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Der Israelit · 1935-02-14 · Heft 7 (14.2.1935) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 7 (14.2.1935)
Date
1935-02-14
Page
– (sequence 15)
Language
German
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14. Februar 1935 D -te r , ,1,8 t -a e" 1 ,i et Nr. 7 Seite 15 Die Frankfurter Woche* Verbilligte' Mazzoth. Wie alljährlich;- wird auch in diesem Jahre für Minderbemittelte durch die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen - Judentums Mazzoth zu er mäßigten Preisen und zwar 44 Pfg. pro Pfund (46 pfg, in Karton verpackt} zu beziehen sein. Anmeldungen sind bis spätestens A, März 1935 an das Büro der Freien Vereinigung, Frankfurt ä. M„ Rechneigrabenstr, 10 zu richten. Schulfeier der Unterrichtsanstalten der I. R. G. In dem am Sonntag, den 24. Februar stattfindenden großen künstlerischen Abend der Unterrichtsanstalten der L R; G., der unter der. künstlerischen Leitung von Max N e u m a n n steht, singt Benno Zi e g - 1 e r mit Josef B r an d s t ä d t er (einem Schüler der Samson Raphael Hirsch-Schule) das Duett „Jakob- Benjamin" aus der .Oper „Josef und seine Brüder" von Mehull Des weiteren hat Benno Ziegler die Solls in den Chören aus „Josef in Aegypten" und den Psalmen yqn Levsrandowski übernommen. Der zweite Teil des Programms ist durch eine-Sprechsymphonie von Alfred Auerbach ausgefüllt. Dieses Duett „Jehuda Halevi" wird bei dieser Veranstaltung uraufgeführt. , Freitagabendveranstaltung der Israelitischen Religionsgesellschaft. Am Freitag Abend' mxn 's» 20.30 Uhr, sprechen im Hörsaal, Friedbergeranlage 5, die Herren Jacob R. Breuer und Sally Lieverhant. Auch Nichtgemeindemitglieder sind herzlich willkommen; Bertha Kohn fj-^jr. Am a"3 . hat Frau Bertha K o h n die Augen für immer geschlossen. Eine Tochter des als großer rrn und o">nv m» rühmlichst bekannten Michel Abrahams aus dem Haag, verheiratete sich Frau C. vor etwa 12 Jahren nach Frankfurt a. M. und gründete im Verein mit ihrem gleichgesinnten Gatten ein Haus, in dem echter,' unverfälschter jüdischer Geist herrschte, und verstand es, einen Kreis um sich zu sammeln, der in jeder Weise ein Mittelpunkt der min und rosa' wurde. Dem Vorbild ihrer großen Eltern nachzuleben, hat sie von jeher als ihre höchste Aufgabe betrachtet. Ihre Bescheidenheit, Selbstlosigkeit und ihr besonderes Pflichtbewußtsein bei der Ausübung auch der scheinbar kleinsten mx»' ferner die Hingabe ihrer ganzen Persönlichkeitt wo es galt, anderen helfend beizustehen und Freude zu bereiten, entsprang einer vom Elternhause überkommenen tiefen Religiosität, die nur bei echten n'wa /vi'jpix zu finden ist. Den großen Verlust, den durch ihren viel zu frühen Heimgang ihr Gatte, das leider früh verwaiste Kind und ihre ihr mit * zärtlicher Liebe zugetanen Geschwister erlitten haben, fanden ihre beste Würdigung durch die große Teilnahme bei der Bestattung auf dem Friedhofe der Israelitischen Religionsgesellschaft, sowie in der Gedenkrede des Herrn Rabbiner Josef H o r o v i t z, der das Wirken und Walten dieser echten jüdischen Frau in hinreißenden Worten schilderte. Ebenso erschütterten die aus aufgewühltem Herzen kommenden Abschiedsworte des schwer gedrückten Gatten alle Beteiligten. -rraxan Ton und Wort mit Dela Lipinskaja. Die zweite Ton und Wort-Aufführung am letzten Samstag abend machte all«; Fehler