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Der Israelit · 1935-07-11 · Heft 28 (11.7.1935) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 28 (11.7.1935)
Date
1935-07-11
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
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IL Juli 1935 De r I s r a e I i t Nr. 28 Seite 11 tungeil jeder Art sind ■ m Zukunft bei dieser Stelle anzumelden, die die Anmeldungen an die Behörden weiterleitet, so daß jeder direkte Verkehr der einzelnen- Vereine mit den staatlichen Stellen -fortfällt. Die Veranstaltungen dürfen nur in Räumen der Gemeinde, der Kultusverbände und anderer bestimmt bezeichneter Organisationen stattfinden; größere Veranstaltungen in allgemein zugänglichen Sälen. Veranstaltungen von Verbänden in Privathäusern dürfen nicht stattfinden. Die Zusammenkünfte der Lernverei ne usw. werden mit allen regelmäßig wiederkehrenden Kursen, Arbeitsgemeinschaften usw. in einem Stundenplan zusammengefaßt, der gesammelt der -staatlichen Behörde eingereicht wird. Nicht anmeldepflichtig sind- Vorstandssitzungen usw., die rein" organisatorischen Charakter besitzen, sowie Veranstaltungen gesellschaftlicher Natur in Privaträumen, sofern sie nicht von; Organisationen veranstaltet werden. Dortmund, 6. Juli. Am 15. Siwan fand in der Keren Hatorah-Schule in Dortmund eine kurze Gedenkfeier statt anläßlich des ersten. Jahrzeittages um den Gründer dieser Schule, den Hamburger Oberrabbiner Dr. S p i t z e r s. A. Herr Lehrer K n o b 1 e w i e e z, um den sich sämtliche Schüler versammelt hatten, würdigte in eingehenden Ausführungen die. große Persönlichkeit des Dahingeschiedenen und besonders seinen Kampf um das große Ziel," die Thora wieder zur Herrscherin in allen Gemeinden Israels zu mächen. Er ermahnte die Kinder, das Andenken des... ersten Keren Hatorahpräsidenten dadurch zu ehren, daß sie mit Fleiß und Liebe in seinem Sinne lernen. — Die Feier hinterließ bei allen Beteiligten einen tiefen Eindruck. - "' Krefeld, 3. Juli. Nach dem Bericht dar „West-" deutschen Zeitung" Krefeld hatten sich vor der dortigen kleinen Strafkammer zwei Angeklagte zuverantworten, die die Türen und Fenster im Hause eines Juden in Anrath verunziert hatten. Nach dem Pressebericht erklärten die Angeklagten, sie hätten dies „im Zuge der Bekämpfung .des Judentums in "Anrath" getan. Die; von ihnen auf Türen und Fenster: gemalten Bemerkungen seien, „äußerer Ausdruck eines weltanschaulichen Kämpfes", und insofern keine Beleidigung. In seinem Plädoyer betonte .der Staatsanwalt, _ es sei ein Unterschied zwischen dem Antisemitismus und dem augenblicklichen Kampf, der der Volksgemeinschaft aufgezwungen wurde. Es gehe dabei um Volk: und Rasse gegen alle fremdartigen Einflüsse, sofern sie die Volksgemeinschaft zu schädigen suchten. Den Kampf selbst aber bestimme der Führer, der keine Einzelaktion billige, Es liege nicht im Belieben eines Jeden Einzelnen, den Kampf gegen das Judentum zu entfachen. Die Angeklagten müssen deshalb bestraft werden. — Das Gericht verwarf die gegen das Urteil der Vorinstanz von den Angeklagten eingelegte Berufung und erhöhte die Geldstrafe. Budapest, 4. Juli. Vor etwa einem Jahre haben zwei Bäckermeister in der