Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 12 (21.3.1935)
- Date
- 1935-03-21
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Ijj^ljPJPIS^^ 'P^^l^S^'*SS^f'V^^VifS'S-- 21. März 1935 Oer Israelit Nr. 12 Seite 15 Die Frankfurier Woche- Gedenkfeier für die Kriegsgefallenen. In dem überfüllten G'tteshause. der Synagögengem^inde „Israelitische Religionsgesellschaft" an der Friedbergeränlage fand am Sonntag Nachmittag eine schlichte, aber außerordentlich eindrucksvolle Gedenkfeier statt, zu'der der „Reichsbünd jüdischer Frontsoldaten" eine .große Zahl von Kameraden als Delegation entsandt hatte. Den Delegierten des Reichsbunds, die geschmücktmit ihren Ehrenzeichen erschienen waren, hatte man die vorderen Bänke im Mittelschiff angewiesen. J Nach dem Vortrag des Mincha-Gebetes und daran anschließend des 16. Psalms durch Kantor Steinberg er und der main für die Kriegsopfer aus der Mitte der Gemeinde, bestieg Gemeinderabbiner Josef J. Horovitz die Kanzel, um den Gedankenschatz des Purinifestes auszuwerten für den Ernst dieser Stunde des Gedenkens. Drei grundlegende Züge der jüdischen Ethik^seien in diesem Gedankenschatze des Purimfestes aufzuweisen; die Erziehung zur Demut und zur Ablehnung alles äußeren Machtstrebens Otdt). die eiserne Selbstzucht gegenüber allem Genussesstreben hxiOK nrjpn)- und endlich die soziale Gesinnung in ihrer feinsten Blüte, wie sie in dem n»avaj6 fmnai im» n"bvn des. Purimfestes ihren praktischen Ausdruck gefunden hat. Hieran anschließend entwickelte der Redner den Begriff des Jude-Seins überhaupt. . Schon der Name Jude ('a-ns mw oysn) spiegelt die Dankbarkeit als den grundlegenden Charakterzug der jüdischen Nation wieder, Dankesgefühle seien es auch, mit denen wir das Gedächtnis der in jugendlichem Alter im Kampfe fürs Vaterland, im Kampfe für ihre Heimat und ihre Brüder Gefallenen zu gedenken hätten. Aus dem vom RjF. soeben herausgegebenen Buche der Kriegsgefallenen verlas der Redner charakteristische Aeußerungen eines edlen, aus dem Schöße der Kehall Adaß Jeschurun hervorgegangenen Jünglings, Martin Feist ^"sr. in denen in eindringlichen Worten als Frucht des Kriegserlebnisses zur Verinnerlichung und zur Brüderlichkeit gemahnt wird. An die eindrucksvolle Predigt knüpfte sich ein, tinter Leitung des Chondirigenten Neumann, formvollendeter Vortrag des~ bekannten Naümburg'schen Quartetts"i'niya TOn "]!? Wör-Das Abendgebet schloß die Feier. Synagogengemeinde Israelitische Religionsgesellschaft. Die ordentliche Gemindevrsammlung der Synagogngemeinde Israelitische Religionsgesellschaft mit anschließenden Ergänzungswahlen zu Vorstand und Gemeinderat findet am Montag, den 25. März, abends 6.30 Uhr, in der Aula der Realschule, Am Tiergarten 8, statt. A3 ^-Nachmittag Veranstaltungen der Israelitischen Religionsgesellschaft. Nachdem die ■ Freitagabendveranstaltungen ihr Ende gefunden haben, findet die erste rav -Zusammenkunft statt ix 'B' 17.45 Uhr, nach dem Liwjath Cheri-Vortrag des Herrn S. S c h a c h n o w i t z im Hörsaal, Friedbergeränlage 5. Bis naa wird in fortlaufenden Vorträgen die man besprochen. Jugend-Schiurim. Sonnt a g und Donnerstag von 20.30—21.30 Uhr G e m o r o : Herr Gemeinderabbiner