Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 21 (23.5.1935)
- Date
- 1935-05-23
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2450858-2450878--81290-2539173- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
23. Mai 1935 De r Israelit Nr. 21 Seite 11 Die Frankfurter Woche. Thora und Mussar. Nach längerer Arbeitspause hat die Frankfurter Ortsgruppe wieder zu einem öffentlichen Vortragsabend in den Hörsaal der I. R. G. geladen, der, bis in die, letzten Reihen gefüllt, ein Bild gab von der Sehnsucht, .die auch unsere Kreise, erfüllt nach dem Wissen tun. unsere Großen der Vergangenheit. In einleitenden Worten legt Jos. J. Hor o v i t z die Grundgedanken des Tauroh- und Mussarprogramms dar; Die Nöte der Zeit machen uns zur Pflicht, neue Wege zu suchen, um dem Einzelnen in seinem Kampf ums Dasein neuen Halt zu bieten. Und da, weist die Richtung in die Vergangenheit, in Zeiten gleicher Schwere, "da ein Thorafürst eine Mussarbewegung schuf, die bis auf den heutigen Tag den nachhaltigsten Einfluß auf die Erziehung der Massen ausübt. ... - Und so war der Zuhörer aufs beste eingeführt in das Thema, das Herr Redakteur S c hachnowitz in einer Meisterschaft, die das von ihm allezeit gewohnte Maß an Redekraft noch übertraf, vor dem gespannt aufhorchenden Publikum entwickelte. Wie vor den Augen gegenwärtig entstand das Bild der so gewaltigen und doch so schlichten Persönlichkeit des R. Jisroel Salanter V'STi des Gründers der Mussarbewegung, in seinem öffentlichen Wirken wie in seinem privaten Tun, ein Großer in Gründung der Mussarjeschiwos wie in der Sorge um „den Stundenlohn der Knetfrau beim Mazzosbacken". Es wußte wohl jeder, daß die Tauroh nicht teilbar ist, es war allgemein bekannt, «laß die gütlichen Gesetze auch im sozialen Leben angewandt werden müssen, aber das Neuartige war, daß er diese Mizwos zum Gegenstand des Studiums vor seiner großen Schülerzahl machte, daß er dem Egoismus im Handel des Menschen nachspürt so wie der gewissenhafte Jehudi mit dein p»n. vor" Pessach verfährt. In ergreifend schöner Form verstand es der Redner, Einzelmomente aus dieser gewaltigen Mussarbewegung hervorzuheben, die den Weg beleuchten^ den dieser Große sein Volk führte. Generationen werden so umgeschaffen, ein neuer, vielleicht uralter, aber damals neuer Typ von jüdischen Menschen entstand, deren höchstes Ideal die Verbindung von Thoräwissen und Mussarleben war. Der Abend war ein Erlebnis, war es doch eine Begegnung mit einem Großen Israels aus vergangenen Tagen. Eu. Das. Lehrprogramm des „Thora und Mussar" bleibt für diese Woche unverändert. Die religiösen Lehrkurse. Die religiösen' Lehrkurse des Jug«ndausschusses der L R. G. beenden in der kommenden Woche ihren ersten Zyklus. Die Vorträge erfreuen sich zum Teile äußerst starken Besuches. In der kommenden Woche finden folgende Vorträge statt: Montag, den 27. Mai, 8.15 Uhr: Die Agada als Quelle jüdischer Weltupd Lebensanschauugn. Gemeinderabbiner Josef J. Horovitz. Dienstag, den 28. Mai, 8.15 Uhr: Weltanschauliches aus den Werken des Rambam (Maimonides). Rabbinatsassessor Dr. Michel Schlesinger. Mittwoch, den 29. Mai, 8.15 Uhr: Einführung in das jüdische Recht. Dr. j'ur. Isaac Breuer. Sitzung der Gemeindevertretung der Israelitischen Gemeinde. Im Mittelpunkte der vielstündigen Sitzung der Gemeindevertretung der Israelitischen Gemeinde am gestrigen Abend stand die Beratung des Haushalts^ plans 1935/36, der im Ordinarium in Ein- und Ausgängen sich auf RM 1523 560.