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Der Israelit · 1935-02-07 · Heft 6 (7.2.1935) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 6 (7.2.1935)
Date
1935-02-07
Page
– (sequence 15)
Language
German
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7. Februar 1935 D Israelit Nr. 6 Seite 15 Die Frankfurter Woche. ij.lt» .»V « Ein Fest unserer Schulen. D.aß unsere Unterrichtsanstalten, deren Segen sich heute'-meH^tfenjgL/je-?ü! einer, anderen Zeit auswirkt, ihte 'E?is£enz Schwer"äu karnpfen haben, ist kein Gehelinnis, * '^e"'G^ie-^|ff iii^e- '<fe.r Mitglieder für die Schule, 1 die BiWung^öqüeiie ihrer Kinder, soll durch ei^'Fest neu am 24. Februar inj" Saalbair stattfinäe't und das' sich von allen anderen Festen des Winters vor allem durch das hohe K u ri s t n i v e a u , sodann aber auch durch die starke j ü d i s c h e* B o t e auszeichnet. Man kann schon beinahe von; einem Massenaufgebot an künstlerischen Kräften sprechen, die aber, von der Hand Max N e Umanns straff zusammengehalten, sieh zu einem Züsammenspiel von starker Wirkung finden werden. Einiges aus dem uns vorliegenden Programm zeigt deutlich, welche hohen Aufgaben sich Künstler und Veranstalter für den 24. Februar gestellt haben. Wir werden die herrlichen Chöre aus „Juda Maccab au s " von Händel zu hören bekommen, ebenso aus „ Joseph in Aegypten" von Mehul. Orchesterwerke von Meyerbeer und Mendelssohn kjommen ' zur Aufführung. Jehuda Haie vis Genius erscheint * in ' der Uraufführung einer Sprechsymphqnie von Alfred Ä u e r b a c h. Seine Interpreten sind neben dem. Autor Benno Ziegler, Heinrich B o r n s leih, Kantor Steinberger üTvv.'ä.V zu" denen noch" DrT Willy Salomon als Meister am Flügel kommt. Ein Massenchor von 35Ö Sängern.i em S p, r e c h c h o r von 300 Schülern und Schülerinnen und ein Orchester von 30 Mann werden an dem Abend singen, sprechen und spielen. - Alles in allem eine grandiose Veranstaltung, wie sie der Sache würdig ist, so daß nicht allein das Interesse für die Schule, sondern auch schon das Kunstinteresse das Haus füllen wird. Es empfiehlt sich, sich jetzt schon Plätze zu sichern. Frau Rosa Friesländer jy'y, Ihrem letzten Wunsche . gemäß ohne lautes Wort der Klage, betteten wir am Dienstag, den 29. Januar, Frau Rosa Friesländer auf dem Friedhofe der Israelitischen Religionsgesellschaft zur letzten Ruhe. Dem durch Frömmigkeit und Wohltätigkeit ausgezeichneten Hause Abraham in Köln a. Rh. entstammend, war sie an der Seite von Hermann Friesländer V/'XT, ihrem Manne eine Lebensgefährtin, ihren Kindern eine Mutter geworden, wie sie als Muster und Vorbild für alle Zeiten dahingestellt werden kann. Darüber hinaus gehörte die Liebe ihres Herzens allem Guten und Schönen. Notzeiten fanden sie. immer auf dem Plane an erster Stelle, mit stützender Hand, mit aufrichtendem Worte. In Vorstand und Fürsorgekommission der Jüdischen Frauen Vereinigung, wie auch im Jüdischen Mädchenhorte leistete sie geradezu Hervorragendes. Es war ihr bis zuletzt kein Weg zu weit, keine Arbeit zu schwer, um Mittel aufzubringen, der Armen Not zu lindern, Kindern dürftiger Familien mehr Sonne