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Der Israelit · 1935-01-10 · Heft 2 (10.1.1935) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 2 (10.1.1935)
Date
1935-01-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
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^s^^^^^ff^^^s^^^^^^jt,m^m^j^^^'v^ v IQ. Januar 1935 O I i t Nr. 2 Seite 7 vom 28. Dezember 1934) ^Xfiederaufbau-Kredite für die Hilfsarbeit in Mittel- und Osteuropa im Betrage, von -280.000 Dollar (nicht, wie irrtümlich gemeldet, 280.000 Pfund) bewilligt. Zum Mitglied des Rates wurde Herr Emil O ettinger-Frankfurt a. M. gewählt. Das Rässepolitische Amt der NSDAP, zu den Ergebnissen der Volkszählung von 1933 über die jüdische Bevölkerung. Berlin, 3. Jan. Das Rassepolitische Amt der NSDAP, veröffentlicht die durch die ITA. bereits bekanntgegebenen Zahlen über den Stand der jüdischen Bevölkerung in Deutschland im Jahre 1933. Danach betrug die Zahl der jüdischen Einwohner in Deutschland 1933 noch 499.682 oder 0,77 Proz.. Der Rückgang gegen 1925 um 11,5 Proz. sei, so bemerkt das Rassepolitische Amt, in der .Hauptsache lauf Auswanderung und auf den; Geburtenunterschuß der Juden zurückzuführen. Seit dem Stichtag des 16. Juni 1933 dürfte die Zahl weiterhin abgenommen haben, weil die Auswanderung anhielt und die Fruchtbarkeit der jüdischen Ehen nach den eingelaufenen Berichten besonders gering ' ge- ■ wesen sei. Die Ziffern,'die sich aus der Korifessionszugehörigkeit ergeben, seien aber' unvollständig, weil sie nicht nach der Rasse unterschieden. Man müsse vermuten, daß der Anteil der jüdisch vermischten Bevölkerung bei uns mehrfach so groß sei wie der Anteil derer, die sich auch heute noch zum jüdischen Glauben bekennen. Den wirklichen Umfang des Judentums festzustellen, müsse Aufgabe einer eingehenden Untersuchung, vor allem der Berufsverbände sein, die ihre sämtlichen Angehörigen zu erfassen hätten und an Hand der so gewonnenen Ergebnisse Aussagen über die tatsächliche rassenmäßige Zusammensetzung des deutschen Volkes ' "machen könnten. Eine neue Habilitationsordnüng für die' Hochschulen in Deutschland. B e r 1 i n , 4. Jan., , Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat eine neue Habilitationsordnung erlassen. Durch sie wird die Einrichtung der freien Privätdozenten an den Hochschulen beseitigt, statt dessen ein neuer akademischer Grad geschaffen, der Dr. habil , der keine Lehrberechtigung "verleiht und außerdem die eigentlichen Dozenten, die Lehrberechtigung haben, von den habilitierten Doktoren unterschieden. Als Voraussetzung für den Dr. habil., wird arische Abstammung des Bewerbers und seiner Ehefrau verlangt. Dozent kann ebenfalls nur werden, wer Beamter werden kann, wozu ' bekanntlich auch arische Abstammung erforderlich ist. Es ' ist also in Zukunft nicht möglich, daß jüdische Bewerber habilitierte Doktoren ari einer Universität werden. Eben so wenig können sie künftig die Lehrberechtigung an einer Hochschule danach erhalten. •■ ' Entlassung eines jüdischen Arbeitnehmers vom Arbeitsgericht, Berlin nicht anerkannt. i B e r 1 i n , 4. Jan. i?* Das Ärtieitsgöricfit ■BerM^hfefParri 29;%ovember ■Ü&^?$Ö*fc&Y&iml^'rän;sUtM1 gefallt, das die1 bisherige Rech&pVe'cjfödfö^' über die Entlassung'jüdischer Arbeitnehmer nach dem Umbruch des Jjahres 1933;4iestätdgt-ünd;in?verschiedenen Punkten ergänzt, a i.;m,[:£)gr Kläger» ifein ungarischer} Seit Jahrzehnten in 1 -Deutschland11 ansässiger Jüde,<iwar 20;Jahre läng ununterbrochen'im Betriebe' der Beklagten tätig gewesen. Ende Oktober 1934 hat die beklagte Firma ihm gekündigt. Zur Begründung dieser-Kündigung hat sie im Prozesse vorgetragen, daß sie zu 99 Proz. Drückäüfträge :Vbn Behörden habe; Sie könne? also einen Nichtaräer 'nicht "beschäftigen. Außerdem bestimme ihre Betriebsordnung) daß" grundsätzlich :nun- ' Angehörige der Deutschen Arbeitsfront " eingestellt werden sollen: 'Deir K'l'äigep behauptete'- dagegen, daß die Arbeitsordnung damit nur einen Grundsatz' an sich aufstelle; außerdem beziehe er jsich nur auf- Nefueinsieliungen,' hic^ 'äfrer