Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 50 (12.12.1935)
- Date
- 1935-12-12
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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m^^^^mM "," VHSftJge'XS***! Vi V 12. Dezember 1935 Der Israelit Nr. 50 Seite 13 Die Frankfurter Woche. Delegiertentagung der Landesorganisation der Agudas Jisfoel in Deutschland, Der Delegiertentag hat folgende Tagesordnung: Freitag abend fj?» nena: Beisammensein im Hörsaal der Israelitischen Religions-Gesellschaft, Friedberger Anlage 5. Samstag abend: Zwanglose Zusammenkunft im Agudo-Lokal (Schwanenstr. 12). Sonntag vorm. 9 Uhr: Eröffnung der Tagung durch den Vonsitzenden, Herrn Rabbiner Jos. / J. H o r o vi t z. 10 Uhr: Referat des Herrn Dr. Is. B r euer: „Vom Wesen des Agudismus1'. .IT Uhr: „Erez Jisroel"-ßericht über Tätigkeit der Palästinazentrale und über die Situation der Agudas Jisroel in Erez Jisroel (erstattet von Herrn Dr. E h r m a n n}. 12 Uhr: Arbeit und Ziel des Noar Agudati (Referent: Herr Fr. Lustig). 3 Uhr: Debatte. 5 Uhr: Keren Hathora. und Bes Jakauw (Referenten Herr Rabbiner W. Jacobson und'Herr Henry Pels). 6 Uhr: Debatte. 8.30 Uhr: Kommissionssitzungen. Montag vorm, 9 Uhr: Bericht des Vorortsvorstandes der Landesorganisation, verbunden mit einer Erörterung über Tätigkeitsgebiet und organisatorischen Aufbau von Ortsgruppen und Landesorganisation (erstattet von Herrn Doz. Julius Ehrentreu). 9.45 Uhr: Korreferat von Herrn Rabbiner Abraham W o 1 f f : „Zusammenarbeit zwischen Landes- und Jugendorganisation, zwischen Orts- und Jugendgruppen". 10.30 U h r : Debatte über die Gruppenarbeit. 3 Uhr: Fortsetzung der Debatte unter besonderer Berücksichtigung der sozialen Aufgaben (Auswanderungsfragen, Landkinderaktion, Schemiras Schabbos), 5.30 U h r i, Wahl des Vorortsvorstandes. 6 Uhr: Schlußworte des Vorsitzenden. 8.30 Uhr: Öffentliche Kundgebung. - Generalversammlung der Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Samstag, den 14. Dezember, abends 8,30 Uhr, findet im Hörsaal der Israelitischen Religionsgesellschaft, Friedbergeranlage 5 .die ordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: Tätigkeitsbericht und Arbeitsprogramm; Wahlen,; Da außerordentlich wichtige und dringend« Fragen zur Debatte stehen, wird vollzählige® Erscheinen der Mitglieder erwartet. Die Jüdische Winterhilfe braucht Dich! HeSped auf den Wilkomirer Gaon Die Frankfurter Ortsgruppe der Agudas Jisroel veranstaltet am Sonntag, den 15, Dezember, nach ans?» rbsn (4.30 Uhr) im Hörsaal der I, R. G„ Friedbergeranlage 5, einen Hesped auf den Wilkomirer 31 ^"ST, .bei dem Herr Rabbiner Horovitz und Herr B. R a c he 1 s o h n sprechen werden. . Um zahlreiches Erscheinen von Mitgliedern und. Gästen '— Herren — wird gebeten. Die Intensivwoche der A. J.