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Der Israelit · 1935-09-05 · Heft 36 (5.9.1935) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 36 (5.9.1935)
Date
1935-09-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Frankfurt a. M. 5^September_1935 7; Elul 5695 Nummer 36 Tagung Agenpy , . Luzern, 4. Sept. Die vierte Tagung des Council der Jewish .Agency wurde am 4. September, 10.30 vormittags im Luzerner Kunsthaus feierlich eröffnet. Den Vorsitz führte der neugewählte Präsident der ^Zionistischen Organisation, Dr. Chaim Weizmann, der nach dem Statut der Jewish Agency gleichzeitig auch deren Präsident ist. Nach einleitenden Worten Dr. Weizmanns hielt Dr. Arthur Ruppin, der bisherige Leiter des Kolonisations-Departements der Jewish Agency, «in Referat über die Probleme und Aussichten, der Palästinaarbeit. Er erklärte u. a., daß die Befürchtungen betreffend einen wirtschaftlichen Rückschlag in Palästina und den Ausbruch einer Krise als übertrieben bezeichnet werden müßten. Selbst wenn es einmal in-Palästina zu einer Krise kommen sollte, werde sich diese lange nicht so verhängnisvoll auswirken wie in anderen Ländern. Denn die großen aus den Verwaltungsüberschüssen, die die Regierung in den letzten Jahren erzielen konnte, gebildeten Resrven würdn in diesem Falle zum Teil zu Notstandsmaßnahmen und für .produktive Arbeitslosenfürsorge verwendet werden. Andererseits aber sei die Lage in den Ländern der Diaspora politisch und wirtschaftlich so ungünstig, daß man noch auf lange Zeit hinaus-mit einem Einströmen kapitalkräftiger Elemente nach Palästina und mit der Fortsetzung der Investitionstätigkeit rechnen könne. Durch diese wirtschaftliche Tätigkeit werde aber der Ausbruch einer Krise verhindert. Es folgten Referate von Miß Szold über die Jugendajijah aus Deutschland, von dem.Mitglied der Exekutive Mosche Shertok über die politische Situation, die. Zusammenarbeit mit den Arabern und das Verhältnis^ zur englischen Regierung, von Dr. Werner Senator'über Immigrationsprobleme unter besonderer Betonung der Ahsiedhmg von Juden aus Deutschland und vondem Mitglied der Exekutive. Dr. Morris E. Hexter über Kolonisationsfragen. Im Namen des Legitimationsausschusses gab der europäische Direktor des American Joint Distribution Committee, Bernhard Kahn, bekannt, daß dem Council der Jewish Agency zur Zeit 224 Mitglieder;,und zwar 112 von dem Zionistenkongreß gewählte Mitglieder und 112 von den nichtzionistischen Gremien entsandte Delegierte angehören. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die nicht der Zionistischen Organisation angeschlossenen Verbände der Palästina- Treunde' ihr tätiges Interesse an den Arbeiten des ' Palästinaaufbaus dieses Mal durch eine so starke Beteiligung an der Counciltagung Ausdruck gegeben haben. Die stärkste Delegation bei der diesjährigen Counciltagung haben die. Amerikaner entsandt. Die Delegation zählt 44 Mitglieder. Council der Jewislx in Luzern eröffnet. Die Schlußsitzungen des Zionistenkongresses. Luzern, 5. Sept. . I Um die Mitternacht zu Mittwoch wurde der Kongreß mit Schlußreden von Sokolow, Ussischkin, Weizmann und Ben Gurion geschlossen. Sokolow erklärte, der Keren Hajessod bedürfe einer Reorganisation, die gleich nach dem Kongresse vorgenommen werden soll. U s s i s c h k i n , als neu gewählter Präsident des A. C, nützte auch hoch die letzte Feierstunde zu einer scharfen Kritik an den Revisionisten aus, denen er das Verhalten der Linken und des Misrachi als Muster dahinstellte, W e i z mann betonte, daß die einmütige Ablehnung des Legislative Council kein Hindernis sei für loyales