auf den düsteren Weg zu leiten. Eine gewisse Mütterlichkeit strömte aus dem Wesen dieser Frau aus, die nicht nur die eigenen Kinder in nicht zu übertreffender Weise zu spüren bekamen, sondern alle im weiten Kreise ihrer Freunde und Verehrer und erst recht die Schutzbefohlenen der Jüdischen Frauenvereinigung, . in der^ sie die Basis ihres stillen und intensiven Wohltuns fand. Und man kann nicht von Frau Rosa Friesländer sprechen, ohne an unseren ersten Oberkantor' Julius Friesländer ^"»r zu denken', der in seinen alten Tagen an der Schwiegertochter eine Helferin hatte, die in aufopfernder kindlicher Liebe und Treue seinen Lebensabend nach Möglichkeit verschönte. Wir haben einen guten Menschen, eine Vs-wn ds in weiterem Sinne verloren und werden ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren. In den echt jüdischen Häusern ihrer beiden Töchter und ihres Sohnes wird ihr und des Vaters Geist fortleben. Pirche Agudas Jisroel. n"asin Die Bunde sleitung der Pirche Agudas JlSrOel Veranstaltet am Sonntag, den 10. Februar eine größere Kreistagung der neugegründeten Gruppen in Darmstadt. Auf besonderen Wunsch von Herrn Rabb. Dr. Merzbach wird die Tagung unter dem Leitgedanken „Der 7. Adar, Mausches Geburts- und Todestag" stehen. Folgendermaßen wird sich das Programm abwickeln: I. 3 Uhr: Begrüßung und Eröffnung durch Rabb. Dr. Merzbach. Pirchim-Chor, Berichte der Gruppenvertreter. IL 4 Uhr: Arbeitsgemeinschaften: a) Fortgeschrittene: „Schauftim" 2. Kap. (Gegenüberstellung von Mausches und Josuas Tod), b) Anfänger: „Mausche in der Tefillo" von Julia Bodenheimer und Lea Feinstein. III. 5 Uhr: Mincho. IV. 5.30 Uhr: Referat von Sally Storch über „Mausche und Erez Jisroel, Gegenwart und Erez Jisroel". V. 6.15 Uhr: Arbeitsgemeinschaften, a) " Fortgeschrittene: .„Takonaus Mausche" von Rabbiner Dr. Merzbach, b) Anfänger: „Midraschim über Mausche" von Sally Storch. VT. 7.15 Uhr*. Gemütliches Beisammensein. Solodarbietungen. Lieder. Kaffee und Kuchen. VII. 9 Uhr: Zusammenfassung des Erarbeiteten. VIII. 9.30 Uhr: Schlußansprachen. Teilnehmer wollen sich bitte bei Sally Storch in der Jeschiwoh Friedbergeranlage 4 malden. Es wird die Möglichkeit vorhanden sein, mit dem Lastauto nach Darmstadt zu fahren. Sonntagsrückfahrkarte Mk. 1.50. Lehrkurse für Tauroh und Mussar. Am Mauzoe Schabbos norm'a 7 6. Adar I. 5695 (9. Februar 1935) spricht Herr Gemeinderabbiner Jos. J. Horovitz über „Tauroh und Mussar zur Zeit der Propheten". Am Mauzoe Schabbos fiisn 'Q'? 12. Adar I. 5695 (16. Februar 1935) wird Herr Rabbinatsassessor Dr. Elieser Posen über „Purim-Koton" sprechen. Beide Vorträge finden um 8.30 Uhr in der Aula der Realschule, Am Tiergarten 8, statt. Die Agadavoriräge des Herrn Rabbiners finden weiterhin Sonntag Nachmittag im Anschluß an den G'ttesdienst statt. Freitagabendveranstaltungen der Israelitischen Religionsgesellschaft, Am Freitagabend, 20.30 Uhr, nnnn 'b, sprechen im Hörsaal, Friedbergeranlage 5, Herr Alexander Weiß und Simon B e i g e 1. Auch Nichtmitglieder sind herzlich willkommen. Frankfurter Konzerte. Die „Jüdischen Tonkünstler Frankfurt a. M." unter Leitung von Benno Z i e