-Jugendgruppe, Ueber die Aufgabe der Agudoh in Deutschland sprach am sechsten Abend Herr Dr. lEhrmann und gab einen U eberblick über die Stadien, die zur Gründung der Agudas Jisroel in Deutschland führten. Das sogenannte liberale Judentum ist ausgegangen von der Gleichberechtigung der Juden. (Man hatte nur ein Ziel: Entjudung bis zum völligen Gleichwerden. Die Entwicklung hat nun dahin geführt, daß die Assimilation gegenstandslos geworden ist, und wir sehen eine entwurzelte igroße Schicht Juden, denen . die Agudoh mit ihrem Programm wieder einen Inhalt zu geben die Aufgabe bat. So ist es denn auch Pflicht der Agudisten jetzt, gewissermaßen zur „Mincho"-Zeit— zwischen Morgen und Abend — unser Opfer zu bringen, um der Rettung der jüdischen Volkssieele willen. Es gibt ja. heute unter den assimilatorischen Juden Deutschlands solche, die tausendmal mehr Kenntnisse nichtjüdischer Kulturwerte besitzen; als solche in jüdischen. Man glaubt daher, im „Kulturbund" etwas wie einen Ersatz gefunden zu haben. Für den Klall zu arbeiten hat nur der das*-Recht, der : sich selbst erzogen hat, und die erste Pflicht eines Agudisten ist es,'.sich ein gediegenes jüdisches Wissen anzueignen. Was der Jaum Hakippurim. für die Gemeinschaft in der Zeit istr das sollte Erez Jisroel für die Agudoh werden im Räume. ha, Steilentafel der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums, In J u g o s I a v i e n ist einem Kaufmann mit einem Kapital von ca. RM. 6 0 0 0 0 Gelegenheit zu einer außerordentlich guten Beteiligung an einem großen seit Jahrzehnten , bestehenden Betrieb, der Sabbat streng geschlossen ist, gegeben. - Orthodoxer Student, der Elementar-Unterricht im Hebräischen und Vorbereitungsunterricht für das Abitur (Französisch,* Englisch, Lateinisch, Mathematik) gibti für Luxemburg gesucht. Propagandistische Kraft, die gleichzeitig einige Stunden Talmudunterricht zu erteilen hat, für O s tdeutschl and gesuchte Anfragen an das Büro der Freien Vereinigung lür die Interessen des orthodoxen Judentums, Frankfurt a. M,, Rechneigrabensitr. 10. Sijunt-Hagodaul der „Chewro Schaß". Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß der Sijum Hagodaul am roinva ipts p"v nmn.— Samstag, den 21. Dezember, präzise 7 Uhr, in der Aula der Samson Raphael Hirsch-Schule, Am Tiergarten 8 stattfindet. Es ist zu empfehlen, Einlaßkarten — erhältlich bei Herrn Rachelsohn, Sandweg 6c — sofort in Empfang zu nehmen, da mit großer Beteiligung zu rechnen ist. . Freitagabendverahstaltungen der Israelitischen Religionsgesellschaft. - Freitag Abend, den 13. Dezember, 20.15 Uhr, spricht im Hörsaal, Friedbergeranlage 5, Herr Willy Wolf über „Familie und Milieu", Veranstalter: Bes Chinnuch. Jüdischer Turnerbund E. V. Am Samstag, den* 2 1. D e z e m b e r, wird eine größere Chanukabfeier unter dem Motto „Mit dem JTB. auf der Fahrt nach Erez Jisroel" stattfinden. Die Veranstaltung verspricht einen schönen Verlauf und werden außer turnerischen Darbietungen ein Schülerorchester, Chöre und vieles Aridere das Publikum gut unterhalten. Sichern Sie sich schon rechtzeitig Ihre Eintrittskarten. Dieselben sind bei unseren Mitgliedern, Foto-Katz, Sandweg 7, sowie im Cafe Loeser, Gr. Wollgraben 22 zum Preise von 50 und 75 Pfg, (Schüler 30) erhältlich. Wir machen nochmals auf unseren regelmäßig am Mauzoe Schabbath stattfindenden S c h a c h a b e n d im Cafe Loeser aufmerksam, Ein Meisterschaftsturnier wird bereits ausgetragen, doch können jederzeit Neuanmeldungen erfolgen. Gäste sind uns herzl. willkommen. Raphael und Jeanette Ettlinger'sches Kinderheim in Hofheim a, Taunus, Das Erholungsheim für jüdische Kinder am Fuße des Kapellenberges in schönster Lage am Walde ist allbekannt. 