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Der Israelit · 1935-05-23 · Heft 21 (23.5.1935) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 21 (23.5.1935)
Date
1935-05-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
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23. -Mai 1935 .' _ Schulung dieser neüen Jünger Zioris auf handwerkliche und bäuerliche Tätigkeit in vollem Gange und die. ■ Zeit dürfte nicht mehr allzu fern sein, in der Palästina seine seit'über ein Jahrtausend verlorenen Söhne : wieder aufnehmen! känn;: Unsere Wünsche, verbunden - mit staatlichem Wohlwollen, begleiten sie." Neben; Miesen. Juden, die etwa Dreifünftel ihres in Deutschland lebenden Volkes ausmachten, und* zum größeren Teil aus jüngeren Elementen beständen, gebe es, so fährt der Aufsatz fort, einen erheblichen Rest jener Juden, die nochv immer mit allen Mitteln gegen ihre fortschreitende gesellschaftliche und staatsrechtliche - Distanzierung kämpften. Sie betrachten Deutschland als ihre „angestammte Heimat". Anscheinend seien -sieTceineswegs gewillt, die Bestrebungen um eine verbriefte und gesetzlich anerkannte Familiengemeinschaft mit dem deutschen Volke auf zügeben. „Und es verschlägt ahscheihieiid auch nichts, daß ihnen schön recht häufig bedeutet worden'ist, wie spät sie mit ihrem Eifer kommen." Als Deutschland 2um Tummelplatz von Hoch- und Väterlandsverrätern geworden sei, 'hätten •'dieselben Organisationen, die sich heute als Wahrer unveräußerlicher Rechte aufwer- . fen, nichts getan, um. dieser Schmach, die gerade von jüdischer Seite zum System erhoben worden sei, Ein- ' halt 2U gebieten. Entscheidend sei allein die politische Haltung, die das Judentum in der Nachkriegs- .zeit angenommen habe. „Es soll niclit. nachgeprüft werden," so heißt es weiter, „mit welcher Begeiste- . rung die Juden damals in5 den Krieg gezogen sind, es •kann sogar unterstellt werden-; daß es sogar auch jüdische Soldaten gegeben hat, die ihre Pflicht im Rahmen der ihnen gestellten Aufgaben im Felde erfüllt haben , . . als unser deutsches Volk in Gefahr geriet, seine völkische Existenz «u verlieren, als: sich prominente/ Juden zur'Wortführung alles dessen machten, was den ' Ruin des ' deutschen Volkes politisch und moralisch bezweckte,-'■stand ein größer Teil' der! heute >,heimattretien" jüdischer Of^anisatid^en in der'Front des Liberalismus und Marxismus;" Der Versuch,"über das neue Wehrgesetz eine Anerkennung zu erschleichen, die das kommende1 Staatsbürgerrecht verweigere, müsse als vergeblich bezeichnet werden; Man habe bei den Juden geglaubt, -sich dadurch helfen zu können, daß man die Bildung rein jüdischer Formationen ■ vorgeschlagen" habe. Im Verlaufe einer Debatte habe ein prominenter Jude festgestellt, daß er im Ernstfalle einferVerahtwörtün^g'' für^eih'e solche Truppe nicht übernehmen könne. -» „Wir - wollen'. diese ' Verantwortung "auch nicht übernehmen und geben den reisigen Judeni diesich durchaus mit'uns in Reih und GliecJ,-stellen wollen, den Rat, ihre Bemühungen um den/.Eintritt; in das "Heer aufzugeben,' die Gestellungasnw.eisüngen für-ihre Anhänger in den Papierkorb zu werfen und heute nun dasselbe zu tun, was sie in den . Jahren 1918 bis .-1933 unternahmen — es dabei bewenden zu lassen." Die Zulassung von Zahnärzten und Dentisten zu den Krankenkassen« , - Berlin, 18. Mai. Im „Reichsgesetzblatt" wird eine vierte Verordnung: über die Zulassung von Zähnärzten und Dentisten-zur Tätigkeit bei den Krankenkassen veröffentlicht; durch die -Bestimmungen vorangegangener Verordnungen > zusammengefaßt und teilweise ergänzt werdenV Die Zulassung von Zahnärzten und Dentisten^ zur Tätigkeit bei den Krankenkassen ist von der Eintragung in ein Register abhängig gemacht. Die Eintragung ist nur zulässig, wenn der Antragsteller und sein Ehegatte arischer Abstammung sind. Die durch die dritte Verordnung vom 13, Februar 1935 aufgehobene Ausnahme, wonach die nichtarische Abstammung kein Hindernis für die Eintragung ist, wenn die Antragsteller