g 1 e r führten sich am Samstag abend mit einem gemischten Programm im stark besuchten großen Saale des Vereinshauses recht gut ein. Sowohl die gesanglichen wie die instrumentalen Darbietungen standen auf hohem Niveau. Es wirkten mit Alice Rosen bäum (Klavier^, Alice Baer, Anni Steiger-Betzak (als vortreffliche Geigerin), Paula L e v i, Lilly Schwarz-Mayer nhof er, Anneliese Bender, Lieselotte Wi e s - n e r , sowie die Herren Benno Z i e g 1 e r, Theo Ratner, Rudolf Döbling, Rolf Sander und Dr. Willy Salomon, von dem eine Komposition „Spanischer Lieder" von einem Vokalquartett sauber und amüsant zur Aufführung gebracht wurde. ♦ * Am Sonntag abend sang im kleineren Saal des Vereinshauses Ernst W o 1 f f Lieder und Arien. Der Künstler, der sich selbst am Klavier begleitete, errang mit seiner nicht allzugroßen, aber lyrisch schönen und in dynamischem Aufbau sich in die Herzen einschmeichelnden Stimme den starken Beifall des besetzten Saales. Neben drei Schubertliedern hörte man das Arioso von Händel, bei dessen Wiedergabe allerdings der Pianist den Sänger verdrängte. Wirkungsvoll erklang die Arie des Eugen Onegin von Tschaikowsky. Die zarte Verhaltenheit Hugo Wolffscher Lyrik klang noch in anderen Liedern auf. In der dritten Kammermusik des Kulturbundes leitete das hervorragend spielende Kulturbundquartett den Abend mit Brahmsquartett op. 51 in a-moll ein. Anni Steiger-Betzak (Violine) und Hans Wilh. Steinberg (Klavier) brachten stilgerecht die Sonate op. 44 von Leonhard Seckles als Uraufführung. Die Sonate fesselte durch den eigenartigen Klangreiz und geistigen Aufbau. Zum Schluß Mozarts Klarinettenquintett a-dur in stilgerechter Interpretation. A, K. * Samstag, den 9. Februar findet der dritte „Ton und Wort" - Abend unter der künstlerischen Leitung von Max Neumann statt. Die Solisten des ersten Teiles sind: Frau Charlotte Massenberg, früher am Landestheater Darmstadt und Gast der Staatsoper Berlin und Frau Eies R i p i n s k y , langjährige Harfenistin des Stadttheaters Würzburg. Dei zweite Teil des Abends wird von Dela Lipinskaj« allein bestritten. Man schreibt uns: Die Gemeinschaft der Musikfreunde in Frankfurt ä. M. (Kammerstreichvereinigung und Singgemeinschaft) hat mit der Einstudierung des biblischen Oratoriums „Balak und Bileam" für Soli, gemischten Chor, Streichorchester und Klavier von Hugo Adler begonnen. Das auf den Text der Buber-Rosenzweig'schen Bibelübersetzung komponierte Werk hatte bei seiner Uraufführung in Mannheim und bei der Wiederholung in Berlin einen starken Erfolg. Familien-Nachrichten. Geburten: Ein Sohn, A. Kohn und Frau Martha geb- Fiebermann, Mannheim. Silberne Hochzeits Emanuel Lob und Frau Frieda geb. Wimpfheimer, Birkenau. 74. Geburtstag: Siegmund Samuel Goldschmidt, Röderbergweg 77, 7. Februar 1935. Für die Anfertigung Ihr, nos Anzuges Ist jetzt die beste Zeit! Selbltverftändlich ge ben Sie Ihren Anzug dem untenstehenden, Ihnen für Qualitätsarbeit bestens bekannt. Schneider, dess. niedrige Preile auch Ihnen den neuen Anzug ermöglichen. Streng »rtP3-Verar b eitung. Ä. Liebermann Fe. 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