der ersten da» durch wett, daß sie ernsten und heiteren Teil nicht durcheinanderwarf, sondern streng geschieden hielt. Ein geschultes Orchester unter Leitung von Max N e u m a n n brachte drei Ouvertüren von klassischen Opern ausgezeichnet zu Gehör, und zwischendurch zeigte Charlotte M a s s e n b u r g ihr reiches Können und Else Rypinski zauberte aus einer .Wunderharfe Sänge , und. Klänge hervor, die uns in die Zeit der Minen- und Harfenspieler versetzten.. Der zweite Teil hieß D e 1 a Lipinskaja und das genügte. Sie ist nicht: Sängerin, ist nicht Schauspielerin und ist nicht Rezitatorin, ist aber ein begnadetes Menschenkind, dazu bestimmt, in düsterer Zeit .Sonne in die Herzen zu leiten. Was sie vorträgt, st nicht Wort, sondern plastische Malerei, man hört nicht, sondern sieht die Darstellung. Wenn sie russischen Soldatenlieder mit Kommandos dahinschmettert, glaubte man am .Horizonte Staub aufwirbeln und Kosakenstiefel in ■. Reih urid Glied marschieren zu sehen, aber es bedarf nur einer kleinen Umstellung, eines bunten Kopftuches/ und wir haben die junge Polin jaus dem Volke vor uns, wie sie uns kein Por- ' trätraäler echter und' besser präsentieren kann. Eine allbekannte jüdische Weise, und wir sehen die jüdische Stube im östlichen Ghetto, wie sie lebt und lacht. Bei aller Tendenz, mit Berichten über Veranstaltungen etwas mehr zu geizen, muß der Samstag abend im Saalbau als echte K un s t d a r b i e t u n g gewertet und hervorgehoben werden.. Eine Wohltätigkeitsveranstaltuog des Kulturbundes deutscher Juden. Im vollgefüllten großen Saale des Saalbaus brachte der Kulturbund deutscher Juden, Frankfurt a. M. eine szenisch" prachtvolle Aufführung des zweiten Aktes .der „Fledermaus" von Johann Strauß heraus. Das Orchester (unter Leitung von H. W. ■Steinberg), Spielleitung (Leopold Sachse) und , Bühnenbilder (Alfred Oppenheim) boten so viel für Orh und Auge, daß man wie betäubt von all dem Schönen war. Benno Z i e g 1 e r und Wilhelm G u 11mann, nicht weniger die Damen des Ensemble gaben ihr .Bestes, und. Josef Plaut, ein Großmeister des Humors, sorgte für die obligatorischen Einlagen, die eine: Stimmung erzeugten, als hätte es n i e Not i.n der Welt gegeben. Der Reingewinn kam, was noch betont werden muß, der „Jüdischen Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe und Künstlerhilfe" zugute. \ Reminiszenzen an Rabbi Benjamin Niederbolheim1?''^. Zu seinem fünfzigsten Jahrzeitstage am 14. Adar. Am Purimmorgen des Jahres 1885, der auf einen Sonntag fiel, durcheilte die Stadt die Kunde vom Ableben Rabbi Benjamin N i e d e r h ofheims. War das damalige Frankfurt dank dem gewaltigen Einflüsse von S. R. Hirsch nicht arm an jüdischen Menschen von "tiefer G'ttesfurcht und umfassender Gelehrsamkeit, so war Benjamin Niederhofheim ein Zaddik und Gelehrter. von großem Format, den man ohne Uebertreibung als einen Typus der Frankfurter Dmsrmn d»t>dh bezeichnen konnte. War doch sein 74 Jahre währendes Leben von frühester Kindheit an der miayni min und dem ion gewidmet. Dem Studium der G'tteslehre gehörte sein ganzes Leben. Seine Bibliothek, so wurde seinerzeit im „Israelit" in dem Nekrolog berichtet, hatte Weltruhm. Er besaß die n^iBD nicht nur, er studierte eifrig und fleißig darin, bei Tag und Nacht, unermüdlich sich vertiefend und nachschaffend. Er war bewandert in allen Sparten von o"B> und D'pcia, so