— beläuft. In der Debatte bedauerte der Führer der liberalen Fraktion, Dr. Mainzer, daß in der Schä cht frage von Seiten der Rabbinerverbände keine Fortschritte erzielt worden seien. Er verwies auf die Erfolge von Dr. Gustav Oppenheimer-betreffend Verwendung von Tonfrequenzströmen bei Operationen . hin, worüber Material den Rabbinerverbänden unterbreitet worden sei.' Das Vorstandsmitglied Willy Mainz wies auf die schwierige-halachische Materie, die nicht für eine Diskussion geeignet sei, hin. Herr Felix Meyer (kons.) gibt seiner Freude über die Entwicklung des Philantropin, das von über 1200 Kindern besucht ist, Ausdruck, hofft aber, daß es sich immer mehr zur Musteranstalt «iner jüdischen Schule entwickle. Die Volkspartei meldet durch Dr. Pomeranz ihren Anspruch auf stärkere Vertretung im Vorstand und Kommissionen an.. Ein von einigen Mitgliedern der Volkspaftei^ gestellter Antrag auf Bewilligung von Mk. 500.— für den Keren Hajessod rief eine lebhafte Debatte hervor. Das Vorstandsmitglied Bankier Oettinger sprach sich gegen den Antrag aus, er hielt es für die Pflicht des Einzelnen, aber nicht der Gemeinde. Der Antrag wurde schließlich mit .an die Finanzkommission verwiesen. Aus dem Etat seien noch folgende Einzelziffern "genannt; Philantropin-Zuschuß Mk, 156.000; Wohlfahrtspflege erfordert Mk. 296.162 Subvention; an Kultussteuer wurden 1302 210 eingesetzt. Der Gesamtetat wurde schließlich genehmigt. Aus dem weiteren Verlaufe der Sitzung ist noch zu berichten: In den Vorstand wurden Frl. Annie Pomeranz und Herr Kaufmann gewählt. Der Universität Jerusalem wurden zur Anschaffung von Instrumenten Mk. 200.— bewilligt. Das Haus Königswarterstr; 26 hat den Namen „Königswarter-Haus" erhalten. Pinchos Eiseinberg ^»XT« Im Alter von 84.Jahren\ging Pinchos Eisenberg von uns und wurde am Dienstag, den 14. Mai, auf dem Friedhofe der Israelitischen Religionsgesellschaft zur-letzten Ruhe gebettet. ' Vor bald einem halben Jahrhundert kam Eisenberg hierher und erwarb sich durch seine aufrechte Gesinnung,, seine Liebe zur Thora und Wohltat aller Achtung. In den letzten Jahren seines Lebens konnte er, zurückgezogen von den Sorgen und Lasten des Tages, nur m«5n bv\ niwn bv leben. Im Beshamidrasch Hans Handwerkstraße gehörte der ehrwürdige Greis zü den bekanntesten und markantesten Persönlichkeiten. Von den Seinen (der Familie Chajim Eisenberg und den hier lebenden Töchtern) in Liebe betreut, fand er im Hause G'ttes sein geistiges Heim. Es war ihm gegönnt, Kinder und Kindeskinder in geachteter Position und Ehrenstellungen zu sehen und als Patriarch der Familie von diesen wie von Enkeln und Urenkeln verehrt zu werden. So ging sein Leben in Frieden zu Ende, zog er sanft und versöhnt ins Reich des g'ttlichen Lichtes ein, dessen einen Teil er stets in der Seele trug. Unser Gemeinderabbiner Jos. Horovitz wie der „Broder Dajan" widmeten ihm an der Bahre herzliche Nachrufe. