Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1935-02-28 · Heft 9 (28.2.1935) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 9 (28.2.1935)
Date
1935-02-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2450858-2450867--81099-2538952
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

28, Februar 1935 D 1 s r a e 1 l t Nr. 9 Seite 11 Die Frankfurter Woche. Ainordnung betreifend Beflaggen der Häuser. Auf Anordnung der Geheimen Staatspplizeistelle für Frankfurt wird von den Vorständen der hiesigen Jüdischen:; Gemeinden folgendes bekannt gegeben: „Es"' ist unerwünscht, daß "Juden sowie jüdische: Organisationen" und 'Körperschaften ihre' Privat- und^.Geschäftshäuser, Wohnungen und Geschäftslokäie mit den Reichsfarben (Hakenkreuz- oder Schwarz- Weiß-Ro|e-Fahne) beflaggen. Befläggung in s d'eri Frankfurter Farben' (rot-weiß) ist anheim gegeben." Zur Vermeidung Von Mißverständnissen muß diatauf hingewiesen werden, daß diese Anordnung so spät bekannt gegeben worden ist, daß wohl die wenigsten Interessenten in der Lage waren, rechtzeitig die erforderlichen Vorbereitungen zu treffen, um ihr am Freitag, den1 1. März vollkommen zu entsprechen. \- .. -:i , Der Künstlerische Abend der Schulen der Israelitischen Religionsgesellschaft. Zunächst eine Augenweide von seltener Art:;Der Riesensaal des, Saalbaüs Voll besetzt. Auf der Bühne blitzten die Instrumente des Orchesters im violetten' Rampenlicht.Dahinter, wie ein wogender Blumengarten,, die Kinder,, die Mädchen und Knaben aller Eine kurze Pause, die kaum ausreichte, den in bewundernswerter Disziplin ausharrenden Kinderscharen die nötige Ausspannung-zu bringen, und schon setzte der zweite Teil ein. J e;h u d a H a 1 e vi , in seinem Werden und Ringen, in seiner G'ttesliebe und Zionsseh'nsucHt, in der Not. seiner Seele auf stürmischer See und beim Brechen seines Sängerherzens vor den Toren des heiligen Landes, lebte auf vor unseren Augen und zog an uns vorbei,.in einer Sprechsinfonie von Alfred Auerba c h , deren gutgeschliffene i und empfindungstiefe. Verse in Rudolf Ganz einen verständnisinnigen Interpreten fanden. Ihm zur; Seite standen mit vollwertigen deklamatorischen Leistungen außer dem Autor selbst noch Hans Berck, Sascha B e r g e r , Sophie S. eligmann, Hertha Marx sowie ein Schüler und eine Schülerin der S. R. Hirsch-Schule (Heini Isaack und Mirjam Beifuß). Es fügten sich Sologesänge von Benno Ziegler und Heinrich Bornstein sowie von zwei Schülern der Israelitischen Volksschule (Rudolf Keßler und Benno Schächter) ein. Ein Sprechchof, ■ gestellt-, von Schülern und Schülerinnen - der beiden Schulen, untermalte einzelne Phasen im stürmischen Lebenswege Jehuda Haie vis und gab einzelnen, Bildern einen schönen tonalen Hintergrund. Die Orgel wurde dabei von Dr. Willi §älomon bedient. Es war ein großer Abend, an dem Max Neumann, — freilich unter aufopfernder Mitwirkung aller Künstler: und Mitarbeiter aus beiden Lehrerkollegien*--des- Synagogenchores der I. R. G. und der Auf. der Bühne; bei den_ Aufführungen im Saalbau Klassen der S. HR,] Hirsch- .und der Israelitischen Volksschule."" Weiter im Hintergrund das. feierliche Schwarz der SängÖr;1und auf der Galerie oberhalb der Bühne unter der. Oigel wiederum ein bunter Kranz lieblicher Kindergesichiex in. farbiger Festkleidung. Ein Massenaufgebot »von Spie.}.-,Sprech- und Singchören, und dabei eine Harmonie, _ die sich nicht allein in den Tönen, sondern auch in den Bewegungen, in der Organisation,; im Züsammfenspielaller Kräfte, die sich vereinigt hatten, ..Schule -und ,;Gemeinde ein Fest zu feiern, lichtvoll auswirkte,, -.r- '; .:. ., Der Kröriungsmarsch aus, „Der Prophet" ertönt 'zur. 