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Der Israelit · 1935-06-13 · Heft 24 (13.6.1935) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 24 (13.6.1935)
Date
1935-06-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
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p^5äFP«»!^p3^*B^?*?'*?^ Frankfurt a- M- 13. Juni 1935 12. Siwan 5695 Nummer 24 Prüfung des Paläslinaberichtes der Mandatarmacht durch die Mandatskommission, Genf, 9. Juni. Unter dem Vorsitz von Marquis Theodoli prüfte die S t ä n d i g e M a n d a t s k o m m i s - s i o n d e s V ö 1 k e r b u n d e s . in ihrer Sitzung •vom 5. Juni den J ahr e s b e-r i cht d e s Man- Katars für Palästina und Trans jor- ■>d' a n i e n für das: Jahr 1934> Hierbei . wirkten als ^beglaubigte Vertreter der stellvertretende Chefsekretär der Palästinaregierung Moody und Herr Downie vom Londoner Kolonialamt mit. In einem einleitenden Vortragerklärte Herr Moody, die Finanzlage der Palästinaregierung sei weiterhin gesund. Die Einkünfte aus Zöllen blieben-in einer Hohe, die den Ausbau des öfientlichen Dienstes entsprechend den Ansprüchen einer wachsenden Bevölkerung ermöglichte. Es sei auch möglich gewesen, die Steuern in gewisser Hinsicht zu ermäßigen. Die einheimische Industrie" nehme eine gesunde Entwicklung. Die Häfen von Jaffa und Haifa seien erweitert und verbessert worden, seien jedoch bereits eines weiteren Ausbaus bedürftig, um den gesteigerten Geschäftsverkehr bewältigen zu können. Die Regenfälle im Winter hätten die Aussicht auf eine gute Ernte eröffnete Es werde alles getan, um die Lage,der jüdischen und arabischen Landwirte zu verbessern; sie würden durch die landwirtschaftlichen Stationen der Regierung gefördert, ein Programm, an dessen Durchführung der High Commissioner besonders: interessiert sei. Auf Wunsch einiger Mitglieder . der Komimission machte Herr Moody sodann Mitteilungen <<-über* die allgemeine politische Lage und die Zusammenarbeit der verschiedenen Bevölkerungsteile Palästinas. Es wurden auch Fragen der Einwanderung und .der Verwaltung von Grund und Boden erörtert. In diesem Zusammenhang erklärte Herr Moody, die Einsetzung eines Legislative Council werde erwogen, nachdem eine bessere Uebersicht über, das Funktionieren der jyiunizipal - Autonomie gewonnen wurde. Die Araber seien alle f ü;r die Einführung des Legislative Council, die Juden alle dage-; gen, Im übrigen sei trotz der Spannung auf politischem Gebiet eine izunehmende Verbesserung der Beziehungen zwischen Juden und Arabern festzustellen. Der Vertreter der Mandatarmacht kam dann noch auf den ernsten innerjüdischen Gegensatz zwischen Zionisten und Revisionisten zu sprechen. Am Nachmittag des 6. Juni wurden Fragen der, jüdischen E i n w a n d e r u n g j nach Palästina und Transjordanien und der> arabischen Einwanderung nach Palästina diskutiert. Herr Moody erklärte, die Zahl der nach Palästina kommenden Araber sei unbedeutend. Der Einwanderung von Juden nach. Transjordanien stünden grundsätzlich keine Hindernisse entgegen. Wohl -aber , sprächen noch immer Erwägungen politischer Zweckmäßigkeit dagegen, Ein großer Teil der Debatte war der Prüfung der Lage in Transjordanien gewidmet, besonders der Frage der Grenzen zwischen Transjordanien und dem Hedschad und der Hafenverhältnisse in Akaba. Am 7. Juni nahm die Kommission die Prüfung der sich auf Palästina beziehenden Petitionen vor. Als Berichterstatter für das jüdische Memorandum fungierte der portugiesische Vertreter Senor Penha Gar c i a, für die arabische Petition der Spanier Palac i o-s.. Reichsminister Dr. Flick