Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1935-05-29 · Heft 22 (29.5.1935) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 22 (29.5.1935)
Date
1935-05-29
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2450858-2450879--81305-2539189
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

29. Mai 1935 Oer Israelit Nr. 22 Seite 11 Die Frankfurter Woche. Jüdische Erwachsenenbildung. Seit mehr als zwei Jahren wird in allen jüdischen Kreisen Deutschlands nach Möglichkeiten der Vertiefung unserer jüdischen Bildung gesucht. Der neugegründete Jugendausschuß unserer Kehilla hat nun versucht, in dieser Frage zu einer Lösung zu kommen. Er war sich dabei der Tatsache bewußt, daß der Bildungsstoff, den er der für ihn zunächst in Betracht kommenden Hörerschaft vermitteln wollte, ein bereits jahrtausendalter 'ist. Es sollte sich dabei also zunächst nicht, im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen, um eine Erarbeitung neuer Begriffe handeln, die bestenfalls Surrogate unserer alt-jüdischen Begriffe hätten darstellen können, sondern um die Aktualisierung dieses Gedankenguts. Diese Forderung kam in der Setzung der Themen eindeutig zum Ausdruck. Die ins Einzelne gehende Ausarbeitimg blieb dabei den Dozenten überlassen. Der erste Teil des Sommerlehrganges brachte 1. Die Agada als Quelle jüdischer Welt- und Lebensanschauung. Diese Vorlesung, die gleichzeitig die Eröffnungsvorlesung war, wurde von unserem Raw, dem Herrn Gemeinderabbiner Josef J. Horovitz, abgehalten. Sie wollte zunächst aufzeigen, wie Agada nicht etwa ein in sich abgeschlossener Teil des Talmuds bildet, sondern sich harmonisch in den rechtlichen Teil einfügt. Es kam dabei zum Ausdruck, wie die Methode der Parabel, der sich die Agada oft bedient, aufzufassen sei. Der Gegensatz zu der Meinung, als sei sie, auf Grund ihrer scheinbaren Unwissenschaftlichkeit, nur Ausschmückung des jüdischen Rechtsgedankens, kam dabei deutlich zum Ausdruck. Der Dozent verstand es, der Hörerschaft ein, wenn vielleicht auch nicht ganz abgeschlossenes so doch klares Bild vom Wesen der Agada zu geben, 2. Weltanschauliches aus den Werken des Rambam (Maimon). Herr Rabbinatsassessor Dr. Michel Schlesinger war sich von Anbeginn darüber klar, daß ein zusammenfassendes Bild vom Werke dieses überragenden Geistes in drei Abenden zu geben, unmöglich ist. Er beschränkte sich von vornherein auf einzelne Gedanken und Ideen, die außerordentlich geeignet waren, eine Vorstellung der Methode von Jad Hachasaka zu vermitteln. 3. Einführung in das jüdische Recht. Diese Vorlesung mußte einer großen Schwierigkeit begegnen. Das Thema als solches, ein rein wissenschaftliches, ist sehr spröde. Wenn es dem Dozenten, Herrn Dr. Isaac Breuer, trotzdem gelang, die Gedankengänge allgemein verständlich zu entwickeln, so dank seiner vorbildlichen Methodik, die den großen Stoff übersichtlich, und klar zum Ausdruck brachte. Der Dozent verstand es, in den Vorlesungen, die sich großen Zuspruchs erfreuten, ausgehend vom Begriffe des allgemeinen Rechts, dessen Voraussetzungen und seinen Lücken, das jüdische Recht geradezu plastisch darzustellen. Besonders großen Wert wurde auf den Begriff des Rechtsgedankens überhaupt gelegt. Eindeutig kam der Begriffsunterschied zwischen rein formalem und dem Natur- und Schöpfungsrecht zum Ausdruck. 