Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 24 (13.6.1935)
- Date
- 1935-06-13
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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13. Juni 1935 ^?§??Ssi5il Der Israelit Nr. 24 Seite 11 Personalien. Stuttgart, 11. Juni, Am fin j?ki Siwan wurde in Stuttgart die Witwe des verstorbenen Lehrers Samuel Neuhain, Frau Rosa N e ü h a in. zu Grabe getragen. Alle, die sie kannten, ihre Familie und die Gemeinde verlieren in der Dahingegangenen einen Menschen, der zeitlebens erfüllt war von wahrer innerster G'ttesfurcht, aufopfernder Mutter- und großer Nächstenliebe, Sie war ein Muster und Vorbild zum Guten! Die Verstorbene konnte den unersetzlichen Verlust ihres Gatten nie ganz verschmerzen Von einem schrecklichen Krankenlager, dessen Leiden s.ie mit fastübermenschlicher Geduld ertragen, hat sie 'n zu sich genommen, Jetzt ruht sie in m^sr vereint mit ihrem einstigen Lebensgefährten auf dem altehrwürdigen Friedhof in'Altengronau; < Möge ihr r~TDT ihren Kindern und uns allen beistehen. rraxan Reinheim, 11, Juni. Unter den wenigen, jüdischen Frauen, die das Kriegsehrenkreuz erhielten, befindet sich jetzt -auch Frau Irma Vorenberg, Gattin des Herrn Bernh. Vorenberg, welcher als Frontkämpfer ebenfallsdasselbe besitzt, Frau Vorenberg war als Schwester an der Front tätig, Schlüchtern, 5, Juni. Im hochbetagten Alter von 92 Jahren wurde unser lieber Bär A.d 1 e r zu Grabe getragen. Eine stattliche Trauergemeihde gab ihm das letzte Geleite und zeigte die Wertschätzung, die der Verstorbene allezeit genossen. Bar Adler wur der Typus;eines echten, wahrhaft frommen Jehudi. Schlicht und bescheidön, aufrecht und gerade ging er seinen Weg von der frühesten Jugend an bis in die letzten Tage. In diesem Sinne hat er sein Haus gebaut und hinterläßt in seinen Söhnen Fortpflanzer und Verfechter derselben Anschauung. Bis in die letzten Tage hat er sich die geistige Frische bewahrt und sich für geschäftliche Dinge interessiert, dabei noch manchen wertvollen Rät erteilend. Ganz besonders hat er sein Augenmerk darauf gerichtet, daß den Armen Recht würde. Kein Bedürftiger verließ ungesättigt sein Haus und stets fanden Arme Obdach und Zuflucht bei ihm. Obwohl fast völlig erblindet, eilte er morgens und abends in die Synagoge. rrnxan Vermischtes» Aleksince, 28. Mai; In Aleksince bei Nitra hat die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel ein Sekretariat eingerichtet. Es soll u. a. dem Zwecke dienen, in Zusammenarbeit mit der Landesorganisation die dortige Gegend sowie die gesamte „Aktivisten-Bewegung" propagandistisch zu erfassen. Leider besteht zwischen der Preßburger Zentrale und der Unterländer Aguda noch immer jener schwere Konflikt, der zur Abtrennung der letzteren und gleichzeitigen Eröffnung einer eigenen Zentrale in Kosice geführt hat. Es kann und darf in der heutigen Zeit innerhalb von Gruppen, welche die gleiche Ideologie vertreten, keinerlei Spaltungen mehr geben, wenn man nicht eine Gefährdung der Aguda in ihrer Gesamtheit herbeiführen will. Deshalb muß in. allernächster Zeit eine gesunde Basis gefunden werden, auf der sich beide Seiten zu gemeinsamer, nutzbringender Arbeit zusammenschließen können. — Das Sekretariat steht unter der Leitung von Ludwig Weill, einem früheren Mitarbeiter der Frankfurter Palästina-Zentrale und wird seine Arbeiten s. G. w. gleich nach aiö DV> aufnehmen. Die Frankfurter Woche- Aufruf zur Landkinderaktion der Agudas Jisroel.. Die Agudas Jisroel unternimmt den Versuch, Landkinder für einige Wochen in frommen jüdischen Familien der Großstädte unterzubringen, um ihnen wenigstens für diese.kurze Zeit all das an jüdischen Werten und Erlebnissen zu geben, Was jüdische Kinder-draußen auf dem Lande heute: leider mehr noch als früher entbehren. Ein Versuch in Frankfurt ist schon . gemacht. 