Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 16-17 (17.4.1935)
- Date
- 1935-04-17
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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17. April 1935 Der-l.sraelit Nr. 16/17 Seite 13 Kinderecke. durchaus nicht die Absicht hast, sie in Ruhe in Aegypten wohnen zu lassen, so entlasse sie, damit sie in das Land Kanaan, den Wohnsitz ihrer Väter, ziehen können!" Als, Pharao diese Worte Jithros hörte, entbrannte sein Zorn gewaltig gegen ihn. Jithro mußte Aegypten verlassen, und er wandte sich nach seiner Heimat Midjan; den Stab des Josef aber nahm er mit sich. in hellstem Glänze. Weil das Kind so überaus schön und lieblich war, verbarg die Mutter es drei Monate lang im innersten Gemach. In jenen Tagen wandten die Aegypter eine List an, um die Hebräer zu vernichten. Alle israelitischen Frauen verbargen ihre Säuglinge im innersten Gemach ihrer Häuser, damit das Auge des feindlichen Spähers sie nicht entdeckte. Aber Tag für Tag gingen ägyptische Frauen, die ihre Säuglinge auf der Schulter trugen, nach Gosen in die israelitischen Siedlungen und besuchten die einzelnen Häuser. Sobald dann die ägyptischen Kinder schrieen und weinten, antworteten die hebräischen Kinder mit Geschrei und Weinen aus ihren Verstecken. Alsbald gingen die Aegypterinnen fort und meldeten der Regierung, daß ein hebräisches Kind versteckt gehalten werde. Dann kamen die Beamten und warfen das Kind in den Nil. Als Jochebed ihren Knaben bereits drei Monate verborgen hatte, wurde er auf dieselbe Weise verraten. Jedoch ehe noch die Beamten kamen, legte Jochebed den Knaben in ein wasserdichtes Kästchen und setzte es im Schilf am Ufer des Nils nieder. Mirjam stellte sich von Weitem hin, um zu sehen, was mit dem Knaben geschehen würde, und was aus ihrer Prophezeiung werden sollte. An diesem Tage sandte G'tt eine unerträgliche Hitze über Aegypten, so daß alle Aegypter im Nil badeten. Auch Bithja, die Tochter Pharaos, ging zum Flusse herab, um zu baden. Da sah sie das Kästchen und ließ es holen. Als sie es öffnete, erblickte sie darin einen weinenden hebräischen Knaben und erbarmte sich seiner. Alle ägyptischen Frauen, die am Ufer lustwandelten, erboten sich, das Kind zu säugen, aber der Knabe lehnte sie ab. Da trat Mirjam vor und fragte: „Soll ich Dir eine säugende Hebräerin bringen, damit sie den Knaben nährte?" Als Bithja einwilligte, holte Mirjam ihre Mutter. Bithja übergab ihr das Kind zur Pflege und zahlte ihr obendrein zwei Silberstücke täglich. Nach zwei Jahren, als der Knabe entwöhnt war, brachte ihn Jochebed zur Tochter Pharaos; sie nahm ihn als eigenes Kind an und nannte ihn Mose: „Denn aus dem Wasser habe ich ihn gezogen." (Fortsetzung folgt.) Die Sederschüssel. Es ist dunkle Nacht. Alles schläft. Im Wohnzimmer steht die Sederschüssel auf dem Tische. Plötzlich ertönt ein feines Stimmchen: das war mal schön, wie der Vater alles vom Auszug aus Aegypten erzählte. So sagte das Stück Mazzo, das in der Sederschüssel lag. „Ich bin am wichtigsten beim Seder; mich hat der Vater in die Hand genommen und dabei von mir erzählt." „Du mußt dich nicht so wichtig machen!", sagte der Knochen, der auf der Sederschüssel lag. „Ich bin genau so wichtig wie du, denn ich bin zum Andenken an das Peßach-Opfer da." „Und ich?!" sagte das Salatblättchen. „Hat der Vater nicht gesagt, daß 'ich zur Erinnerung an die schweren Arbeiten der Kinder Israel in Aegypten gegessen werde?" So stritten sie eine Weile hin und her.j