4. Jüdisches Pflichtenleben — Die Ethik desAlltags. Eine Aufzählung von Rechtssätzen aus den vier Teilen des Schulchan Aruch „wirkt auf die Dauer ermüdend", war wohl der Satz, mit dem Herr Rabbinatsassessor Dr. Elieser Posen begann. Die Abende zeigten aber, daß es dem Dozenten im Rahmen die-* ser Veranstaltung weniger auf die Herausarbeitung von einzelnen Dinim ankam, vielmehr gelang es dem Vorlesenden, verschiedene Begriffe in ihrer Aufgabe und Bedeutung klar herauszustellen. So z. B. den Unterschied in der Gesetzgebung für die Frauen und der der Männer, Erklärung der im jüdischen Pflichtenleben gebrauchten Maase usw. Die Vorlesungen brachten besonders der zahlreich erschienenen weiblichen Hörerschaft reiche und mannigfache Anregung. Der Jugendausschuß hat mit diesem Versuch einen Vorstoß unternommen, der zwar in Bezug auf die Haltung und Mitarbeit der Hörerschaft nicht alle Erwartungen erfüllt, die der Ausschuß an sie geknüpft hatte. Er hofft jedoch bei dem künftigen Ausbau immer weitere Kreise heranzuziehen. Der zweite Teil des Sommerprogramms, der am Montag, den 3. Juni beginnt, weist folgende Vorlesungen auf: 5. Rabbiner Hermann Mayer: „Vom Sinn der jüdischen Feste", Montag, den 3. 6., 24. 6. und 1. 7., abends 9—10 Uhr; 6. Dr. med. Arnold Merzbach: „Die Psychologie der hebräischen Sprache". Dienstag, den 4. 6., 11. 6. und 18. 6., abends 9—10 Uhr. 7. Redakteur S. Schachnowitz: „Jüdische Köpfe". Mittwoch, den 5. 6., 12. 6. und 19. 6., abends 9—10 Uhr. 8. Dr. Salomon E h r m a n n : „Einführung in den Talmud". Donnerstag, den 13. 6., Dienstag, den 26. 6. und 2. 7., abends 9—10 Uhr. 9. Jacob Rosenheim: „Das Gebet des Juden". Donnerstag, den 20. 6., 27. 6. und 4. 7., abends 9—10 Uhr. Lehrraum: Hörsaal der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt, Friedb. Anl. 5.. Mussarschiur des Herrn Jacob Rosenheim. Der im Thora- und Mussarprogramm angekündigte Schiur D'i»' rA'on des Herrn Rosenheim findet (nicht wie angegeben: Sonntag) Mff nachmittag um 6 Uhr in der Fichtestraße 5 statt und beginnt diesen "m»a nuns rasr- Der Mussarschiur des Herrn Rabbiners fällt wegen des Mekor Chajim-Vortrags aus. Was die Steine auf dem Wormser jüdischen Friedhofe sprechen. Im Rahmen der Lehrkurse des Jugendausschusses der I. R. G. hält nächsten Mittwoch abend 9 Uhr Herr Schachnowitz im Hörsaale Friedberger Anlage seinen ersten Vortrag über „Jüdische Köpfe". Es soll ein Rundgang durch den alten jüdischen Friedhof zu Worms sein und eine Schilderung der Lebensgeschichte der dort ruhenden Großen aus der Geschichte der deutschen Judenheit im Mittelalter. Da der Jugendausschuß für die nächste Zeit einen gemeinsamen Ausflug nach Worms beabsichtigt, so dürfen diese drei Vorträge, die in den nächsten Wochen je am Mittwoch abend stattfinden, als die geeignetste Einführung für die geplante Besichtigung begrüßt werden. Verein Mekor Chajim e. V. Im Rahmen unserer Schabbos-Abendvorträge spricht diesen Schabbos 1 Stunde vor Nacht im Hörsaal Herr R.