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Der Israelit · 1935-10-31 · Heft 44 (31.10.1935) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 44 (31.10.1935)
Date
1935-10-31
Page
– (sequence 15)
Language
German
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31. Oktober 1935 Der Israelit Nr. 44 Seite 15 Kein Jude darf notieiden Die Jüdische Winterhilfe mufl helfen! schem Leben sich sehnenden, vereinsamten jüdischen mn»3 Gehör schenken werden. Das Jüdische Winterhilfswerk in Frankfurt. In unserm Bericht über die Ausführungen, die in der Sitzung der Gemeindevertretung der Israelitischen Gemeinde (siehe Nr. 43 unsres Blattes) über das Winterhilfswerk gemacht worden sind, wurde als Beispiel für die Höhe der Besteuerung angeführt: Einkommensteuer für ein Jahr RM. 300.—. Davon 3 Proz. ergeben iRM. 9.—. Aus unseren Angaben ging hervor, daß diese RM. 9.— für sechs Monate gedacht sind. Es muß richtig heißen: RM. 9.— für je einen Monat oder für die Dauer des Hilfswerks RM. 54.—. Von .der Leitung der Jüdischen Winterhilfe Frankfurt a. M. ergeht an alle Mitglieder der beiden Gemeinden, sofern sie als Arbeitnehmer oder Selbständige Steuern zahlen, .die Aufforderung, bis spätestens 5. November 1935 schriftlich auf einer dem betreffenden Schreiben anhängenden Karte sich zur Zahlung einer einmalig q « Zuwendung, die mindestens dem oben erwähnten Satz entspricht, zu verpflichten. Bei der sogenannten Pfund- Sammlung am Sonntag, den 27. November, die durch Barbeträge abgelöst wurde, wirkten 4 0 0 ehrenamtliche Helfer mit, die sich, wie wir hören, ausschließlich aus Mitgliedern des RjF. zusammensetzten. — Das Ergebnis der Sammlung wird als einigermaßen zufriedenstellend bezeichnet. Ha. Ha. Eine Werbekundgebung des „Misracbi". Wer etwa erwartet hatte, daß Herr Rabbiner Dr. Hoff mann (als Fraktionsführer des Misrachi auf dem letzten Luzerner Zionistenkongreß) seinen Freunden und den erschienenen Nichtmisrachisten einen erschöpfenden Bericht geben würde, kam nicht ganz auf seine Rechnung. Der Redner forderte die Stärkung der Fonds für Erez Jisroel, um neuen Boden, neue wirtschaftliche Unternehmungen und dadurch neue Verdienstmöglichkeiten für die jüdischen Menschen zu. schaffen. Die Berufsausbildung der nach Erez Jisroel strebenden Menschen müsse so sein, daß die landwirtschaftliche und gärtnerische Unterweisung im Vordergrunde stehe. Mindestens 20 Proz. der Einwandernden müssen auf dem Lande bleiben. Nur so könne die wirtschaftliche Entwicklung des Landes die erwünschte sein. Im andern Falle könnte leicht durch das rapide Wachsen der Städte die Entwicklung des Ganzen ernstlich gefährdet sein. Eine nicht geringe Bedeutung käme einer gehörigen Ausbildung der Handwerker und derjenigen zu, die in der Hauswirtschaft und in Anstalten tätig sein wollen. Als zentrale Aufgabe bezeichnete der Referent die Lösung des nationalen und religiösen Lebens in der traditionsgebundenen Form und eine Erziehung der jungen Menschen, die sich für die Auswanderung nach Erez Jisroel entschließen, weil das Land sie braucht, und nicht weil sie das Land brauchen, für ein traditionstreues Leben im Lande selber. Bis jetzt sind 850 Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren durch die Jugendalijah zur handwerklichen oder landwirtschaftlichen Ausbildung aus