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Der Israelit · 1934-12-06 · Heft 49 (6.12.1934) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 49 (6.12.1934)
Date
1934-12-06
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Erez Jisroel im Bild. Wir haben bereits an anderer Stelle das neue Palästinabilderbuch von Hans Kaspar i u s, das im Verlage von E. P. Tal u. Co., Leipzig/Wien mit einem Vorwort von Arthur R und tj erschienen ist, eingehend besprochen. Hier wollen wir mit einigen Reproduktionen aus dieser vortrefflichen Bildergalerie einen kleinen Ausschnitt aus dem jüdischen Leben im neuen Palästina vorführen. Wir sehen Tiberias,. die Perle Galiläas: am blauen Kinerethsee, Palmenhaina flankierenKdas blaugrüne Wasser, und dahinter erhebt sich die Stadt, terJassenartig, wie das Amphitheater ihres Begründers Tiberius dazumaL Und noch weiter 'im Rücken die Höhen von Tabor und Hernion. Schon das Bild führt uns ein Idyll vor Augen, das man aber erlaben muß, etwa bei Sonnenuntergang, um es nie wieder zu vergessen. Wir sind hier in der einen der vier Städte des alten Jischuw (Jerusalem, Hebron und Safed). Es ist historischer Boden, auf dem jeder Stein Geschichte lehrt, Ist Jerusalem die Stadt der Propheten, so ist Tiberias die Stadt der Tanaim, der Mischnalehrer. Hier dürfte auch zum Teil die Mischna' unter Redaktion von Rabbi Jehuda-'Hanassi entstanden sein. Im! Talmud wird von Tiberias als von der;Stadt gesprochen, die ''"N b"® mmü3 im Mittelpunkt von Palästina -thront und deren Umfassungsmauer noch von der Zeit des Josua, Sohn Nuns, herstammt. Im ersten Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung, dem Jahrhundert : der Irrungen und Kriegswirrungen, war Tiberias wiederholt Schauplatz blutiger, Kämpfe. Die spätere Geschichte der Stadt ist so "reich an Wechselvöllen Ereignissen,' daß die „Wunder von Tiberias" ein ganz eigenes Kapitel in der Geschichte Erez Israels einnehmen. Vor den Toren der Stadt sind die „Heißen .Quellen", die gerade jetzt zu Heilquellen modernster Art (Mit 4 Bildern.) Tiberias mit dem Kinerethsee. ausgebaut werden. Danebsn ist das Grab von Rabbi Meir baal Haneß mit dem dazugehörigen Lehrhause. Und gegenüber besucht man die Gräber von Maimonides, Schelo und vielen Anderen, wenn auch deren Authentizität sich nicht immer mit Gewißheit nachweisen läßt. Kein Wunder, daß diese Stadt in all den Jahrhunderten eine ganz besondere Anziehungskraft auf die frommen jüdischen Einwanderer ausübte. Etwa 8000 Juden wohnen heute noch in Tiberias neben vier- bis fünftausend Arabern. Der Galil hält bekanntermaßen mit dem Aufbau Judäas nicht Schritt. Und so kommt es, daß obwohl in Tiberias wie im nahen hochgelegenen Safed der Boden Schätze genug für große Industrien birgt, sich, diese Städte noch nicht in dem Maße entwikkelt haben, daß sie außer der Romantik eine Existenzbasis für Einwanderer in großer Anzahl böten. Gerade in diesem nördlichen Teil Palästinas, der vom Fieber der Arbeit noch nicht so erfaßt ist, findet man Orientalen, Muße hat, Teufel ist", Junger Araber an der Quelle. den alten Typ des der immer Zeit und dem das „Eilen von dem alles, was über den primitivsten Bedarf des Tages hinausgehe einfach „Kismet" ist. Hier liegt der Araber an der Quelle, das Auge dem blauen Himmel zugewendet, und träumt, wie seine Väter und Urväter vor Jahrhunderten geträumt haben. Ob auch er eines Tages vom Rattern der Maschine und vom festen Schritt der Zeit geweckt wird? Dort in J u d ä a , an den W a ssern der Salomonischen Teiche, geht es schon lebhafter zu. Die Kolonien sind nicht weit weg, die großen Städte mit ihrem bunten Leben auch nicht. Touristen mit Auto und Kamera halten auf dem Wege nach Hebron hier

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