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Der Israelit · 1935-04-04 · Heft 14 (4.4.1935) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 14 (4.4.1935)
Date
1935-04-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Etwas verfrüht setzen die M a i m o nid es-. J e i e r 1 i c h k e i t e n in den jüdischen Gemeinden ein, da es ja: feststeht,; daß Mosche ben Maimon vor 800 Jahren am R-üs t e t a g e zu Pessach in Cordova das Licht: der Welt er blickt hat.. Es muß: schon als eine. kuriosa Stilwidrigkeit bezeichnet werden, -wenn man gerade für ein Jubiläumvon Rambam, der eine andere Zeitrechnung als die jüdische niaht kannte, dem wir auch die Berechnungen vonTD'yn 710 sowie von nö'»!? danken, ein Datum des nichtj ü d i s c h e n* Kalenders-als Stichtag nimmt. Für Cor d o v a und Sp ani e n mag_ die Vorlegung der Festlichkeiten auf den 30. März (der vor 800 Jahren auf den 14. Nissan fiel) in der Tatsache begründet sein, daß zu -Pessach nur wenige jüdische Gäste aus Europa nach Spanien gekommen wären und die Fremdenindustrie bei der Inszenierung der Feierlichkeiten doch eine gewisse Rolle spielte. In Amerika, wie in Berlin, in Oesterreich, Jugoslavien und anderen Ländern Europas, wo man schon am jüngsten Sabbat, den 30. März, das Rambam- Jubiläum beging, hätte .man doch gewiß bis zu nOB warten können. Besonders hervorzuheben ist der Freitagabend- und S ab b a t g' 11 e s d ienst, der nach rund 443 Jahren zum ersten Male wieder in der alt e n S y n a g o g e z u G o r d o v a zum Abschluß der :Rambamfeier stattgefunden hat. Die G'ttesdienste wurden geleitet vom Madrider Rabbiner Joseph C h a p ix o und dem Pariser Oberrabbiner Julien ,W e i 11. Weiterer Bericht über den G'ttesdienst und die Schhißf eiernin Cordova befindet sich im Korrespondenzenteil. Weiter wird noch aus Cordova mitgeteilt^ daß Präs i d e nt Z am or a wie der Mini s t e r - p.r ä s i d e nt L e r ou x infolge'der' M i tt'is t e r-' 1c r i s e ihre zugesagte Teilnahme» [bei der; Sclilußfeier nicht durchführen konnten, was(sie: in; -herzlichen Telegrammen bedauerten. . Den Dank der Festeilnehmer aus Europa an Spanien - für den ihnen zuteil gewordenen unvergeßlichen . Empfang brachte der jugoslavische Oberrabbiner, Senator Dr. Isaac AI k a 1 a y,, zum Ausdruck. Der Z i v i lg-o tt v e-r n e u r und der Bürgermeister von Cordova antworteten in herzlichen Reden und versicherten die Judenheit der Welt der. Sympathien des spanischen Volkes. In B e r 1 i n veranstaltete , die .Jüdische Gemeinde die Rambamfeier. auch schon am- Samstag, den 30; .März;: In der Alten S y n a g a&e H ei der euth exrg*asiS e;» zeichneten Rabbiner "DrlF r e-i männ und Dr, A. Altmann die'Persönlichkeit vpn jyjiaimonides und zeigten das \$orr bildliche in seiner ^Haltung "VomTStandpunkt;. desj - thoratreuen.; Judentums. Dr, Altmann betonte, daß das thoratreüe Judentum nicht 800''Jahre gewartet hätte, um sich mit Maimonides zu beschäftigen, sondern dieses in all den Jahrhunderten tagtäglich tat und ta^ sei, sagte der Redner, die Gründung eines R a m b a m 1 e h r - h aus e s de r t h or atre u e n J«d e n B e rlins geplant. Der Chor trug einige der „Dreizehn Glaubenslehren" von Maimonides vor. Bei einer Feier in der Synagoge Oranienburger straß e am Sonntag war auch die spanische Botschaft vertreten. ■ t . ■ ■ Das J ü d i s che Museum der Berliner Jüdischen Gemeinde eröffnete eine Maimonides - A u s s t e 11 u n g. Bei der Eröffnung referierte Rechtsanwalt Dr. Klee, der in Cordova die Berliner Jüdische Gemeinde vertreten hat, seine Eindrücke in Cordova und Spanien. Die Ausstellung zeigt u. a. auch ein handgeschriebenes Exemplar der Mischneh-Thora aus dem 13. Jahrhundert. ' ■ In W a s h i n g t o n hat die Bibliothek des Kongresses der Vereinigten (Fortsetzung siehe Seite 2.) " : Aus dem Inhalt: Die Berufswahl der jüdischen'Mädchen Seite 4 Spekulationen mit judischen Gütern . Seite 4 Thora im Derech Erez-Philologie . . . Seite 5 Zu den Verhandlungen zwischen Kneses Israel und Agudas Israel .'"