Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 38 (19.9.1935)
- Date
- 1935-09-19
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 Nr. 38 'Der I s r a e Ii t "■ 19. September 1935 Juden die Färberei, Dieser Dürftigkeit gegenüber steht Damaskus mit 3000 Juden und talmudischer Gelehrsamkeit in hei lern Glanz. In der Wüste erhebt sich vie.ein Wunder Tadmor, eine Festung mit 2000. «ehr kriegerischen Juden. Auch Aleppo (1500), Kala Jiaber (2000) und Racca (?00) haben stattliche jüdische Gemeinden. In letzt? rem Orte soll ein? Synagoge von Esra erbaut wor den sein. Die Städte in Mesopotamien, sind von Juden sehr bevölkert; Nisibin (1000), Jezireh Omar Ben Al-Katab (4000), Mosul (7000), Rahaba {2000), Korkisia (5oo) Pumpeditha (2000), Charda (15 000), Qkbera (10 000) Bagdad (1000), Benjamin rühmt den Kalifen. Dieser kennt die Thpjra, liest und schreibt hebräisch und hat zahlreiche Juden in seinen Diensten. In Bagdad blühen zehn Jeschiwoth, deren Häupter jeden Montag gemeinsam als Beth-Din fungieren. Der Vorsitzende sämtlicher Jeschiwoth ist Daniel ben Chisdai. Dieser führt den Titel „Rosch Galuth", leitet sein Geschlecht von Da vid ab, und der Kalif bat ihn als Oberhaupt der Juden anerkannt. Wenn er in seidenem, goldgestick tem Kleide und mit Diamanten geschmücktem Turban, moslemitische und jüdische Reiterei als'Ehrengeleite, reitet, wird vor ihm ausgerufen: „Macht Platz vor dem Herrn, dem Sohne Davids!" Die Synagoge des „Rosch Galuth" ist prächtig; marmorne Säulen mit Sprüchen aus goldenen Buchstaben, zehn Mar morstufen als Unterbau der heiligen Lade. Elieser' ben Zemach, einer der Jeschiwa-Direktoren, leitet seihe Abkunft vom Propheten Samuel her und versteht noch mit seinen Brüdern die Musik des Tempels. Benjamins Reise führt nun über Ras-Al-Ain mit 5000 Juden nach den Ruinen von Babylon. Zwanzig Meilen weiter leben 20 000 Juden. Dann besuchte er Hilla (10 000) und Napacha (200). Nächst Napacha stehen am Ufer des Euphrat die Synagoge und das Grab des Propheten Jecheskel. Sechzig Türme umschließen den Platz der Synagoge, zu der selbst aus entfernten Gegenden Juden pilgern. All-Kotsenaat hat 300, Kufa 7000, Elgubbar (Pumpeditha) 3000 Juden Die Juden von Schafjatib haben die Erde und die Steine ihrer Synagoge aus Jerusalem geholt. Nun wendet sich Benjamin nach Süden, um die unabhängigen Juden in Yemen kennen zu lernen. Er erzählt von ihnen: 21 Tagesreisen durch die Wüste wohnen die Bne Rechab. Ihr Haupt ist Rabbi Chanan und ihre Hauptstadt Tema. Große, befestigte Städte liegen in ihrem 16 Tagereisen weiten Gebiete. Mit den benachbarten Arabern sind sie verbündet, um gemeinsam Raubzüge zu unternehmen. Sie gelten als überaus tapfer. Diese Juden sind Bauern und Viehzüchter. Es gibt unter ihnen auch solche, die Tag und Nacht lernen und solche, die „in Trauer um Zion und Jerusalem" sich vom Wein und Fleisch enthalten, an den Wochentagen fasten und in Höhlen wohnen. Jene Gelehrten wie diese Asketen werden vom Zehnten ihrer arbeitenden Brüder erhalten. Chanan, der Oberste der Juden Temas, und Salomon, der Oberste der 100 000 Juden des Telmas-Gebiets, wollen von