'Einleitung. Heinrich Bornstein trägt ein italienisches- Lied vor, für dessen weiche Akzente der massive1 Baß höchstens 'durch die Schulung, die dieser Künstler besitzt,, gefügig gemacht werden kann. Dann, singt der .Uns wohlbekannte; "Benno Ziegler" auf dem Hintergründe ^eihes jmächtigen Chores Psalmen von Lewändöwskf.' Eine' hebräische Rhapsodie schiebt sich zur Entspannung ein, und schon ist wieder das gewaltige Auditorium ganz Auge und Ohr: Benno Ziegler steht -als -Vater J*a k o b auf der Bühne,' die Hand segnend auf Benjamin (Josi Brandstädter) gestützt- und,iing^:.wfe%b^-.ZIi.egler fingen kann, von „der Stütze seines "Lebens". Und Benjamin singt mit seinem 'hellen herrlichen Sopran das Gelöbnis und singt sich nicht allein in das Herz des Vaters, sondern in die Herzen aller so hinein, daß der Beifall gar nicht enden will. Zu diesem Duett aus der unsterblichen Mehul'schen Oper „Joseph und seine Brüder" kommt noch der Chor hinzu, um „mit Saitenspiel und Harfen, de» Herrn zu,loben, Israels G'tt, dessen Gnade, ewig währet Und dessen Hilfe stark ist'in der Not." Die Weihestunde erreicht ihren Höhepunkt, als, nach einem Vorspiel aus einer anderen Oper, die mächtigen Klänge und Sänge aus dem Oratorium ,,Judas Makkabäus" von-Händel^h'eranbrausen. Wie. erst der Chor der. Jünglinge und dann der Chor , der Mädchen und zuletzt alle Chöre mit,-Hörnern und , Trompeten, mit Posauneri und"'Flögen, dem Erretter der .Befreiten Siegesgesang entgegenjubeln, wird uns unvergeßlich -bleiben. - Wieviel Weihe, " Wieviel Liebe und Innigkeit in diesem brausenden Meer der »Töne. Händel, den heute die gesamte Kulturwelt feiert, sprach in der ihm verliehenen ewigen Sprache auch ein Wort des Trostes zu uns. ...i . Aus dem Foto-Atelier Arno Katz unermüdlichen Festkommission — sein ganzes reiches musikalisch- und organisatorisches Können voll entfalten konnte. Die Kinder, besonders die abgehenden Schüler und Schülerinnen, hatten noch einmal ihr großes Schulerlebnis. Man darf hoffen, daß dem großen ideellen auch der materielle Erfolg zu Gunsten der Schulen entspricht. Jugend-Schiurim. f, Sonntag und Donnerstag von 20.30—21.30;Uhr Gemoro: Herr Gemeinderabbiner Josef J. , Horovitz. — Schabbos von 3.00—4.30 Uhr; D i n i m und Mussar: Herr Rabbiner Feuerwerker. — Beide Schiurim finden im Hause des Herrn Gemeinderabbiners, Fichtestraße 5, statt. Freitagabendveranstaltungen ,der Israelitischen Religionsgesellschaft; ' i -Am Freitagabend;!:^>np*i ''*> 20;45 ~Uhr> spricht im' Hörisaale, Friedber'geranlage;5, Herr Rabbiner Maüsche Schneider. Jugendliche, . sofern schulentlassen«. auch Nichtgemeindemitgli.e|ier,, sind herzlich will-,; kommen. Verbilligte Mazzoth. Wie alljährlich, wird auch in diesem Jahre fü/ Minderbemittelte durch die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums Mazzoth zu ermäßigten Preisen und zwar 44 Pfg. pro Pfund (46 Pfg. in Karton verpackt): zu beziehen sein. Anmeldungen sind bis spätestens 4. März 1935 an das Büro der Freien Vereinigung, Frankfurt a. M., Rechneigrabenstr. 