Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 49 (6.12.1934)
- Date
- 1934-12-06
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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6. Dezember 1934 Der Israelit Nr. 49 Seite 15 sich, Alt und Jung im Glänze der Chanukahlichter Stunden der Freude und Erhebung zu bieten. Eine Flut von Berichten stürmt auf uns ein, aus deren Inhalt wir einiges nur kurz und zusammenfassend registrieren können. Schön und am schönsten ist es immer noch, wenn Kinder uns und sich selbst ein Fest geben. Am Sonntag mittag — um in diesem Berichte die zeitliche Reihenfolge der Veranstaltungen einzuhalten — führte der I. T. B. seine kleine Heldenschar dem Publikum vor. Die Aula der Israelitischen Volksschule war vollgefüllt von den Mitwirkenden und Freunden des Turnbundes. Die Jungen spielten Theater, die Mädchen zeigten in Riegen und Reigen, was sie hier alles an graziöser Gewandtheit schon gelernt und erreicht haben. Die Jungen älteren und jüngsten Jahrganges blieben mit ihren Leistungen nicht zurück. Und im Auditorium ergötzte sich eine große Kindergemeinde nach dem Entzünden der Lichter und dem gemeinsamen Moauszur-Gesang an Kakao und Kuchen. Für die vortrefflichen Kindertänze und turnerischen Vorführungen zeichnen verantwortlich Frl. Sitta Golde und Herr Turnlehrer Reich. Die Sache begann mit einer kurzen Ansprache des Vorsitzenden des I. T. B., Herrn Dr. Freimann. ♦ ♦ Die Aula der Volksschule war in dieser Woche Schauplatz großer Ereignisse, und die Bretter ihrer kleinen Bühne bedeuteten die Welt, eine Welt unsagbarer Freuden für junge jüdische Herzen. Montag war in diesen Räumen der große Tag des Mädchen hortes der Jüdischen Frauenvereinigung und der Saal konnte die vielen Freunde und Freundinnen dieses segensvollen, von Henriette Besthoff rrs?. gegründeten Institutes kaum fassen. Es war aber auch ein echtes, rechtes und vor allem gut jüdisches Programm, das uns hier dargeboten wurde. Neben allerliebsten Rezitationen. Solo- und Chorgesängen und allerlei tänzerischen und turnerischen Kunststückchen fehlte auch die kleine „Habimah" nicht. Ein hebräisches Stückchen, von Frl. Leni Sänger verfaßt und einstudiert, wurde flott gespielt, und die vortreffliche Aussprache des Iwrith zeigte, was bei Fleiß und Liebe alles aus diesenKindern, denen der Hort in vielen Stunden des Tages Elternhaus ersetzt, herauszuholen ist. Zuletzt ging sogar ein von Frl. Netti Golde verfaßtes und einstudiertes Rambamspiel über die Bühne, als Beweis dafür, wie die Hinwendung zu Hebräisch und Geschichte auch diese Räume erfaßt hat. Man konnte wieder sehen, mit wieviel aufopfernder Liebe und. Sachkenntnis die Führerinnen und Lehrerinnen des Mädchenhortes bei der Sache sind. (Die Damen Netti Golde, Gretel Joseph und Leni Sänger.) Die Vorsitzende des Mädchenhortes, Frau Paula Breuer geb. Besthoff, eröffnete die Veranstaltung mit einer kurzen herzlichen Ansprache. Hingewiesen sei bei der Gelegenheit auch auf das vom Mädchenhorte seinen Freunden zu Chanukah überreichte schöne Buchzeichen. Besondere Erwähnung verdient ein Gemütlicher Chanukahabend im Mekor Chaj i m , zu dem die Stammgäste des Vereins mit ihren Damen vollzählig erschienen waren. Den gemütlichen Teil besorgten mit bestem Erfolge junge Künstler aus der Jeschiwa. Eine Festrede im Mittelpunkte bemühte sich, auf heitere Art den tieferen Sinn des Chanukahgeschehens und seine Lehre für die Gegenwart zu vermitteln. Es war ein schöner, an Unterhaltung und Belehrung reicher Abend. * ¥ Die Gesellschaft für jüdische Volksbildung hatte ihre Chanukahfeier am Montag abend im Vereinshause. Es wirkten Oberkantoren und andere Künstler als Solisänger mit und Herr Dr. Salzberger hielt die Festrede. Das Konzert wurde von der Kammerstreichvereinigung und S i n g g e m e i n s c h a f t der Musikfreunde unter Leitung von Arthur Holde bestritten. Theo R a t n e r entzückte wie immer mit seiner Geige. Ein weiteres