'Die Kinder erhalten bei Bedarf medizinische Bäder, Höhensonne, Liegekuren und stehen ständig unter ärztlicher Aufsicht. Die Verpflegung ist streng rituell und vorzüglich. Auf Wunsch wird in allen Schulfächern, besonders für schwächliche Kinder und Kleinkinder Unterricht erteilt. Auch Erwachsene finden zu niedrig .gehaltenen Pensionspreisen Aufnahme. Ebenso werden für Wochenende Anmeldungen entgegengenommen, Anfragen sind an 'die Leiterin, Frl. F. Heller, Hofheim a. Taunus, Kapellenstr. 12, zu richten. Chanuka-Kunstschau — eine Verkaufsausstellung. Wie alljährlich, wird auch zu diesem Chanuka eine Kunst schau in den Räumen des Vereins.- hauses, Eschersheimerlandstr. 27, in der Zeit vom 17. bis 22, Dezember stattfinden. Es gelangen zur Ausstellung Werke der jüdischen Künstler Frankfurts und des Rhein-Main-Bezirks in Malerei, Graphik, Plastik. Wie im vergangenen Jahre, ist eine Kunstgewerbescb.au der Ausstellung angeschlossen. Ein Rezitationsabend von Ludwig Hardt. In der Gesellschaft für jüdische Volkskunde rezitierte am Montag Abend im Hörsaal Unterlindau Ludwig Hardt. Wie eben Hardt rezitiert: mit einer Gestaltungskraft des Wortes, die hinreißt. Eine kleine Wandlung ist wahrzunehmen: der Künstler, dessen jüdische Note in früheren Jahren mit Heine und Börne ihren Höhepunkt hatte, hat sich nun etwas weiter entwickelt. Er trägt jetzt auch aus Dichtungen vor, die jüdische Autoren für Juden geschrieben haben. Seine Kunst und seine Liebe gehören aber doch noch in erster Reihe Heinrich Heine. Er interpretierte ihn und verjüdischte ihn auch bis zu einem gewissen Grade, wenn er aus den Hebräischen Liedern gerade die Stelle, die der jüdischen Sehnsucht des Dichters entströmten, so hinaussang, daß die ironischen Bemerkungen ganz zugedeckt waren. Mit Franz Kafka vermochte er jedoch das Publikum nicht izu fesseln. Die sinntiefe Symbolik Kafkas verträgt die laute Tongebung nicht. Dagegen erntete er zum Schlüsse mit dem Vortrag eines Kapitels aus S c h o 1 a u m AI e >j c h e m wohlverdiente Beifallsstürme. Konzert auf zwei Klavieren. Wenn sich zwei Künstler vom Range eines Dr. Willy Salomon und einer Alice Rosenbaum zu einem Klavierabend auf zwei Flügeln verbinden, dann erlebt man einen ästhetischen Genuß. Dr. Salomon fesselt durch seine brillante Technik, zu der sich reifste Vortragskunst gesellt. Dasselbe trifft für die Pianastin zu. Beide Künstler waren auf da® Feinste gegeneinander abgestimmt. Einleitend hötre man Andante und Variationen von Schumann. Es folgte eine eigene Komposition, Präludium und Fuge von Willy Salomon, die gutes handwerkliches Können verriet. Stilecht klang die g-moll-Ballade von Chopin auf. Fesselnd wirkte auch der Schatzwalzer von Joh. Strauß, für zwei Klaviere bearbeitet von Dr. Willy Salomon. A. K, Konzerte Dela Lipinskaja. Da die für Samstag, den 14. und Sonntag, den 15. Dezember angesetzten Konzerte von Dela Lipinskaja einige Tage nach ihrer Bekanntgabe schon ausverkauft waren und ein inzwischen auf Donnerstag, den 12. Dezember, festgesetzter dritter Abend auch bereits ausverkauft ist, hat sich die Künstlerin entschlossen, ein viertes und fünftes Konzert zu geben und zwar am Samstag, den 14. Dezember Nachtvorstellung (Beginn 10.30 Uhr) und Sonntag, den 15. Dezember Nachmittagsvorstellung (Beginn 4.15 Uhr). Karten für diese beiden Veranstaltungen sind an der Kasse des Vereinshauses jeweils eine Stunde vor Beginn der Konzerte erhältlich. Postscheck - Konto; Fim» 66600 Jüdische Winterhilfe?? Eröffnung einer Mittlerenhachschara des Noar Agudati in Dannstadt. Die Ausbildung 'für Erez Jisrael gliedert sich in zwei Gruppen: 1, Die BeruffiUmschichtung. 