Provinzstadt Györ unter der Bezeichnung „Vitamina" ein mazzaähnlichesv Gebäck in den Verkehr gebracht, das geeignet war, die jüdischen Käufer irrezuführen. Von der Kultusgemeinde von Alt-Ofen und der Gemeinde von Györ wurde Anzeige dagegen erstattet und die Angelegenheit von den Behörden bearbeitet. Nunmehr ist vom Innenminister entschiedenworden, daß die betreffenden Bäckermeister zu bestrafen und das „Vitamina" zu konfiszieren sei. In der Begründung der Entscheidung wird hervorgehoben, daß das Vitamin-Produkt ' mit der Absicht in den Verkehr gebracht worden sei, die gesetzlichen Bestimmungen zu - umgehen, die den israelitischen Gemeinden das Monopol auf die Herstellung und den Vertrieb von Mazzoth sichern. Personalien. Langendiebach, 7. Juli. Am Erew Schabbos Korach trugen wir den jahrelangen Vorsteher und Vorbeter im Ehrenamt der Israelitischen Kultusgemeinde, Siegmund Stieb el, zu Grabe. Die große Beteiligung bei der Beerdigung legte. beredtes Zeugnis von seiner Wertschätzung und Beliebtheit ab. Provinzialrabbiner -Dr, Gradenwitz, Hanau zeichnete vor allem in seinem ehrenden Nachruf den Verstorbenen als einen Mann der. Wahrheit und Gerechtigkeit. Kreisvorsteher Sichel, Hanau rühmte die große Friedensliebe des Verblichenen^ und der Vorsitzende des RjF-Hänau, Schwab, sprach gute Worte von dem treuen Kampfgenossen. Zuletzt stattete Lehrer S o.nn e b e r g , Wachenbuchen als Vertreter der Kultusgemeinde den Dank der nun verwaisten Kehiloh, ab -und .hob. hauptsächlich seine große Frömmigkeit hervor. — Seine Kinder, die in seinem Sinne wirken, seine Angehörigen "und Freunde werden ihm stets ein ehrendes Andenken. bewahren, .rravan... Oberthulba, 2. Juli. Einen unersetzlichen Verlust hat die kleine Kultusgemeinde 0 b e r t h u 1 b a durch den in Frankfurt verstorbenes Samuel K a h n'erlitten. Einer frommen Familie in Rimesk entstammend, war - er nnsnn pnp~n. Seit vielen Jahren versah er ehren-,' amtlichin der..,Gemeinde die Aemter des . Vorbeters. tfpto £y3 und war er bemüht, das Minjan in der Gemeinde zu: erhalten, sowie die sonstigen Institutionen zu fördern. Sein Interesse für das Heilige Land war ^bewundernswert. Herr Neustädte r, Buckingen brachte' auf dem alten Friedhofe in Pfaffenhausen seine menschlichen und religiösen Tugenden zum Ausdruck. - - rruxan Randegg, 4. Juli. Herr Lehrer Daube, welcher seit einem Jahre die hiesige Chasanstelle vertritt, hat sich am letzten Sabbat von seiner Gemeinde verabschiedet. Herr Rabbiner Dr. Bohrer "sprach dem verdienten Lehrer den Dank der Gemeinde aus. Herr Lehrer Daube übersiedelt, seinem Herzenswünsche folgend, nach Palästina. Durch das Entgegenkommen des Oberrates wird Herr Lehrer C a h n in Ihringen als Nachfolger des Herrn Daube berufen. Straubung a. D., 7. Juli. . Unsere Gemeinde hat einen .schweren Verlust erlitten, Frau Hulda W o 1lenreich b"t, Vorsteherin des Frauenvereins, wurde uns nach-kurzer Krankheit entrissen. Mit ihr ist eine wahre n»R dahingegangen, die sich durch ihr Wirken auf dem Gebiete des ion m^na die Wertschätzung und Achtung aller, die sie kannten, erwor-: ben hat. Bei der am mp nw-iQ es stattgehabten map, an der sich äußer der Gemeinde auch viele Andersgläubige beteiligten, kam die