über die Durchführung des Programms der NSDAP. Berlin, 8. Juni. Wie das „Deutsche Nachrichtenbüro" meldet, empfing der Reichs- und Preußische Minister Dr. Frick den kanadischen Schriftsteller Erland Echlin zu einer längeren Unterredung, in der der Mi- (Fortsetzung siehe Seite 2.) Aus dem Inhalt: Das Auftreten früherer jüd. Anwälte vor Gericht........... Seite 2 Arierparagraph für Krankenschwestern' ......Seite 3 Histadrnthschulwerk in Palästina . . Seite 2 Parlamentarische jüdische Vertretung in .Polen............. Seite 2 Kanzelfreiheit der Rabbiner.....Seite 3 Verbilligungsaktion in Berlin .... Seite 4 Vom Denken und Glauben unserer Zeit. Von A.Wohlgemuth......Seite 5 Die Judenfrage auf dem Reichslager der Deutschen Burschenschaft . . Seite 7 Judenfeindliche Ausschreitungen in Polen .......... . . Seite 7 Palästinaberichte ........ Seite 7 u. 8 Bücherbesprechungen ....... Seite 10 Die Torczyner'sche Von Oberrabb. Dr, Josef Carlebach in Altona.*) Für eine jüdische Bibelübersetzung ist die Stunde nicht mehr so glücklich wie ehedem. Wir können alle G, s. D. deutsch sprechen; die Zeit der Frühemanzipation, wo die bloße Tatsache, daß jemand das Deutsche sicher genug beherrschte, um eine fehlerfreie,: grammatisch genaue: Uebersetzung zu liefern, ihn über den Kreis der .deutschen Juden hinaushob, diese Zeit ist längst vorüber. * . Wer heute sich an die Schaffung einer Uebersetzung heranwagt, muß aber vor allem wissen, daß inzwischen ihmeine ganze Literatur von Uebersetzungen vorangegangen ist: zuletzt noch das großangelegte Werk von Buber-Rosenz we i g. Es handelt sieh nicht darum, ob man jede Einzelheit dieser Uebersetzung anerkennen mag. Gewiß haber^ ihre Verfasser Ihre Kompetenz überschätzt; sie glaubten, Sprachschöpfer sein zu dürfen und waren gewiß überzeugt, alle Welt werde'ihnen folgen, und künftighin würden wir alle davon sprechen, daß Aron priesterte, David königte, "die Kinder Israel fruchteten, die Priester metzten und eine Schlachtung dargenaht würde, Darin irrten sie. Aber ein sprachgewaltiges Denkmal haben sie geschaffen, ein D enk - *) D i e h e i 1 i ge S c h r i f t. Erster Band. Herausgegeben von Harry T o r c z y n e r. 1935. J. Katiffmann Verlag, Frankfurt a, M, mal, an dem künftighin jede andere Uebersetzung gemessen und gewertet werden wird. Und das wird jeder bekennen: das Pathos der Offenbarung, das Zwingende, Fordernde, Feierliche( das die Sprache der Ueberwelt an sich tragen muß, das gibt diese Uebersetzung in vollem Maße, Das gesprochene Bibelwort, wie es in der Negina seinen klassischen Ausdruck gefunden hat, kommt auch bei Buber zu Gehör. Als ihr erster Band erschien, war es ein literarisches Ereignis. Jeder gebildete Jude^las sie, um die Bibel dadurch anders zu erleben als wie er gewohnt war. Selbst die christliche Welt konnte einen freundlichen Seitenblick dem Buber'schen Werke nicht versagen, Das muß man alles bedenken, - wenn man Die heilige Schrift, neu ins Deutsche übertragen, erster Band Thora/Fünfbuch, 1935 im Verlag J. Kauffmann, RM. 4.50, liest. Der Plan zu dieser neuen Uebertragung liegt 30 Jahre — sage und schreibe dreißig Jahre — zurück. Damals wurde in der Berliner Großgemeinde der Gedanke angeregt, eine neue Uebersetzung der Bibel zu schaffen. Damals wäre vielleicht die richtige Zeit gewesen; die Verfasser hätten Lorbeeren pflücken können. Das ist heute viel schwerer geworden. Heute laufen sie Gefahr, eine Enttäuschung zu bereiten. Ein Urteil über dies neue Werk kann nun in der Tat weder aus (Fortsetzung siehe Seite 3>)

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