Josef J. Horovitz. — Schabbos von 3.00—4.30 Uhr: Dinim und Mussar: Herr Rabbiner Feuerwerker.' — Beide Schiurim finden im Hause des Herrn Gemeinderabbiners, Fichte'straße 5, statt. Jahrzeitslernen für R. Jakob S. Posen V'Sf In diesem Jahre findet das von den ehemaligen Schülern veranstaltete Jahrzeitslernen für R. Jakob S. Posen ^"ST am Sonntag, den 24. März itsa er-O um 5.30 Uhr nachmittags, im Jakob Posen-Zimmer, Hermesweg 7—9, 2. St., statt. Im Anschluß an das Lernen wird nnan gebetet. Alle ehemaligen Schüler und Freunde werden zum Lernen erwartet. Zum hundertsten Geburtstag von Rabbi Lipman Philip Prins ^"ST- Am Mittwoch ü^Tid \wm rundete sich ein Jahrhundert seit der Geburt von Rabbi Lipman Philip Prins, der am 20. Oktober 1915 im Alter von 80 Jahren in Frankfurt a. M. von uns gegangen ist. Prins war eine der markantesten jüdischen Persönlichkeiten in „der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Geboren in Arnheim in Holland, steht «er schon in jungen Jahren im Mittelpunkte der jüdischen Gemeinde zu Amsterdam; als Mitglied des Gemeindevorstandes, als Führer der Pekidim, als Mohel, als hervorragender Gelehrter, Lehrer und Wohltäter. Zu Ende der achtziger Jahre verlegte Rabbi Lipman Prins seinen Wohnsitz nach Frankfurt a. M., wo er noch 25 Jahre lang in seinem Hause ein Zentrum der Thora und Wohltätigkeit hatte. Seine jüdische Bücherei erlangte eine Weltberühmtheit, und es war nicht nur eine Liebhaberei von ihm, sondern ©r war mit jedem einzelnen Exemplar dieser Riesenbibliothek intim vertraut. Von hier führte er eine ausgedehnte Korrespondenz mit allen Thoragrößen der Zeit. Hier schrieb er auch seine unzähligen min ■>wvr>n' die . in halachischen Zeitschriften, auch in selbständigen Werken und zum Teil sogar in den neuesten Wilnaer Talmudaus £ ab en veröffentlicht sind. Seine Gebeine wurden am'21. Oktober nach Amsterdam überführt und in der heimatlichen Erde zur letzten Ruhe gebettet,, Wir werden in Frankfurt Rabbi Lipman Philip Prins* b*%i nicht vergessen. rraxan Konzert. Dela Ldpinskaja gibt Samstag, den 23. März, vielfachen Wünschen entsprechend, ein zweites Gastspiel im Saalbau und zwar mit abendfüllendem Programm. Die Künstlerin trägt neben polnischen und russischen auch jüdische Stücke vor. Außerdem bringt sie eine Ghettoszene „Der jung Chassid" zur Darstellung. Das Konzert beginnt um 8.30 Uhr. Restliche Karten noch an der Abendkasse, „Jugend musiziert". Die jüdischen Tonkünstler Frankfurts veranstalteten am 17." Februar bei ausverkauftem Saal ihren ersten Schülerabend. Die Veranstaltungen werden fortgesetzt. Der zweite Abend findet statt im Vereinshaus, Eschersheimerlandstr. 27, am Sonntag, den 7. April und beginnt pünktlich um 17.30 Uhr. — Es spielen Klavier: Schüler von Lucie Baehr, Lilly Bamberger, Marie Lenheim, Berta Mannheimer, Marguerite Strauß-Oppehheimer Nora Ziegler. Es spielen Violine: Schüler von Aenni Rosenthal. — Unkostenbeitrag: 30 Pfg. Vorverkauf: Drogerie Loeb, Goethestraße 4, und bei den beteiligten Lehrkräften. Verein israelitischer Gehörloser E. V. Der Verein israeliti s.c her Gehörlos er Frankfurt a. M. hatte am 2. März seine diesjährige Generalversammlung mit Vorstandswahl. Es wurden gewählt: Frl. Ruth Jacob als Vorsitzende, Frl. Else L e v y als Schriftführerin, Herr Josef Schlessing e r als Kassierer und die Herren Max Blument h a 1 und Albert Kahn als Beisitzer. Alle Zuschriften sind nur an Frl. Ruth Jacob, Ffm.