Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 18 (2.5.1935)
- Date
- 1935-05-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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2. Mai 1^35 Et e r Israeli i Nr. 18 Seite 5 «dis^he „Asche" auch noch den Endeln un,£ Urenkeln anrec.hn.en., ^Wse^ ^\i4^ Mqx^l'predigen?u wo%n, die heute noch so wem| gelernt hajbenn daß si^ glauben, der Taufe, zu der nian, ijn Leben picht ge- -kctinnien ist oder derman sieb, ohne Erl ölj* unterzogenhat,; na,ch . dem; Tq^e noch, mit einer pqs,thvmen Absage an den Väterglauben nach- Jielfen zu können, wäre §in müßiges Unterfangen, Aber unser« j Ü 4 i s c e £ Zeitungen in Deutschland^ die jetzt auf einer bestimmten großen Linie ja alle den Willen bekunden, jede auf ihre Art, ihre^ Leser zur Würde und Selbstachtung, zu einer gewissen innereH Bodenständigkeit im Wanken und Schwanken aller Dinge um sie herum zu erziehen, diese Zeitungen sollten es wenigstens ablehnen — bildlich "gesprochen. — eine Aufbewahrungsstätte fürjüdische Aschenurnen -zu sein.- Wer die Flammenbestattung eines Juden registriert, hat Teil an der Würdelosigkeit und empfiehlt sie weiter, und die Saohe wirkt gewiß nicht erhebender, wenn die Registrierung gegen gute Bezahlung im Annoncenteil vor sich geht. In einer einzigen Nummer der C. V.-Zeitung finden wir auf der Inseratenseite nicht weniger als f ün f Todesanzeigen mit der genauen Bekanntgabe, wann und wo die E i n ä sehe r u n g stattfindet. Zum Teile fand oder findet die Einäscherung „in aller Stille" statt, zum Teile wird «neben der Einäscherung im Krematorium auch xlie „Beisetzung" der Urne auf einem jüdischen, Friedhof e bekanntgegeben. Der C, V. hat in schweren Uebergangsjahren sich mutig für das jüdische Recht eingesetzt und sich viel Anerkennung und Dank in allen jüdischen Kreisen erworben. Keiner möchte seinen schweren Stand heute, da es ihm gilt, die letzten Reste seiner Lebensinhalte sich zu erhalten, verkennen. Er hat viel umlernen müssen. Aber er sollte auch noch lernen, den Abwehrkampf, in dem er die größten Erfahrungen hat, nach innen zu verlegen — gegen jüdische Menschen, deren Würdelosigkeit nach dem Tode noch mit Flammenz eichen in die Augen sticht. .Dieser Abwehrkampf könnte damit beginnen, .daß das Orr gan des Zentrahrereins Todesanzeigen. mit der Angabe der Verbrennung zurückweist oder mindestens die Tatsache der Einäscherung verschweigt. Irgendwie muß es. doch den Beteiligr ten zur Kenntnis gebracht werden, wie-die jüdische Oeffentlichkeit über diese Trotzassimilation über das Grab hinaus denkt. Fünfhundert Pfun4 im geligÜQS? Zv^cke. -, > Ueberäll in den Staaten und Sädten, wo die Juden als nationale oder konfessionelle Mindere heit im Parlamente vertreten sind, kämpfen ihre Abgeordneten um eine entsprechende Berücksichtigung ihrer religiösen Institutionen im Etat — oft mit gutem Erfolge, zuweilen auch mit einem Resultat, das zu Beschwerden und Interventionen Anlaß gibt. Was soll man aber sagen, wenn die oberste Instanz der zionistischen Organisation, die vor kurzem in der Gestalt des A k tionskomitees in Jerusalem ihre Tagung abhielt und u. a. auch den Palästinaetat aufstellte, für die religiösen Belange im Lande, sage und schreibe 5 0 0 (fünfhundert) Pfund bewilligte? Bei einem Gesamtetat von 369.000 Pfund ergibt dieser Betrag einen Prozentsatz, der sich kaum in Ziffern fassen läßt. Richtig in Zahlen ausgedrückt bedeutet das, daß auf 368% Pfund, die das A. C. für Kwu2oth, die am Sabbat arbeiten, für Schulen der Bibelkritik, für Arbeiterküchen, die streng trefah geführt werben, für Niederlassungen ohne Mikwah ausgibt, ungefähr ein halbes Pfund für r e 1 ig i ö s e Zwecke abfällt. . . Diese .»fünfhundert Pfund" stellen nicht allein eine Benachteiligung, sondern auch eine Schmähung der R e 1 igion und der Thoraim Heimatlande der Thora dar. Wen trifft die Schuld? Nach Darstellung des „Kol Israel" tragen nicht die Wortführer vonder linken Seite die Schuld, die nie ein Hehl aus ihrer Abneigung gegen die Religion gemacht haben. Auch nicht Herr Ussischkin, der in der Sitzung des A; ■ Q'. gebeten hat, seine Arbeit nicht mit religiösen Fragen zu belasten und nicht „das Unmögliche" zu verlangen, nämlich daß auf dem N». F.-Boden die Arbeit am Sabbat ruhe , . . Schuld allein sind die berufenen Sachwalter der Religion im Zionismus, die Misrachiführer. Ihre Schuld besteht nicht allein in ihrem indolenten Verhaltest ir* dem, was sie n i c h t sagten, ihre Schuld drückt sich gerade in ihren positiven Wünschen ans. Der oberste Führer des Misra^chi forderte das Recht der Religion nicht als Verpflichtung des Jischuw auf die Thora, nicht als den kategorischen Imperativ für eine jüdische Instanz, die religiösen Lebensmöglichkeiten für d,ie von. ihr betreuten jüdischen Menschen zu schaffen und auszubauen, sondern lediglich als die Erfüllung einer nationalen Pflicht, die Anerkennung der Religion als nationale Einrichtung innerhalb des neuen Jischuw. Solche Worte hätte man wohl verstehen können aus dem Munde der Histadruth-Leute, für deren eigene Person die Religion zwar nichts bedeutet, die „ aber die Respektierung und Berücksichtigung der religiösen Gefühle Anderer vielleicht als moralische Pflicht und Gebot des Anstand(es betrachteten. Ein Rabbi Meier Berlin durfte aber in dieseni Falle nicht von „moralischer Pflicht", von ,, Anstandsgebot" sprechen, nicht für die Religion als Bestandteil des Nationalismus werben. Mit der Forderung der Thora hätte er kommen müssen, und seine Stimme hätte vom Echo des Sinaidonners in sich enthalten müssen, da sie erhoben wurde, um der Religion, d. h. der jüdischen Thora, den Platz im jüdischen Nationalheim zu sichern, der ihr gebührt. Möglicherweise, höchstwahrscheinlich sogar hätte auch solche Sprache wenig genützt, aber sie wäre, wenn auch nicht erhört, so doch wenigstens gehört worden, und das Gnadengeschenk von 500 Pfund würde dann eine Schmähung der Religion nur von der Seite bedeutet haben, von der man sie seit Jahr und Tag gewohnt ist. Das bescheidene Wohlverhalten des Misrachi im hohen Rate 4es A« £• konnte nicht einmal zu einer ernsten Diskussion über diesen beschämenden Minimalposten führen. Daß also dem Schaden auch noch d,ie Schmach hinzugefügt wird, dafür hat sich das religiöse Element im neuen Jischuw einzig bei den Führern des Misrachi zu bedanken. Bericht und Programm der Landesorganisation. I, Organisation, Der in Leipzig gewählte Vorortsvorstand der Landesorganisation hat in der kurzen Zeit, die ihm seit Uebernahme des Amtes bis heute zur Verin fügung stand, nach Aufnahme des augenblicklichen Bestandes an Ortsgruppen und Mitgliederzahl _ die Aktivierung der vielen in den letzten Jahren weniger tätigen Ortsgruppen in Angriff genommen sowie auch neue Stützpunkte der Organisation zu schaffen gesucht. Es ist gelungen, aus seinem Hinweis auf '8 ü'aVtt Kap; 22, Vers 36 und aus seiner Bemerkung zu nnri Kap. 32, Vers 43 < ergibt. So dari doch vielleicht darauf hingewiesen werden, daß das Wort" 'MV sehr oft in der Bedeutung „Gebet" gebraucht wird. (Vgl. cpsV» 8,28, 716, inw 1^12, o'5>nn Hl u. a. m., außerdem den von '"en zitierten »II» zu |annsi) und es mag nicht ganz abwegig sein, als Uebersetzung für wn vorzuschlagen: „sie betet en ". Aufschlußreich ist übrigens auch die Bemerkung von Hirsch zu n?5>nn 17*. -1, „daß tan überhaupt die Aeußerung einer großen, starken, tiefen inneren^ Erregung ist, sei dies durch ein freudiges, leidvolles, heiteres oder ernstes Erlebnis hervofgerufen/.'v Danach wäre der Sinn unserer Stelle „voll ehrfürchtig ger Erregung fielen sie. nieder."., .