hochkünstlerisches Programm hielt das zahlreiche Publikum bis zu später Nachtstunde im Banne. D r i e s e n. Es folgte eine vortreffliche Aufführung des Stückes „König Saul"' der Spielschar des Philantropins. Das Chanukahgeschenk der Jüdischen Wohlfahrtspflege, bestehend aus warmer Kleidung oder neuem Schuhwerk, hatten die Mütter aller von der Jüdischen Wohlfahrtspflege betreuten Kinder — es sind deren weit über 800 — bereits in der Vorwoche erhalten. * * Von den drei Frankfurter Bne BrithrLogen wurde gemeinsam mit dem Kulturbund deutscher Juden, Bezirk Rhein-Main, vom 2. bis 6. Dezember eine C h anukah-Kunstschau veranstaltet, auf der neben Werken Frankfurter jüdischer Künstler und Kunstgewerbler auch solche von Künstlern der näheren, Umgebung zur Ausstellung kamen. Hingewiesen sei noch einmal auf das C h a n u - kah-Kinderf est von Frl. Ilse Stern im Vereinshause am. Montag, den 10. Dezember, 3.30 Uhr, wobei das Kinderballett Gretel H a u c k mitwirkt. Karten zu 60 Pfg. in Konditorei Grünebaum und an der Kasse. Künstlerischer Abend. Der künstlerische Abend in der Frankfurt-Loge kann am Samstag abend erst um 21 Uhr beginnen, da im kleinen Saale vorher ein Kammermusikabend stattfindet. Bei der künstlerischen Veranstaltung wirken mit: Alfons Fink, früher am Kabarett der Komiker, Berlin, Heinrich Bornstein (Baß), Erni F e i 11 e r (Sopran), Nanny R e b e k (Sopran), Sofie Seligmann (Rezitation), Dr. Willy S a 1 o m o n (am Flügel). Zweites Orchesterkonzert des Kulturbundes. Das Programm dieses Konzertes war mit je einem Werke der Klassik, der Romantik und der Moderne gewidmet. Hans W. Steinberg brachte einleitend die dreisätzige Serenade des Neutöners Darius Milhaud (geb 1882). Das Werk, komponiert 1920/21, fesselt den Hörer durch den eigenartigen Reiz seiner Klangarchitektur und dem geistigen Aufbau. Allerdings läßt sich im ersten Satz deutlich der Einfluß Gustav Mahlers (1860—1911) verspüren. Der Solist des Abends, der bekannte Cellist Prof. Robert Mendelssohn, spielte das Cellokonzert in d-dur von Haydn. Die zum Schluß gebotene Sinfonie in a-dur (Italienische) von Mendelssohn-Bartholdy (1809—1897) erfuhr durch Steinberg eine stilgerechte Interpretation, wenn auch hier und da die Tempi etwas überhastet erschienen. A. K. Wohltätigkeitskonzert des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten. Die Ortsgruppe Frankfurt im Reichsbund jüdischer Frontsoldaten veranstaltet am 16. Dezember, 8.30 Uhr abends, im großen Saal des Saalbaues ein Wohltätigkeitskonzert zugunsten der jüdischen Kriegsopfer und der „Kameradenhilfe 1934/35", das sich ohne Zweifel regen Besuches vonseiten der Mitglieder und Freunde erfreuen wird. Um so mehr, als es dem R. j. F. gelungen ist, ein Programm von hohem Kunstniveau zusammenzustellen und dabei ebensowohl auf jüdische Kunst wie jüdische Künstler Bedacht zu nehmen. Es kommen Chorwerke, liturgische Gesänge, Lieder, Klavier- und Violinsoli xisw, zu Gehör. Die Mitwirkenden sind Künstler von Namen. Die Gesamtleitung liegt in Händen von S. L i 1 i e n t h a 1, Wiesbaden. Ein neuer Katalog für Hebraica und Judaica. Die bekannte hebräische Buchhandlung S. Neumann (auch Antiquariat), Frankfurt a. M., Börnestraße 27 brachte einen reichhaltigen Katalog heraus. Es ist ein Verzeichnis von alten wie auch neueren Erscheinungen in hebräischer und auch anderen Sprachen. Die Bücherei wurde durch Neumann aus der bekanntan großen Sammlung von „Sänger und Friedberg" übernommen, in der sich auch seltene Drucke und Erstausgaben befinden. Eine Durchsicht des Katalogs ist 'gewinnbringend für den Gelehrten sowohl wie für den Laien. Frankfurter Vereinskalender. Am ersten Chanukahabend fand in der Aula des Philantropins die Chanukahfeier der Jugend-Fürsorge der Jüdischen Wohlfahrtspflege Statt, an der fast 600 Jungen und Mädchen im Alter von 6—14 Jahren teilnahmen. Nach Entzünden und gemeinsamem Gesang hielten Reden die Herren Rabbiner Dr. H o r o v i t z und Oberstudiendirektor Dr. Verein Mekor Chajim E. V. Freitag abend nach Schul: Mikrovortrag, Herr Studienrat Dr. Weger. (Alles andere wie üblich.) Jahrzeitsstiitungen. Sonntag. 