-West 13, Robert Mayerstr. 20, zu richten. Es gibt in Frankfurt a. M. und Umgebung sicher noch viele Gehörlose, die nicht wissen, daß es hier 'einen Verein für jüdische Gehörlose gibt. Dieser Verein führt den Namen: „Verein israelitischer Gehörloser Frankfurt a.- M. E. V.". So ergeht an alle unserem Verein noch fernstehenden jüdischen Gehörlosen der Aufruf: Tretet ein als Mitglied in unseren Verein!— Die Monatsversammlungen finden an jedem ersten Samstag im Monat um 20.30 Uhr im Cafe Falk statt. Näheres ist bei unserer Vorsitzenden, Frl. Ruth Jacob, Ffm.-W. 13, Robert Mayerstr. 20 zu erfahren. Vorherige Anmeldung erwünscht. Straßenumbenennungen. In Frankfurt a. M. ist der Börneplatz in „Dominikanerplatz" und die Börnestraße in „ G r o« ßer Wollgraben" umbenannt worden. Die Börnestraße ist der nördlichste Teil der alte* Frankfurter Judengasse, in der das Geburtshaus uni ein Teil des Bankgebäudes der Rothschilds noch heut« stehen. Die Umbenennung der „Judengasse" ia „Börnestraße" und des früheren ,,Judenmarktes", wa sich der alte, nicht mehr benutzte jüdische Friedhol befindet in „Börneplatz" erfolgte zum Andenken des in Frankfurt a. M. geborenen Dichters in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Familien-Nachrichten. Vermählte: M. Tschisik und Frau Bella Kohn, Saarbrücken—Würzburg. Folgende Betriebe unterstehen der Aufsicht des Rabbirfats der Synagogrengemeiiide „Israelitische ReligionsgesellschaH" rankfiurt am Main: Aron Mainzer, Hanauerlandstr. 1 David'Stein, Hanauerlandstr. 30 Julias Grünebaum, Hanauerlandstr. 4 Bäckereien: Konditoreien Siegmund Bender, Hanauerlandstr. 16a J. Halberstadt, Schfitzenstr. 8 Leopold Lob, Bleichstr, 9 Jacob Schon, Uhlandstr. 50 Leo Vogel Börneslr. 44 Max Philipps, Zeil 4 S. Salomon, Gr. Eschenheimerstr. 19 GeritigelhancUungeii: £^^r;61 Frankenthal GmbH., Allerheiligenstr. 79 Markus Nissenbaum, Elkenbachstr. Ii Abr, Rothschild, Sandweg 6 > Leonhard Vfeis, östendstr. 11 S. Salomon, Gr. Eschenheimerstr. 19 Hotel Ulmann, Bethmannstr. 52 Die Kaschrus-Kommission. Wurstlereien: Kolonialwaren: Milchhanulnngen: Restaurationen: Kernseife I Schmierseife I Seifenpulver selbsttätig „ 15%u.30% Seif ensandin Streudosen Scheuersand in Paketen Seifenschnitzel Flüssige Seif e Toillettenseife direkt ab Fabrik ■■ . . . Chem. u, Seifenfabrik Victor-Viclorjfm.-Fechenheim Unter Aufsicht der I. R. G. Frankfurt-M. y*v A. B A U MAN N VV V* Feine Maß-Schneiderei ' Gegr. 1905 Schäfergasse: 17 Tel. 22125 Beste Passform - Zivile Preise Streng *■) TP D Verarbeitung Zimmer in streng rit. Hause gesucht. Off. 1614cE. In unmittelbar. Nähe der Synagoge Friedberger Anlage 2-3 Zimm.-Woiinung mit Küch'e u. Badges. Preisoff. u. 1504c Exp. MöM. Zimmer mit Chaiselongue u. Kochgelegenh. in rit. Hause für einige Wochen gesucht. Off. unter 1330 an Exp. »Familie™1 berufstät.Mädch.geg. Jk 30/35 mU inKoItu. Logis »vil. Off.1609 E. Bedeutende Neuerscheinung! 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