25 Kindersind schon mit der in unseren Kreisen so oft bewährten selbstverständlichen Opferfreudigkeit in .Familien untergebracht. Aber noch eine große Zahl von ■ Kindern wartet draußen isehnlichst darauf, einmal jüdisches Leben kennen zu lernen,. An uns liegt es, die Sehnsucht jüdischer Kinde r s e e l.e n z u stillen. Was unsere Kinder trotz "aller Not der Zeit noch besitzen, wollen wir es -nicht auch arideren geben? So ergeht der Ruf an alle frommen Frankfurter Familien, ■- sich zur Aufnahme eines Kindes für drei Wochen bereitzuerklären. Es handelt sich um Kinder im Alter von 10—14 Jahren. - Meldungen wollen gerichtet werden an die.Agad istische Frauenortsgruppe (Frau Meta Posen-Prins), Fichtestr. 8, Tel. 45969 oder Jüdische Frauenvereinigung (Frau S. Nußbaum', Scheffelsträßer Tel. 42965) oder Landesorgahisation der " Agudas Jisroel (Herr Karl Zuntz, Börnestr. 26, Tel. 22730)'. Zwei Kammermusikabende. Am 4: Juni veranstaltete das Streichquartett des Jüdischen Kulturbundes Rhein-Main im Gesellschaftshausam Mozartplatz einen Kammermusikabend. In ausgewogenem Zusammenspiel und nobler Klangentfaltung brachten die Herren Hans Bas'sermannT Ernst Drucker, Richard Karp und Ary Schuyer das Streichquartett in d-moll von Franz Schubert zu Gehör. Gelang es hier den Künstlern, die leicht umdüsterte Herbststimmung des Werkes nachzuschaffen, so war es in Schumanns Klavierquintett in •es-dur, dem zweiten Werk des Abends( die blühende Frische der Grundhaltung, die sie, ver In unserem Verlage erschien: DANIEL (HEBRÄISCH) Dramatisches Spiel nach dem biblischen Buch N gleichen Namens zusammengestellt von DIR. DR. ELIAS in Frankfurt am Main. - Preis einzeln 80 Pfg. bei Bezug v. mindestens 10 Exemplaren 60 Pfg. Mit zwei Beilagen: 1) Wiedergabe des Hauptinhaltes des hebräischen Textes in deutscher Sprache für das Publikum. 2) Anweisung für die Regie und die szenische Ausstattung. "Das Heft ist für Schüler- und Vereinsaufführungen bestimmt und wird den jüdischen Schulen und Vereinen heute recht willkommen sein. Es stellt eine dramatische Bearbeitung des Lebens des Propheten Daniel in leichter hebräischer Sprache dar, wie es sich aus dem gleichnamigen biblischen Buche ergibt. Aus diesem Buche sind sechs Episoden herausgegriffen, die in die 'Kindheits-, Jünglings- und Mannesjahre Daniels fallen, den Höhepunkt seines Lebens, seinen Kampf gegen Hofintrigen, seine unwandelbare Frömmigkeit und seine letzten Lebenstage, die Hoffnung, in der er stirbt, zur Anschauung bringen. Die hebräische Sprache und das gesetzestreue Judentum von Pinchas Wollmann in Frankfurt-a. M. Preis 80 Pfg. Der Verfasser hat es unternommen, die Bedeutung der hebräischen Sprache für die heutige Generation aufzuweisen und die besonders aktuellen Probleme zu erörtern, die sich für die gesetzestreue Judenheit hinsichtlich ihrer Einstellung zur hebräischen Sprache ergeben- Er unterbreitet der gesetzestreuen Öffentlichkeit konkrete Vorschläge, wie die sich hier ergebenden Probleme in religiösem Sinne gelöst werden können. Die Schrift sollte Gegenstand der Erörterung in den Vereinen und Arbeitsgemeinschaften der gesetzestreuen Judenheit und darüber hinaus werden. Vom Denken u* Glauben unserer Zeit Betrachtungen anläßtdes Mainuni-Gedenkjahres von Ari Wohlgemuth in Riga Preis 80 Pfg. Die Schrift, die nach einem im staatlichen jüdischen Fröblerinneninstitut in Riga gehaltenen Vortrag erstmals im Israelit erschien, behandelt ein aktuelles Thema in fesselnder Forrn^ und wird das Interesse der gebildeten jüdischen Jugend finden. Zu beziehen durch alle besseren Buchhandlungen sowie direkt vom Verlag. VERLAG DES ISRAELIT UND HERMON G.M.B.H. FRANKFURT-M., RECHNEIGRABENSTR. 