Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 45 (7.11.1935)
- Date
- 1935-11-07
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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7. November 1935 Der I s.f a e'l i t Nr. 45 Seiie 11 Die Frankfurter Woche. Abschied von Jacob Rosenheim. Obwohl sich Herr Jacob Rosen heim jedwede offizielle Abschiedsfeier entschieden verbeten hatte, konnte er esnicht verhindern, .daß in internen Kreise^ so auch.'in einer Sitzung des Gemein d e Vorstandes 4er Israeli t d ,s c h e n R e 1 i-g.i onsg e s e 11 s c h a f t, alle Verehrung und Dankbarkeit gegen den Mann, der ein halbes Menschenalter seine ganze geniale Führerkraft, in .den Dienst der Cemednde- und Gemeinschaft, gestellt: hat, in herzlichster Weise zum Ausdruck kam. . £ lieber eine spontane i^undgiebung im Rahmen der Fr e i't a g ab e nd v«ra n s t altun g der I. R. G., die dieses Mal von der Esra-Pirche Agudas Jisroel bestritten ward, geht uns folgender Bericht zu: , Es war ein ungemein ermutigender Eindruck, zu sehen, wie die Frankfurter agudistische Jugend dem hochverehrten Präsidenten der Agudas Jisroel-Weltorganisation .eine Feierstunde bereitete, anläßlich seines Wegaugs von Frankfurt, Wir hörten frische, rhythmisch gesungene Lieder von den Pirchim. Jacob Rosenheim selbst zeichnete die verschiedenen Funktionen der einzelnen Abteilungen der Agudajugend. Die sich auf Erez Israel vorbereitende Jugend soll lernen, der Arbeit einen Stempel höheren Menschentums aufzudrücken und nicht Noach gleich ein Sklave zu werden. Die Jungens im Erziehungsbund sollen sich Mosche zum Vorbild nehmen und sich innerhalb der fremdeil Kultur und Umgebung das' jüdische Herz Uttd die Wahrheit des Sinai erhalten. Die Agttda Selbst schließlich soll — wie Awrohom es zuerst getan hat — die unverfälschte Herrschaft der Thora in der menschlichen Gesellschaft herzustellen als ihr Ziel betrachten. Wir empfanden es .ganz und gar als kennzeichnend für Jacob Rosenhe&m, daß er nach einem jugendlichen Sprecher, der die verschiedenen Erziehungsideale der religiösen Jugend scharf einander gegenüberstellte — die Synthese .dieser Grundhaltungen innerhalb der jüdischen Persönlichkeit und ihre gegenseitige Ergänzung in der jüdischen Gesamtheit als das Ziel hinstellte. Um so schmerzlicher muß es erscheinen, daß' in Jacob Rosenheim eine solche beispielhafte jüdische PersönUchkeiit und ein bedeutender Führer der jüdischen Gemeinschaft uns verläßt. Die Jugend gab aber zu erkennen, daß offenbar ihre Gefühle freudiger Art sind und ihr Lebensmut ungebrochen ist. Wir können deshalb annehmen, daß dieser Abend Herrn Rosenheim den Abschied leichter macht und wünschen, daß die Erinnerung an diese . Feier der Jugend ihn mit neuer Kraft erfüllen möge bei seiaef Tätigkeit für uns alle. . F. L. Eine Jacob Rosenheim-Siedlung des Keren Hajischuw. Vonder Landesorganisation der Agudas Jisroel in Deutschland, Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel in Deutschland, Noar Agudati, Agudistischef Chaluzimbund, Agudas Jisroel - Jugendorganisation in Deutschland und Esra-Pirche Agudas Jisroel geht uns folgender Aufruf zu*. Bei der Tagung der Westeuropäischen Landesorganisation der Agudas Jisr. o ie.l, die im August d, J. (Mitte Aw 5695} in Antwerpen stattfand, wurde unter der allseitigen Zustimmung der Vertreter' der einzelnen Ländesorganisationen der Beschluß gefaßt, den nächsten größeren Bodenkomplex, den der Keren Hajischuw in Erez Jisroel erwirbt, mit dem Namen des Präsidenten der agudistisichen Weltorganisation Jacob Rosenheim zu verknüpfen. ( Zur Verwirklichung dieses Beschlusses ist jetzt die Stunde gekommen. Hunderte und Tausenide von Agudisten sehnen sich, anläßlich der Verlegung des Wohnsitzes von Herrn Rose'nheim aus Deutschland nach England, und, wie wir zuversichtlich hoffen, späterhin nach Erez Jisroel, ihre Verehrung und Wertschätzung gegenüber einer '• Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen, die seit 4>ald drei Jahfaehnten den Gedanken der Agudas Jisroel in unermüdlicher Hingabe rastlos ihr Bestes an Zeit, Kraft und persönlicher Selbstaufopferung gegeben hat. Wenn wir heute mehr denn je Raum und Stätte gebrauchen, für eine agudistische Jugen'daHjah und agudistische