so die mühevolle Arbeit zu einem Erfolg führen. Basel, 15. Dez. Sonntag, den 8. Dezember, abends, fand sich eine überaus stattliche Zahl von Zuhörern im Betsaale der Israelitischen Gemeinde zum Vortrag von Herrn Rabbiner Simon Schwab über „Altes und neues Makkabäertum" auf Einladung der Agudas Jisroel ein. Der Redner ging aus vom „alten Makkabäertum", dessen wir ja in* den nächsten Tagen gedenken, das als kleine Schar gegen eine Uebermacht siegreich kämpfte für die Reinheit des Landes, für die Herrschaft G'ttes. Auch der Kampf des „neuen Makkabäertums" ist und muß für G'tt und seine ewigen Wahrheiten sein. Es ist aber nicht ein Kampf gegen eine Uebermacht von Feinden, sondern um die . Liebe von Brüdern zu Brüdern. Herr Rabbiner Schwab schilderte in packender und feuriger Weise die Sehnsucht der zum Judentum zurück Suchenden, deren anderweitige Ideale in Scherben zerfallen sind und nun den Weg nach Hause suchen. Die andere 2000 Jahre alte Sehnsucht: Heimkehr ins heilige Land der Väter, früher mit Lebensgefahr verbunden und nur wenigen möglich, seit der Technisierung aber der Wunsch aller; oder das Sehnen nach dem allumfassenden Band einer heiligen Sprache. Hier wie dort wurde diese Sehnsucht, ein explosiver Stoff, der die Luft erfüllte, von andern, nicht religiösen Menschen zur Entzündung gebracht. Heute ist in Erez Jisrael, vielleicht gerade darum, die religiöse Frage in aller Munde. Eine ungeheure Verantwortung liegt auf dem religiösen Judentum und dessen Führern, wenn dieser religiöse Funke, der noch im areligiösesten Menschen in Erez« Jisroel glimmt, diesmal nicht zur Flamme der Religion, sondern wieder von illegitimen, wohl von Idealismus getragenen Kräften, negativ zur Entzündung gebracht werden sollte; das Warten, die Sehnsucht so vieler nach der Religion gerade in Erez Jisroel würde so hilflos zerbrechen. Hier liegt die Arfgabe des neuen Makkabäertums; auch die alten Miakkabäer kamen spät, bald zu spät. Aber sie stritten unentwegt und siegreich für G'tt und seine Thora. Die neuen Makkabäer, die religiösen Arbeiter, sind heute schon überall anerkannt und geachtet, die agudistischen Kolonien und Schulen arbeiten mit Erfolg. Das innige Verbundensein zwischen Boden und Religion lebt. Es gilt, die Massen der Suchenden heimzuführen durch das Band der Liebe, der Sehnsucht von Bruder zu Bruder. Reicher Beifall dankte dem Redner. — In der anschließenden gemütlichen Zusammenkunft verstand es der Redner, besonders der Jugend in bezwingender und warmer Weise Antwort auf brennende Fragen zu geben. —n. Die Frankfurter Woche. Eröffnungssitzung des Delegiertentages der Landesorganisation der Agudas Jisroel in Deutschland. Sonntag, den 29. Dezember, vorm. 9 Uhr präzise, wird der De legierten tag in der Samson Raphael Hirsch-Schule eröffnet. 10 Uhr: Dr. Is. Breuer: Vom Wesen des Aguddsmus. 11 Uhr: Dr. Ehr mann: Erez Jisroel. 12 Uhr; Fr. Lustig: Arbeit und Ziel des Noar Agudati, An die Delegierten und Gäste der Tagung. Die verehrt. Delegierten und Gäste der Tagung werden gebeten, sich unmittelbar nach ihrer Ankunft in das Büro der Tagung: Schwanenstr. 12 zu begeben, wo sie alle notwendigen Informationen erhalten. Der große Sijnm des Schaßvereins. Der Schaßverein, der nun seit 1& Jahren besteht, hielt am Samstag abend, zum ersten Male in der Chamtkawoche, sein Erntefest in der Form des „Sijum bagodaul". Die Tagesordnung ist bereits mehr oder weniger gegeben und traditionell. Es begann wieder mit einem eineinhalbstündigen Hadran von Herrn R.