2. Die Berufserstausbildung. Der Berufsumschichtung dienen die einzelnen Hachscharazentren, in denen die Chaluzim sich in 1—1% jähriger Ausbildung für den landwirtschaftlichen oder handwerklichen Beruf in Erez Jisrael vorbereiten. Neuerdings gewinnt aber die Berufserstausbildung besonders an Bedeutung, da das Alter der zur Ausbildung Gelangenden mehr und mehr sinkt. 14- und 15jährige, die gerade die Schule verlassen haben, sollen für ihren Lebensberuf ausgebildet werden. Es muß eine gründliche fachliche Ausbildung und «ine gediegene geistige Schulung vorgenommen werden. Der Gedanke der Vorlehre, der in der allgemeinen handwerklichen Berufsausbildung immer mehr an Boden gewinnt, und mit dem schon ausgezeichnete Erfahrungen gemacht wurden, findet auch hier seine Anwendung. In Werkstätten, die zum großen Teil selbst mit geringen Mitteln hergerichtet worden sind, werden ein Jahr lang die jungen Handwerker unter Leitung eines erfahrenen Meisters herangezogen. Sie lernen die Grundarbeiten ihres Handwerks kennen und sind in kürzerer Zeit als der normale Lehrling im Besitze einer handwerklichen Schulung. Die allgemeine Handwerkerausbildung kam zu dieser Lehre durch den Mangel an geeigneten Lehrstelln. Vom Chaluzimbund wird derselbe Gedanke verwirklicht in der Form der Mittlerenhachschara. Der Noar Agudati, Bund ägudistisch-chaluzischer Jugend, hat am 15. November in Darmstadt eine solche Hachschara eröffnet. Unter eigener Regie wurde eine Schreiner-Lehrwerkstätte mit vorläufig 8 Hobelbänken neu eingerichtet, in der die Chaluzim unter Anleitung eines erfahrenen Meisters etwa zwei Jahre ausgebildet werden sollen. Neben der rein handwerklichen Schulung findet eine theoretisch-fachliche in. Werkstoffkunde und Werkzeichnen statt. Alle Vorbedingungen iür eine .gute Ausbildung sind gegeben. Ein Teil der Chaluzim arbeitet gemeinsam unter Anleitung eines Gärtners in einem geeigneten großen Gartengrundstück. Auch hier geht eine theoretische Schulung nebenher, Die Arbeitszeit in beiden Betrieben ist bis zwei Uhr nachmittags. Von 3.30 Uhr an finden Schiurim und Kurse statt in Gmoro, Chumisch, Raschi, Tenach, Dinim, Tefilla, Iwrit, Geschichte, ideologische Schulung und Englisch. Sabbat und Sonntag sind in besonderem Maße der Gemeinschaftserziehung gewidmet. Mittelpunkt der Ausbildungsstätte ist das gleichzeitig neu errichtete Beth Chaluz, in dem die Chaluzim wohnen und in dem auch die Schiurim stattfinden. Die Einrichtung der Hachschara wurde ermöglicht mit Hilfe der P a - lästina-ZentralederAgudas Jisroel und der tatkräftigen und aufopferungsvollen Mitarbeit der Darmstädter Ortsigruppe. Von der Reichsvertretung der deutschen Juden wurde ein einmaliger Zuschuß gewährt. Sehr preiswette Wollstoffe9 Seidenstoffe, Samte für den Nachmittag u. Abend, in reicher Auswahl: Schals, Garnituren, Gürtel, Blumen, Spitzen, moderne Krawatten und Krawattenstoffe. SchwarZSchild-Ochs Rossmarkt 13, gegr. 1767 :M£i^>f^rÄ: