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Der Israelit · 1935-05-23 · Heft 21 (23.5.1935) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 21 (23.5.1935)
Date
1935-05-23
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
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Seite 14 Nr. 21 Der Israelit 23. Mai 1935 laskaftane an und gelbe Zobelstreimel auf dem Kopfe. Aus den Speiseresten konnten die Wildes ersehen, daß hier das Mahl noch weit kümmerlicher und spärlicher war, als in der zweiten Klasse Viele Zwischendeckler waren dabei, die ihr Brot mit ihrer trockenen Wurst mitgebracht hatten und sich aus dem empfangenen heißen Wasser ihren dünnen Tee selber bereiteten. Aber alle waren vergnügt, sabbatlich gehoben. Sogar die Chahizim, die ihren eigenen Sabbat sonst hatten, waren gekommen, um mit den Alten mitzufeiern. (Fortsetzung folgt.) Zum hundertsten Todestag des Altonaer Oberrabbiners Akiwa Wertheimer V'ET. Von Rabb. Eduard Dukesz in Altona. Am 24. Mai (21. IjarJ d. J. sind 100 Jahre verflossen, seitdem der berühmte Altonaer Oberrabbiner Ekiwa Wertheimer im 57. Lebensjahre seine Augen zum ewigen Schlummer schloß. Im Jahre 1778 in Breslau geboren, kam er gegen 1800 nach Altona als Hauslehrer bei Samson Goldschmidt. Er heiratete die Tochter des Vorstehers A. Goldschmidt und konnte sich ohne Nahrungssorgen ausschließlich dem Studium der heiligen Wissenschaften widmen. Zwei Jahre später wurde er als Rabbiner nach Lübeck- Moislingen gewählt. Dort wirkte er in der schweren Zeit der französischen Invasion, bis er am 25. Februar 1816 als Oberrabbiner nach Altona und gleichzeitig als Klausrabbiner an der „Chacham Zebi-Klaus" gewählt wurde. Es war in der kritischen Zeit, da die Juden Lübeck verlassen und sich nach Moislingen zurückziehen mußten. Dr, Sal. Carlebach schreibt in seinem Werke ,/Geschichte der Juden in Lübeck und Moislingen", Seite 85.' „Um das Unglück voll zu machen, hatte sie kurz vorher (25. Februar 1916), auch ihr Rabbiner Rabbi Akiva Viktor, verlassen und war einem Rufe als Oberrabbiner und Präsident des jüdischen Gerichtes nach Altona gefolgt. Er genoß in der Gemeinde großes Ansehen und bereits in den Zwischentagen des Laubhüttenfestes 1805 hatte man einstimmig beschlossen, ihm den Titel Maure Maurenu beizulegen, auch bisher alles aufgeboten, ihm ein standesgemäßes Auskommen zu ermöglichen. Sein Weggang war jedoch keine Fahnenflucht und Verlassen der unglücklichen Genossen. Er hatte 10 Kinder und konnte sich nicht leicht einem Ungewissen Schicksal aussetzen. Die Stelle in Altona bot seinen bedeutenden Fähigkeiten auch einen ausgedehnteren Wirkungskreis. Endlich konnte er von dort aus seinen früheren Pflegebefohlenen vielleicht noch nützlicher werden, als in ihrer Mitte. Vorerst erbot er sich zur unentgeltlichen Verfügung in allen Dingen, wo man seinen Rat, seine Dienste, sein Wissen gebrauchen konnte." In Altona entfaltete er als Vorsitzender des staatlich autorisierten Gerichtes eine umfangreiche Tätigkeit. Im Jahre 1812 wurde nämlich die 200 Jahre bestehende Gemeinschaft der Drei-Gemeinden auf Befehl Napoleons getrennt. Die Liquidierung der bisher gemeinsam verwalteten Legate, des Friedhofs, Waisen- und Krankenhauses erforderte viel Arbeit und genaue Kenntnis des jüdischen Schrifttums. Ferner wurden alle schwebenden Erbschaftsprozesse auch der in Hamburg wohnenden Familien in Altona ausgetragen und entschieden, da dort noch kein eigenes Oberrabbinat bestand. Akiwa Wertheimer ist der erste Altonaer Oberrabbiner, der den Titel „Oberrabbiner von Altona und Schleswig-Holstein" und Vorsitzender des jüdischen Gerichtes führte. In der Klaus konnte er sein immenses talmudisches und halachisches Wissen vertiefen und im Kreise gelehrter Kollegen, wie Rabbi Jecheskel Joelsohn, Peßach Goldschmidt, Jesaia Holländer und Rabbi Jekew Cohen verbreiten. Hier