David abstammen. Die Juden des Gebietes Tanajim werden auf 300 000 geschätzt. Diese Massen nehmen an, von den Stämmen Reüben, Gad, Menascheh durch die Eroberung Samarias (722 v. d. übl. Ztr.,) seitens' des assyrischen Königs nach Arabien gekommen zu sein. Interessant ist auch ihr jährlich vierzigtägiges Fasten für die Juden des Galuth. Auch in der großen Stadt Chailar leben 50000 als tapfer gefürchtete Juden. Benjamin besucht Schuschan und dann Amaria (25 000 Juden). Zu Amaria lebte der durch Disraeli's Roman bekannte Pseudomessias David El Roy, ein sehr begabter und in den jüdischen wie in den mohammedanischen Schriftentgelehrter Mann. Er wollte Jerusalem befreien und sich zum König der Juden ausrufen. Man erzählte ihm Wundertaten nach, die er vor dem König von Persien vollbracht hätte. Da, er auf alle Warnungen flieht hörte, tötete ihn sein Schwiegervater während des Schlafes. ■..' Benjamins Weg wendet sich jetzt nach Hamadan (50 000), wo-Mordechais und Esthers Gräber zu sehen sind, Dubaristan (4000), Isbahan (15 000), Schiras (10 000), Chiwa (8000), Samarkand (50 OOoJl Benjamin erzählt noch, von den Juden der Wüste, die frei aus Bergen Wohnen, Er kehrt nach Khuzistan ,am Tigris zurück, geht nach El-Chatif (5000) und Chulam mit nuf . wehigen Juden. Er erzählt, daß auf der Insel .KTtehdy (Ceylon) 23 000 Juden wohnen sollen, und ^rwahrit auch China und Afrika. In der südarabischen Hafenstadt Aden lernt er freie Juden kennen, die im schwierig zu besteigenden, unwirtlichen Gebirge wohnen und als Räuber weit und breit gefürchtet werden. Kirfs, die Grenzstadt Aegyptens, hat'30 QÖÖ, Fayuia, 'das Pitom des Pharaos der' Thora, nur. 20, und Men*: phis 2000 Juden. In Fayum sieht man noch Bauwerke ausi der Sklavenzeit der Kinder Israel. Memphis hat eine Synagoge palästinensischer und' eine babylonischer Juden, Jene lesen die Thora in dreijährigem, 'dies? in einjährigem Zyklus. In der nach Alexander «fem Großen benannten Hafenstadt Alexandria leben : -"• ' ': >■'■■' 3000 Juden. Nach dem Besuch des Berges Sinai unddes Roten Meeres schifft Benjamin nach Sizilien ein. Dort/ lernt er Messina mit 200 Juden und Balermo mit 1500 Juden kennen. Er setzt zum Festland über und durchwandert Italien bis an die Grenzen Deutsch? lands. Der Sohn eines polnischen Nationaldemokraten wiU Erez JisrLo^l-jTi^de werden. Beim Warschauer Rabbinat hat sich ein christ licher junger Mann mit der Bitte gemeldet, man möge ihm den JJebertritt zum Judentum und die Nieder lassung in Palästina ermöglichen, Anfang begegnete man dem Bittsteller mit einigem Mißtrauen in der Annahme, es handle sieh um einen der vielen polnischen Arbeitslosen, die auf solche Weise Arbeitsmöglichkeit in Palästina finden wollen. Auf Grund der Emp fehlungen eines Rabbiners in der Provinz und anderer Nachweise wurde jedoch festgestellt, daß es sich um den S'phn eines reichen Gütsbesitzers, eines national demokratischen Antisemiten, handelt. Der Junge, der seit jeher besondere Zuneigung für Juden empfand, hatte entdeckt, daß sein Urgroßvater Jude gewesen war. Daraufhin verließ er sein Vaterhaus und begab «ich in ein Hachscharahlager, wo