-A. Dr. M. Schlesinger über das Thema ,,. . . werdet Ihr G'tt dienen an diesem Berg". Ferner hält Herr Rabbiner J. Horowitz am Sonntag abend 8.30 Uhr im Hörsaal einen außerordentlichen Vortrag, auch für Damen, über „Zahlen und Maße im Lichte des Mussar". Wir laden unsere Mitglieder und Freunde zu beiden Veranstaltungen höfl. ein und bitten um regen und pünktlichen Besuch. Das mjmy-Nachtlernen findet auch in diesem Jahre in altbewährtem gewohntem Rahmen im Vereinslokale abends 11 Uhr statt. Mit Rücksicht auf die Zeitverhältnisse wird ein Kostenbeitrag in diesem Jahre nicht erhoben. Gäste willkommen! Das ausführliche msiaw- Programm erscheint in nächster Nummer. Ein Siebziger, Herr Siegmund Selig ist siebzig Jahre alt geworden. Herr Selig zählt zu den beliebtesten Persönlichkeiten der hiesigen jüdischen Bevölkerung, sowohl im Kreise seiner Geschäftsfreunde wie in der großen Schar seiner persönlichen Freunde und Verehrer. Ein Mann von tiefer schlichter Frömmigkeit und seltener Herzensgüte, läßt er sich kaum eine Gelegenheit entgehen, sein jüdisches Wissen zu vertiefen oder stille Wohltat zu üben. Möge es ihm gegönnt sein, an der Seite der tapferen Gattin und im Kreise der im Geiste der Eltern lebenden Kinder und Kindeskinder noch lange Jahre in Gesundheit, Arbeitsfreude und ungetrübtem Glücke zu genießen. n:w cmBrjn nun is Ein Geschäftsjubiläum. 25jähriges Geschäfts-Jubiläum begeht die Firma Konditorei Jul. Grünebaum, Frankfurt a. M., Hanauerlandstr. 4 am 1. Juni ds. Js. Der Gründer des Geschäftes, Herr Julius Grünebaum, der leider nicht aus dem Kriege zurückkam, war ein tüchtiger Fachmann. In ersten Häusern der Branche hatte ec seine Erfahrungen gesammelt und sein Geschäft nach dem Prinzip geführt: „Für meine Kunden ist mir das Beste gut genug". In diesem Sinne erzog er sich seine Mitarbeiter, so daß es seiner Witwe möglich war, mit diesen zusammen auch in schwersten Zeiten dem Prinzip „Nur das Beste" treu zu bleiben. Auch der Sohn, der jetzt dem Geschäfte vorsteht, hat eine gründliche Ausbildung, teils im Auslande genossen und ist ebenfalls bestrebt, den Kundenkreis durch beste Lieferungen stets zu erweitern. I | lißbweq 9 nks nui fu\ Sie massgjebmck jjb GELlHORM SpmMhaus! § Fttr die Reise billige Preise: Bade-Artikel - Strickmoden - Sportblusen H|] FUr die Reise billige Preise!?# ' Sleuerberalung - BUcherfUhren ilif»haal liaifOr Franklufl'M" Im Sachsenlager 1.1 InlCIldCl lnfl|6l, Einrichtung von Buchhaltung Nur.persönliche Erledigung — Auch auswärts Sabbat-Anfang und Ausgang nmaa rom Ort Anfang Uhr | Min. Datum Ausgang Uhr | Min. Frankfurt am Main 7 45 1. 9 25 Berlin 7 30 Juni 9 15 München 7 15 1935 8 55 Köln 7 45 9 35 Stuttgart 7 30 29. 9 15 Breslau 7 30 "i"« 8 52 Nürnberg 7 30 •win 9 07 Hamburg 8 00 9 47 Würzburg 7 15 9 20 Für unsere Priv.-Elementarschule suchen wir z. 1. Sept. einen jüngeren Lehrer der gleichzeitig das Canloral übernehmen kann. Zeugn. m. Lebenslauf sind zu richten a. d.Vorstand der Synagog.