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. rrnsm Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim E. V. Samstag morgen-nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.-A. Dr. E. Posen — V2 Stunde vor Mincho im Vereinslokal, „Mikro" Herr Rabbiner H. Meyer. — Eine Stunde vor Nacht im Hörsaale. Midrasch-Vortrag, Herr A. Bokor. (Alles andere wie üblich.) Jahrzeitsstiftungen. Schabbos, 25. Mai: Oberkantor Julius Friedländer- Stiftung. Dienstag, 2 . Mai: Dr. Israel Roos-SHftung- Mittwoch, 29. Mai: Abraham Fürth-Stiftung. Mittwoch, 29- Mai: Rosa Joseph geb. Mainz-Stiftung Liwjat Chen. Samstag nach Mincho 574 Uhr im Hörsaale, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz über: „Rambam zu den Sprüchen der Väter". Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Jeden nütz? vormittags nach dem G'ttesdienst Friedberger Anlage etwa 10.30 Uhr im Lokale. Schwanenstr. 12. im rt^'aa, sowie ausgewählte Stücke ausder rmo. Herr Julius Lewin. Gäste willkommen. Gebetzeiten. 'npro nsv Freitag abend 7.40 Samstag naavn 6.35 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 9.15 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 7.15 Tefillinlegen am Morgen 3.10 ^Der Trocken-Rasier-Apparat „CON- SUL", der ohne Seife und Pinsel benutzt werden kann, ist bei S. H. K atzenstein, Hans Handwerkstraße 25 zu beziehen. Familien-Nachrichten. Geburten: Eine Tochter, Lehrer Selig Wolf und Frau Betty geb. Grünfeld, Siegburg. 1)3*3 Vb. Barmizwoh: Heinz, Sohn des Herrn Lehrer Josef Sulzbacher, Hanau, *mna na». — Walter, Sohn des Herrn Wilhelm May, Hanau, "man naw. Verlobte: Kätinka Katz, Langenselbold, Hugo- Plaut. Rotenburg/Fulda. 6 0, Geburtstag; Lehrer Josef Sulzbacher, Hanau. 29. Mai. — Selmar Gans, Ffm., Vogelsbergerstr. 30. 29. Mai. Gestorben: Frau Betty Simon geb. Oppenheimer, Ffm., Hanauerlandstr. 22, 50 Jahre, 19. 5. „ n*3 Die Geburt eines kräftigen 2. Jungen zeigen hocherfreut an SALI und HELENE MAYERFELD geb. Heidingsfeld Crumstadt/Ried, "imya X"b Gleichzeitig laden Verwandte und Freunde zum tjt e*n t>e* Heidlngsfeld, Frankfurt ä.> AI., Röderbergweg 35. - ■ rra - Wir zeigen die Geburt unserer - Tochter Gabriele an FRITZ und ANNI-NUSSBAUM. geb. Weichselbaum Frankfurt a. M„ den 19., Mai 1935 Scheffelstr. 241 16. Ijar 5695 Statt Karten n^a KATILIE ENGEL Dipl. Mathein. HUGO HEINEMANN Verlobte Bad-Kissingen Fürth Fürth, Moststr. 25 Blumenstr. 29 n*jnn nawn Empfang 25. ünd 26. Mai rra GRETE PLAUT JULIUS PFEIFFER V e r I o b t e Guxhagen (Bez. Kassel) ' Fulda, Lindenstr. 32 Braunsbach i. Wttb. latjra a-V 5695 Nur auf diesem Wege ist es mir möglich, allen Verwandten, Freunden und Bekannten für die liebevolle Anteilnahme herzlich'zu danken. RESI LEHMMANN, geb. Wallerstein London N 5 23 Highburry Quadrant. HANNA KÜN5TADT Rabb. Dr. KAIMAN KAHAN Verlobte Fulda Lemberg Fulda Statt Karten " n"3 - ' TRUDE BODENHEIMER RUDOLF EEIBOWITZ ■ V er I o,b t e . Mannheim Berlin NW 21 Berlin, Stromstr. 