Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1935-04-17 · Heft 16-17 (17.4.1935) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 16-17 (17.4.1935)
Date
1935-04-17
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2446951-2450858-2450874--81218-2539079
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

uJiEäjfeg, D e Ii t Nr. 16/17 Seite 15- Korrespondenzen. Üeutsciies Reich. Neuaufnahmen an mittleren und höheren ■ jüdischen Schulfen. Berlin, 14. April. Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat unterm 11. April E III c Nr. 755 än die;;Reichsv'ertretung der deutschen Juden", die „Vertretung der Unabhängigen jüdischen Orthodoxie Deutschlands", sowie an die zuständigen Abteilungen der Oberpräsidien bezw. Regierungspräsidien nachfolgende" Verfügung gerichtet: „ich will mich damit einverstanden erklären, daß der durch meine vorjährige. Aorirdnung ausgefallene Jahrgang an den in Preußen gelegenen mittleren und höheren jüdischen Schulen durch Neuaufnahmen in: die Quinten (Fünfte Klasse der Mittelschulen) ersetzt wird,' sofern es sich dabei um Schüler(Schülerinnen) handelt, die bereits jetzt eine mittlere Schule ■oder*, Soweit der Uebergang auf eine höhere jüdische Schule beabsichtigt ist; eine höhere Schule besuchen und von diser auf die ausschließlich für den Besuch jüdischer Kinder bestimmten Schulen übergehen. Der Einholung der besonderen Genehmigung gemäß Abs. 4 Satz 2 meines Erlasses vom 5, März 1935 — E IIIc 185, E. 15 E He,- M. 1 — bedarf es in diesen Fällen nicht: . , Zur Klarstellung der von Ihnen aufgeworfenen Zweifelsfragen werde ich anordnen; daß die Bestimmung, Abs. 3 . Satz 2 meines Erlasses E III c 185; E I, E III c, Mi 1 vom 5. März 1935 dahin zu verstehen ist, daß feine Vermehrung der an der einzelnen Schule befindlichen Zahl von ungeschützten Nichtäriern im Sinne des Reichsgesetzes vom 25. April 1933 gegenüber der am 1. April 1934 vbrhahden gewesenen Bestände an solchen Nichtäriern zu unterbleiben hat; Maßgebend ist danach nicht die Gesamtschülerzahl, sondern die Zahl der den Beschränkungen des Gesetzes vom 25. April 1933 Unterliegenden Nichtärier. Dabei habe ich keine Bedenken, daß für die Feststellung der am 1. April 1934 vorhanden gewesenen Zahl ungeschützter Nichtärier, diejenigen unter ihnen mitfjerechhet werden, die seitens der ii>/':t V" ,,> . <"'•..♦.^;• '.<.;$£> . :' t<<--: .ji Anstalt ZÜftäcHst zum Schuljährsbeginri 1934 in die Sexta (Sechste Klasse der Mittelschule) aufgenommen waren, jedoch später^ infolge der von mir im Vorjahre getroffenen Anordnungen wieder entlassen werden mußten. Gegen den Uebergang der Kinder von nichtärischen Frontkämpfern aus einer Klasse einer allgemeinen mittleren oder höheren Schulen auf dl©- Entsprechende Klasse der besonderen jüdischen Schule habe ich ebenfalls; Einwendungen nicht zu erheben. Auch In diesen Fällen bedarf es nicht der Einholung der besonderen Genehmigung gemäß Abs. 4 Satz 2 meines Erlasses vom 