<■■ ' Sp.; {Ein ^irtschaftsjahrbuch für Palästina.) Im Verlage der Palestine Economic Service in Tel Awiw erscheint anfangs Mai unter dem Namen „Pal - news" ein W.i r $ s c hta f t s j a h r b u c h f ü r P a- , gt i na-in hebräischer, englischer und/ deutscher? gpracjig, Dgs,Jahrfj&c|i enthalt etwa 500 Druckseiten ^4 ^•V^rV Smen U^fäsSfBden yeberbuGK über alle Z|^i§^..^e/,n§.]^|i|§g^§§QeQ- ^ijfocha&'r Maßgebende Sfchkennjer f'vnd.J^hre.ndjB....¥gt$n\lcfäei\en ~Her ein?! zelg^p ^lrt§ehaftsz^yel^^ ggfigfreji zu dgp MitarBeir t tgrjij Der .gr^te ^j[':>.|u^0t-::^er'--^B£i|ei: Bevölker: r^ng uhl ^m^^shuir jfä^mE1^^ ,*n&litrie?' AnftenKjgi&el §ffentj[i^ ganzen; Q^ljiwesen, Kapitalmarkt,, Ifaign fun^~ Ygrkehr. .39er zweite fed ent-j H$ ß9?4$^WmtyM& 4erA'Äf-r-f^i Uebersichten über Maße, Gewichte, Tarife, Devisen, Zölle und sonstige Angaben für den täglichen Gebrauch. Da.« Buch wird Mir die Abonnenten des „Israelit" mit einer Ermäßigung von 20 Proz. gegenüber dem Ladenpreis von unserer Geschäftsstelle zu beziehen sein. (Alijah, Informationen für Palästina-Einwanderer.) Das vom Palästina -Amt der. J e wi s h A g e n c y in Berlin herausgegeben« Alijah-Heft, das schön in 40.000 Exemplaren verbreitet werden konnte, ist eine unentbehrliche Informationsquelle für alle Palästina-Einwanderer und Touristen. Das Heit liegt jetzt zum Preise von 90 Pfg. in siebter verbesserter und erweiterter Auflage vor. Von der Reichhaltigkeit des Heftes möge folgender Auszug aus. dem Inhaltsverzeichnis . eine Vorstellung geben: Vorbereitung für Palästina. Zweckmäßige Anschaffungen, Ausrüstungsliste für Arbeiter, Adressen der britischen Konsulate, der Auswandererberatungsstellpn, der Devisensteifen, genauer Wortlaut der Einwanderungsbestimmungen, Leitlinien -der Zertifikatyerteilung, Steuervorschriften; Devisengenehimgunjf,.; Fragep. der Geldüberweisung,., des - Vgrmögen^transfers, /Reisewege, Visumkosten;: .Touristgngepäck, ~ Eahrnrj&iig üsw, -?gu ^mänggln ^lei^t, daß zwar an der Spitze des einleitenden hebräischen "SpnkgwortrVerzeAcl^nisse Agudo und Agiidäs ^iBroel des;A|ß|(ab«th^.^]^ns,.fJga^ereüf,^ aber das Vi»- Agency pach la'Wjänri^em Ringen mit detT Agudasr ferael getrgfiene; Abkommenüber Z^jÜfi^ty^eiIungj <sowßit des Heftes ■ 4ur/?hg|se|ijBn hatfgy ^cfpmhaftl1 yer^hwiejgn wi^d. W,efghfen^utzeß sigh <dje J^wisfe Aä?cny Y95 digser Vertuschung dgr Tatsagh|n mtemshts ™t schwer, erfindlich. ■> -• \, v t. *#iH}W&H: i'} , |(. *jl-r - f-Iia übrigen i&t PjBzug d«$<.@iltse je8eFJSanni dringend zu empfehlen, der sich mit der Absicht der Auswanderung nach Palästina trägt. (Neue Ausgrabungen in Jericho») Der Leiter der archäologischen Expedition der Sir Charles Marston- Stiftung, Professor Garstang, hat knapp vor dem Abschluß seiner Arbeiten für dieses Jahr in den Abhängen, auf denen das . alte Jericho lag, eine neue wertvolle Ausgrabung gemacht; Er fand den Köpf einer kultischen- Statue aus ungebranntem bemaltem Lehm. Der Kopf hat ungefähr Lebensgröße, an Stelle der Augen sind Muscheln eingesetzt. Er wurde unter einer besonders schön gearbeiteten Brörizeplatte aus dem frühen Bronzezeitalter gefunden, neben der sich auch Bruchstücke von -Töpferarbeiten befanden, die an thessalische und' aolitische Stücke erinnern. Unterhalb der Funde lagen verkieselte Holzkohlen, die offenbar von einem Holzboden stammen und zum Teil noch 'di.e ursprüngliche rote Farbe erkennen lassen. Nach der Lage dieser Bretter und anderer Ueberreste kann man die Bauweise einer ganzen Straße Ur-Jerichos rekonstruieren. Der Hauptfund, der Sta- ■tuenkopf, zeigt über die Stirn fallende fransenförmige Haare, am Kinn befindet sich die Andeutung eines Bartes.' Das Stück y/ird .wahrscheinlich als wertvolle Neuerwerbung dem Britischen Museum einverleibt werden/,;. Heinrich: Sichel in; Pre§J&]fe. Wfo bitten unj- Mi|- tjsüung^ Ihrer ^^§F§n Ä4rf|§f,' 4ä wir S".?f ^pnst nicjit ^g§n^wgrten Rinnen;; s' ^u|t. garmiz^pjijag IQ. flgy. «*>n 'a. ntnp lpV. r?oy.