Mitarbeiter; ' : ' ■r ■ Die Woche; Berlin. Der Vorsitzende des Geschäftsführenden Ausschusses der Reichsvertretung, Ministerialrat a. D. Dr. Otto Hirse h? beging seinen 50. Geburtstag. — In Essen- Steele sind die Scheiben der Synagoge eingeworfen worden. Die Täter sind ermittelt. — In Oevelgönne (Oldenburg)! würden auf dem jüdischen Friedhof 15 Grabsteine zerbrochen. Wien. Die Staatsanwaltschaft hat auf Antrag der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, eine vor Weihnachten erschienene Boykottschrift gegen die Juden beschlagnahmt. Es bleibt abzuwarten, ob das Verbot der Druckschrift angeordnet; wird. Warschau. In der chassidischen Klaus eines Städtchens bei Otwock wurden die Thorarollen geschändet. In der Neujährsnacht drangen Nationalradikale in das Nalewski-Viertel in Warschau ein und mißhandelten ,. jüdische Passanten. — Im Zusammenhang mit. einem, in 0 z a n o w (Kreis Lodz) verübten Bombenanschlag auf die Mühle der jüdischen Firma Lipschitz, durch den die Inneneinrichtung und Maschinen zerstört; sowie Getreidevorräte vernichtet wurden, ist der bekannte Äntisemitenführer Eduard- Dm'oWski verhaftet worden. — In W a w e r';' wo" die Nitionalradikalen in letzter Zeit eine besonders reifrige Tätige keit entfaltet haben, wurde aus antisemitischen Motiven ein Sprengstoffanschlag verübt, der ernste Folgen hatte. Der Laden des jüdischen Kaufmanns F i n - kelstein wurde durch eine Bombe vollkommen verwüstet, der Inhaber wurde schwer verletzt und hat einen Arm.verloren.; In Wilna 'wurde eine Bombe vor der Büchhandlung Ickowicz in der Literatengasse zur Explosion gebracht, die erheblichen Schaden, anrichtete. Wilna. Die Dienstmagd Libawski wurde zu . drei Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie gegen ihren Dienstherrn, Chajim Britanski, die Beschuldigung des Ritualmordes erhoben hatte. Krakau. Hier beginnt am 8. Januar eine revisionistische Weltkönferenz. Istambul. Die Regierung hat die jüdischen Organisationen ersucht, die . in der Türkei sich aufhaltenden persisch-jüdischen Flüchtlinge, nach Palästina weiterzuleiten. Jerusalem. Die durch die Wetterkatastrophe unterbrochene Bahnverbindung mit Haifa ist mit:, einem Kostenaufwand von Lst. 3000.— wieder? hergestellt worden. In Tel Awiw sind den 65 Familien, die '' durch die Wolkenbrüche Schaden erlitten, vom Hilfskomitee 600 Lst. zur Verfügung gestellt worden. — Das erste Telegramm in hebräischer >, Schrift wurde, von Israel Amikam aufgegeben. Die Delegiertenversämmlung hat Amikam zu seinem Teilerfolg beglückwünscht. - — Die Regierung erwägt Maßnahmen ger gen die immer wieder vorkommenden Fälle von, Besetzung jüdischen Bodens durch Araber. — Der Hapoel Hamisrachi hat mit dem Keren Hajessod und dem Keren Kaje- ' meth ein Abkommen getroffen, wonach die Erträgnisse von Sammlungen, die von relir ,. gipjsen. Gruppen durchgeführt wurden, für die,( Absiedlung t religiöser Juden verwendet werden müssen. —""Die'1' Regierung "läßt 'im 'Bäs'sa-Sumpfgebie't 500'Dunam zur*-'Ansiedlung vbn. Beduinen,; entwässern.;; Au^hu-im Gebiete von Be.er-Seh.eba , werden den. Bej- , _ duinen; Kredite gewährt,/ iia^ die Höhe' dejr , 'Getreidepreise ' . zü ' sichern und 'ländwirtschaftliche- Verbesserungen; zu ermöglichen. JJie'^Regierühg lat .die- Errichtung großet dreistöckiger . Regierungsgebäu^e jnt,Jfa,jfc|, Jaffa und Tel Awiw beschlossen. Haifa. Bei der Wetterkatastrophe hat in der Nähe der jüdischen Kolonie Kfar Baruch der Arbeiterführer Pinski den Tod durch Ertrinken gefunden. Tel Awiw. Der Stadtrat von Tel Awiw hat den früheren Präsidenten .der Zionistischen Organisation, Dr. Chaim '! W ed-'^iri'ä n;n ,- zum'> Bh'r e äb ü.r gier v o 'n;• Tie4 Awiw ernannt, Nejy; r.york^,. Ende Ap,rÜ werben Wahlen zu dem erweiterten jüdischen Kongreß Amerikas stattfinden. Es werden sich angeblich 15 jüdische Organisäiiönen mehr als bisher an den Wahlen .' beteiligen»') : Das Arbeitsgericht hat der Klage stattgegeben und die Kündigung als nicht betriebsbedingt und unbillig hart angesehen. In. der Begründung des. Urteils wird ausgeführt, daß