Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 50 (12.12.1935)
- Date
- 1935-12-12
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2450858-2450906--81761-2539549- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 14 .Nr. 50 D er Israelit 12. Dezember 1935 Vermischtes. Bocholt, 8, Dez. Die Arbeitsgemeinschaft jüdischer Lehrer am Niederrhein tagt am 15. Dezember um 16 Uhr im Gemeindesaal zu Mülheim (Ruhr,)'. Hannover, 8. Dez. Die Zeiire Agudas Jisr o e 1 und A g u d i s t d s c h <e Fr.auengruppe Hannover veranstalteten am 23. November einen Elternabend im jüdischen Jugendheim, der von über 250 Personen besucht war. Im Mittelpunkte des Abends standen Referate der Führerschaft der Z. A. J. über die Ziele von „Agudas Jisroel". Nachdem Chawer Sehiu T a g e r die Gäste begrüßt hatte, führte er in seinem Referat ,,A. J. und Berufsumschichtung" u. a. aus, daß nachdem in Deutschland die allgemeine Berufsumschichtung der jüdischen Jugend eingesetzt hat, auch Agudas Jisroel daran ging, für ihre Jugend edne planmäßige Bemfsumßchichtung ^d:urchzuführen. Der, Noar A g u d a t i gründete mit Unterstützung des „Keren Hajischuw" in ganz Deutschland und zum Teil im benachbarten Auslände ca. 10 Hachscharahstätten, auf welchen zur Zeit ca. 250 Menschen für Erez Jisroel vorbereitet werden. Ferner befinden sich auf den Jeschiwoth und Beth Chinnuchs »in Frankfurt, Berlin, Fulda und Heide ca. 300 Chawerim zur geistigen Vorbereitung. Für die Mädchen wurde ein Seminar in Hamburg eingerichtet, in welchem . laufend ca. 30 Chaweroth sind. Der Referent schloß seine Ausführungen mit der Feststellung, daß die agudistische Jugend mit aller Aktivität dabei sei, sich für ein jüdisches Erez Jisroel in der Gola vorzubereiten. — Pepd Sommerfeld sprach sodann über „Unser Weg" und kennzeichnete: die Ziele von Agudas Jisroel, Für uns s>eien die Gedaule Hatauroh als Führer anzusehen, die uns ein „Erez Hakdauscho" und nicht ein sogenanntes „Erez". aufzubauen lehren. :— Im Schlußreferat „A. J. zwischen den Zelten" setzte sich Chawer W. T >u g e n d h a f t eingehend mit den politischen Strömungen innerhalb des jüdischen Volkes auseinander. Er zeichnete den schweren Weg des Agudisten, der, gleich dem Zionisten am Aufbau E. J. beteiligt, aber die religiösen Gedanken in den Vordergrund stellt, und schloß mit dem Appell zur Schaffung der Einheit des jüdischen Volkes und zum Aufbau Erez Jisroels auf der Grundlage der Tauroh. 0, Hamburg, 11. Dez. Am Sonntag, den 8. Dezember, fand die Gründungsversammlung der Selbsthilfegruppe jüdischer Körperbehinderter, Ortsgruppe Groß-Hamburg statt. Die Gründung wurde von Herrn Paul Ffänckel eingeleitet. Hierauf wurde die Wahl des Vorstandes vorgenommen. Zum 1. Vorsitzenden für Groß-Hamburg wurde Herr Paul Fränckel einstimmig gewählt. Hierauf ergriff der Vorsitzende von Nordwest-Deutschland, Herr Kurt L y p o 1 d , Emden, das Wort.. Er zeichnete in temperamentvollen Ausführungen den Aufbau und den Sinn unseres gesamten Aufgabenkreises. Es wurde eine Geschäftsstelle gegründet, bei der Herr Dr. Brauns c h w e i g e r als Syndikus mit wirkt. Des weiteren übernahmen Frl. Selma Lehmann und Frl. Lina Flörsheim die Beratungsstelle für jüdische