Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 16-17 (17.4.1935)
- Date
- 1935-04-17
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. 16/17 De r 1 s r a e 1 i t 17. April 1935 herrlich in ihr." Diese Argumentation, die den durch die allgemeine Krankheit geförderten Aufstieg schlechter Subjekte und unter ihnen auch von Juden dahin ausdeutet, daß die Juden schuld an der Krankheit und vor allem die Verantwortung dafür zu tragen hätten, ist bezeichnend für das Bild, das der sonst so verständlich schreibende Verfasser im Kapitel „Zwischen Inflation und Deflation" entwirft Wenn man von dieser Verzeichnung absieht, ist Ullmanns Buch, zumal durch seine Zeittafel im Anhang ein wertvoller Wegweiser. Glaube und Glaubenszweifel moderner Jugend. Von Georg Wunderle. Düsseldorf. 1932 Pädagogischer Verlag G. m. b. H. 182 Seiten. Es ist nicht zu viel gesagt, wenn wir behaupten, daß dieses Buch, das seinem Inhalt nach keinerlei Berührung mit dem Judentum aufweist, für uns hochbedeutsam ist. Denn die Methode, die der als Reil gionspsychologe und Religiönspädagoge weithin be kannte Verfasser hier niedergelegt hat, ist auch für uns wichtig, um in die Seelen unserer Schüler ein zudringen. Die Lektüre dieses Buches gab mir eine Fülle wertvoller Anregungen und Fingerzeige für die Methodik im Religionsunterricht. Kein Rabbiner oder Religionslehrer sollte verabsäumen, dieses Buch durchzuarbeiten. , A. Zwiesprache. Von Martin Buber. 1934. Schokk e n - V e r 1 a g. 78 S. In diesem Büchlein, seinem schönsten — weil seelenvollsten und wahrsten — Werke, unternimmt es Buber, das Wesen des Gespräches zwischen Menschen zu erfassen, das Bedürfnis nach Aussprache, die Formen, die Peronen und die Grenzen des Gespräches, aber auch das Gespräch als gemeinschaftsbildenden Faktor, Auf eine zarte, psychologisch sich vortastende, dabei aber doch in klarster philosophischer Uebersicht verharrende Weise geht er dieses persönlichste Gebiet „zwischen den Menschen — am richtigsten sind seine Worte über das Scheingespräch und über den Monolog — und es bleibt darum nicht aus, daß er manches seiner persönlichen Geheimnisse dem Leser, mit dem er selber Zwiesprache hält, entschleiert. So lernt man verstehen, wo man nicht billigen kann. A. M. Die Rasse als Wertprinzip. Zur Erneuerung der Ethik. Von Dr. Fritz Lenz. München. J. F. Lehmanns Verlag. 48 S. kart. Mk. 1.20. Die vorliegende Abhandlung ist unter dem zweiten Titel bereits 1917 im ersten Heft der Zeitschrift „Deutschlands Erneuerung" erschienen. Ihr Verf. hat sich zum Ziel gesetzt, „die individualistische Dogmatik aufzuheben, um für den Rasseglauben Platz zu bekom'men." Dem sittlichen Bewußtsein von heute entspricht nicht mehr, wie etwa bei Kant und Goethe, als letztes Ziel der Ethik die Persönlichkeit, sondern die Rasse. Zur Judenfrage nimmt Verf. absichtlich nicht Stellung, weil sie in eine Untersuchung über das Prinzip des Wertes seiner Meinung nach nicht hineingehört; sie wird von der politischen Leitung des Staates entschieden. Immerhin ist es interessant, zu lesen, wie er in der Frage nach den sittlichen Zwecken die Standpunkte der bedeutendsten Philosophen verwirft und nur dem Tüchtigen freie Laufbahn einräumt. „Zur Tüchtigkeit gehören Gesundheit und Klugheit eben so wie Mut, Ausdauer und rechtschaffener Sinn." Höchste Aufgabe des Staaten, wie sie auch Plato schon lehrte, ist, solche Menschen zu ermöglichen. Doelfi. Erblehre, Rasse, Bevölkerungspolitik. Vornehmlich für den Unterricht in, höheren Schulen bestimmt. Von Dr. Philipp D e p d o 11 a. Berlin. 