Deutschland nach Erez Jisroel gekommen. Fürs kommende Jahr ist mit einer Zahl von rund 1000 jungen Menschen zu rechnen. Es kann nicht genug beklagt werden — so sagte Herr Dr. Hoffmann —, daß die meisten jungen Menschen durchaus unreligiös untergebracht und erzieherisch gefördert werden. Die Jugendlichen kommen, meistens ins Kinderdorf „Ben Schemen". Selbst diejenigen Einwanderer, die vom Hause aus die Jüdischkeit kennen, laufen Gefahr, entfremdet zu werden, und die, die schon entfremdet waren, finden keine Gelegenheit, das Traditionelle kennen zu lernen. Im neuen Kinderdorf ,,En Charod" lägen die Dinge nicht viel anders. Rühmend erwähnte der Vortragende die unermüdliche Arbeit von Frau S z o 3 d im Interesse der Jugendalijah aus Deutschland. Als bemerkenswert kann noch festgehalten werden, daß 50 Proz. der für die Auswanderung nach Erez Jisroel sich meldenden Jugendlichen religiöse Erziehung wünschen. Das ist — gemessen an der bisherigen Einstellung der Mehrheit der Judenheit Deutschlands — immerhin ein Fortschritt. Postscheck - Konto: Firn. 66600 Jüdische Winterhilfe Rabb. Dr. Ho ff mann bezeichnete dann als einen der Höhepunkte des Luzerner Kongresses, als fast einstimmig sämtliche Delegierte wie ein Mann sich erhoben, um die Heiligung des Schabbos zu proklamieren, und es sei gelungen, bei der linksorientierten Arbeiterschaft die innere Bereitschaft für die Wahrung der Tradition zu wecken oder zu bekräftigen. Bezüglich der Wahrung des Kaschrus sei man vorwärts gekommen. Ha. Ha. Ein Siebenziger. Herr Joseph Bender, eine bekannte und markante Persönlichkeit unserer KehiJla, begeht am r>3V ru 's seinen siebzigsten Geburtstag in der geistigen Frische und Abgeklärtheit, die diesen gebildeten und ijüdisch stärk interessierten Mann von jeher auszeichnete. Ein Kaufmann, der in Bank- und Börsettkreisen sich stets des besten Namens erfreute, auch langjähriges Vorstandsmitglied der Maklerkammer (Vereinigung der Kursmakler}, hatte doch Herr Bender stets Zeit und Sinn für jüdische Lahre und* jüdische Tat, für allgemein geistige und jüdisch-wissenschaftliche Fragen. Er ist einer der besten Kenner des alten Frankfurter Minhag und ein treuer Hüter der alten guten Tradition. Seine wiederholt bei uns erschienenen Kalendernotizen zeigen, daß er sich auch auf diesem Gebiete bestens auskennt. Dabei stellte und stellt der Jubilar, der für Jedermann ein liebenswürdiges Wort hat, seine beste Kraft in den Dienst der tätigen jüdischen Menschenliebe. Seine vierzigjährige Tätigkeit im Vorstande des Israelitischen Kinderheimes Bad Nauheim ist allbekannt, nicht minder seine aufopfernde Mitarbeit in der Verwaltung des Rothschild'- schen Spitals. Mit Eifer und Hingabe, die diesen Mann in allem auszeichnet, ist er auch als Vorsitzender des Minjan ve reines1 tätig". So ist es doch ein Leben von n"OJl nmv min» auf das Herr Bender zurücksehen darf, und das in gleicher Weise fortzusetzen, ihm an der Seite der Seinen beschieden sein mag nac onpsri ns» -,y Die Jüdischen Tonkünstler Frankfurts. Die jüdischen Tonkünstler Frankfurts teilen uns mit: 1. Als XIII. Mittwoch-Konzert findet am 6. November, abends 20.15 Uhr, ein Terzett-Abend statt mit Werken von Mozart, Schumann, Mendelssohn. Nicolai, Bizet. — Als XIV. Mittwoch-Konzert folgt am 20. November, abends 20.15 Uhr ein Klavier- und Gesang-Abend mit Werken von Schubert (Wandererphantasie], Chopin (Balladen und Etüden), Schumann (Lieder). 