verfaßte er einige agadische Werke zu den Propheten, die et abwechselnd mit den Klausnern jeden Morgen vortrug. Im Jahre 1819 veröffentlichte er einen Aufruf gegen das deutsche Gebetbuch der Reform, in dem alle auf Zion und Jerusalem und den Messias bezüglichen Stellen ausgelassen wurden. Er unterschreibt sich dort: „Akiwa, Sohn Awigdor Breslau, Oberrabbiner von Altona und der Provinz." Im 'Jahre 1829 wurde Akiwa Breslau bei Friedrich Carl Kristian in Audienz empfangen, der damals in Altona weilte (Chronik der Gemeinde Altona). Akiwa Wertheimer stand mit den größten Autoritäten seiner Zeit in halächischem Briefwechsel, der in den Responsen verewigt ist. Er verfaßte viele talmudische, halachische und auch agadische Werke, die teilweise im Besitze der Oxforder „Bodleane" und des Altonaer Gemeindearchivs sind. Seine Bibliothek stiftete seine zweite Frau der Altonaer Klaus. Welch große Trauer bei seinem frühen Hinscheiden im 57. Lebensjahre am Mittwoch, den 21. Ijar, in Altona und Hamburg herrschte, beschreibt der gelehrte Vorsteher der Chewra Kadischa in ergreifenden Worten im Chewra Kadischa-Buch. Die Altonaer Tageszeitungen widmeten dem berühmten und gerechten Gerichtsvor sitzenden ehrende Nachrufe. Ein gut erhaltener Grab stein ~auf dem Altonaer Friedhof in der Königstraße, Grab Nr. 1423, kündet von seiner Größe und segens reichen Wirksamkeit während seiner 20jährigen Tä tigkeit in Altona. Sein Oelgemälde, von Künstlerhand gemalt, ziert den Sitzungssaal der Altonaer Gemeinde Von seinen Enkeln sind bekannt Dr. Leo Wertheimer, unter dem Schriftstellernamen Constantin Brunner, und Willy Ahron. in New York. Kinderecke. Israel in Ägypten- Dem Sefer Hajaschar nacherzählt von Rabbiner Dr. Robert Zion, (Fortsetzung.) Mose, der von Bithja wie ein eignes Kind gehalten wurde und zusammen mit den Söhnen des Königs aufwuchs, wurde vom ganzen Hofstaate geehrt und vom Volke geliebt. Täglich ging Mose zu seinen Brüdern nach Gosen hinaus und sah, wie schwer sie dort arbeiteten. Da fragte Mose seine Brüder: „Warum müßt ihr täglich so unsagbar schwer arbeiten?" Sie berichteten ihm alles, was ihnen geschehen war, alle Gesetze, die Pharao vor Moses Geburt erlassen hatte, auch alle Ratschläge Bileams gegen Israel und gegen Mose. Da entbrannte, sein Zorn gegen. Bileam, und er lauerte ihm auf, um ihn zu töten. Bileam erfuhr davon, fürchtete sich sehr und floh mit seinen beiden Söhnen nach dem Lande Kusch zum König Kikanos, der sie ehrenvoll aufnahm. Unterdessen stieg Mose ständig in. der Gunst des Königs und des. ganzen Volkes. Eines Tages ging er zu Pharao, warf ich vor ihm nieder und sprach: „Eine .kleine Bitte habe ich an Dich, o König. Schlage sie mir doch nicht ab." Der König antwortete: „Sprich!;' Da. sagte Mose: „Möge doch deinen Dienern, den Kindern Israels, die in Gosen wohnen, ein Tag gegeben werden, an dem sie von ihrer Arbeit ausruhen können." Darauf antwortete der König: „Ich werde deinem Wunsche entsprechen." Pharao befahl, in Aegypten und in Gosen folgendes zu verkünden: „An alle Kinder Israels! So spricht der König: Verrichtet eure Arbeit sechs Tage lang; aber am siebenten Tage sollt Ihr ruhen und nichts arbeiten, Wie Pharao und Mose ben Bithja befohlen haben, so soll es alle Zeit geschehen!" Ganz Israel tat, wie Mose ihnen befohlen hatte, und Mose freute sich sehr, daß so mit Zustimmung des Königs von Aegypten dem Volke Israel der Sabbat gegeben worden war. Von jetzt ab erreichte Mose oft bei Pharao Erleichterungen für seine Brüder. Als Mose achtzehn Jahre alt war, ging; er wieder einmal nach Gosen, weil er sich danach sehnte, seine Eltern wißderzusehen. Unterwegs kam er an seinen Frondienst leistenden Brüdern vorüber und sah auch, wie ein Aegypter einen hebräischen Mann schlug. Als der Geschlagene den Mose erblickte, lief er zu ihm, damit er ihm helfe; denn der Mann Mose war bei