10 zu richten.; Sitzung der Gemeindevertretung der Israelitischen '.], .. Gemeinde. >: ' In der am Mittwoch stattgefundenen Sitzung der Gemeindevertretung der Israelitischen Gemeinde wurden zunächst Wahlen vorgenommen, die folgendes Ergebnis zeitigten. Es wurden gewählt, bezw. wiedergewählt: in. den Gemeindevorstand' Herr Julius Werner, in den Vorstand .der Synagpge am Börneplatz ' 'die Herren Sigmund S i n g e r und Albert Hof mann, in des Pflegamt des Krankenhauses Herr Rj-A. Dn Kürt Ettinghausen und in die Jjugenjdkommission Herr Rabbiner Dr. L emle. Für die Jüdische Wohlfahrtspflege wurde eine Subvention von Mk. 39.900 bewilligt. Es wurde mitgeteilt, daß ein großes Komitee in Bildung begriffen sei, das sich zur Aufgabe stelle, durch eine größzügige Werbeaktion neue Mittel für die Wohlfahrtspflege zu "beschaffen. Der Jüdischen Beratungsstelle wurde zur Auszahlung an Umschichtler ein Vorschuß von Mk. 3000.— bewilligt. ( Damit war die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung erschöpft. : "' Ein Achtzigjähriger. Herr Ludwig Stern, Hähauerlandstr. 36, feiert am 3. März än körperlicher und geistiger Frische seinen achtzigsten Geburtstag. Wir wünschen dem ehrwürdigen Greis ungetrübten Lebensabend an der Seite seiner Frau und Kinder. Frankfurter Vereinskalender. ... 'Verein Mekor Chajim E. V. Freitag abend nach Schul: Mikrovortrag (Schlußvortrag) Herr Red. S- Schachnowitz. Samstag, abend 8.30 Uhr im Vereinslökale Hans Handwerkstr., Vortrag des Herrn Dr, S, Ehrmann übers „Purihi 5695;" Gäste, auch Damen, willkommen. '' (Alles andere wie üblich.) '' Jahrzeitsstiitnngen. Sonntag, 3. März: Sofie Bier geb. Heller-Stiftung. Donnerstag, 7. März: Julius Bier-Stiftung. Liwjat Chen. Samstag nach Mincho 4% Uhr im Hörsaale, Vortrag des Herrn S, Schachnowitz über: „Der wandernde Schekel." . Jüdische Frauenvereinigung E. V. Gesellige Zusammenkunft am Dienstag, d. 5. März 1935 nachm. 4 Uhr in der jüdischen Haushaltungsschule, Konigswarterstr. 20, Vorlesung einiger Szenen aus Heimanns Drama: „Das Weib des Akiba." Gäste, Damen willkommen. Arbeitsgemeinschaft jüdischer Amateur-Fotografen, Vereinslokal; Eschenheimer Anlage 38 (Cafe Falk), Donnerstag, 8. März 1935, 20 Uhr, Nachtaufnahmen am Eisereh Steg. Gäste willkommen. Gesellschaft' für. jüdische Volksbildung. Montag, den 4. März, 20.30 Uhr, im Vereinshaus, Edith Herrnstadt — Ottingen, Rezitation aus: „Der junge David" von Richard iBeer-'Hofmann: Gebetzeiten. bny\ mtt Freitag abend 5.35 Samstag nnsffn 6.50! ' ' \ Samstag morg. 8.00 Predigt Samstag nachm. 1.00 und 4.30 Samstag abend 6.55 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 : .Nachmittags 5.30 Tefillinlegen am Morgen 6.10 Familien-Nachrichten;. 7 0. Geburtstag: Regina Billigheimer, Hardheim i. B„ 4. 3. 35. Wir machen die Leser unserer Zeltung besonders auf das Inserat des Diplom. Schneidermeisters A. J. Neugebauer, Uhlandstr. 57, Ecke Hanauerlandstraße, aufmerksam. Es ist bekannt, daß die Anfertigung eines gutsitzenden Frack-Anzuges eine gewisse Kunstfertigkeit erfordert. Den wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechend, hat Diplom. Schneidermeister Neugebauer neben der feinsten Verarbeitung von Frack- und Smoking-Anzügen sein Augenmerk besonders ..der Maß-Konfektionzugewan^dt, so daß ^uch der verwöhnte, Kund^-rtrptz dfes billigen Preises zufriedengestellt (Jwird;- zudem; hat ,er die. Garantie, daß sein BekleidÜngssfück streng "Wü verarbeitet ist. Sleuerberalung Bücherf Uhren MirhaOl MaifÜr 1^ranlcfurt-iV1t-» *"» Sachsenlager 1,1 ITlILIIOCI nlflfCI, Einrieb lung von Buchhaltung Nur persönlich ^Erledigung — Auch auswärts Sabbat-Anfang und Ausgang to'i naifr Ort Anfang Uhr | Min. Datum Ausgang Uhr | Min. Frankfurt am Main :5 . 35:-- 2. 6 55 Berlin 1 5 40 : März 6 27 Mühchen .5 50 1935 6 38 Köln 5 55 , 6 55 Stuttgart; 5 50 27. 6 50 Breslau 5 40 Sur 6 14 Nürnberg <" 5 45 •psmi 6 41 Hambtlrg' 5 45 n^ih 6 46 Würzburg 5 45 6 50/

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.