er die Landarbeit sowie die hebräische Sprache erlernt? und sich auch sonst Kenntnisse in jüdischen Dingen erwarb. Das Warschauer Rabbinat will sich nunmehr an die Je wish Agency mit der Bitte um Zuteilung eines Palästina-Zertifikats an den* jungen Mann, einen gewissen Josef Lanowski, wenden, damit er in Palästina zum Judentum übertreten könne, da dem Uebertritt in Polen zurzeit gewisse Hindenrisse im Wege stehen. Vermischtes. Hamburg, 11. Sept. Der Verband der jüdischen Gemeinden Schleswig-Holsteins und der Hansestädte hat in den Schulferien jüdische Kinder aus kleinen Gemeinden und Kinder der in ihren Wohnorten einzeln wohnenden jüdischen Familien zu einem Ferienkurz in Hamburg vereinigt. Die Kinder, die zum großen Teil noch nie einem G'ttesdienst beigewohnt hatten, noch nie in einer jüdischen Jugendgemeinschaft waren, überhaupt bisher -kein richtiges jüdisches Leben gekannt hatten, erhielten von Lehrkräften der Hamburger jüdischen Schulen Unterricht. Für sie veranstalteten die jüdischen Jugendbünde Gemeinschaftsabende. Sie besuchten die G'ttesdienste in den Synagogen Hamburgs und Altonas, lernten di? Sehenswürdigkeiten der beiden Gemeinden kennen, lernten jüdische Lieder und die täglichen. Erfordernisse jüdischer Religionsgesetze. Der Kursus soll in erweitertem Umfange am Sukkoth-Fest wiederholt werden. Hamburg, 16, Sept. Der Jüdische Kulturbund eröffnete sein diesjähriges Programm erstmalig mit der Aufführung eines Theaterstückes „Jaakobs Traum" von Beer-Hoffmann. Wenn die Wahl gerade dieses Stückes als Anfang richtungweisend sein soll für die weitere Ausgestaltung des Spielplans, so wird sich die Bühne als echter Erzieher zu einem seines Schicksals und seiner Aufgabe bewußt werdenden Judentum erweisen. Die Aufführung entwickelte sich im zweiten Teil zu leindringlicher Wucht einer fast greifbaren Körperlichkeit des schweren Leids einer prophetischen Sendung, die in sich doch die höchste Menschenseligkeit birgt, die Hingabe an das G'ttliche. ' * -m. Familien-Nachrichten. Barmizwoh: Alfred, Söhn des Herrd Dr- S» Rosenthal, Jerusalem, Ramban Rd. 15, Synagoge Rechawiah, Diax3~tov. Vermählte: Gustav Werthan, Lea Kaplan, Petach Tikwa, 13- 9- 35. Briefkasten. H. K. in Cr. Geburtstag 24. April 1936, m?ö.ia snxa ymn. K. Bl. in D. Die Erzählungen sind zum größten Teile dem Werke ls nrös entnommen. Freilich ließ' sich der Autor, der auch noch aus anderen Quellen schöpte, beider Übersetzung und Aneinandereihung der Geschehnisse freie Hand- ' ",'/: .'•:' \A. Ä. in M. Wir haben leider gar keinen Einfluß auf das genannte Frankfurter Blatt, dpch wollen wir es versuchen: Besten Dank für die Anregung. ■N. Nin New Türk. Von jmqnymen' Zuschriften können wir in so verantwortungsvollen Angelegenheiten, wie Sie begreifen werden,- keine Notiz nehmend Sie müssen sich schon entschließen mit Ihrem Namen hervorzutreten" und klar und 4eutUch-tzu:-sägenyfcs . .Sie. wollen- ■ . ,; .;. l-s. . Frankfurter Vereinskalendey. Verein Mekor Chajim E. V. Sams|ag morgen nach Schul im Hörsaal : Dinim, Herr R^Ä; Dr. E. Posen Stunde^ vor' Mineho im Vereinslokal," „Mikro" Herr Rabb. Meyer, j Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, dt* nr. Herr S. Schachnöwitz. — 9-10 Uhr, im Vereinslokal, „Mögen Awrohomschiur, Herr R-, A- Dr, S/chlgsiriger. — '1 Stunde vor Mincho im Hörsaal \ „^afiauro?, schiur'', Herr Rabbiner Meyer, — 6.30 Uhr abends im Höisaale, Elulvortrag- Herr R.