1934. Alfred Metzner Verlag. 128 S. Mk. 1.90. Bei dem verbreiteten Interesse, dem heutzutage die Rassenforschung in Deutschland begegnet, wird ein Buch wie das vorliegende auch dem gebildeten Laien willkommen sein. Als Schulbuch, das vor allem dem Unterrichte dienen will, befleißigt es sieh .mit gutem Erfolg einer leicht verständlichen. Sprache in gleichem Maße wie einer gründlichen Darstellung der gesicherten Ergebnisse, die von der Wissenschaft bisher gefunden worden sind, ohne zu verschweigen, wie vieles noch im Dunkeln liegt. Für den, dem die Bedeutung der unvermeidlichen Fremdwörter aus dem Griechischen und Lateinischen nicht geläufig ist, bietet eine „Wörter-Erklärung" am Schlüsse des Büches eine begrüßenswerte Beihilfe. Doelfi. Ernährung lind Diät. Von H e t i H o r o v i t z. - ■ Schiller. 1934; Philo-Verlag 158-S. So inhaltsreich;;an%;^s6äspha^^e^rund[fpräl|tisehen Einzelheiten, dieser ^ttäeisc^ii^iü^. ..keif^ '• faden" ist, so', anschaulich ^üjj^^^^^s^^v^!^xJ^ schwieriges Gebiet, nahezubringeti vermag,, sa gefährlich ist (er,j Penn sehr fte^ Gelesjen^ Ü6s', - falsckuGewerlet^s wt£d/C - da zus.ammeagehja^ . w daß. äeni Leser die GjenzJ, zwischen; Hypp^the?e - tmSät Tatsache, ^wjisch^n Emzetj^chauun^ , uä&>"wjis^. sSSsc^äftUchex^ is^Gsinz; willkürlich sind medizinische Einzelheiten mosaikartig zusammengetragen, und es finden sieh auch gar manche Steinchen aus den sogenannten „biologischen Heilmethoden" darin. Mit diesem Buch in der Hand wird eine Mutter und Hausfrau glauben, alles Diä tetische zu-verstehen und selber eine halbe Aerztin zu sein. Und es fehlt sogar der Hinweis, daß immer noch der systematisch geschulte Arzt die erste und letzte Verantwortung tragen muß. Allein in der Hand des Arztes wird das Buch mit seinen praktischen Diätvprsehlägen einen wertvollen Berater abgeben dürfen, Dr. med. A. M Tut-ench-Amun. Ein ägyptisches Königsgrab. Von Howard Carter, Leipzig, 1 9 3 4, F, A Brockhaus An dieser Stelle ist bei Erscheinen der ersten Bände des großen Howard Carter'schen Werkes be reits ausführlich auf die weittragende Bedeutung der Entdeckung des großen ägyptischen Königsgrabes des Tut-ench-Amun für die Erkenntnis auch des bibli sehen Altertums, insbesondere soweit die ägyptische Kultur darin eine Rolle spielt, hingewiesen worden. Nun erfreut der Brockhaus'sehe Verlag' die wissen schaftliche Welt mit dem Schlußband des Werkes, der 156 Abbildungen nach photogräphischen Aufnahmen von Harry Burton enthält. Naturgemäß sind es jetzt nur noch Einzelheiten, die nachgetragen wer den. Der Band behandelt vornehmlich den Inhalt der beiden kleinen Räume des Grabes, von denen sich der eine an die Sargkammer, der andere an die Vor kammer anschließt. In einem Holzkasten, den man in einer dieser Kammern antraf, fand man zwei kleine Särge, die sorgfältig mit Leinenstreifen zugebunden und mit Ton versiegelt waren. Jeder Sarg enthielt einen inneren goldenen Sarg, in dem sich die Mu mien zweier früh geborener Kinder fanden, Daneben lagen 16 kleine Werkzeuge aus Eisen, der dritte Beleg dafür, daß schon in jener frühgeschichtlichen Zeit Eisen in Aegypten bekannt war. Mit diesem Bande ist das Werk über eine der größten archäologischen Entdeckungen aller Zeiten abgeschlossen. Wissenschaft und Publikum haben schon an den beiden ersten Bänden ungewöhnlichen Anteil genommen und auch dieser dritte Band wird, insbesondere auch in allen jüdischen. Kreisen, die, ah der Geschichte des Altertums interessiert sind, zahlreiche Leser finden. Soll und Haben. Roman von Gustav Freyt a g. Berlin. 