7 eint mit H, W. Steinberg am Flügel, meisterlich trafen und in die bewegten Themen und Rhythmen hineinklingen ließen. Die zahlreich erschienene Zuhörerschaft dankte den Künstlern wieder und wieder mit herzlichem Beifall. Im Rahmen der Mittwochskonzerte der jüdischen Tonkünstler Frankfurts in der Arnold Lazarus-Halle hörte man am 5. Juni von der Kammerstreichervereinigung unter Artur Holdes Leitung Streichmusik vorwiegend alter Meister. Neben flüssig gespielten Werken von Pachelbel, Franz X. Richter und Jon. Stanitz stellte das Streicherensemble ein originelles, prbgrammusikhaftes Quintettino von Luigi Boccherini heraus (Solostimmen: Frau Hoff (Cello), Erna Schnerb (Violine). Alice Baehr brachte Re/ätativ und Arie aus den „Jahreszeiten" von Jos. Haydn, und eine Arie mit obligater Violine aus „II re pastore" von Mozart mit klangvollen Mitteln, von Artur Holde am Flügel und in der Mozart'schen Arie von Theo Ratner auf der sich hinzugesellenden Geige anschmiegsam begleitet- Bei all diesen streng klassischen Darbietungen wurde das lyrische AndcJnte für Streichorchester von Max Reger als willkommene andersartige Gabe empfunden und durch dankbaren Beifall gewürdigt. ges. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim E. V. Samstag' morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.-A. Dr. E. Posen — *V2 Stunde vor Mincho im Vereinslokal, „Mikro" Herr Rabbiner H- Meyer. — Eine Stunde vor Nacht im Hörsaale, Midraschvorrag, Herr Julius Lewin. (Alles andere wie üblich.) Jahrzeitsstiftungen. Sonntag, 16. Juni: Nanette Isaak geb. Prager-Stiftung. Dienstag, 18. Juni: Falk Goldschmidt-Stiftung. Mittwoch, 19. Juni: Benjamin Roos-StiltunjJ. Donnerstag, 20. Juni: Moritz Golde-Stiftung. Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Thora und Mussar. Herr Dozent J. Ehrentreu. Chumisch mit Kommentaren, Sonntag 3/4°< Uhr abends. Heirr Rabb- M- Feuerwerker. Gemorohschiur für Jugendliche (ry 'on), Sonntag und Dienstag 8.30 Uhr abends- Dihim und Mussar für Jugendliche. Sabbat 3-30 Uhr. Gemorohschiur für Baalebatim WT»«) je Montag und Donnerstag Ö Uhr nachm. Herr Rabbiner Dr. Mannes. Q»3M »an, Sabbat vorm. nach Schul Fichtestraße 5, nachm. 4 Uhr im Hörsaal Friedberger Anlage- Herr R.-A. Dr- E. Posen 'Btt AIS». Sabbat 6 Uhr nachm. in der Wohnung des Dozenten, Sandweg 44- Herr R.-A- Dr. M- Schlesinger Gemorohschiur (ratt '0») für Baalebatim Mittwoch 815 Uhr abends in der Wohnung des Dozenten, Schwanenstr. 12- Herr Sofer, vxp *p, täglich um 12 Uhr und Sonntag um 11 Uhr im Vereinslokale, Schwanenstr. 12. Herr Zuntz, B"n mm, Sonntag 715 Uhr vorm. im Sitzungszimmer der I. R. G. Mesillas Jeschorim. Herr Jacob Rosenheim Sabbat Nachm- 6 Uhr, Fichtestr. 5. Die d">T)5pip des Herrn Rabb. finden diese Woche nicht statt. Religiöse Lehrkurse des Jugendausschusses der IRG, Vo rl es ung e n Dienstag, 18. 6. 9-10 Uhr, abends „Die Psychologie der hebräischen Sprache", Schlußvortrag, Dr. Arnold Merzbach. Mittwoch, den 19- 6. 9-10 Uhr, abends „Jüdische Köpfe (Aus dem Wormser Minhag- und Nissimbuche, Schlußvortrag), Redakteur S. Schachnowitz- Donnerstag, 20. 6. 9-10 Uhr, abencs „Das Gebet der Juden", Jacob Rosenheim. Liwjat Chen. Samstag nach Mincho 5x/4 Uhr im Hörsaale, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz über: (Etwas über ntMO und 1»T3). Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Jeden naw vormittags nach dem G'ttesdienst Fried- . berger Anlage etwa 10 30 Uhr im Lokale Schwanenstr. 12. Ausgewählte Stücke aus der rhTO. Herr-Julius Lewin.. Gäste willkommen. Jüdischer Turnerbund E. V. Am Sonntag, den 23 Juni findet in der Turnhalle Leichtathletikkämpfe der Mädchenabteilungen statt, wozu Eltern u. Freunde des Vereins eingeladen sind. Gebetzeiten. mi naw Freitag abend 7.45 Samstag nnnwn 6.35 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 und 5 00 Samstag abend 9.40 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 7.15 Tefillinlegen am Morgen 2.50 Familien-Nachrichten. Barmizwoh: Heinz Leopold, Sohn des Herrn Wilhelm Althöff, Basel, kwj nasr. Vermählte: Ruth Levy, Neustadt, Bahnhofstr. 3, Emanuel Weißmann, Köln, Dasselstr- 58, z. Zt. Tel Aviv. Briefkasten. S. Sch. in St. Geburtstag 17- Januar, msn na ninwa.