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Der Israelit · 1935-08-29 · Heft 35 (29.8.1935) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 35 (29.8.1935)
Date
1935-08-29
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite .16 Nr. 35; D e r I s, r a e I i t >29^Ati^t oI935C Ein Altersjubüäum im Gumpertz'schen Siechenhaus. Im schönen gartenumgebenen Hause auf dem Danziger Platze gab es am jüngsten Sabbat ein Fest. Eines der ältesten Mitglieder des Hauses, Herr Salomon Faber, wurde 90 Jahre alt. Grund genug zu feiern. Herr Salomon Faber ist alter Kämpfer. Er hatte die Feldzüge 1866 und 1870—71 mit Auszeichnung mitgemacht. Seine Brust decken viele Heldenzeichen und Verdienstorden.- Allein die Alterskf one, die ihn schmückt, ist von jenem Edelmaterial, von'dem der weise. König sagt: „Eine prachtvolle Krone ist das Greisenalter, auf dem Wegeder Tugend und Frömmigkeit wird sie gefunden ..." Vor 11 Jahren kam Herr Faber in das Hau«. Er war völlig erblindet. In den Jahren, da es Nacht um ihn war, lernte er die Worte des Psalms verstehen: „Denn Du zündest mir ein Licht an, G'tt erhellt mein Dunkel!" Ein Achtziger bereits, unterzog er sich einer Augenoperation und bekam plötzlich seine volle Sehkraft ■wieder. Seitdem sieht er in dem wundervollen Hause nur Schönes und Liebes vor sich. Er blickt in den blühenden Garten, von wo ihn die farbige Blumenpracht grüßt, er blickt in die blitzsauberen Räume und sieht die lieben Menschen, die ihn betreuen und sein Alter ~zu verschönen suchen . Aber, wie er es in den Nachtjahren gelernt hat, blickt er in sich, horcht er in sich hinein, arbeitet er an seiner geistigen und seelischen Vervollkommnung, für die es ke.ine Altersgrenze ' gibt. Bei den täglichen G'ttesdiensten in der Kehilla Gumpertz ist er der erste, am Sabbat klingt seine Stimme im Chore am hellsten und lautesten mit. Ist Vortrag im Hause, was bekanntlich sehr oft geschieht, so sitzt Salomon Faber in der vordersten Reihe, nickt mit dem Kopf, geht innerlich mit bis ins Letzte, sein Gesicht leuchtet in Jugendglanz. Der alte Veteran reiht sich, auf anderer Front, in die Jugendschar, der Kämpfer ein. Die Gedankengänge eines Referates oder einer guten jüdischen Lektüre beschäftigen ihn, er genießt sie nach- - schaffend und 'diskutiert darüberbis .zum nächsteh t ■ Anlaß.-/. ..; :;>■'.;■..<•■:;,' ^v;^;:-.;>" Wie alles in diesem Haüsei fand auch das^Fest' seinen ersten Ausdruck imGottesdienste,- Es "war am Sabbat morgen schon ein regelrechter F ,e s t.g? 11 e ßr i dienst unter Leitung eines kündigen und sangfrohen Ehrerivorbeters. So viele Gäste wären, gekommen, daß die kleine Synagoge sie nicht alle fassen konnte und3 man die Weihe noch in den" Vorraum hinaustragen' mußte; Eine große" Anzahl von Mitgliedern des. R e i c h s:b u n d e s j ü d i scher F r 6 n t s o 1 d a t e n hatten sich eingefunden, um ihren alten Kameraden zu ehren. '; ■ "v' > Und wie der G'ttesdienst mit dein "wp^ss ps-Chore verklungen war, vereinigte eine anmutsvoll gedeckte- Festtafel im Nebensaal die Gäste, an deren Spitze auf reich geschmücktem Sessel der Jubilar selbst seinen Ehrensitz hatte. Herr Studienrat Josef Kaufmann , ein treuer Freund des Hauses, gab, sprachgewandt und voll sprühenden Humors,. dem gemütlichen Teil schon gleich zu Anfang das „jugendliche" Gepräge. Manches schöne und herzliche Wort ertönte, das auch über-den. personellen Anlaß hinaus Gewicht hatte. Es sprachen die Herren vom Frontbunde, flott, stolz und hoffnungsfreudig trotz allem und allem. Die Hausrabbis widmeten passende Thöra-. worte dem Jubilar. Besondere Herzlichkeit sprach.aus den Worten -des Verwalters und des Vertreters .der Verwaltungsbehörde. Andere Freunde : schlössen sich an.