Jeder sprach von seiner Wichtigkeit, auch das Radieschen und das Charauses. Endlich sagte der Wein: „Warum streitet ihr euch denn? Sind wir nicht alle gleich wichtig? Jeder von uns ist dazu da, vom Auszug aus Aegypten zu erzählen." Liesel Joseph, 9 Jahre alt. Silbenrätsel. Aus den folgenden Silben sollen Wörter gebildet werden, deren Anfangs- und Endbüchstaben, beide von oben nach unten gelesen, eines der drei Waa> derfeste,. sowie dessen schönen Vorabend nenneq. an —cot — el — en —era — frau — han — lob — mar — mud — na — ne, — pa — ragd — ris —• se — sim — sma — son — tal — te —ten. (ch gilt als zwei Buchstaben.)- . 1. Europäische Hauptstadt; 2. Die schönste Zeit für den Landwirt; 3. Ein Edelstein; 4. Radioteil; 5. Stadt im Elsaß; 6. Mutter eines Propheten; 7. Ein Minnesänger; 8. Ein Mädchenname; 9. Eine biblische Heldengestalt; 10. Jüdische Lehre, bezw. Sammlung jüdischen .Wissens. . ,i Pessach,. Pessach: ein Fest des Kindes — das Kind fragt, der Vater antwortet. Pessach: ein Fest der Lehre — das jüdische Haus ist ein gemeinsames Lehrhaus für Eltern und Kinder.. Pessach: ein Fest der Wohltat — wir laden ein: wer hungert, komme und esse mit uns. Pessach: ein Fest der. Hoffnung — Elijahu, der Unsterbliche, tritt über unsere Schwelle und kündet die Erlösung. Kind, Lehre, Wohltat, Hoffnung — es* sind die vier Wunderlichter, die uns era Sedertisch beleuchten. (Aus dem Wandkalender der Israelitischen Waisenanstalt Frankfurt a. M.) Israel in Ägypten. Dem Sefer Hajaschar nacherzählt von Rabbiner Dr. Robert Zion. Als Pharao die Weisen aufforderte, den Traum zu deuten, ergriff Bileam ben Beor, der größte Zauberer und Weise seiner Zeit, der erst seit kurzem in Pharaos Diensten stand, das Wort und sprach: „Der Traum bedeutet, daß Aegypten einst großes Unheil bevorsteht. Ein Knabe wird Israel geboren werden, der Aegypten vernichten und Israel mit starker Hand aus Aegypten herausführen wird. So schaffe dehn Rat, o König, damit Israels Hoffnung- ■ vernichtet werde, bevor , dieses Unheil über Aegypten herein bricht." Da fragte der König: „Was können wir denn tun? Bisher haben wir mit allen unseren Ratschlägen nichts erreichen können. Jetzt rate Du uns!" Bileam antwortete: „Erst mögen Deine beiden Ratgeber uns ihre Meinung vortragen, dann wird Dein Knecht sprechen." Nun fragte der. König seine beiden Ratgeber, Reuel aus Midjan und Hiob aus Uzy was zu tun sei. Reuel sprach: „Ewig lebe der König! Laß doch von den Israeliten ab, und strecke Deine Hand nicht gegen sie aus. Denn ihr G'tt hat sie seit Urzeittagen erwählt und hat sie sich aus allen Völkern der Erde zu seinem Eigentume erkoren. Wer sich an ihnen vergreift, der wird von ihrem G'tte bestraft. Weißt Du es demt nicht? Als Abraham nach Aegypten ging, da wurde der damalige Pharao bestraft, weil er Sarah, Abrahams, Frau,. rauben wollte. Dem.Abimelech aks Gerar, .deinj Philisterkönige, erging es'ebenso, und! erst "'als | Abrahamfür. ihn betete, wurden er und . seih Volk von der Plage befreit. Als Isaak aus Gerar vertrieben wurde, tat sein G'tt für ihn Wunder und ließ eine Trockenheit über Gerar kommen, bis schließlich Abimelech mit seinen Leuten zu Isaak ging und sie sich vor ihm bückten. Dann flehte Isaak..auf ihre Bitten zu G'tt, und die Plage hörte auf. Seine Verwandten Esau und Laban, selbst alle Könige Kanaans, konnten Jak ö.b nicht vernichten., .Denn G'tt,'rettete ihn. Wahrlich! Pharao,: dein Größvater, erhöhte Josef über alle Fürsten Aegyptens, da er seine Weisheit erkannte; denn