der Kläger früher Mitglied der Deutschen Arbeitsfront gewesen, jetzt aber als Nichtarier ausgeschieden sei. Es sei gleichgültig, daß die Aufträge, die die Beklagte in ihrer Druckerei ausführe, zu 99 Proz. von Behörden stammen. „Die Beklagte," — so heißt es weiter — „ist eine im privaten Wirtschaftsleben stehende Druckerei, auf sie findet die Ariergesetzgebung keine Anwendung^ Der Reichsminister des Innern, Frick, hat in der „Juristischen Wochenschrft" 1934, Heft 1, ausgeführt: Es sei verboten, die Ariergesetzgebung auf Gebiete auszudehnen, für die sie nicht bestimmt sei. Also selbst, wenn auftraggebende Behörden den Wunsch auf Entlassung des Klägers ausgedrückt' hätten — sie haben es nicht getan -r-, wäre das belanglos gewesen. Die .Beklagte hätte dann auf den Erlaß - des . Reichsministers des Innern hinweisen müssen. Das, Gericht vermag: also keine irgendwie gearteten, hinreichenden'Gründe für: die Entlassung des Klägers, der 20 Jahre zur vollsten Zufriedenheit der Beklagten seinen Dienst versehen hat, zu finden." Angesichts dieser langjährigen einwandfreien Dienstzeit hat das Gericht für den Fall, daß die Beklagte die Kündigung nicht widerruft, dem Kläger die höchstmögliche Entschädigung von' 1100 RM zugebilligt, die die Beklagte dann an den Kläger zu zählen;hätte. Gemeinde-Abend der Adaß Jisroel. B e r 1 i n , 3. Jan. Die Berliner Adaß Jisroel gab vor einem größeren Kreise Rechenschaft über ihre Leistungen auf den verschiedensten r,Gebieten des Gemeindelebens. Dr. Emil Hirsch (Gemeindevorstand) umriß die Geschichte der Gemeinde. Die Adaß Jisroel sei heute über den Kreis der ihr ausschließlich angehörenden Mitglieder hinaus einer großen Anzahl von Ges.etzestreuen zur Muttergemeinde geworden. Dies verdankt sie nicht zuletzt den musterhaften Leistungen ihrer verschiedenen Institutionen. Mit der Gründung des Schulwerks wuchs die Gemeinde -über sich selbst hinaus. Bis Ende ■■ 1933 ausschließlich und dann noch zum großen Teil erhält die Gemeinde dieses Schulwerk aus eigener Kraft. Die vom Redner genannten Ziffern verdeutlichten diese Leistung. Durch die Entwicklung der!' Verhältnisse wuchsen die Anforderungen an die Gemeinde auf allen Gebieten. Auch neue Aufgaben, wie die Schaffung eines Jugend-Dezernats zur sozialen Betreuung der schulentlassenen Jugend sollen erfüllt werden. Der Redner schloß mit dem Appell "zu vollem Einsatz aller Kräfte. Die G h e w r a K a d;i s c h a u n d der Frauenverein suchen, wie Herr Dr. Markus Birnbaum ausführte, im Gemillus Chessed neben T\nxbvn~x auch Wohlfahrtsaufgaben zu erfüllen. Durch die opfervolle Arbeit eines Stabes von ehrenamtlichen Helfern konnten auch auf diesem .Gebiet beträchtliche Erfolge erzielt werden. j .;. Das Schulwerk, dem ein", besonderer. Abend gewidmet werden , soll, wird vielen Kindern unbemittelter Jiltern nur durch dietfrsegensreiche Tätigkeit seines Päitensc ha f .t s, k p m\ t e e s, erschlossen. .; Rektor :Sinasohni.schilderte^;ap#$hauUclj.:>die, Entstehung dieser Institution' und erläuterte -.ihre .Wirksamkeit mit Ke'aohtlichen .Zahlenbeispielen: .Mehr als Mk.i 100.000 konnten inr Sehulgel4befreiun,g, Heizungszuschüsse, Schulspeisung.; ujswv aufgebracht werden.. 160. Kindern im 'iJahr hat das ■• Moriz Lehmann -Ferienh e i m einen Erholungsaufenthalt in der Berliner Umgebung gewährt. Während der Schulmonate werden jetzt 90 Kinder im-Rosai-Barth-Schüle r h e i m beköstigt;> ■ ...I X;.. v . '. :• I und bei, Arbeit und .Spiel ^beaufsichtigt. ■■■ Die. Reihe . der Berichte., schloß Herr Heinrich E r e i r i p h. mit, einem interessanten Ueberbliek über die, Geschichte und, . Bedeutung des Israelitischen, Kranke.nh.eims., , Im eigenen. Hause ''.!!.,'_,_■ 1 bietet dieses Institut alle, modernen Einrichtungen uud neuzeitlichen Komfort. Durch die freie Arztwahl steht das Krankenheim weiten; Kreisen offen und verdient, größten. Zuspruch. HiiH und billig! # Ea Benzin 31 Pig. pro Liier # ia Gel 80 P(g. an # Aüto-Zuüetiör GaragenflonsiaDier, Franttfurt a, m., oeioeitiirscnsir. 9

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