im Weltkriege auf Seiten des Deutschen Reiches oder seiner Verbündeten teilgenommen haben öder wenn ihre Väter oder Söhne im Weltkriege gefallen sind, fällt weiterhin fort, so daß in Zukunft auch jüdische Frontkämpfer mit einer Zulassung nicht rechnen können. Dagegen wird durch § 40 der neuen Verordnung * klargestellt, daß diejenigen jüdischen Zahnärzte und Dentisten, die beim Inkrafttreten der Verordnung, dem 16. Februar 1935, im Register eingetragen waren, zu den Krankenkassen zugelassen # »; 5 s .r , v D e j 1 s r -a 1 i t Die Woche. Nürnberg. Nach einer: Meldung der „Fränkischen Tageszeitung"<; haben Sondererhebungen des Statistischen Reichsamtes ergeben, daß die Zahl der Juden in der Stadt Nürnberg von 1925 Bis 1933 um 1101 zurückgegangen ist. 1933 hatte Nürnberg bei einer Bevölkerung von 410.438 nur noch . 7502 Juden, im Vergleich zu 8603 Juden, bei einer Gesamtbevölkerung von 392.202, im Jahre 1925. Glogau. Nach einer Mitteilung des „Angriff" fanden bei der Einweihung des neuen Glogauer Bahnhofs Demösntrationen- .statt, weil die Reichsbahn einer bekannten jüdischen Warenhausfirma an hervorragender Stelle Platz; für Reklame1 zur.'Verfügung. : - gestellt hatte. Maßgebliche ^Glogauer Stel- .; r len setzten sich -mit der Reichsbahn in Verbindung, daß an Stelle jener Reklame eine Gemeinschaf t«Werbung . detits c h e'r K ä u f 1 e u t e gesetzt wird. Furth. " Nach ■:einer Meldung der „Fränkischen Ta- . geszeitung" sind in Fürth verschiedene Straßen, die bisher Namen jüdischer Person-- lichkeiten trugen, umbenannt worden. Ulm. . Die „Frankfurter Zeitung" meldet: Da es . in den städtischen Badeanstalten von Ulm wegen, der Anwesenheit von Juden verschiedentlich zu .Mißhelligkeiten gekommen sei, hat die Stadtverwaltung den Zutritt ' zu" den städtischen Badeanstalten für Juden gesperrt. Buttenwiesen. In den meisten Bezirksämtern Südbayerns (Reg.-Bez. Ober- ' bayern, Schwaben, Südbayern) sind an den Ortseingängen Tafeln mit der Aufschrift: „Juden sind hier unerwünscht" angebracht worden. Amsterdam. Anläßlich des siebzigjährigen Bestehens des „Nieuw Israelitisch Weekblad", der ältesten jüdischen Wochen- . s.chrift in Holland, ist eine Festnummer .er- schienen, die inhaltlich wie in der. Form reich und schön ausgestattet' ist. Warschau. Die revisionistischen Verbände in Polen haben beschlossen, zum Andenken an Marschall Pilsudski in Palästina ein Einwandererheim, das seinen Namen tragen soll, zu errichten. — Die jü- * dischen Gemeinden Polens haben beschlossen, in Palästina .einen Wald zu pflanzen, der. den Namen des verstorbenen Marschall : " Josef Pils udski tragen sölL — Die Lei- - tung des polnischen Rundfunk hat die'Bitte 3 der „Liga gegen die jüdische Schechifä'V einen Vortrag gegen das rituelle Schächten im Rundfunk zuzulassen, abgelehnt, weil die Vertreter der Liga auf die Bedingung" der Rundfunkleitung, daß gleichzeitig auch ein Rabbiner einen Vortrag: zugunsten der Scbechita halten solle, nicht eingehen, s. Wollten. Kowno. Eine zweite Lehrfar.m" ' des „ORT" für jüdische junge Leute aus ' Deutschland wurde eröffnet, sie umfaßt 35 '"• Teilnehmer, darunter 6 Frauen. Die Farm befindet sich auf dem Gute Kalinowo bei Kowno. Bukarest. Bei der Wiedereröffnung der Bukarester Universität, die wegen antisemitischerExzesse längere Zeit geschlossen war, ist es wiederum zu judenfeindlichen Kundgebungen an der medizinischen Fakultät gekommen. London. Das Zionistische Zentralbüro teilt mit: Die Exekutive der Zionistischen Organisation hat nach Beratung mit dem Präsidium des Aktionskomitees beschlossen, den 19. Z i o - " n.i stenko n g r e ß für den 2 7. August n;ach 'Luzern einzuberufen. Brüssel. Die , auch von uns gebrachte Mitteilung, daß 50 , deutsch-jüdische Auswanderer,, von Brasilien hierher zurückgekehrt seien und keine Landungserlaubnis in Belgien erhalten hätten, entspricht in.keinem P u n k t e d e r Wahrheit. Es sind überhaupt keine Rückwanderertransporte aus Brasilien nach Belgien gekommen. — Im Alter von 70 Jahren starb hier-der Präsident des Jüdischen Konsistoriums, Jacques May. Sein vor kurzem verstorbener Bruder war der belgische Gesandte in Washington, Paul May. Paris. Der Flieger Cronfeld, der jetzt im Segelflüg von London nach Paris geflogen ist und dessen Leistung von aller . Welt hervorgehoben wird, .ist ein Jud e aus Oesterreich. Die Eigenart dieses Fluges besteht darin, daß durch ein vereinfachtes Verfahren der ganze Flug nur Sh. 6.