*•.■'.,,,. . Seite 6 Die Bevölkerungs- und Rassenpolitik Deutschlands...... Seite 7 Die Hetze der Nationaldemokraten in Lodz Seite 9 Maimonides-Jubiläumsiestlichkeiten in Spanien, Aegypten und Rumänien Seite 10 Gegen unzeitgemäße Veranstaltungen Seite 2 Rituelle Verpflegung jüdischer Soldaten in Lettland ..........Seite 2 Kinderecke...........Seite 14 Zwischen Sodom und Gomorrha . . . Seite 14 Die hebräische Sprache und das gfeietzestreue Judentum Von Pinchas Wollmann in Frankfurt a. M.*); 1 <v •Raw Jehuda sagte im Namen von Raw: den Söhnen Judäas, die auf ihre Sprache achteten, ist auch ihre Thora erhalten geblieben, den Söhnen Galiläas aber, die auf ihre Sprache nicht achteten, blieb auch ihre Thora nicht erhalten. (Eruwin 53). 1 . Darüber muß ich jammern und klagen, daß ich inmitten ■:' meines; Volkes . edle Jünglinge sehe, die •die1: Thora, liehen und di©' sich*Teinen „reichen Stfhatz von jeglichem Wissen angeeignet haben, * denen aber die nSprache ihfer Väter fremd und: die Literatur ihres Volkes unbekannt ge: worden ist. " Ist in ihren Augen die Sprache Judas, die Schönheit und ■*■.■■ die erhabene Poesie der Propheten und des G'ttesliedes etwas Geringes? In Wahrheit, gibt .es keinen, wes Volkes. .un<l welcher Zunge auch immer, der die jüdische Sprache kennt und sie nicht hoch verehrte. Es sind jetzt 300 Jahre her, . daß die Völker der Welt sich für unsere ^' Spracheinteressieren und von; damals^ ....;.■*) Wir beginnen im folgenden^ mit der Veröffentlichung einer größeren, aus dem 'hebräischen Manu^' skript übersetzten Arbeit, die uns so zeitgemäß und; bedeutungsvoll . zu sein scheint, daß ' wir in,, diesem'! Ausnahmefall über Mie berechtigten 'Bedenken gegen": den 'Abdruck längerer Fortsetzungsreihen in' einem'! Wochenblatt hinwegsehen zu sollen glauben. Das hebräische Original wird in der östlichen : Presse verJr öffentlicht werden; Red. bis jetzt "haben ihre Weisen nicht aufgehört, sich ihrem Studium zu widmen und die Süßigkeit aus der Tiefe ihrer Geheimnisse zu schöpfen. Wir aber, wir haben sie vernachlässigt, wir sollten uns schämen. (S, D. Luzzatto.) . I. Unsere Beziehung zur Sprache. Zwei bedeutungsvolle Fragen sind es, die. das „ orthodoxe Judentum im Laufe eines langen Zeitraums ihrer Entwicklung ganz den Freien überlassen hat, als ob sie das Monopol darauf hätten: es sind dies: der Aufbau des Landes und derjenige der hebräischen Sprache. Was den Aufbau des Landes, betrifft, so ist das orthodoxe Judentum immerhin noch rechtzeitig, wenn, auch verspätet, zu der Erkenntnis gekommen, daß es unmöglich ist, sich von einem so bedeutungsvollen Werke, wie dem des Aufbaus von Erez Jisroel, zurückzuhalten, jenes Landes, das dereinst das Geisteszentrum des jüdischen Volkes und die materielle Hoffnung für Zehntausende sein wird und all dies den Freien zu überlassen. Schließlich ist ungeachtet aller Schwierigkeiten und allen Straucheins Agudas Jisroel mit Kraft und Energie daran gegangen, sich im Lande festzusetzen und dort Stützpunkte für sich zu schaffen; Das Erwachen der Agüdo zur Aktivität auf dem Gebiete von Jischuw Erez Jisroel war ein (Fortsetzung siehe Seite 3.)

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