5.; März." : . Ueber die Einzelheiten können die zuständigen Schuldirektoren dem Publikum Auskunft efteilen. ^epräseniäntenvietsain^üng der Berliner Jüdischen GeMeinde; , Berlin, iÖ. April, lieber die Satzung der Repfaseniahtenversam lüng der berliner Jüdiscneh Gemeinde vom 14. März. 193^ wird fqlg'ei^ef: Öencht __ät^^^eD;en:. Der Vorsitzende der t Vers^mluhg, < Rechtsanwalt r*£i&Hij- Z ,;;'i ■ »;ai'f . l£i %$. ■»■»■•i-'tif';"if;;ä Heinrich S t e r n, eröffnet die für den Vormittag ' ä^niäam .gitüMitj-y^ft. ^*L«i 'iiMLUii'' ä&ä«* anberaumte Sitzung. Die Versammlung stimmt einem emeinäevorstanäes, der .ÄEawäh für B'ese;j ■_ des Gc ..iiü ^i. , fönt _ .ihre, zweite Ali)an, eine «vi&M. :±k von *l &}fi£.t&#j}£'?rt\ zu , iti4imiä&0tmz----'&m&->&^Uik.:Üfi£~: <f^3«p*/fc.*>y? sehlußfasfiung über eine Bewilligunr von Baukosten ÄMHIÖÄa Dttesf & mm; iii m^mMmf^mm^ ' ■'•"-•.:•;>*■ -Je ■-".^^''--«fei?^^* 4&t «.-•i->se3/- gestellt ist, da einige Mitglieder der Versammlung Neueste Wirtschaftsnachricht en aus Erez Jisröel. - (Nach Pälnews.) Tel A w i. w. Der: palästinensische Ze m exi i i m p o r t, .dessen =,Höhe im Jahre 1934 auf etwa 120.ÖÖ0 Tonnen geschätzt wurde, ist auf 15Ö.0ÖÖ Tonnen im Werte von Lst. 267.000 angestiegen. Der Zement - ■ export ist nahezu auf den Nullpunkt gesunken.. Von . den: inländischen Bedarf ist etwa die Hälfte durch den Import gedeckt worden. —■ Trotz aeir Aufhebung der amerikanischen Prohibition ist die palästinensische Weinausfuhr 1934 mengenmäßig,, weiter zurückgegangen bei geringfügiger Werterhöhung. Der Export nach England und Aegypten scheint infolge der Konkurrenz cyprischer Weine zurückgegangen .zu sein. T ed Awiw. Die seit 1934 in Betrieb be- -iindMche S t r ump| f.ab räk,_ Gerew Co. in. Ramat-Gan,, die Damehstrümpfe, Socken, Kinder- und Sportstrümpfe herstellt, hat vollkommen für den Inländsbedarf gearbei- ■tet^^wpbei^ :die Impprtkonkürrenz, außerordentlich, stärk , ist/ Es, sind 1934. für Lst. 47.Ö0Ö Strumpfwaren importiert und nur für Lst. 9ÖÖ0 exportiert wÖrdehi letzteres nach Syrien; Südafrika, und Aegypten. -Der Inipqrt kommt hauptsächlich aus i Deutschland, Enjiand\ und ^er.^Sleyai.ei,,.., f pi,e;vbtpumDvffabrik Gerev ü. Co. beschäftigt zur Zeit 60 Arbeiter und bedarf weiterer qualifizierter Arbeiter. — Die Ar gaman-Textilf ab ri k und;. die ,i, K e s h e t ",- Tex ti 1 - i ajb r i.k .werden fusioniert. Die ersteretgliedert ihrem Betrieb eine Seidehstoffdrucke-_ ,rei .an. Jertlsälehi. Die Regierung hat ein statistisches^ Amt terrichtet, das Informationen üb.er .Handel, Industrie tyid die sozieden,.;jwirtschaftHchen und, allgemeinen Lebehsverhältnisse dpi* /Beyölkpruhg sammeln, bearbeiten und veröffentlichen soll. Eine Verordnung regelt die Rechtsgrundlage für . die Durchführung der vorgesehenen .statistischen Aufgaben. Es wäre wünschenswert, daß das neue Amt, insbesondere' die Entwicklung auf den einzelnen wirtschaftlichen Gebieten, aufmerksam y^rfolge^ um sie ■;zu v einem