daß ihm oft Anfragen religiöser Natur aus weiter Ferne zur Entscheidung vorgelegt wurden, und Rabbiner S. R. Hirsch bei schwierigen halachischen Fragen sich mit ihm öfters beriet. Sein Ruf als Talmid Chochom verschaffte ihm schon frühzeitig den Titel „Morenu", der ihm von seinem Verwandten, Rabbiner Dr. Lehmann '^"tit dem Begründer des „Israelit", bei seinem fünfzigjährigen Mohel-Jubiläum verliehen wurde. Das betreffende, in klassischem Hebräisch verfaßte Dokument befindet sich im Besitze von Herrn Hugo B o n d i, Frankfurt. Dieser Morenutitel wurde ihm, ehe der Oraun am Schuschan Purim aus dem Hause getragen wurde, in einer ergreifenden Ansprache von Rabbiner S. R. Hirsch „erneuert", eine Ehrung, die von S. R. Hirsch, soweit wir wissen, niemand sonst zuteil wurde. Einen besonderen Ruf und Ruhm genoß er als Mohel. Als sechzehnjähriger Jüngling trat er in die Praxis, nicht nur in Frankfurt, sondern auch in der nahen und ferneren Umgebung der Stadt. Mehr als 7000 Knaben sind durch Rabbi Benjamin Niederhofheim in den Bund Abrahams eingeführt worden. Es gab Familien, in denen, er in ,drei Generationen — Vater, Sohn und Enkel —'■ die Mizwath Milo vollzogen hatte. Rabbi Benjamin wurde im Laufe der Zeit Lehrer, Freund, Berater und Wohltäter ganzer Ortschaften, in denen er als Mohel häufig weilte. Am berühmtesten ist er Wohl durch seine Synagoge, die „Niederhofheim'sche Schul", geworden, die stets von einem Schimmer jüdischer, altfrankfurter Geschichte umwoben war. Von der großen Zahl der in Frankfurt bestehenden Nebenschulen und Privatminjonim, wie z, B. Träub'sche Schul, Kippestube, Klaus-Synagoge u. v. m. ist die Niederhofheim'sche Synagoge eine der ältesten. Sie blickt wohl heute auf ein Alter von 160 Jahren zurück, da sie von dem berühmten Rabbi Nathan Adler dem Lehrer des Chatam Saufer, gegründet wurde. Sie hat den. von diesem eingeführten Minhag zum größten Teil beibehalten. Als Nathan Adler am 27. Elul 1800 verschied, wurde das Minjan von seinem Schüler, Rabbi Löt Emmerich, der durch sein asketisches Leben berühmt geworden (er fastete, wie auf seiner Mazewoh bemerkt ist, von Schabbos zu Schabbos) weitergeführt, und zwar im Emmerich'schen Familienhaus Judengasse 128. Nach dem Tode übernahm die „Schul" dessen Schwiegersohn R. Bär Dann und sie ging nach dessen Ableben an seinen Schwiegersohn, Rabbi Benjamin Niederhofheim, über, der sie erst an gleicher. Stätte, später in seinem eigenen Hause, Rechneigrabenstr. 11, getreulich bis zu seinem an Purim 1885 erfolgten Tode in alter Tradition verwaltete. Alsdann übernahm die Synagoge der Sohn Rabbi Benjamins, Salomon N i ederhöfheim b"t,y, und führte sie getreu nach den Intentionen seines Vaters. Als auch dieser im Jahre 1915 von dannen ging, und die Gefahr bestand, daß diese historische Gebetstätte nunmehr eingehen müßt«, fand sich in Herrn Robert Aro n die geeignete Persönlichkeit, die Synagoge, ohne irgend eine Aenderung in der Ueberlieferung vorzunehmen, bis zum heutigen Tage weiterzuführen, und zwar jetzt im Hause Rechneigraben straße 7, dem ehemaligen Schulgebäude der Israelitischen Religionsgesellschaft/ ' •Man;würde der Pflicht des Chronologen nicht ganz gerecht werden, wollte man bei dieser Gelegenheit nicht auch des Schülers von Rabbi Benjamin Niederhofheim, des unvergeßlichen Eduard Feist b*xr gedenken, der in der Niederhofheim'schen Schul' das