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Der Israelit · 1935-08-22 · Heft 34 (22.8.1935) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 34 (22.8.1935)
Date
1935-08-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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■H ,«^trte¥W5*A Vi<tP'.»3J»Vte»Tt.:j; Frankfurt a. M. 22, August 1935 23. Ab 5695 Nummer 34 Die bereits kurz erwähnte öffentliche Erklärung des Zentralkomitees der Agudas Jisroel in Polen über die Stellung der Agudas Jisroel zur -„Neuen zionistischen'' Organisation" hat folgenden Wortlaut:! - „Schon seit .längerer Zeit wurde von den Revisionisten ein Kampf gegen die zionistische Organisation im allgemeinen und gegen die dort herrschende Mehrheit der Linken geführt. Dieser Kampf hat dazu geführt, daß die Revisionisten aus der alten zionistischen Organisation ausgetreten und letzthin dazu .übergegangen sind, eine neue zionistische Organisation ins Leben zu rufen. Unsere Organisation Agudas Jisroel hat, indem sie die ganze Angelegenheit als eine rein innerzionistische, uns nicht berührende betrachtete, bisher sich gegenüber diesen Vorgängen ganz passiv verhalten können und hatte keine Veranlassung zu diesem innerzionistischen Streite Stellung zu nehmen, obgleich der Agudismus gewiß sehr viel dazu beigetragen hat, der Welt die negativen Seiten und Ergebnisse des Zionismus zu enthüllen, der sich ja auf den Grundlagen eines weltlichen, Nationalismus und der Negation von Thora und Emuna aufbaut. Wie sich jedoch in der letzten Zeit herausstellte, hat die lärmende Propaganda der 'Neuen Zionistischen Organisation, die Grenzen ihrer Werbearbeit innerhalb des Zionismus überschritten, und' sie versucht auch in die Kreise der Orthodoxie und ihrer Jugend einzudringen. Sie operiert dabei mit dunklen Phrasen, wie etwa „Achtung vor der Religion"- und dergleichen und bedient sich dabei einiger Deserteure aus unserem Lager, um sie unter dem falschen Namen von Agüdisten. zur Propaganda in den Reihen der Orthodoxie zu benutzen. Angesichts der Lage halten wir es für unsere Pflicht, klar und scharf vor der ganzen orthodoxen Oeffentlichkeit zu erklären, daß die Stellung unserer Organisation, ihrer weltlichen Führer und der Gedaule Hathauro, die an ihrer Spitze stehen, gegenüber der Neuen zionistischen Organisation absolut negativ und gegnerisch ist, genau wie gegenüber der alten zionistischen Organisation.' Kein Mitgled der Agudas Jisroel und kein orthodoxer Jude, der Programm und Fundamente der agudistischen Gedankenwelt anerkennt, kann der Neuen zionistischen Organisation angehören, eben so wenig wie er der alten zionistischen Organisation angehören kann. Der Standpunkt■ des originalen Thorajudentums ist, daß alle, Geineinschaftsarbeii im jüdischen Volke auf den Grundlagen von Thora und Emuna beruhen und auf der vollständigen Unterwerfung unter 'das Primat und die Souveränität des Thoragesetzes aufgebaut sein muß. Die Praxis hat bewiesen, daß jede Organisation, die dieser Voraussetzung nicht entspricht, * auch wenn sie zu Propaganda-Zwecken .von Toleranz oder von Achtung vor der Religion redet, letzten Endes zur Entweihung der Religion führen und die Jugend der jüdischen Idee und der jüdischen Lebensform entfremden muß. Es ist daher klar, daß die Neue zionistische Organisation, die keineswegs sich auf den thoratreuen Standpunkt gestellt hat, deren Leiter dem wahren jüdischreligiösen Leben vollkommen fernstehen und deren militaristische Ideologie noch dazu in keiner Weise im Einklang steht mit der Anschauung des wahren Judentums — nicht nur auf die Zustimmung der jüdischen Orthodoxie nicht rechnen kann, sondern von ihr als Gegner betrachtet werden muß, in nicht geringerem Maße wie die alte zionistische Organisation. Wenn auch in gewissen Einzelheiten die Neue zionistische Organisation verspricht, auf besseren Wegen zu wandeln als die alte zionistische