konjunkturstaT tistiscHen Gesä'mtbiid ,zii verbinden. Tel Awiw. Die Möbelfabrik Goralsky und .Krinizi, die 1928 gegründet wurde, :beschflftigt: zur Zeit < 84 Arbeiter.. Inzwischen sind mehrere .hundert r kleiner mechanischer Möbeiwerkstätteh entstanden. Und trotzdem ist" die Möbeleihfuhr im Jähre 1934 auf mehr, als das.:.Doppelte gegen .das Vorjahr, auf;Lst. 66.000 gestiegen.;T eJ. A w i w. Die S ch o.k 6 1 ade n f a b_rifk Noam Co. Ltd., cüe 85 Ärbeiterf beschäftigt, hat. ihre Produktion im vorigen Jahre im wesentlichen auf dem palästinensischen. Markte abgesetzt und beginnt; mit dem Versuche des Exports. Der pal^tmensische, Markt wird mangels( genügenden Zöllschutzes , in äüßeröfderitlich starkem Maße mit importierten Produkten beliefert. - Trotzdem 1934 mehrere neue ^Fabriken;für iSchokolade, Konfekt usw. entstanden sind, hat sich der Import von Lst, 47.000 auf Lst. 61.000 erhöht. J « r u s a 1 e m. Im FebrUar wurden 5654 Einwande^^ darunter ,; 511 mit einem. Min^estkapital .von Lst. .1000.— Haifa,;Die ^udäfrikahKch-pälästihen^^ Bäuges'ellschaft, die seit 11 Jähren in Häifä tätig ist, hat seit ihrem Bestehen 543 Hypotheken im: G^sanitbeti-age yoii4 Lst, 327.000 ausgeliehen. D.er, Zinsfuß wurde ^neuerdings aüf 7 Proz/ gesenkt. Das Kapital der Gesellschaft in Johannesburg beträgt Lst. 150.000, das der palästinensischen .-Tochtergesellschaft Lst. 50.000. Am 11. April hat die Gesellschaft ein großes Geschäftsgebäude im Haifaer Handelszentrum errichtet. Auf Initiative , der , Gesellschaft ist unter Beteiligung anderer Finanzinstitute die „ B II t e K f a r L f d." gegründet Wörden; die die' Aufgabe hat, in den Kolonien und Dörfern 500i Häuser^ zji. -bajij.en. Tel Awiw. Von Salonikier -Kapitalisten ist . eine pa-. ix*':. *"■"•:> P>,- >-i « *" ■ lastinensische^JJ ii s k^onrt,q c B..a n k, nut einem v8U^Jui|i|z|filtin^:Kä0ital von Lst; bOiÖÖO g^fundet wdfdfE. Si^-^ird isich mit allen Zweige». de.s, B^^geschlftes^b^^^ ttt 3ing außer^^ Jung der F r ü ch t i ä f t f a p r.i.k »„Äs s i s" fi|t eine E"^ vbfi : Lst. 20;6ÖÖ^ -aüi £sti 3l>^ ' l^miat|5^' ^atjvsi^^ellhüoei!; dem Yprjahre , w %^^m^M^: ^^mM: las. ».Auslandsgeschäft stark erweitert um rÜaff Bedenken gegen die Verlegung der Kinderhilfe von der Auguststraße nach der Blumensträße geltend machen. Die Versammlung bewilligt södann die notwendigen Gelder für Umbauten in dem neuerworbehen Grundstück Joachimsthalerstr. 13; dessen Gartenhaus für Schulzwecke und für eine Turnhalle nutzbar gemacht werden soll. Die Beschlußfassung über die Verwendung der neuzubauenden Schulräume soll einer späteren Sitzung vorbehalten bleiben. Nach Erledigung einiger Personalangelegenheiten, Genehmigung eines Grundstückerwerbs und nach Beschluß einer Klageerhebung schließt die Sitzung, Rabbiner-Seminar zu Berlin. Berlin, 14. April. Das Verzeichnis der Vorlesungen, im Sommerhalbjahr 1935 (5695) weist folgende Lehrgänge auf: Dr. Jechiel Weinberg: Talmud (Oberabt.), Dezisoren und