Anerkennung ihrer Verdienste so recht zum Ausdruck. Lehrer Frank zeichnete am. Grabe ein Bild der Dahingeschiedenen. Herr Lehrer Sulzbacher, Biebrich, äußerte die Gefühle des Schmerzes der Familie und nahm in ihrem Namen in bewegten Worten Abschied von der Entschlafenen. : . n~ax:n in der Fahrgasse zu verhindern und es jüdischen Gemeinschaftszwecke*u zu erhalten. Unmöglich ist es, die reiche Fülle von Liebestaten aufzuzählen, die die Baronin an in Not geratenen ehrbaren Frankfurter Familien, die sich direkt an sie wandten, vollbrachte. War sie ja von Jugend auf daran gewöhnt, vor den Nachtseiten des Lebens nicht zu flüchten, sondern selber in die Häuser der Armen hineinzugehen und so das Gefühl des Mit-Leidens und des tatkräftigen Mittragens in sich wach zu erhalten. So wird das Gedächtnis Adelheid von Rothschilds mehr als irgendwo sonst in der Welt — von den Stätten ihrer hauptsächlichen Lebenswirksamkeit, Paris und Erez Jisroel abgesehen — in so warmem Angedenken lebendig bleiben, wie hier in Frankfurt. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim E. V. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.-A. Dr. E. Posen — 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal, „Mikro" Herr Rabbiner H. Meyer. — 1 Stunde vor Nacht im Hörsaal, Midrasch, Herr Dr. Ehrmann. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, dir "n. :— 9-10 Uhr, im Vereinslokal „Mögen Awrohomscbiur Herr Rabb. Mayer. — 1 Stunde vor Mincho im Hörsaal : „Haftautoschidr", Herr Rabbiner Meyer. Montag (auch Donnerstag) morgen nach Schul: Mischna- Mitgliedei lernen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul; Mischna. Herr R.-A. Dr. E. Posen. Familien-Nachrichten. G e b u r t e n : Ein Sohn: Mbsche Jeidel u. Frau Paula geb. Nußbaum, Gedera "on 5695. — Ein Sohn, Isaak Schenkolewski u. Frau Klara geb. Marx, Hamburg. — Ein Sohn: Josef Marx u. Frau Henny geb. Sulzbach, Darmstadt, Georgenstr. 10. Barmizwoh: Erich, Sohn des Herrn Jos. Koch, Baumweg 3, pVa npn na^' Synagoge Dominikanerplatz. — Fritz, Sohn des- Herrn Richard Frankel, Biblis, niv .oni'fl ' Vermählte: S. Nußbaum, Kassel mit Sofie Korn, Laudenbach a. M. 14. Juli. Die Frankfurter Woche- Persönliche Erinnerungen an Frau Baronin Adelheid vom Rothschild y»>- Man schreibt uns: In dem Nachrufe, den Sie der jüngst heimge'gangenen Freifrau Adelheid von Rothschild widmeten, haben Sie bereits der besonderen Beziehungen gedacht, die die Verstorbene mit der Frankfurter, jüdischen Gemeinschaft verbänden. Nicht nur in den Zeiten vor dem Kriege, da der Wunsch, ihre geliebte Mutter zu sehen, die Heimgegangene mehrmals im Jahre nach Frankfurt führte, sondern auch später, als persönliche Besuche nicht mehr in Frage kamen, war das liebevollste Interesse Adelheid von Rothschilds Frankfurt zugewandt. In erster Reihe waren es die Gründungen ihrer Mutter, das von Rothschild'- aene Kinderhospital am. Röderbergweg und das Altersheim auf der Zeil neben der großen Lungenheilstätte in Nordrach, denen die materielle, aber auch die personliche Fürsorge Adelheid von Rothschilds galt. Die Kinder des Heimes am Röderbergweg betreute sie, als ob es ihre eigenen Töchter seien. .Manches junge Menschenleben-ist durch diese individuelle Fürsorge, die sich oft über 'Jahre erstreckte, vom sicheren Tod gerettet worden. Es verging kein Purim und kein Chanuko, zu dem nicht rechtzeitig, ohne daß man die Heimgegangene daran zu erinnern brauchte, von ihr persönlich die Vorkehrungen getroffen wurden, um die Kinder zu erfreuen Und sie die jüdischen Feste als unvergeßliche Eindrücke für ihre ganze Zukunft erleben zu lassen. 