19 3 3. Konzentration A. G. Geb. Preis Mk. 3.75. Es gewährt einen eigenen Reiz, heute nach fast einem Jahrhundert das klassische Werk. Gustav Freytags, das die Begeisterung der heute .Sechzigjährigen in ihrer Jugend bedetuete, wieder einmal sich zu Gemüte zu führen. Unverändert geblieben ist der Eindruck der virtuosen Erzahlertechnik und der kristallenen Klarheit der Darstellung, die den Formwert des Buches bilden. Es ist aber auch besonders interessant, in diesem Gesellschaftsbild aus dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts das Aufkeimen der antisemitischen. Strömungen mit all ihren .tiefen Zusammenhängen und Verwurzelungen im Gesellschaftsleben der Zeit zu beobachten und die Spiegelung, die dieses soziologische Phänomen in dem Dichtergemüt Freytags fand. Die neue Ausgabe ist auf vorzüglichem Papier gedruckt und gediegen gebunden, so daß der Preis recht billig zu nennen ist. Z. Die einfache Grundläge, der Urlichtlehre. Vortrag am 22. 9. .1933 im Nationalen Klub zu Berlin. Von - Dr. phil. J. H. Ziegler. Zürich. - 19 33. Weitformel-Verlag. kl. 4°, 24. Retourkutschen soll man sonst nicht fahren lassen. Aber Ziegler liefert uns bei seiner Beurteilung der biblischen Schöpfungsgeschichte gar zu sehr treffende Ausdrücke zur Charakterisierung seines Buches (8): . . . keineswegs den Eindruck einer Originalarbeit, sondern .eher den von einer schlechten Reproduktion, in welcher zwar noch einzelne Grundwahrheiten •unverkennbar. vorhanden sind, im Uebrigen jedoch der wilden Einbildungskraft: eines undiszlpli-' nierten Geistes freier Lauf gelassen wird." Die. Lektüre wird diesen Eindruck bestätigen. B.Cohen. Ich, ein G'ttesbeweis, den Ungläubensgenossen von einst gewidmet. Von Rosa Oldenburg, Freiburg (Breisgau). .193 3. Verlag Herd er. -; In schöner Sprache ^ficht 4*e Verfasserin, die durch den Katholizismus wieder zum Glauben , an G'tt gekommen ist, den Weg dieser Erkenntnis ihren ehemaligen Gesinnungsgenossen zu weisen. Bewußtes Erkennen, Willensfreiheit, Urteilsvermögen, vor. allem aber die Liebe und das Schöpferische im Menschen erscheinen ihr ..als Beweis G'ttes. . Ethik als Lögik.A. Ziim.G^ des Nationalsozialismus; Von ,J^^r^Äolf ^pß^' ler, £B r es ja u-^i 9 3 3. Fe r d inand Hir t. Geheftet Mk. 1.50. . v'^..;^ &mV JlejnM :äustischl Philosophie äes Kampf es. Ä die];ti|UM-' zendentale Sinn Verknüpfung des Menschen ientwik-' ■' kelnii Ein erMer.^eÄn^iis dl^ ^Äner;;Slbllung-y :-niM|jttr.:i«^^ m> "^MraÄMÄ^^in Ie;; ~" llili» Eälut^^efe^SSf s^r :%i^^-] baren Richtung nach ein über sich hinausweisender Prozeß,, und von hier aus sucht er G'tt als Ethos im Logos zu begreifen, und 'schließt: „Richte deinen Willen aufjedes Tun oder Lassen, das du als übereinstimmend mit deinem besten Wissen vor dem mit deiner Wirklichkeit verknüpften wirklichkeitsüberlegenen Sinn verantworten kannst." Südarabien als Wirtschaftsgebiet; Von Adolf G r o hmann. II Teil. B r ü n n - P r & £-L e i p z i g - Wien. Verlag Rohr er. 267 S. Preis Mk. 14.