durch seine1 Weisheit bewahrte'jQs€if.ilalle Bewohner, des Landes vor dem. Huhge^ode. Später ließ Pharao Jakob und seine Söhne nach Aegypten kommen, damit Aegypten und Gosen durch 'ihre Frömmigkeit gesegnet werde. So gib denn den Gedanken auf, die Söhne Israels auszurotten! Wenn Du aber Als sich Pharao jetzt an Hiob wandte, sagte dieser nur: „Alle Bewohner des Landes sind in der Hand des Königs. Was in seinen Augen gut erscheint, tun er." Jetzt erhob sich Bileam und sprach: „Was man auch gegen die Hebräer unternehmen mag, man kann sie durch nichts vernichten. Denn wenn Du, o König, glaubst, sie durch Feuer vermindern zu können, irrst .Du Dich Denn ihr G'tt hat ihren Vater Abraham aus dem Feuerofen Nimrods errettet. Wenn Du glaubst, sie durch das Schwert vernichten zu können, so wisse: ihr Vater Isaak wurde vor dem Schwert gerettet und ein Widder an seiner statt hingegeben. Selbst durch harte Fronarbeit kannst Du sie nicht vernichten, denn ihr Vater Jakob diente dem Laban mit jeglicher schwerer Arbeit, und dennoch überwand er es. So höre denn, mein Herr, und König, meine Worte, und vernimm meinen Rat, damit Du sie troz allem vernichten kannst: Wenn es dem Könige recht ist, werde verordnet, daß jeder hebräische Knabe, der von heute ab geboren wird, in$ Wasser geworfen werde. Dadurch kannst Du ihren Namen vernichten. Denn noch keiner von ihnen und von ihren Vätern ist durch Wasser geprüft worden." Der Rat Bileams gefiel dem Könige und den Fürsten,, und ein entsprechendes Gesetz wurde erlassen. Als die Israeliten vernahmen, Pharao habe befohlen, ihre Knaben in den Nil zu werfen, da trennte sich ein Teil der Männer von ihren Frauen; aber die übrigen Israeliten vertrauten das Schicksal ihrer Kinder G'tt an und behielten ihre Frauen. Wenn nun eine israelitische Frau einem Kinde das Leben schenken wollte, so ging sie hinaus aufs Feld und gebar dort. Dann ließ sie ihr Kind auf dem Felde und kehrte in die Stadt zurück. Aber G'tt, der den Stammvätern zugeschworen hatte, ihre Nachkommen zahlreich werden zu lassen, sandte einen Dienstengel' zur Erde herab, um das Neugeborene zu besorgen. Alsdann legte der Engel dem Knaben zwei Steinchen in die Hände; aus dem Einen saugte er Milch und aus dem Anderen Honig. Das Haar des Knaben ließ G'tt lang wachsen, damit es den Körper einhülle und wärme. Auf G'ttes Geheiß öffnete sich die Erde und nahm den Knaben auf, um ihn in ihrem Inneren zu behüten, bis er herangewachsen war.' < Wenn die Knaben groß geworden waren, so sproßten sie hervor wie das Gras des Feldes und. kehrten' zu ihren Familien zurück. Als die i Aegypter davon erfuhren, pflügten sie ihre Felder recht tief, damit'die- Knaben getötet würden.' Aber sie konnten ihnen nicht schaden, weil G'tt sie schützte. Mehrere Jahre vor der neuen Verordnung hatte Amram, ein Levit, die Jochebed, eine Tochter Levis, geheiratet. Ihnen wurde eine Tochter, Mirjam, und ein Sohn, Aron, geboren. Nachdem Pharaos Gesejtz: fassen wari ließ sfch -Amram von seiner Frau (scheiden. NacJh. drei,Jahren der Trennung wurde' 'Mirjam Yjon , g'ttlichem Geiste beseelt und prophezeite im Hause ihres Vaters: „Ein Knabe wird uns von meinem Vater geboren werden und meiher Mutter; er wird Israel aus der "Hand Aegyptens erretten," , , . Sobald JAmBant3diese Worte seüVer Tochter körte,;'ljteßer seihe Frau wieder, in sein , Haus zurückkehren, und,, G'tt segnete den. erneuerten Bund mit einem Sohn. Als. das Kind das Licht der Welt erblickte^ da erstrahlte das ganze: Haus