Arbeiter - Kibbuzim, deren Wesensart derjenigen der Heiligkeit des Landes entspricht, dann .dürfte es wohl keine sinnigere Form geben, um einen wertvollen Beitrag zur Verwirklichung der von Jacob" Rosenheim gekündeten Ideale zu schaffen, als den Erwerb eines für Jugend-Alij ah und Kibbuz geeigneten Bodenkomplexes auf den Namen Jacob Roisenheims. Die unterzeichneten (obgenannten) agudistischen Organisationen fordern ihre Mitglieder auf, sich an diesem Werke in vollem Ausmaß ihres Könnens zu beteiligen, damit der Boden bereits zu Pessach 5696 seiner Bestimmung übergeben werden kann. Zuwendungen werden mit dem Vermerk: „Jacob Ros e n h e i m - S i e d 1 u n g: des Keren Hajischuw". auf das Postscheckkonto 53 900 Ffm., der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel erbeten. Der Eintopfsonntag muß alle Juden zum Opfer bereit finden! Ein Aufruf der Israelitischen Religionsgesellschaft. Der Vorstand .der Israelitischen Religionsgesellschaft richtet folgenden Aufruf an seine Mitglieder: Wir richten die dringende Mahnung an unsere Gemeindemitglieder, ihre S ö h n e und T ö c h t e r spätestens mit dem Tage des Eintritts der Großjährigkeit als Mitglieder unserer Gemeinde anzumelden und auch ihre kaufmännischen und Hausangetsellten zu veranlassen, die Mitgliedschaft unsrer Gemeinde zu erwerben. Bei Unterlassung der Anmeldung unterliegen die Betreffenden der Veranlagung zur Kultussteuer durch die „Israelitische Gemeinde", In allen Fällen, in denen der Eintritt der Großjährigkeit von Söhnen und Töchtern unsrer Gemeindemitglieder bekannt wird, lassen wir eine Beitrittserklärung zur Unterschrift zugehen. Wo dieses, infolge Unkenntnis, nicht geschieht, wolle man das Formular auf unsrer Kanzlei, Friedbergeranl. 6, anfordern. Religiöse Intensivwoche der Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Wir veranstalten in der Woche vom 9.—16. November eine „Religiöse Intensivwoche", die in einer Zeit, da unser gesamter Kreis mehr denn je zuvor auf rein jüdische Veranstaltungen angewiesen ist, einleitend für verstärkte Winterarbeit sein soll. Es soll •daher diese Folge von Veranstaltungen über unsere Organisation hinaus, belehrend und gewinnend wirken. Der agudistische Gedanke soll auch denen lebendig werden, die noch nicht den Zugang zur Mitarbeit an der agudistischen Aufgabe gefunden haben. Und Stärkung des Agudismus ist die Forderung der Stunde! (Siehe Vereinskalender.) Freitagabendveranstaltungen der Israelitischem Religionsgesellschait. Freitagabend, den 8. November, 20.30 Uhr, Hörsaal Friedbergeranlage 5, spricht einer der Leiter des Beth Chaluz schel ,,Noar Agudati". Die Thora im Derech Erez-Lehrgänge der Israelitischen Religionsgesellschaft. Der erste Vortrag des Herrn Dr. Biberfeld über „Probleme der 'jüdischen Geschichte" findet am Dienstag, den 12. November, im Hörsaale Friedber- Zum Jahrzeitstag von Rabb. Dr. S. Bamberger erscheint in meinem Verlage in S. "Auflage: irna Die Sprüche der Väter Zum Scriulg ebrauch und Selbstunterricht übersetzt und erläutert von Rabb. Dr. S. B amb erger ^"xr Schulausgabe in Halbleinen RM, 2.— Geschenkausgabe in Ganzleinen RM. 3.— Zu beziehen durch alle jüdischen Buchhandlungen. J. Kauffmann-Verlag, Frankfurt am Main Telefon 29444 Schillerstraße 19 Folgende Betriebe unterstehen der Aufsicht des Rabbinats der Synagogengetaeinde „Israelitische ReligionsgeseUsdbaft" Frankfurt am Main s Aron Mainzer, Hanauerlandstr. 1 David Stein, Hanauerlandstr. 30 Julius Grünebaam, Hanauerlandstr.4 Siegmund Bender, Hanauerlandstr. IIa J. Halberstadt, Schützenstr. 8 Leopold Lob, fileichstr. 9 Jacob Schön, Uhlandstr. 50 Leo Vogel Börnestr. 44 Max Philipps, Zeil 4 * S. Salomon, Gr. Eschenheimerstr. 19 Bäckereien: Konditoreien: Metzgereien: Wurstlereien: GefiügelhandlDDgen; ^onas H_alber.stadt<_Aiierheiiige5str. &i Kolonialwaren: Milcnhanulimgen: Restaurationen: Lehrer gesucht Die mUlfT 'p>nni3. Düsseldorf, sucht .per t. 1. 1936 einen äußerst tüchtigen Lehrer, welcher die hebräische Sprache und beherrscht. Anfangsgehalt RM. 175.-. Falls nicht Reichsdeutscher, Befreiungsschein Bedingung. Angebote nur mit Referenzen an den Vorstand, M. Gottlieb, Düsseldorf, Bismarckstr. 73. 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