9. Dezember: Recha Löwenstein geb. Kahn- Stiftung. _ Sonntag, 9. Dezember : Professor Jonas Bondi-Stiftung. Donnerstag, 13. Dezember: Joseph Wohlfahrth-Stiftung. Freitag, 14. Dezember: Geh. Sanitätsrat Dr. Elieser- Stiftung- Freitag, 14. Dezember: Isaac Weil-Stiftung. Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Daf Jaumi Sonntags, 11—12 Uhr, Montag bis Freitag 12—1 Uhr, Samstag 121/4 Uhr, Herr Sofer, im Vereinslokale. Schwanenstr. 12. Liwjat Cben. Samstag nach Mincho 4.15 Uhr im Hörsaale, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz über .-„Die Daten des Teweth." Jüdische Frauen-Vereinigung und Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Am Montag, den 10. Dezember, abends 8.45 Uhr wird Herr Direktor Dr. M- Elias im Hörsaale Friedb.- Anlage 5 sprechen. Das Thema lautet: „Umkehr". Gäste, Damen willkommen' Jüdische Frauenvereinigung E. V. Gesellige Zusammenkunft am Dienstag, d- 11. Dezember nachm. 4 Uhr in der jüd. Haushaltungsschule, Königswarterstr. 25, Vortragende : Frau Dora Edinger „Gesprochene Buchkritik über einige Neuerscheinungen" Gäste, Damen willkommen. Gebetzeiten. ypn 'S roian naw Freitag abend 4.00 Samstag nrnvn 6.55 Samstag morg. 8.00 Predigt Samstag nachm. 1.00 und 4.00 Samstag abend 5.15 Wochengottesdienst: Morgens 7 00 Nachmittags 4.00 Tefillinlegen am Morgen 7.10 Familien-Nachrichten. Geburten: Ein Sohn, Rüben Salomon u. Frau Sophie geb. Hartogsohn. Frankfurt a. M. Barmizwoh: Rudolf, Sohn des Herrn Willy Heilbrunn, Osnabrück, Johannisstr. 67, nsi:n mw. — pyntP, Sohn des Herrn Lehrer Eschwege, Schenklengsfeld Wl IüV. — FiSChel, Sohn des Herrn S. Pfeffer, Dresden,. Wl ns&, Synagoge Adaß Jeschurun. Vermählte: Erna Löb, Birkenau i./O., mit Simon Dobrzinski, Frankfurt a- M., Rückertstraße 59, 4. Dezember iVoa t"d. Briefkasten. O. K. in London. Sie haben recht, die Erzählung steht im Talmud „Taanith" und darf nicht als „Fabel" bezeichnet werden. Diese Bezeichnung bezieht sich auf eine Serie anderer kleiner Erzählungen, der der Autor auch diese Agada eingereiht hat S. E. und S. K. in F. u. H. Die Notiz im „Hamburger Familienblatt" unter dem Titel „Man reibt sich an uns" ist uns nicht entgangen. Sie haben recht: Das Blatt fragt mit der unschuldigsten Miene der Welt, was man von ihm haben wolle, und umgeht in weitem Bogen den Kernpunkt der Anklage, nämlich die Tatsache, daß die ganze Auskunftei mit den Empfehlungen nichtjüdischer und unritueller Restaurationen völlig zum Zwecke der Inseratenwerbung aufgezogen ist. Neu eröffnet wurde die Schlosserei von Rudolf Schiff, Allerheiligenstr. 26a, die sämtliche Schlosser-Arbeiten bestens und bei billigster Berechnung ausführt. Näheres Inserat. Wochenkalender. Vom 8. — 15. Dez. 1934 / Vom 2. _ 9. Tebet 5695 'Ol* 5JT ' K»f»N33 Samstag 8 2 TD naiin mv ppa Sonntag 9 3 V Montag 10 4 m Dienstag 11 5 8' Mittwoch Dez. 12 na» 6 3 Donnerstag |13 7 K2 Freitag 114 8 33 Samstag Iis 9 >S »im ^°S?cvvb E nutf-iwn mm* _HORH25r*» Neu aufgenommen: Morg en-Rö cke Für unsere Schule suchen wir zum sofortig. Eintritt od. später'eine thoratreue akadem. Lehrkraft Lehrbefähigung in Deutsch, Französisch, Englisch und Geschichte bevorzugt. Meldungen erbeten an die Administration der Jüdischen Schale, Halberstadt. Wegen Fortzugs unseres Metzgers suchen wir sofort od. später einen streng fromm. jiing. Metzger der triebern (porschen) kann. Meldungen urit. Beifügung von Referenzen und Zeugnissen an Rabbiner Auerbach, Halberstadt. Ankauf von Brillanten g°idb'«si,bsee Pfandscheine ABRAHAM, Schlllerslraße 30 Telefon 26512 (Zimmer 10, Entresol). & Neu-Eröffnung $ Schlosserei RUDOLF SCHIFF AllerhemgenXlr.26a,Tel.29235 Ausführung sämtlicher Schlosser - Arb ei te.n bei billigster Berechnung. J13r geschlossen. 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