-t A, Dr. Schlesinger- Montag tauch Donnerstag) morgen nach Schul: Mischna- Mitgliedet lernen. Dienstag (auch Freitag)' nach Schul: Mischna. Herr R-A. Dr. E. Posen. Montag und Mittwoch abend 7-8 Uhr im Vereinslokal: Gemoroh; Herr Rabb. Dr. J. Breuer. Dienstag und Donnerstag abend in» Vereinslokal; Gemoroh, Herr R.-A- Dr. E. Posen- Jahrzeitsstütangen. ■ Dienstag, 24. September: Max Weil-Stiftung- .Dienstag. 24, September; Ludwig Elieser Kallmann- Stiftung. ' Mittwoch, 25. September: Ahron Kallmann-Stiftung. Donnerstag, 26. September: Lea~ Abigail Springut-Stiftg. Freitag, 27. September: Esther Eschwege geh- Adler- Stiftung- Liwjath Chen. [1 - Samstag nach Mincho 5^4 Uhr im Hörsaale, Vortrag des Herrn Schachnöwitz über: „Zwischen- Slicho und Machsor". . . Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Thora und Mussar. Herr Gemeinderabbiner Josef Horovitz- Gemorohschiur für. Baalebatim (ry 'on), Sonntag 9 Uhr, morg., Dienstag und Donnerstag je 7 Uhr abends, Mussarlehre des Rambam (für Jugendliche), Sabbat 4 30 Uhr nachm. Herr Rabbiner Dr- Mannesd»3m 'a»T, Sabbat vorm nach Schul Fichtestraße 5, nachm- 4 Uhr im Hörsaal Friedberger Anlage- Herr Dozent J. Ehrentreu? Chumisch mit Kommentaren, Sonntag 3/49 Uhr abends, Uhlandstr- 39. Herr Rabbiner M. Feuerwerker. Gemoroh für Jugendliche (vv 'oa), Sonntag und Dienstag -8.30 Uhr abends. — Dinim und Mussär für Jugendliche, Sabbat 330 Uhr nachm. — Gemoroh für Baalebatim (Baba Mezia), Montag u. Donnerstag 6 Uhr nachm, Fichtestr. 5. Herr R -A. Dr. E. Posen own nisn, Sabbat 6 Uhr nachm-, Sand weg 44- Herr Jacob Rosenheim, Messilas Jeschorim, Sabbat 5.45 Uhr nachm. Fichtestr. 5. Herr R.-A. Dr- M- Schlesinger, Gemorohschiur (na? 'Dö) für Baalebatim Mittwoch 8,15 Ubr abends, Schwanenstr. 12. Herr Spfer, um t\~t, täglich um 12 Uhr und Sonntag um 11 Uhr im Vereinslokale, Schwanenstr, 12 Herr Zuntz, n^n rnt«, Sonntag 715 Uhr vorm. im Sitzungszimmer der I- R. G. Agudas Jisroel-Jugemdgruppe. Das : Jahrzeitslernen für Sali Michel ^"»t findet am Erew Rausch-Haschono im Anschluß an den Daf jaumi statt. - Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Schabbos vorm. IÖV2 Uhr im Agudaheim Schwanenstraße 12, Schiur des Herrn Julius Lewin, „Das Buch Esra". Gebetzeiten. tV>i Q'ns: Freitag abend 5.55 . Samstag nnasrn 6.50 Samstag morg. 8 00 ■ .■ Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 7.15 Wochengottesdienst; Morgens 5.45 > Nachmittags 6.00 Sonntag morg.-5.301. Tefillinlegen am Morgen 5.25. ••. Wochenkalender. Von. 21; — 28.. September. 1935 / Vom 23, Elul bis 1. Tischri 5696 Samsta'g. 21 23 Sonntag 22 24 Montag 23 25 Dienstag 24 26 Mittwoch Sept. 25 : [27 Donnerstag? .' 26 '■•' '• 28 Freitag 27 29 Samstag 28 .(![; -i ..!!. i ^. l"? 'na «aa .-TO. . no tJDJ i" «y!asr V3 "V3 l5>»i ntysx »"ins n"»3yr! nj&n twn a*w " '« dt> niwn fl*KT