1927 stellte sie ein großes Kapital zur Verfügung, aus dessen Zinserträgnissen das Kinderhospital auf die Dauer erhalten werden sollte. Charakteristisch war auch das Gefühl der Pietät, das sie mit-allen Denkmälern ihrer Familie in Frankfurt verband. Als vor etwa 10 Jahren der Plan auftauchte, das Altersheim auf der Zeil um eine* sehr hohe Jahresmiete an das Warenhaus Wronker zu vermieten, so daß die Möglichkeit gegeben gewesen wäre, eine Villa außerhalb der Stadt für die Insassen zu erwerben und sie dort gut zu versorgen, telegraphierte die Baronin von Paris aus hierher, es solle „alles bleiben wie es sei." Sie könne es nicht übers Herz bringen,, so schrieb sie dann hierher, das Haus, in dem sie geboren wurde, anderen Zwecken als denen jüdischer Menschenliebe zu überlassen. Das gleiche Gefühl der Pietät war es auch, das sie veranlaßte, den Verkauf des/ehemaligen Rothschild'schen Geschäftshauses Jahrzeitsstütungen. Sonntag, 14. Juli: Adolf Dann-Stiftung. Dienstag, 16. Juli: Eva Friesländer geb. Strauß-Stiftung. Mittwoch, 17. Juli: Max Münk-Stiftung. Donnerstag, 18. Juli: Lehmann Weil-Stiftung. Freitag, 19. Juli: Josef Kösterich-Stiftung. Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Thora und Mussar. (Ferienprogramm) Herr Rabbiner Dr. Mannesonna ">y>i, Sabbat vorm. nach Schul .Fichtestraße 5, nachm. 5 Uhr im Hörsaal Friedberger Anlage. Herr R -A. Dr. E. Posen ovn mxa, Sabbat 6 Uhr nachm., Sandweg 44. Herr Jacob Rosenheim. Mesillas Jeschorim, Sabbat nachm. 615 Uhr, Fichtestr. 5. Herr Sofer, '»V tp. täglich um 12 Uhr und Sonnlag um 11 Uhr im Vereinslokale, Schwancnstr. 12 Herr Zuntz, o"n mix, Sonntag 7-15 Uhr vorm. im Sitzungszimmer der I. R. G. Alle übrigen Schiurim fallen diese Woche aus. Agudistische Frauen-Ortsgruppe, Arbeitsgf meinschaften : Jeden Montagabend in der Kanzlei der I. R. G. pünktl. 9 Uhr, Frau Kella Löwenthal. Chumisch mit Raschi. Jeden Dienstagnachmittag im Hörsaale pünktlich 4 Uhr, Frau Hulda Posen, Ausgewählte Stücke aus T nach- Jüdischer Turnerbund E. V. Während der Ferien, fallen die Mädchen- und Damenkurse sowie die Turnstunde der Knabenabteilung aus. — Der Leiehtathletikkurs der Knaben am Mittwoch ündet statt. Wir haben außer unseren bisherigen Fußballmannschaften .eine neue Jugend- und Herrenmannschaft gegründet. Das Training findet wöchentlich Sonntag vorm. 10 Uhr und Mittwoch abends 7 Uhr auf der Kl. Ostparkwiese statt. Interessenten wollen sich an Herrn A. Eschwege, Wittelsbacher Allee 4 wenden. Gebetzeiten. pbi npn Jini? Freitag abend 7.45 1 Samstag nanzrn 6.35 Samstag morg. 7.45 Predigt Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 9.30 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 7-15 Tefillinlegen am Morgen 3.20 nana itfw iiyatt Donnerstag nachm. 8 00 Fastenende 9.18

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