Körperbehinderte. Personalien, Niederaula, 10. Dez. Dieser Tage hat Herr Lehrer Gans nach 50jährigem Wirken am hiesigen Platze seinen Wohnsitz nach Frankfurt verlegt. Er hat während dieser Zeit als Lehrer und Mittelpunkt der Gemeinde in treuer Pflichterfüllung segensvoll gewirkt und sich die Liebe und Verehrung der Gemeinde errungen. Diese sieht ihn nur mit schmerzlichem Bedauern scheiden. An seiner Seite wirkte seit 25 Jahren der Synagogen-Aelteste Salomon Levi, der ebenfall® das Wohl der Gemeinde stets nach Kräften förderte. Vom Beginn des neuen Schuljahres ab werden die hiesigen Kinder der Hersfelder Israelitischen Volksschule laut Verfügung der Behörde überwiesen. Rabbi Mosche Diamant b"Hh Nitra, 8. Dez. Eine ihrer markantesten Persönlichkeiten, der Nestor der Nitraer Thoragelehrten, Rabbi Mosche Diamant, ist am zweiten Tage 1^03 n"T zu Grabe getragen worden. Als Sohn des iR. Pinchas Diamant b"t, .dieses Musterbildes eines erat? xr und als hervorragender Schüler R, Esriel Hildesheimers <~>'"£\, repräsentierte er mit seinen ungemein reichen geistigen und seelischen Qualitäten das edle Produkt dieser zwei Männer. Sein Lebensziel war stets, Thora zu verbreiten, Thora zu lernen und zu leben. Es gab für ihn nur ein Entweder—oder. Entweder, so lehrte er, werden alle Regeln der jüdischen Lebensordnung, unserer nampn rmndn allen ihren Einzelheiten mit peinlichster Genauigkeit befolgt, oder — der ganze Monumentalbau gerät ins Wanken. Sein Haus war ein G'tteshaus, beherrscht und /beseelt einzig und allein von den strengen Prinzipien dieses Lebensprogrammes. Und dieses hehre Lebeneprogr.amm — es bleibt für tuns' Hinterbliebene ein ungeschriebenes, äbef UM so teuereres Vermächtnis, ein ewiger Denkstein, ein steter Ansporn, auf daß auch wir unsere Häuser zu wahren jüdischen. G'tteshäusem gestalten, in seinem Sinne, in seinem Geiste, zum Heile seiner reinen ncipj und zum Wohle unserer aller. n"axan Dettelbach, 4. Dez. Unsere leider sehr zusammengeschmolzene " Gemeinde hat neuerdings zwei schmerzliche Verluste zu verzeichnen. In Köln, wo sie die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte, starb im gesegneten Alter von fast 84 Jahren Frau Jani Wiesen.grund s>. A. Mit ihr ist das Haupt der hierorts alteingesessenen Familie Wiesengrund dahingegangen. Sie stand bei allen Bekannten in hohem Ansehen. Ihr Gedenken bleibt gesegnet. rrssan Dettelbach, 5. Dez. Am Dienstag, den 26. November, wurde die Gattin unseres Kultusvorstandes, Frau Sara Sittenheim, im Alter von 72 Jahren durch einen sanften Tod von einem mehrjährigen Leiden erlöst. Sie stammte aus Pflaumloch bei Nördlingen und war hierorts durch ihre Friedensliebe und stille Wohltätigkeit allseits geschätzt und geachtet, insbesondere auch bei der nichtjüdischeft Bevölkerung. Sie, wurde nach Würzburg überführt. Die vielen Besuche im Trauerhause, namentlich aus Würzburg, bewiesen die Beliebtheit der edlen und schlichten Frau, Ihr Bild bleibt in der Erinnerung aller Einwohner unseres Städtchens für immer bestehen. Möge sie in Frieden ruhen. •rraxm Burghaun, 8. Dez. Heute kam hier Frau Fanny R a p p aus Eiterfeid uijter außerordentlich großer Beteiligung zur Bestattung, Herr Rabbiner Dr, Cahn und Lehrer