-A. Dr. Schlesinger, einem Meisterwerk, einem Mosaik von halachischen Feinheiten, von dem sich im Rahmen eines Berichtes keine Proben geben lassen. Es war ein geistiger Genuß und ein Erlebnis für die reiche Zahl der thorakundigen Hörer, zu der sich noch fast alle Bacburim der Jeschiwa gesellt hatten. Beteiligt Euch Preisausschreiben des Keren Hajischuw! 15 Preise! Näheres durch das Berliner Büro d. Palästina-Centrale, Cnarlottenburg 4, Mommsenstr. 55 Bei festlich gedeckten Tischen saß man dann bis zur Mitternacht. Herr Rachelsohn, der verdiente Vorsitzende des Schaßvereins, hatte, wie immer bei seinem Feste, wieder einmal seinen „großen Tag". Er fand markige Worte des Dankes für den Hadran- Dozenten und den Herrn Gemeinderabbiner, Worte der Begrüßung für die Gäste, von denen einzelne aus bestimmten Anlässen noch ganz besonders hervorgehoben wurden. Herzliche Worte des Abschiedes waren dem äußerst tätigen Vorstandsmitglied im Verein, Herrn Jacob S c h n e r b, der demnächst nach Erez Israel übersiedelt, gewidmet. Dazu kam noch eine schöne Definition des Begriffes in neben anderen geistvollen Deutungen und Erklärungen. Herr Gemeinderabbiner Jos. H o r o w i t z begrüßte den feiernden Verein mit sprühenden Thoraworten, aus der Gedankenwelt des Chanuka entnommen und die Bedeutung des Lernens in alter guter Weise auf der Grundlage von Thora und Mussar feiernd. Im Namen des Vorstandes und der Verwaltung der I. R. G. sprach Herr Dr. S. Ehrmann mit sprudelndem Humor und einer Fülle aus den Tiefen der rabbinischen Literatur schöpfender Gedanken über den Zusammenhang zwischen Chanuka und dem Festanlasse. Eine historische Brücke zwischen Makkabäern und dem Schaßvereine und seinem Feste schlug Herr Redakteur S. Schachnowitz, der im Namen der Jeschiwa, des Mekor Chajim und der Landesorganisation der Agudas Jisroel die Grüße überbrachte und sich, wie immer, seines Auftrages mit viel Geist und Humor entledigte. Damit war die Redneriste geschlossen. Die Chorgesänge der Bachurim, wie die Solostücke des Herrn Kantor Herzog erfreuten die Versammlung noch bis in die tiefe Nachtstunde hinein, da mit dem Tischgebet das Fest sein Ende erreichte. Wiederum zeichneten sich die Damen der Vorstandsmitglieder durch die Herrichtung einer in ihrer Einfachheit sehr ansprechenden Tafel aus. Die Listen wurden wieder überzeichnet, so kann man wieder frisch an die Arbeit gehen, eine, wie ein Redner sich ausdrückte, „geistige Heimarbeit" im edelsten Sinne, die im Schaßverein ihre Zentralisation findet. Die Chanukafeier des J. T. B. Nach einem Halbjahr eifriger Arbeit auf den Sportwiesen und innerhalb der Turnhallen lud die Vereinigung für den zweiten Festesabend zu einigen gemütlichen Stunden ein. Die drei Stunden waren im Nu vorüber. Eine vorzügliche sportliche Leistung folgte der anderen. Die Jungen vereinigten ihre trainierten Körper mit denen der nicht minder gelenkigen älteren Kameraden zu den schönsten Pyramiden und ähnlichen Glanzleistungen. Daneben ließ es die Mädchenabteilung, bestens geleitet von Frl. Sitta Golde, auch nicht an Beweisen ihres Könnens fehlen. Die Musik der J. T. B.-Hauskapelle gab ihr Bestes, die humoristischen Einlagen, ein zeitgebundenes Gedicht (von H. Isaak eindrucksvoll vorgetragen), zwei Kehilloheinrichtungen und Mitglieder glossierende Stücke sowie eine „Iwrith-Stunde" ließen auch die Lachmuskeln ausgiebig zu ihrem Recht kommen. Ha. „Und das sind wirf . . Unter diesem Motto veranstaltet die E s r a Pirche Agudas Jisroel einen großen bunten Abend im Vereinshaus, Eschershehnerlandstr. 27. Zeit: Mauzoe Schabbos, den 18. Januar 1936, pünktlich 20 Uhr. Der Rednertrag fließt dem Limmud- Amt zu. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schluß der Synagoge im Hörsaal: Mikro-Vortrag, Herr Dr. Weger. Samstag morgens nach Schluß der Synagoge: o'jn, Herr R.