2. „Jugend musiziert". Diese Veranstaltungen unter dem Titel „Jugend musiziert" werden (unter Leitung von Hedwig Bergmann) in diesem Winter fortgesetzt und nehmen ihren Anfang" am 17. November, abends 17.30 Uhr im Vereinshaus Eschersheimerlandstr. 27. 3. Die Jüdischen Tonkünstler machen 'ausdrücklich darauf aufmerksam, daß die Besucher jeder jüdischen Veranstaltung den gesetzlichen Bestimmungen gemäß einen Reichsverbands-Ausweis besitzen müssen, sofern sie nicht im Besitz einer Mitgliedskarte des Kulturbundes sind. Wer noch keinen dieser beiden Ausweise hat, kann den Reichsverbands- Ausweis an der Abendkasse vor jeder Veranstaltung gegen Vorlegung irgend eines Ausweises mit Lichtbild (Paß oder Personalausweis oder dergl.) erhalten. 4. Die Jüdischen Tonkünstler weisen darauf hin, daß die Musikpädagogen sich streng an die bestehenden Satzungen halten müssen. Das festgesetzte Mindesthonorar für minderbemittelte Schüler darf nicht unterschritten werden. Eltern, die beabsichtigen, ihren Kindern Musikunterricht erteilen zu lassen, werden im Interesse einer gewissenhaften gründlichen Ausbildung gebeten, nur Pädagogen zu. wählen, die der Gemeinschaft der „Jüdischen Tonkünstler Frankfurts" angehören. Auskunft erteilt: Rosy Geiger-Kullmann, Gervinusstr» 20, Tel, 52234. Israelitische Kinderheilstätte in Bad Nauheim, Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Die Israelitische Kinderheilstätte, Bad Nauheim, nimmt auch in der Winterzeit herzkranke, rheumatische und erholungsbedürftige Kinder im Alter von 4—15 Jahren in ihr Heim auf. Es ist für ärztliche Behandlung, sowie streng rituelle Verpflegung unter Leitung einer Krankenschwester gesorgt. — Anmeldungen sind zu richten an: Herrn Dr. B. Ansbaeher, Frankfurt a. ^1., Goethestr. 25. Die Jüdische Winterhilfe braucht Dich! am Nach Palästina Die kürzeste und bequemste Verbindung über Tri est mit den 8000 BRT. (12000 Tonnen Wasserverdrängung) großen, vollständig neu eingerichteten Schnelldampfern Gerusalemme Galilea Palestina Erste Klasse und Touristenklasse Fahrpreise ab Triest nach Jaffa oder Haifa 1. Klasse RM 354.65 inkl. Taxen Tour.-Kl. RM 122.10 inkl. Taxen Auf Wunsch rituelle Verpflegung Abfahrten von Triest jeden Mittwoch ' und jeden zweiten Freitag, 13 Uhr Auskünfte, Buchungen durch LLOYDTRIESTINO Frankfurt/M., KaTeleforT237540' sowie alle bedeutenden Reisebüros Jüdisches Reform-Real-Gymnasium, Breslau. Die Stelle eines Direktors unserer gesetzestreuen Anstalt ist wegen der Alijah des jetzigen Direktors neu zu besetzen, Bewerbungen mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften und Referenzen baldigst an das Kuratorium, ZU Häad. von Rabb. Dr. Simonsohiv Breslau 13, Gutenbergstraße 13, erbeten. Lebensmittel Importu.Großhandlung lucht zum Besuche von Geschäften) Anstalten u. Großverbrauchern tüchtigen Reisenden Ang, unt, 2473c Exp. Guter jm .Klip bV2 Lehrer sem. gebildet, Dtsch., verh., str. orth., 32 J„ mit Ia Zeugn., sucht sich zu verändern. (Auch Ausland). Off. unt. 2475c a, d. Exp. Koch strengkoscher sucht per sofort im Ino. Ausl. Stellung. Frau übernimmt evtl. Hausarbeit. Off. unt. 2469c an die Exped. Suche f. mein. 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