Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 3 (17.1.1935)
- Date
- 1935-01-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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^\js?^S7^'!5S:^^r'^'3!5" *~v?m-&!:K?F,r**''^ Die Jlldeit " i§i deutseheR London, 14. Januar. „Sunday Express" veröffentlicht ein Interview ■eines Sonderberichterstatters in Saarbrücken, C. A. L von, mit Kommerzienrat Hermann R ö c h- 1 i n g , einem F ü h r e r der Deutschen Front. In dieser Unterredung äußerte sich Xommerzienrat Röchling über die voraussichtliche Gestaltung der Verhältnisse im Saargebiet nach der. Rückgliederung an Deutschland, wobei €r auch auf die Judenfrage zu sprechen kam. In ■diesem Zusammenhang erklärte er, der Darstellung des Sonderkorrespondenten zufolge, u. a.: Die Politik gegenüber den Juden im Saargehiet wird eine betont milde sein, von einer Milde, die von großer Bedeutung für die Welt sein wird. Etwa 400 Juden haben das Saargebiet bereits verlassen, Unter ihnen sind Rechtsanwälte, die infolge der Aenderung des Rechtsverfahrens im Saargebiet keine Arbeit mehr finden würden, und "Warenhausbesitzer. Jene Ladenbesitzer, mit •denen das Volk keine Geschäfte machen will, haben bereits Ausverkäufe vorgenommen. Die übrigen Juden im Saargebiet, Aerzte, Angehörige freier .Berufe und kleine Kaufleute, werden unbehelligt ihrem Erwerb weiter nachgehen. Sogar einem jüdischen-Richter wird die weitere Ausübung seines Berufes gestattet sein. Es gibt gegenwärtig im Saargebiet einen jüdischen Richter und er wird seines Amtes nicht enthoben werden. (Siehe auch Wochenrundschau.) Die Reichsvef tretung der deutschen Juden schreibt an 'die jüdischen Gemeinden des Saargebietes: rNach 15 Jahren der Trennung ist die Saar zu Deutschland zurückgekehrt. In geschichtlicher Stunde entbieten wir den jüdischen Gemeinden im Saarlande lein Wort herzlicher Verbundenheit. Ihr seid jetzt wieder mit uns zusammengeschlossen und wir .mit Euch. Gemeinsam ist uns wieder unser Schicksal, gemeinsam Arbeit, Sorge und Aufgabe. Pflichten sind Euch neu gestellt; wir teilen sie mit Euch. Gegenseitig wird unsere Hilfe sein. Dem Gebot und der Hoffnung unseres deutschen Judentums treu werden wir zusammenhalten." Judenboykott und christliche Kirchen. Die ,.Theologischen Blätter", herausgegeben T°n Prof.'. Dr. Carl Ludwig Schmidt (Verlag J. C. Hinrich sehe, Buchhandlung in Leipzig), veröffentlichen in ihrer November-Nummer einen umfangreichen,: außerordentlich tief schürfenden offenen Brief Von Paul T i 11 ich an den Theologieprofessor 'Emanuel H i rs eh in Göttingen. Der Brief beschäftigt sich mit dem neuen Buche des Göttinger Theologieprofessörs über „Die gegenwärtige geistige Lage im Spiegel theologischer und philosophischer Besinnungen" und tritt den Ausführungen des Autors vom Standpunkte des religiösen Sozialismus, den Tillich theoretisch begründet hat, entgegen. Im Verlaufe der Darstellung heißt es u. a. ,',Ist diese Anleitung zu unkontrollierten Urteil'ejh über andere Völker wirklich ein theologischer Dienst am eigenen? Und wenn Du über die „Lüge des Weltgewissens" und das „schuldhafte Schweigen der Kirchen zu Versailles" mit Recht empört bist, so hättest Du zum mindesten die Empörung erwähnen müssen, die das Schweigen der deutschen Kirchen beispielsweise zum Tage des Judenboykotts in Kirchen und Nichtkirchen der .ganzen Welt hervorgerufen hat! Gerade