-A. Dr. E. Posen- — nachmittags 3'/2 Uhr im Vereinslokal, ap?' yv, Herr Rabb. Meyer. — abends fällt der Vortrag aus. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, 7»i* «iot, Herr S. Schachnowitz. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, ojv-dk ii», Herr R. A. Dr. Schlesinger. — nach. 6 Uhr im Vereinslokal, (auch für Damen), „Haftauro", Herr Rabbiner H Meyer- Montag (auch Donnerstag) morgens nach Schul: rur»- Mitgliedeilernen. Montag (auch Mittwoch) abends 7 Uhr im Vereinslokal, (k-itd M33) mai, Herr Rabb. Dr. J. Breuer. Dienstag (auch Freitag) morgens nach Schul, rup», Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag (auch) Donnerstag abends 7 Uhr im Vereinslokal, mna, Herr R.-A. Dr. E. Posen- Sonntag vorm- 9 Uhr im Vereinslokal, »im, Herr J. Soffer. Jahrzeitutiftungen. Sonntag, 29- Dezember: Recha Löwenstein geb. Kahn- Stiftung. Sonntag, 29« Dezember: Professor Jonas Bondi- Stiftung. Donnerstag, 2. Januar: Joseph Wohlfarth-Stiftung. Freitag, 3- Januar: Geh. Sanitätsrat Dr- Elieser Rosenbaum' Stiftung. Freitag, 3. Januar : Isaac Weil-Stiftung. Liwjath Cben. Samstag 4'/4 Uhr nach Mmcho im Hörsaal, Friedberger Anlage. Vortrag des Herrn Schachnowitz über: „Ausklänke". Agudas Jisroel-Ortsgrappe. Thora und Mnasar. Herr Gemeinderabbiner Josef Horovitz. i"9 '0» rn (für Baalebatim), Sonntag 9 Uhr, Dienstag und Donnerstag 19-20 Uhr. Fichtestr. 5- — Sabbat vorm- 11-12 Uhr (für Jugendliche) a»n m», Fichtestr. 5. — Die Mussarlehre des Rambam (für Jugendliche), rav 3.45 Ubr, ebenda. Herr Dozent J- Ehrentreuvnm mit 0'fngo, Sonntag 20.30 Uhr, Uhlandstr- 39. Herr M- Feuerwerker, i"? 'oo m»a (für Jugendliche) Sonntag und Dienstag 20-30 Uhr, Fichtestr- 5 vyn für Jugendliche, Samstag 18 Uhr. — -\vi mr» tmm (für Baalebatim), Montag und Mittwoch, 1830-1930 Uhr, ebenda. Herr R.-A. Dr. E.Posen am ms», Sonntag IP/4 Uhr, Sandweg 44- Herr B. Rachelsohn, n-vna nw» Dienstag 20.30 Uhr. Sandweg 6 c. R.-A. Dr. M- Schlesinger, na» '»a für Baalebatim, Mittwoch 20.30 Uhr, Schwanenstr. 12 Herr J Sofer. vsv «p, täglich 12-13 Uhr am Sonntag 11-12 Uhr, jetzt Hans Handwerkstr. 18. Herr Zuntz. Q«n rrna, Sonntag nach n'in», Sitzungszimmer der 1. R. G« Der Schiur vor nnnv unter Leitung des Herrn Feuerwerker (myw '»a) findet um 6 15 Uhr, Montag bis Donnerstag im Sitzungszimmer der I- R. G statt- ••nay :nn i2-nuw33«iw »nas-pi^nn rraa •wimn "»»un- •»* •pVn orus ">an bv lntown nnn naonn •na»,,,j?nn vb Ainn mao» narm ■•»•» -poa •Dcnisn tw man Chug Iwri (Hebräischer Sprachklub). des Noar Agudati im Beth Cnaluz-Ffm . Schwanenstr- 12 unter Leitung des Herrn Pinchas Wollmann. Während des Chanukafestes finden die Arbeitsgemeinschaften des „Chug Iwri" nicht statt. Die nächste Arbeitsgemeinschaft wird noch veröffentlicht weiden, G« beizeiten. f p» naw Freitag abend 4 05 Samstag nasvn 7 10 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1 00 u. 4.00 Samstag abend 5 20 Wochengottesdienst: Morgens 7.10 Nachmittags 4.15 _Tefillinlftfen am Mnrtfpn 7 20 Familien-Nachrichten. Barmizwoh: Abron, Sohn des Herrn Salomon Marcus. Harburg-Wilhelmsburg 1, Ludwig-Franks tr. 1 a, TP» '0 raw. Die Firma Diplom-Ingenieure Ganz u. Joseph, Frankfurt a. M., Gr. Friedbergerstr. 32, Tel. 27174, weist auf die für jeden rituellen Haushalt jetzt unentbehrlich gewordenen Sabbat-Uhren, sowie elektrischen Oefen und Speisewärmer hin. Durch bereits zahlreich gewordenen Verkauf dieser heute jedem rituellen Haushalt wichtigen Gegenstände kann die Firma Ganz u. Joseph ihre Kundschaft besondere vorteilhaft bedienen. Diese Firma führt auch Aufträge in elektrischen sowie auch Radio-Anlagen (siehe In« serat) in gewissenhafter Weise au*.