- Einer-sprach von Jugend und Alter im Judentum, die sich auf der gemeinsamen Basis der Thora - so finden, daß alle Grenzen verwischt sind. Wie die Festtafel mit dem inbvm.vp offiziell, aufgehoben war, wurden wir von dem Verwalter in seiner herzinnigen Art noch an eine Ehrenpflicht erinnert. Drüben im Frauensaal gab es auch zwei AI-Fe r sjub ilarinnen, die bei der Gelegenheit eine kleine Huldigung verdienten. Frl. Rickchen Grüne bäum hatte heute ihren 8 5. Geburtstag; nachdem erst vor kurzem der 8 6. G e b u r t s t a g. ihrer Genossin,. Frl. Jenny Müller, im Hause mit einer stillen Feier begangen worden war. Auch für die beiden Da- - men. fielen, noch ein .paar schöne^^Worte'cder^Liebe und Verehrung ab. 'Märr^gin^ vi>n|ä)a^en?uäd freute sich' schon 1 auf das nächste""'Fest""/.''.- * U- . Ein Redner sprach vomHiruKigbri" Haien"», in' /den, wie -man meint, die . Alten, eines soicheri Heimes :einkehren. Hat aber dasV.Wart >yom: -^ruhigen Häfen";überhaupt seihe Richtigkeit? Wird : nicht gerade im Hafen geklopft, gehämmert und gehobelt und an ewigen' Werken und Werten -gearbeitet?' Die" hier im „ruhigen Häfen" sich befinden;.arbeiten unablässig in sich und an sich, und diese Arbeit erhält sie aufrecht. Und wenn es Nacht ,istt blitzen die hundert, Lichter im Hafen auf und: erhellen die'ganze Stadt. Es bleiben in einem solchen Hause am .Rande; des Lebens auch die Nachtschatten nicht'aus, Krankheiten und Beschwerden/ und die schweren*: Sorgen der Zeit pochen an die Türe. Dann aber b H t z e n d i e Ii ic ht er in de r N a c ht auf : Es; ist das Teiche geistige Leben in diesem Hause, die regelmäßigen G'ttesdienste unter gesanglicher Beteiligung; aller Mitglieder, die häufigen Vorträge, die gelegentlichen gemütlichen und künstlerischen .Veranstaltungen, dfejj.^esVanlässe. Es sind dies die Lichter in der Nacht> die hiriäusleuchten- und. auch uns, den Außenstehenden, wenn wir, wie an diesem Sabbat, von diesen Lichtern ins Haus gelockt werden, sehr wohl tun. Familien^ : G e b ü r t e n : Eine Tochter,. M; Sohlberg-Hausdorff und-Frau, Basel, Sängergasse 26. — Eine Tochter, Ludwig Rothschild und' Frau Cilly geb. Frank, Kfar. Saba, Kibbuz Noar Agudati. - r Ba,rmizwoh: Manfred Räfael, Söhn des Herrn Hans Lehmann, Stockholm, Torstensonsgatan 3, Ksn '3.— Abraham, Sohn des Herrn Josef Loebensfein» Hamburg, Pärkallee 11, iren »3 's >p Geburtsta g : Rosa Geis geb- Weinberg, Chemnitz, Uhligsträße 32, (Mutter v. Saly Geis, Jerusalem), 85 Jahre alt; FÜR litt ÜV IHREN MASS-ANZUG prima gearbeitet unter Garantie für guten Sitz Staunend billig!. Fertige Anzüge in allen Größen gut u. strapazierfähig im Tragen Mk. 50.- Streng *ltP3 Verarbeitung. A. J- NEUGEB AUER SeTd'ermeister UhlandsfraOe 57 Telefon 44028 AnRaul von g0idbiSj,bseerP«aiidschciiie ABRAHAM, Schlllerslraße 30 Telefon 26512 (Zimmer 10. Entresol). 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Frankfurt (Main) Nr. 19802..— Außerdem an 1 Postsparkasse Wien Nr 79 605. — Postsparkassenamt Budapest Nr. 18424. Pestseheek-Konto Wärschau Nr. 190 757. — Postscheckamt Zürich Nr. VIII 7254. — Postscheckamt Amsterdam Nr. 24869. — Postscheckamt Prag Nr. 79460. — Rumänische Kreditbank Bukarest und. iHr«. simuichen Filialen. Postsparkasse'Zagreb No. 41604. —Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Inseraten sich ergebenden ZaUmgsyet^^ AUoaacment; Deutschland RM. 1,30 monatlich; Ausland; Viertcljahrespreise (entsprechend dem deutschen nlaadspreis zuzüglich Kosten des Streifband-Versandes): Deutsch^öesterreich 6.— Schilling; Amerika IM Dollar; England 6 sh; Frankreich 25 Fr.; Belgien 6 Belga; Holland 2.50 fL; Italien 18 Lire; JugouaTlea 55 Din.; Litauen 7.50 Lit; Rumänien 150 Lei; Polen 4 deutsche Goldmark zum Tageskurs öder tZfotyi Schweiz 5 Fr.; Tschecho-Slovakei 25 Kronen; Ungarn 5 Pengö; Dänemark, Norwegen und Behweden 5 Kronen, Einzelnummer 30 Pfennig. 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