weil Du aus philosophischen und theologischen Gründen zu der Rassengesetzgebung stehst, wäre es (Fortsetzung siehe Seite 2.) Aus dem Inhalf: : Die Juden an der deutschen. Saar Seite 1 u. 4 Die staatsrechtliche Stellung der Nichtarier Seite 2 Irakpetroleum in Haifa . . . . . Seite j 2 Rußlaindflüchtünge in Palästina . . . . Seite 2 Gefährdung der bürgerlichen AHjah . Seite 3 Die Einheitsschule ....... . Seite 4 Rückblick und Ausblick Von Dr. M. Elias...... . Seite 5 0 ' Die Trennungsfrage in Wien .... . Seite 7 Revisionistenkonferenz ...... . Seite 8 Flucht in die Heimat (Neue Erzählung) Seite 13 Seite 14 Beilage: Erziehung und Lehre. „Als Juden wollen wir ihn lesen!" Von Rabbiner Dr. Hermann Klein in Berlin. II. Wir haben als die eigenliche Quelle der Hirsph'schen Devise von pR yy\ Dff min seinen Stolz auf sein Judentum und auf dessen Thora aufzuzeigen versucht. Er betont es unzähligemal, 'jdaß die Thora die Wissenschaft nicht zu fürchten habe, denn ist die Wissenschaft wahr, so kjann sie ja in keinem Gegensatz zur Thora stehjeh, da ja die Thora die Wahrheit schlechthin ist, und steht eine wissenschaftliche Ansicht doch^jm Gegensatz zu einer von der Thora überlieferten Wahrheit, so ist die Ansicht eben nicht wissenschaftlich. Richterin ist die Thora und etwas, das vor ihrem Richterstuhl nicht besteht, ist zu verwerfen. Diese Gedanken sind, mit Hirschischen Augen gesehen, einfache Binsenwahrheiten, Er, der große Thorakeainer und Thoraforscher, der beseligt ist, ein Jünger der Thorä; sein zu dürfen, dessen ganzes Sein erfüllt ist ypn dem edlen Stolz, dem wir in den beiden nmnn mm Ausdruck verleihen,1 daß wir stolz und glücklich sind, daß er uns erwählt hat aus allen;. Völkern, um uns seine Thora zu geben, daß wir sicher sind, daß er uns die-Lehre der Wahrheit gegeben in .seiner ansa^ niin und ewiges, unsterbliches, geistiges Leben in uns gepflanzt hat durch seine B'^jntf TTTÜV die ja der geistigen Tätigkeit ji Perspektiven von unendlicher Weite und Tiefe sichert, er fürchtete nichts für diese Thora von der Wissenschaft. Es ist darum falsch und absolut unwahr, ihm imputieren zu wollen, daß seine Losung von ps *pn OST nTlft bloß eine nffST nimn war. Wer dies von Hirsch behauptet, der hat Hirsch entweder niemals gelesen, oder wenn er ihn gelesen hat, ihn niemals richtig verstanden. Dies muß mit aller Offenheit und Klarheit ausgesprochen werden, weil gerade in unseren Reihen —- sicherlich in der besten und edelsten Absicht — diese Meinung öffentlich vertreten wird und geeignet ist, unheilvolle Verwirrung zu stiften. Wenn verschiedene junge Kollegen meinen, daß die Zeit, in der dieses Prinzip segenstiftend und heilbringend war, bereits vorüber ist, daß wir jetzt schon desp^TT in Hirschischem Sinne entraten können, so mögen sie dies ruhig in ihrem eigenen Namen aussprechen, aber ihre Gedanken nicht Hirsch unterschieben. Meine jüngeren Kollegen, deren ehrliches Wollen ich schätze und achte, mögen es mir nicht übelnehmen, wenn ich sage, daß die Hirsch'sche Gedankenwelt bvn D'awn niSJD •D.Trüatzmaa lviiziizma inaa p..pKn. Für ihn war dieses px "pTOST ,TVm TlöVn genau so für'die Ewigkeit gesprochen, wie sie der SJn in ni2K für die Ewigkeit gesprochen hat. Ja, er war der Meinung, daß der foh unter . pH ^YT alle Kulturelemente verstanden hat, die den Menschen über die Sinnlichkeit emporheben, die (Fortsetzung siehe Seite 3.) Myyii^^