— (knapp, RM. 3.—) für Betriebsstoff erforderte. Jerusalem/ Ein, hier aus Afghanistan eingetroffener Bericht besagt, daß die. Juden in Afghanistan neuen t Schweren Verfolgungen, .ausgesetzt sind. ._ - Nr. 21 Seite 7 bleiben. Andererseits werden durhe diese Bestimmung jüdische Kriegsteilnehmer, die nicht Frontkämpfer sind, aber bisher zur Hilfeleistung für die Zahnbehandlung bei einem Kassenzahnarzt oder Kassendentisten herangezogen werden konnten, in Zukunft nicht mehr eine Ausnahmebehandlung erfahren. Verbot eines Hamburger Bürgervereins. Hamburg, 20. Mai. Der „Bürgerverein für Harvestehude und Rotherbaum" ist, wie die „Frkftr, Ztg." vom 21. Mai berichtet, nach einer Verfügung der Polizeibehörde auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat mit sofortiger Wirkung aufgelöst und verboten worden, weil sein Bestehen und seine Tätigkeit den staatlichen Interessen zuwiderlaufe. Wie das „Hamburger Tageblatt" berichtet, hat die Polizeibehörde! den Bürgerverein deshalb aufgelöst und verboten, weil er unter Leitung von jüdischen Personen stehe und sich überwiegend aus jüdischen Mitgliedern zusammensetze. Es sei nicht mit den nationalsozialistischen und somit mit den staatlichen Interessen zu vereinbaren, daß dieser Verein weiter als Bürgerverein bestehen bleibe. Die Juden könnten heute nicht mehr als Staatsbürger angesehen werden, sondern seien nach allgemeiner Auffassung nur deutsche Staatsangehörige jüdischen Volkstums. Der Jude aber, der sich in einem Verein als Mitglied befinde, welcher sich Bürgerverein nennen dürfe, werde sich nach wie vor als Bürger betrachten. Ungarn. Scnuts für die Religion, Budapest, 10. Mai. Im ungarischen Abgeordnetenhaus wurde die Debatte über den Gesetzentwurf betreffend die Reorganisierung der Unterrichtsverwaltung mit einer Rede des Ministers für Kultus und Unterricht, Dr. Valentin Homan, abgeschlossen, in der er, wiederho.lt durch stürmische'Beifallskundgebungen von allen leiten des Hauses unterbrochen, die Notwendigkeit der Hochachtung vor jeder '^religiösen Üeberzeugung im Interesse der nationalen Einheit betonte. Er richtete einen ernsten Appell an jedes "Mitglied des Reichstages und darüber hinaus an jeden' "einzelnen Staatsbürger, indem er ausrief: „Die Anfachung des konfessionellen Haders ist in unseren Tagen leider keine ungewohnte Erscheit^ing, Die Fortsetzung und die Weiterentwicklung diesem konfessionellen Kampfes müßte zum Untergang unserer Nation führen. Als Historiker und als verantwortlicher Minister für Kultusangelegenheiten bitte ich inständig meine Abgeordnetenkollegen, im ganzen Lande dahin wirken zu wollen, daß dieses Problem ausgemerzt werde. Denn mit der religiösen Idee steht und fällt der nationale Gedanke, und wer die religiöse Idee bei einer anderen Glaubensgemeinschaft angreift, untergräbt die religiöse Idee bei seiner eigenen Konfession!" Polen. Die Vertreter der Judenheit bei den Beisetzungsfeierlichkeiten für Marschall PilsudskL Warschau, 17. Mai. An den Feierlichkeiten anläßlich der Ueberführung der Leiche Marschall Pilsudskis nach Krakau nah- ' men Vertreter der repräsentativen Körperschaften des polnischen Judentums und aller bedeutenden jüdischen Organisationen teil. Eine starke Abordnung des Rabbinats schritt im Trauerzug mit. An dem Spalier auf dem Wege vom Palais zur Kirche beteiligten sich auch die Schüler der jüdischen Schulen. ' Das Rabbinat hat für die jüdische Bevölkerung ieine vierwöchige Trauer angeordnet. An jedem Sabbat, Montag und Donnerstag, werden wäh-

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