Zusammenarbeiten der Exekutive mit der Mandatarmacht. Ben Gurion attestierte noch einmal seiner Arbeiter- Fortsetzung siehe Seite 2.) Aus dem Inhalt; Resolution gegen den Legislative Council Seite 2 Das Auswanderungsproblem . . . . . Setie 2 Einrichtung von Umschulungslehrgängen Seite 2 Nach dem Zionistenkongreß Seite 2, 3, 7 u. 8 Offener Brief an Dr. Dienemann . . Seite 4 Gegen Emzelaktioncn ........Seite b Zum Ableben von Oberrabbiner Kuk V'XT Seite 1, 8 u. 9 Englische Kreuzer in Haifa.....Seite 9 Rabb. Dr. Leopold Wreschiner tj'/jn» Homburg Seite 9 Kinderecke ......Seite 15 u. 16 Blätter für Erziehung und Lehre Rabbi Abraham Jizciiak Hakohen Kuk Vor wenigen Wochen erst brachten wir eine Zuschrift von Oberrabbiner Kuk, in der er sich jede Art von Ehrung und Huldigung aus Anlaß seines 70. Geburtstages verbat. Er konnte es nicht verhindern, daß gleich darauf ihm doch eine Welle von herzlicher Verehrung aus der ganzen jüdischen Welt entgegenströmte, als bekannt wurde, daß der Oberrabbiner vön einer schweren Krankheit befallen sei, die sein Leben bedrohe. Man betete an der Westmauer und betete in den Gemeinden Palästinas und der Gola, in den Synagogen der neutrale^! und der orthodoxen Gemeinden, Er kann es heüte auc1" nicht mehr verhindern; daß die jüdische Gemeinst it in all ihren Teilen und. Schattierungen Tränen um ihn weint und Wertender .Trauer und der Würdigung spricht für den großen Thoralehrer, der in einer Zeit schwerer Uebergänge und Umwälzungen den Einen Träger eines im verjüngten Erez Jisroel nach neuer Orientierung suchenden religiösen Gedankens war, den Anderen ein Name, hinter dem zuweilen auch Unberufene für ihre nicht ganz auf jüdischem Boden gewachsenen Ideen Schutz und Schatten suchten und fanden, allen aber als VlTX» als rabbinischer Gelehrter von großem Format und zentraler Bedeutung, als tiefer und g'ttesfürchtiger Denker und vor allem als ein Mann, der yon unbeirrbarer Liebe zu Israel und Erez Israel beseelt war, Verehrung und ehrliche Bewunderung abrang. Rabbi Abraham Jizchak Kuk war ein L i e fall ng d e s jüdischen Volkes und geht als solcher in die Geschichte des neuen Erez Israel ein. Es hat auch seine gewissen Gefahren, Liebling des Volkes zu sein. Die Strahlen der Sonne erfassen in gleichem Maße Gerechte und Ungerechte, Würdige und Unwürdige. Im Strahlenglanze der Kuk'schen Sönne konnte auch mancherlei gedeihen, was ihm selbst in stillen Stunden der Selbstabrechnurig bitteren Schmerz bereitete. Wie wird es ihn des öfteren geschmerzt haben, zu sehen, daß sein Name zu Bestrebungen mißbraucht, seine Worte für Ziele und Zwecke mißdeutet wurden, deren Durchdringen er gerade kraft seiner nie versagenden Liebe und menschlichen Wärme verhindern zu können glaubte und hoffte. Die Geschichte wird ihm diese Mißerfolge nicht als Schuld anrechnen,;sondern als Symptome einer Zeit buchen, die neben der Alliebe eines Ahron auch die starke Führerhand eines Mosche benötigte, um „Tänze " vor dem goldenen Kalbe" zu .verhindern.' Das unerbittliche Leben hatte, just um die Zeit, da es neue Formen und Gestalten annahm, den herrlichen Menschen mit dem goldanen Herzen und der strahlenden Seele auf einen Boden gstellt, für dessen Wachstum und Aufbau man neben Tau und Sonne auch die Kraft der Elemente in den Wolken gebraucht hätte. Er hatte, -— und darin lag seine Größe und zugleich seine Tragik — von Haus aus nur Sonne mitgebracht und hatte nur Sonne zugeben. Aus Litauen, dem Litauen von Rabbi Israel Salänter, Rabbi Jizchok Elchonon und Rabbi (Fortsetzung siehe Seite 3.)

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