Hälachische Vorträge. Dr. Samuel Grün b.e r g: Pentateüch und Propheten, Talmud (Mittelabt.), Hebr. Grammatik und Sprache, Dr, Jacob Freimanh: Geschichte, Literaturgeschichte und Einführung in die rabbinisehe Praxis. Dr. Esriel Hildesheimer; Gschichte der Juden in Spanien, Palästina im gaon, Zeitalter und Talmud, Dir. Alexander Altmann: Geschichte der jüdischen Mystik, Die jüdische Religionsphilosophie im Zeitalter der Emanzipation und Uebungen über „More Newuchim" und_ Philospphisches Kolloquium nach Vereinbarung. Rabb. Abraham Wolf: Talmud (Ühterabt.). Anläßlich des Rambäm-Jubiläums werden sämtliche Dozenten zu Beginn dieses Semesters ein auf - i-.'»: i ^.s»: ■■ Rambäm bezügliches. Thema behandeln. _ .Die' Äüfhä-nmepi^fnrigch' siää auf Montag, den 6. Mai, 9 Uhr, die Eröffnung des Sömmersemesters aüf Mohtäg\ den 6. Mai, 17 Uhr, im Hörsaal I angesetzt. Den Eröffniui^svbftrag hält Herr Räbb. Dr. Jacöb Frei mahn über „Rämbam als Gesetzeslehrer und Gutachter". Ein judenfreier Markt. .Gießen, 12. April. Der.. Landespressedienst des „Deutschen Nachrichtenbüros meldet aus Gießen: .Der im vergangenen Jahr erstmalig wieder, nach 'mehrjähriger Unterbrechung in Langgöns abgehaltene traditionelle judenfreie. Fasel- und Zuchtvieh-Markt wird auch in diesem , Jahr wieder, und zwar am 23. Mai, durchgeführt. Der judenfreie Markt in Länggöns Würde mit, als erster Markt dieser Art, in Hessen von dem, Vorkämpfer der antisemitischen Bewegung Dr. Bockel ins Leben, gerufen und erfreute sich Jahr für Jahr in bauerlichen Kreisen _ immer größeren Zuspruchs. Am Samstag trat die Marktkommission Unter Vorsitz des Bürgermeisters Wenzel zum ersten Male in diesem Jahr zusammen, um die Ausgestaltung des Marktes zu besprechen. Auch diesmal wird wieder eine .große Märktlotterie, durchgeführt, wie überhaupt 'die , ganze Ausgestaltung des Marktes sich in dein überlieferten großzügigen Rahmen »bewegen wird. Die öffentliche Auseinandersetzung über Rassenpolitik. N ü r n b e r g, 12. April. Auf einer Gautagung des nationalsozialistischen Lehrerbundes in Nürnberg sprach der Leiter des Rassenpölitischen Amtes der NSDAP Dr. Walter Groß., Nach dem Bericht des „Fränkischen Kuriers" bemerkte er u. a.: . . Weil die ganze Welt buchstäblich auf . jede Aeüßerung, die in" Deutschland hinsichtlich der Rassenpolitik fafle, lauere und sie zur Hetze gegen Deutschland verwende, habe. man bei. der öffentlichen Auseiiian- ' dersefczungi mit .rassepolitischen Problemen grundsätzr lieh drei Dinge zu beachten; erstens dürfe nicht sächlicher, Unsinn geredet, werden; zweitens reiche es nicht aus, daß die Dinge,, dje ^vorgetragen würden,. sachlich richtig .seien/sie.- müßten auch p o - 1 i ti s.;ch: und wfeitan,s.c,h,.au,l.ijCh, richtig .„seinr und ..drittens, .sei es., n&wendjj^ gaß^^m|n, .bei jedem Wort . sich. . frage( w,äs e§ ifur ^ein^ Auswirkung j£ der gesamtpolitischen Lage Deutschlands der: Welt ge-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.