Amt eines Baal Kore beinahe 50 Jahre lang bis zu seinem am 2. Adar 5682 (1922) erfolgten Tode in vorbildlicher Weise versehen hat. B. Briefkasten. Dr. HL M. in H. Es ist uns unmöglich, auch noch über lokale Konzerte und gesellschaftliche Veranstaltungen außerhalb Frankfurts lange Berichte zu bringen. Besten Dank. K. T. in H. Die Wendung ist wohl als Anklang in Jesajas 52 gedacht ikt |va ys ■>> Uebrigens finden Sie in Pluralform in mascl. auch noch sowohl in Mischle 23, 33 nn ikt i'ryi wie in Hiob 21, 20 ts vvy im*. Gruß. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim E. V. Freitag abend nach Schul: Mikrovortrag, Herr Herrn Frankenthal. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal; Dinim, Herr R.-A. Dr. E. Posen — 11 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) GemOro, Herr J. Söffer. — Mikroschiur des Herrn Rabbiner H- Mayer Schabbos 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal. Sonntag nachm. 6 Uhr Haftorascbiur, Herr Rabbiner Mayer. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, DTK »n, Herr S. Schachnowitz. Sonntag vorm. 9 Uhr. im Vereinslok. „Mögen Awrohom" Herr R.-A. Dr. Schlesinger- Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mischna- Mitgliederlernen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul; Mischna, Herl R.-A. Dr. E. Posen. Montag (auch Mittwoch) abends 7 Uhr Gemoro, Herr Rabb. Dr. J. Breuer. Dienstag (auch Donnerstag) abends 7 Uhr Gemoro Herr R.-A. Dr. E. Posen. Der Haftauro-Schiur am Sonntagnachmittag wird bis auf weiteres von Herrn Rabb. Mayer geleitet. Der vorgerückten Zeit halber beginnt der Schuir jetzt um 6.30 Uhr statt wie bisher um 6 Uhr. Agudas Jisroel-Ortsgrnppe. Daf Jaumi Sonntags, 11—12 Uhr, Montag bis Freitag 12—1 Uhr, Samstag 12»/4 Uhr, Herr Soler, im Vereinslokale, Schwanenstr. 12. Jahrzeitsstif fangen, Schabbos, 16. Februar: Peppi Heidingsfeld geb. Sänger- Stiftung. Dienstag, 19. Februar: Heinrich J. Hanau-Stiftung- Dienstag, 18. Februar: Marianne Walbach-Stiftung. Donnerstag; 11- Februar: Johanna Eliason geb. Weil- Stiftung. Donnerstag, 21. Februar: Lina Stern geb- Stern-Stiftung Liwjath Chen. Diesen Samstag fällt der Vortrag wegen Abwesenheit des Dozenten aus. Jüdische Frauen-Vereinigung und Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Am Montag/ den 18- Februar 8.45 Uhr abds- .wird Frau Frieda Bondi aus Mainz im Hörsaal Friedberger Anlage 5 über „Jüdische Frauengestalten" sprechen. Gäste, Damen willkommen. Gebetzeiten. mxn nrn? Freitag abend 5.15 Samstag rmyoa 6.50 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 und 4.00 Samstag abend 6.35 Wochengottesdienst: Morgens 6.45 Nachmittags 5.30 Tefillinlegen am Morgen 6.40 Nicht jedem wird es schon bekannt sein, daß die von ■ dre Firma Gustav Schwarz und Z i n d o r f U. C o., Reuterweg 53 in diesem Jahre herausgebrachte Tapeten-Kollektion ganz prachtvoll ist >und sie Tapeten in allen Preislagen, von der niedrigsten Preisgruppe angefangen bis zu den feinsten Stiltapeten bringt. Wer keine Zeit hat zu einem Lagerbesuch, dem wird gerne und unverbindlich die Kollektion ins Haus geschickt. Die Firma dürfte die einzige Firma dieser Branche in Deutschland sein, die an Samstagen und" Feiertagen geschlossen hat. Im übrigen verweisen wir auf die stets in diesem Blatte erscheinenden Inserate der Firma.

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