Schuster, früher Eiterfeld, gedachten ihrer Tugenden in ehrenden Worten. -n"asin Bad Nauheim, 10. Dez. Am mw "n nar, würde unsere Gemeinde in tiefe Trauer versetzt. Frau Helene Flörsheim, geb, Lob, Gattin des Hoteliers Hermann Flörsheim, hauchte ihre reine Seele-/aus. Mit der Familie trauert unsere ganze Gemeinde und darüber hinaus ihr „ungemein weiter Bekanntenjk.rg jf in der Welt, wo man das: Hotel . Flörsheim als' ein im echten jüdischen Geist geführtes Haus . kennt und schätzt. \_ ' : : Am Grabe entwarf Herr Rabbiner Dr. C 'o, fi n , Marburg, unter dessen'Aufsicht das Hotel sitelfö-j ein Ghrakterbild dieser seltenen Frau, diä nochU auf1 dem Sterbebett dem 'Gatten und den Kindern anS^fterz legte, ihr Haus in ihrem Sinne weiterzuführen^ nind es als eine Heimstätte echt jüdischer Tradition:' zu erhalten. ' ( Im Trauerhause sprach als Freund der Familie Herr Lehrer Bettmann Worte ehrenden Gedenkens. n"'a.s':n L. G. Briefkasten. Ist nicht zulässig. Familien-Nachrichten. Geburten: Ein Sohn, Rabb. Dr. Bloch u..Frau, Aschaffenburg a. M. 10. Dez. Barmizwoh; Heinz, Sohn des Herrn -Simon Blumenthal, Blumenstr. 2. Mfr'iMP Synagoge Friedb.j Anlage. — Kurt, Sohn des Herrn Walter Wohtfahrth, Jahnstr. 5 pt. n«?'i natt Synagoge Friedberger Anlage. — Moses Tobias, Sohn dies Herrn Dr. Joseph Prys, Basel, Straßburgerallee 90. na». £n unserem Verlage erschien: in Ein Dokument der Zeil von S. SCHACHNOWITZ Preis brosch. Ji 2.—, geb. Jl 3— Das Buch, 265 Seiten rtarh, ilT ein Dokument der Zeit uon ergreifender Realität Ein junger jüdifcher Wenfch aus einer areligiöfen, am Judentum uöllig desintereffierten Familie wirduom Sturm der Zeit erfaßt und auf jüdifdien Heimatboden gefegt. Mit der Natht der Jugend und der Überzeugung reh)t er am £nde audi die. Eltern und feine ganze Umgebung mit zur jüdifdien Höhe. 3n ungemein anftfiaulidien Bildern entrollt fich uor dem Rüge das £eben der Hachfcharah, das neue Werden in erez Jsrael, die Cntwichlung der erften orthodoxen Kibbuzim. 3üdifdies £eben öftlldter und tueftlidier Obferuanz Kommen, uon aufjen gefroren, fich näher und finden fidi uollends auf dem heiligen Uäterboden, der zur Heimat der Jungen geworden ift. Außerdem ist soeben In Z. Auflage erschienen: ic ttlclt der m^snn nh,\y Kommentar zu den Werktags- und Sabbatgebeten nebft Ueberfetzung uon Rabbiner Dr. Elte Münk, RnsDach Die Werktagsgebete, 298 Seiten, 6rofj-Oktau, Eflß Preis in gediegenem Ceitiwandband RW. u.UU Der zweite Band, enthaltend die Sabbat-und Tefttagsgebete erfmeint kurz uor dem Pefjach-Terte. ♦ 1. Diefes bedeutfame Werk, das in leicht faßlicher Sprache gründliche wiffenfchaftliche Erläuterung des Gebetbuches gibt, hat bei feinem erften erfcheinen fo uiel ftnklaug gefunden, dafj die erfite Ruflage bald vergriffen war und in kurzer Trift eine tleuauflage fich als notwendig erwies. Rlle, die es früher uerfäumt haben, feilten die Gelegenheit wahrnehmen, diefes Gebetebuches teilhaftig zu werden, folange der üorrat reicht. Das Werk foll in keinem jüdifdien Haufe fehlen. Zu beziehen durch alle befferen Buchhandlungen, fo wie direkt durch den U erlag unter Hachnahme Verlag des Israelit u. Hermon GmbH., Frankfurt-M., Rechneigrdbehslr. 7 Postscheck - Konto Nr. 19 8 O 2