64 Bochumerstr. 17 n*»in *U3W3 *?b I-21. Mai 1935 , Für die vielfache herzliche - Anteilnahme beim Heimgang . meines lieben Mannes, unseres guten Bruders Schwagers, Onkels und Großonkels' Raphael Plalo b"XT sagt im Namen der Familie herzlichen Dank .. " Frau Martha, Plalo geb. Cohn Basel, Ijar 5695 BurgunderstraBe.il .• Schwester Eva Lewenstein Leiterin des hochalpinen Jüdischen Kinderheims und Internates CELERINA bei St. Moritz (Schweiz) ist ab Montag, den 20. Mai In Frankfurt a. M. bei Dr. Ernst Freimann, Friedberger Anlage'13, Telefon 47715_ zu erreichen, Neues komfortables Haus. Vorsaison ermäßigte Preise. Kindertransporte ab Deutschland. : Knabenpensionat in Vmff > pN wird unter Leitung ein, orthod. Lehrers im Herbst gegründet. Eigene Schule mit na^fl mVv sowie Vorbereitung auf alle paläst. Schulen und jTQ,>tP'>. Praktische Betätigung in Landwirtschaft. Stadtnähe. Erste Referenzen. Niedriger Pensionspreis. Anfragen erbeten unter 1816c an die Exped. d. Bl. SELMA HIRSCH Sc hwän e li s t rabe 4 . Telefon 42484 Korsetts und Büstenhalter beste Maßarbeit bei zeitgemäße« Preisen. Rituelles ALTERSHEIM , Frankfurt am Main - ~ hat einige Plätze frei. Offerten unter N. 58 an Ann.-Büro Jul. Schmidt Frankfurt a. M.. Ostendstr. 83 Die 'Israelitische Lehrerbildungsanstalt Wurzburg sucht für das Winterhalbjahr (Beginn 1. September) einen Herrn, der geeignet ist, den Fosten des , Seminarrabbiners vertre^tujngsweise zu.übernehmen. Meldungenbaldmöglichst erbeten. Das Direktorat, S t r eng g e s e t zes t r e u e r Akademiker mit gründlicher biblischer und talmudischer Bildung per sofort g e's u c h ti Befähigung, hebräischen Sprachunterricht zu erteilen, erwünscht. . Angebote mit Angabe der Fakultas erbeten an ..! Das Kuratorium des Judischen Lehrerseminars, Köln, St. Apernstr. 29/31. Kohlenhandl. sucht seriös, stadtbekannt, Vertreter Off. unt. 1817c Exp, Äelter. Haushälterin sucht zu einz. Dame oder Herrn für bald Stelle. Gefl. Zuschr. unt. 1819c an die Exp. Sommerferien im Taunus bietet streng fromme Studienratsfamilie Mädchen v. l 1—17 J, Anfr. unt. B. 100 an Zigarrenhaus Jeidel, Fraakfm., Sandweg 6 Platsvorschriften von Inseraten können, nur soweit es in technischer Möglichkeit Hegt, eingehalten werden. Die Redaktion. MobUZimm.fo!iß. Bad, Balk.. für Juli u. Augusf im Ostend zu verm. Off.l830cExp. FürWiederverkäiifer a.Großverbraücherl Seiften Bohnerwachs Scheuertücher billig bei Kuvt Oppenheim Frankfurt am Main HOLZGRABEN 5i Telefon 23324 zu msnntp Milch unter I. R. G. Aufsicht gemolken Siebkäse la |__ Limblirger mit und ohne Rinde Romadour Rahmkäse 45% voiifett Münsterkäse 450/0, voiifett % Kräuterkäse Delikateßkäfe 6/6250gr. Schachtel fiOlländerkäse Gouda, Edamer Schweizerkäfesaftig q^q^ocm und alle anderen Lebensmittel stets frisch, gut und billig Allerheiligenstr. 79 Tel. 23839 Wiederverkäufer verlangen neueste Preisliste