—. ■ Unter Ueberwindung vieler Schwierigkeiten gelang es dem Verfasser, dem ersten \Teil seiner •sehi*. gewissenhaften Darstellungen nun auch den zweiten Teil folgen zu lassen. Gründlichste geschichtliche Untersuchungen bieten dem Forscher manchen Anreiz,, klare Tabellen ermöglichen dem an diesem Land wirtschaftlich Interessierten klaren Einblick in Aussichten einer Betätigung. Doch besonders anziehend ist die Darstellung der Verkehrsverhältnisse in alter und neuer Zeit. Auch der biblische Forscher verdankt dem Verfasser manchen erfreulichen Aufschluß über Landwirtschaft und Handel in alter Zeit. Oldöway. Die Schlucht des Urmenschen. Von H a n s Reck. Leipzig. F. A. Bröckhaüs. Mit einer Karte, zwei Rundbildern und 74 Abbildungen nach Aufnahmen des-Verfassers sowie Zeichnungen von Walter R e h fei d t und Paul Neumann. ~ In der großen Reihe von Fprschüngsberichten, die der Brockhaus-Verlag seit Jahren in fortgesetzter Folge veröffentlicht, nimmt dieses Buch einen vornehmen Rang ein. Oldöway ist eine abgelegene Schlucht am Rande der ostäfrdkanischen Serengetisteppe. Dort waren zufällig;-versteinerte Reste unbekannter vorsintflutlicher Tiere gefunden worden und Reck, der später als Professor an die Berliner-Universität berufen worden ist, unternahm es, nicht nur die Oldoway-Schlücht, sondern auch die fast unbekannten Vulkanriesen des ostafrikahischen Grabens zu untersuchen. Trotz ständigem Kampfes mit der Wildnis, trotz der steten Gefahr des Verhungerns und Verdurstens wurden fast alle Vulkane bezwungen und bei den Grabungen kam neben zahlreichen bisher fossilen Teirfunden auch das versteinerte Skelett eines Menschen zum Vorschein. 1931 unternahm der Verfasser dann zusammen mit brdtischen Forschern eine zweite Expedition, die zur Entschleierung der Kultur dieses altsteinzeitlichen Oldoway-Menschen führte. Der Verfasser besitzt ein starkes Darstellungsvermögen, so daß bei der Lektüre eine seit Jahrtausende versunkene Welt in uns lebendig und die Sehnsucht nach den hoch bevorstehenden Offenbarungen dieser Welt geweckt wird. Das jüdische Arbeitsrecht. Von Rabbiner Moses Findling. Elberfeld. Spnderabdruek aus „Nachalath Zwi", eine Monatsschrift für Judentum in Lehre und Tat, herausgegeben vom Vorstand der R ab b iher-Hirsch- - Ge sellschaft, Frankfurt a> M, Die .62 Seiten starke Arbeit, die des Verfassers gründliche Beherrschung der Quellenschriften verrät, ist eine vollständige exakte Darstellung der rezipierten Halachoth über das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, .sowohl gebundenen, also jüdischen und nichtjüdischen/Knechten und Mägden, als auch vor allem freien Arbeitern. Voran geht eine kurze Darstellung der Einschätzung. der Arbeit, in der Thora und ihrer sozialwirtsehaffliehen Grundideen. Ueberall ist Bezug genommen auf die modernen Wirtschaf ^Verhältnisse und ah vielen Stellen sind Anregungen für die praktische Anwendung und den durch . rwri legal zulässigen; Ausbau dieser nis^n eingestreut* Sicherlich wird diese allgemeinverständliche Monographie über dieses Gebiet aus dem Choschen Mischpat nicht nur, wie der Verfasser im Vorwort erhofft, „dem man tya" und besonders dem irrenden und um sich weltanschaulich kämpfenden jungen Menschen zur Belehrung dienen, „die ihnen dazu verhelfen soll,;1 den "tiefen . sozialen- Gehalt unserer Gesetzgebung; zu erkennen," sondern die Arbeit wird das Interesse; aller .finden^ , deren Sehnsucht und tatkräftiges Ströb^ dahin geht, daß an Stelle der unjüdischeri Strömungen und Theorien, die heute leider den üdischen Arbeiterschaft. . Palästinas , . beherrschen, G'ttes Recht, dessen .GWdpriizip a^h^u^^ün »n» alle in gleicher. Weise zur wahrhaft beglückenden G'ttes-Knechtschaft , b^rjift, .^s^^^^e^yolk vor allem im .jüdischen, Land forme und regiere; „, Mit Spannung \sehen . wif-. n^ri der, yo«i} Verfasser im Vorwort uns, .versprochenen ausführlichereä wis- - - -v-,;,;-v>'--- *■■-<■• i gtoffip •.■^-*»,sjf--• * J-- ^^a** i »rasp£ ,st rmsteins zu empfehlen. - ./■■■ Em—es. ..:t£&..._. ....... wärmstens