Organisation, so nimmt diese Organisation doch in Bezug auf das, was für uns die Voraussetzung aller Voraussetzungen ist, in Bezug auf die An-> (Fortsetzung siehe Seite 2.) Aus dem Inhalt: Um den Legislative Council in Palästina...........Seite 2 Eröffnung des Zionistenkongresses . Seite 2 Koscherverpflegung auf Seedampfern Seite 7 Agudistische Aufgaben.......Seite 7 Anordnungen, Verbote und Anträge Seite 8 Juden und deutsche Kultur.....Seite 8 Gegen Einzelaktionen........Seite 9 Westeuropäische Augudas Jisroel- Konferenz in Antwerpen .... Seite 9 Die Misrachiweltkonferenz .... Seite 10 Die Sejmwahlen in Polen.....Seite 11 Das Ringen um die Verfassung der jüdischen Gemeinschaft Erez Jisroels. ii.*) Unter der Ueberschrift: „Zur Frage der K e h i 11 o t h in Erez Israel Eine Antwort an Herrn Jacob Rosenheini" veröffentlicht das Rabbinerkomitee des palästinensischen Oberrabbinats. in der Presse und auch auf dem Wege persönlicher Rundschreiben eine neue Aeußerung zur Gemeindegesetzfrage, die wir im folgenden wiedergeben: „Herr Jacob Rösenheim ist mit einem langen, in fünf Abschnitte, eingeteilten Aufsatz über die auf der Tagesordnung stehende Frage gegen die von der Rabbinerversammlung im Monat Siwan angenommene Erklärung hervorgetreten. Ohne in Auseinandersetzungen einzutreten, müssen wir, um auf den erwähnten Artikel kurz zu antworten und zu zeigen, wie sehr die Gegenseite im Irrtum befangen ist, auf jeden der fünf Abschnitte der Reihe nach eingehen, damit man wenigstens wisse, daß es sich hier um grundlegende Irrtümer und nicht bloß um Auffassungsweisen handelt. f L Der größte. Teil der Rabbinen, die jetzt den erwähnten Aufruf unterschrieben haben, sind identisch mit denjenigen Rabbinen, die seinerzeit, den Aufruf des Monats Nissan 5686, den Herr Rosenheim . erwähnte; unterzeichneten. Der größte Teil dieser Rabbinen gehört noch jetzt, der Kneses Israel nicht an, und wenn sie nun ihre Ansicht geändert haben, so sind selbstverständlich Motive dafür vorhanden und grundlegende Erwägungen, wie diesim , folgenden dargelegt werden wird. ' II. Niemals haben die Rabbinen das geltende Gemeindegesetz als eine unabänderliche Tatsache hin- *) Siehe Nr. 26 des „Israelit" vom 27. Juni 1935. genommen und gerade aus diesem Grunde waren sie bis jetzt und sind auch noch heute a-.us der Kneses Israel ausgetreten. Auch unter den Mitgliedern des Oberrabbinats sind solche, die noch jetzt zu den Jauz'im gehören. Die Veranlassung jedoch, die jetzt den Aufruf an die Agudas Jisroel zeitigte, liegt darin, daß das Widerstreben des Waad leumi jetzt vollständig aufgehört hat. Er behandelt jetzt einen Vorschlag der Rabbinen über einen religiösen Rat, der alle religiösen Angelegenheiten des Jischuw führen und in dessen Hand alle Einnahmen und Ausgaben, die sich auf religiöse Angelegenheiten ^beziehen, liegen sollen, wie es in dem weiter zitierten Beschlüsse dargelegt wird. Agudas Jisroel sollte wissen, daß die Hauptveranlassung, daß der Waad leumi seine Ansicht geändert hat, die Energie der au sge»tretenen Rabbinen ist, die in die Kneses Israel nicht wieder eintreten wollen, bis sie der oben erwähnten religiösen Kommission zustimmt. Der Nichteintritt der Rabbinen in •<lie Kneses Israel ist dem Waad leumi schlimmer als das Verlangen der Agudas Jisroel nach einer getrennten Gemeinde. Folgendes sind die Beschlüsse, die von den erwähnten Rabbinen vorgeschlagen werden: § 1. 1; Die" religiösen Gemeinschaftsinstitutionen: Rabbinat, Schechita, Begräbniswesen und alle anderen Institutionen religiösen Charakters sollen organisiert und geleitet werden von einem religiösen Rat, der eingesetzt wird durch den Waad der Gemeinde unter dem Vorsitz des örtlichen Rabbinats. 2. Die religiösen Gemeinschaftsinstitutionen für das ganze Land werden geführt durch einen obersten (Fortsetzung siehe Seite 3.)

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