Hofe angesehen. Der Hebräer sagte zu Möse: „Dieser Aegypter kam des Nachts in mein Haus, band mich und verging sich vor meinen Augen an meinem Weibe, und jetzt will er mir das Leben nehmen." Als Mose diese Ruchlosigkeit vernahm, entbrannte sein Zorn gar sehr. Er wandte sich um und um, sah aber Niemanden. Da erschlug er den Aegypter und verscharrte ihn im Sande. So rettete er den Hebräer aus der Hand seines Angreifers. Der Hebräer kehrte naqh Hause zurück und wollte sich von seiner Frau trennen, denn es ist im Hause Jakobs nicht Sitte, mit seiner entehrten Frau weiter zusammen zu leben. Die Frau ging jedoch" zu ihrem Bruder und beklagte sich bei ihm über ihren Mann. Daraufhin wollte ihr Bruder seinen Schwager töten, und dieser rettete sich ins Haus. Am nächsten-Tage ging .Mose wiederum zü seinen Brüdern, sah zufällig, wie sich zwei israelitische Männer stritten und fragte! den Schuldigen: „Warum schlägst Du Deinen Bruder?" Dieser antwortete frech: „Wer hat Dich denn zum Fürsten und Richter über uns eingesetzt? Gedenkst Du etwa mich ebenso zu töten, wie Du -den Aegypter getötet hast?" Da fürchtete sich Mose und sprach: „Die Sache ist also ruchbar geworden." . Als Pharao von Moses Tat hörte, befahl er,, ihn zu töten. G'tt aber sandte seinen Engel, um Mose zu retten. Der Engel nahm die Gestalt des Obersten der Leibwache an und machte den. Obersten der Leibwache dem Mose ähnlich. Der Engel nahm dann dem Obersten der Leibwache das. Schwert fort und schlug ihm damit das Haupt ab. So glaubte Pharao, der Oberste der Leibwache habe den Moses getötet,, während in Wirklichkeit der Engel den Obersten der Leibwache; getötet hatte. Dann ergriff der Engel den Mose; bei der Rechten und führte ihn vierzig Tagereisen weit von Aegypten fort bis Mose schließlich: Zuflucht bei Kikanos, dem König von Kusch,, fand, es war derselbe König, der einige Jahre: vorher Bileam und seine beiden Söhne ehrenvoll' aufgenommen hatte, als sie vor dem jungen Mose: geflohen waren,. In den wenigen Jahren zwischen der Ankunft Bileams und der Ankunft des Mose hatte sich, jedoch in diesem Lande Außergewöhnliches ereignet. . Kikanos war sehr mächtig gewesen und hatte; sich sogar die Bne Kedem und die Aramäer tributpflichtig gemacht. Nachdem diese Völker lange Zeit hindurch regelmäßig. den Tribut bezahlt hatten, waren sie schließlich von Kikanos; abgefallen. Dieser zog mit einem großen Heere; gegen die Abtrünnigen, um sie zu. züchtigen. Da: er fast sein ganzes Heer zum Kriegszuge mit?" nahm, so vertraute er die Sorge für die Hauptstadt und das Land dem Zauberer Bileam und: dessen beiden Söhnen an. Der Kriegszug des Königs Kikanos war überaus erfolgreich. Er unterwarf die abgefallenen- Völkerschaften von Neuem, erhob von ihnen, wiederum Tribut und erbeutete reiche Schätze.. Kaum hatte Kikanos das Land verlassen, als; sich Bileam gegen ihn empörte und das Volk überredete, Kikanos die Treue zu brechen und ihm den Eintritt in .die Stadt zu verwehren. Das; Volk schenkte dem Verräter Bileam Gehör,, schwor ihm Treue, machte ihn zum König und ernannte seine beiden Söhne zu Heeresbefehlshabern. Jetzt ließ Bileam die Stadt befstigen, damit sie den Angriffen des heimkehrenden Kikanos standhalten könne. Die Mauern der Stadt wurden an zwei Seiten stark ausgebaut. Die dritte Stadtseite wurde durch einen tiefen und breiten wassergefüllten Festungsgraben, der aus; einzelnen Gruben bestand, geschützt. /' (Fortsetzung folgt.)1 Auflösungen der Rätsel aus Nr. 19, i. ]~tzih '^tixs 'tfnp -j?m »tni* Prophet: tKpTM' II. Zander, Urne, Galle, Diadem, Ulme, Rezept, Chamisso, Dollar Atlas. ZUG DURCH DAS ROTE MEER. Richtige Lösungen sandten ein: Meta Breuerr Frankfurt a. M.; Ph. Pfeffer, Dresden; Erich Sänger» Frankfurt a. M.; G. Nadler, Berlin;" B. Jochelmann, Krakau; Ph. Schindler, Budapest.

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