-Gem. Siegburg a. d. Sieg. Drogen - Parfümerien Toiletteartik. - Foto-Apparate Ausführung aller Fotoarbeiten ä;uu.wolffihg Braubachstr.7 Tai. 21317 £x Steimatzky's Neuer Palästina-Führer verfaßt von Sev Vilnay und Dr. A. Bonne enthält 4 farbige. groBe Karten van Palästina, Jerusalem, Tel-Aviv und Haifa, sowie eine Eisenbahn- und Omnibuskarte mit Fahrplan. Außerdem 77 Karten, Skizzen u. Fotos im Text. 648 Seiten. Preis geb. 7 Mfc. oder 4P Frs. Verlag: Steimatzky PubiishingCo. Ltd. Jerusalem Verlag des Israelit 11. Hertnon G.m.b.H. Frankfurt-Ii gegen Voreinsendung des Betrages auf Postscheck-Konto Nr. 39592 Frankfurt a. M. Knabenpensionat in Tttltf'.pH wird unter Leitung ein. orthod. Lehrers im Herbst gegründet. Eigene Schule mit TiaVn min- sowie Vorbereitung au! alle paläst. Schulen und rnjuri. Praktische Betätigung in Landwirtschaft. Stadtnähe. Erste Referenzen. Niedriger Pensionspreis. Anfragen erbeten unter 1816c an die Exped. d. BI. rmxa S. HOLLÄNDER FRANKFURT AM MAIN Eckenheimerldstr. 127. Telefon 52014 Lager fertiger Grabmäler Versand auch nach auswärts ZISELEUR UND BILDHAUER LEO HOROVITZ Scheitel in jeder Preislage Neues Haarfarben unübertrefflich — haarschonend HAUG & REICH nur Kalsersirafie 21/23 1. Stock Kein Laden Hauptgewinn: Palästina-Seereise u. zurück 21 Baderelsen,800 Gewinne Ziehoog23.VI.35 Los 1.- Marl nur für Elternschaft, Komitee- und Gemeindemitglieder. Patenschaitskomltee für das AdaB-Schulwerk Berlin NW 87. Büro: Siegmundshof It Telefon Tiergarten 4141 und 8913. Jüd. alt, Ehep. sucht im Ostendviert. eine Wohnung mit. 2 Zimmer u. Küche im Höchster, v. 35-40 .« l.o.2. Stck ab 1. Juli. Es k. auch b. ein. ruh. kinderl. Fam. als Untermiet., 2 Zimm., wo Kochgel. u.Wasser in ein. Zimm. vorh. ist, auch l.o. 2. St., sein. Off.unt.micanExp. Aelt. Eiieiostitut raschester Erfolg. Moses Oppenheimtr Frankiurt am Main Lersnerstr. 5,1. Telefon 55007 25 jähr, frora. Madch. sucht für Mitte Juni gleichgesinnte nette Urlaubsgesellschaft Off. unt. 1847c Exp. BjjjJdM^GERIE ^BjB. ■SCHHEEMAHH H "^"^^ Schillersar. 2 Geprüft. Wochenliettpf legerin empfiehlt sich mit besten Referenzen, streng rituell, bei mäßigen Preisen Oif. unt. 1855c an die Exp. ds. Blatt. Kernseife Schmierseife Seifenpnlver selbsttätig „ 15%u.30% Seif ensandin Streudosen Scheuersand in Paketen Seifenschnitzel Flüssige Seife Toillettenseife direkt ab Fabrik Chem. u. Seifenfabrik Victor-Victorjfm.-Fechenheim Unter Aufsicht der I. R. G. Frankfurt-M. jn^Dipn riff« 'nm Für ein frommes, in jeder Hinsicht ausgezeichnetes Mädchen aus angesehener, gutsituiert. Kaufmannsfamilie, in außerdeutsch. Metropole wohnhaft, wird pass. Verbindung mit einem orthod. jüdisch wie weltl. gebild. Kaufmann gesucht. Evtl. kommt Einheirat in Betracht. Gef). ausführt. Mitteilung, von Selbstinteressenten unter 1851c an die Exp. Der sicherste Weg zur glücklichen Ehe für das jüdische Publikum führt über DIE JÜB. HEIRAISZEIIUHG Prag XIX, Soborska 8. C. S. R. Prospekt nur gegen Rückporto, intern. Antwortschein - Neueste Probenummer 2 intern. Antwortscheine. Israelitische Kuranstalten Sayn für Nerven u. Gemütskranke.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.