Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 45 (8.11.1934)
- Date
- 1934-11-08
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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8. November 1934 U <c i Israelit Nr. 45 Seite 15 Vermischtes. Semester-Eröffnung an der Hebräischen Universität Jerusalem. Jerusalem, 2. Nov. Anläßlich der Eröffnung des Wintersemesters an der Hebräischen Universität Jerusalem hielt Universitätskanzler Dr. J. L. Magnes eine Ansprache, in der er auf die Erweiterung des Stabes lehrander und forschender Gelehrter, sowie auf den Ausbau der veischiedenen Universitätseinrichtungen hinwies. Dr. Magnes gab bekannt, daß zu den dem akademischen Lehrkörper bereits angehörenden zehn Gelehrten aus Deutschland weitere sieben früher in Deutschland tätig gewesene Gelehrte hinzukommen, und zwar Prof. Julius Guttmann aus Berlin, der die Lehrkanzel für jüdische Philosophie übernimmt; Prof. Richard K ö b n e r aus Breslau als Inhaber der Lehrkanzel für Geschichte der Neuzeit; Dr. Jacob Hans Polotzky aus Berlin als Aegyptolog'e; Dr. Günther Wolf söhn aus Berlin als erster Assistent des physikalischen Instituts; Prof. Ludwig" Halberstädter aus Berlin als Professor für Radiobiologie; Prof. Ernst Wertheimer aus Halle für pathologische Chemie und Physiologie und Dr. Leonid Doljanski aus Berlin für Zellphysiologie im Zusammenhang mit der Errichtung des von ungenannten Wohltätern gestifteten neuen Krebsforschungs-Instituts. Außerdem sind Verhandlungen im Gange, um weitere jüdische Gelehrte aus Deutschland für folgende Fächer zu gewinnen: Psychologie, Agrarpolitik, physikalische Chemie und theoretische Physik. Besondere Mittel wurden für Forschungsarbeiten auf zwei musikalischen Gebieten, traditionelle Melodik auf Grund der biblischen Texte und außereuropäische Musikkunde, gestiftet. Ein hervorragender jüdischer Musikforscher aus Deutschland ist aussichtsreicher Kandidat für eines dieser beiden Fächer. Ferner wurde ein Amerikaner, Dr. Alexander M. D u s h k i n aus Chicago, als Dozent für Erziehungsmethoden für die zu bildende Abteilung für Erziehung gewonnen. Dem Universitätskörper gehören nunmehr endgültig Prof. Harry Torczyner (hebräische Sprache), Prof. A, Fraenkel (reine Mathematik) und Dr. E. Alexander (Physik) an, deren Berufung durch den Kanzler vom Kuratorium formell genehmigt wurde. Dem akademischen Lehr- und Forschungsstab der Universität gehören 80 Personen, unter ihnen 21 Professoren an. Die Vergrößerung der Zahl der Professoren hat die Umwandlung des Professorenrats in einen S »nat ermöglicht. — Gesuche um Immatrikulation für das Studienjahr 1934/35 haben unter Beifügung von Zeugnissen über ihre Vorstudien über tausend Bewerber eingereicht. Die Zeugnisse von etwa 800 Bewerbern wurden als ausreichend anerkannt. 200 schon im letzten Semester inskribierte Hörer werden in diesem Sommer ihre Studien fortsetzen. — Zum Schluß bemerkte Dr. Magnes, daß großzügige Pläne für die Erweiterung der Universität aus Mangel an Mitteln zurückgestellt werden mußten, da es schon harter Arbeit bedürfe, um die Universität, deren Erhaltung ausschließlich auf freiwilligen Zuwendungen beruht, in ihrem gegenwärtigen Umfang aufrecht zu erhalten. Wenn es nicht gelinge, durch die Arbeit der lokalen und Landeskomitees in der Diaspora die Einkünfte der Universität erhebich zu steigern, werde sich auch in diesem Jahr in Defizit ergeben. Gemen, 2. Nov. Anläßlich des ersten Besuches dse Herrn Rabbiner Dr. Auerbach, Recklinghausen, welchem Bezirksrabbinat unsere Gemeinde neuerdings untersteht, sprach Herr Dr. Auerbach im Heimabend des Jüdischen Jugendbundes nach herzlicher Begrüßung durch den Leiter, Herrn Lehrer B. S a f f r a , auf vielseitigen Wunsch der Jugend über das Thema: „Das Wesen der jüdischen Geschichte". Für seine Ausführungen fand sr dankbare und aufmerksame Zuhörer. Bad Homburg, 4. Nov. Am 3. November sprach in einem von Talmud-Thora-Verein, dem Jüdischen Frauenverein und der Sportgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten einberufenen Vortragsabend Redakteur-S. Herz über das Thema „Wir im Rom der cäsarischen und frühpäpstlichen Aera". In einstündiger Rede zeichnete der Referent ein vielfarbi-. ges Bild über die ersten zehn Jahrhunderte jüdisches Rom, wobei er mit besonderer Prägnanz das Kulturelle dieser Epoche beleuchtete und seine Ausführungen — unter Hinweis auf das besonders an Schicksalen reiche jüdische Leben im antiken Rom — in einen flammenden Appell zur jüdischen Solidarität ausklingen ließ. Hamburg, 2. Nov. Der Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser E. V. bittet uns um Veröffentlichung folgenden Nachtrags zum Heft 197 (Juli 1934). Zu streichen sind: S. 29. Preßburg: Kaffeeschänke M. Weiß. S. 34, Amsterdam: Huize Cats. S. 35, Zandvoort: A. Cohen. S. 30, Riva Gardasee: Geschw. Scheer, geschlossen. — Äenderungen: 1. S. 14, Berlin-Charlottenburg: Max Kugel, jetzt: Mittagstisch, Marburgerstr. 5. 2. S. 18, Köln: Gaststätte Berlin, jetzt: Pens. u. Mittagstisch, Richard Wagnerstr. 35. 3. S. 21, Reichenhall: Rest. Markovics, ganzjährig geöffnet. 4. S. 32, Msntone: Ch. Tartakowsky, ab 15. November. 5. S. 32: Strasbourg (Eis.): Klein-Bollack, jetzt: Vieux marche aux vins, 16. 6. S. 34, Groningen: Hotel Odewald, Stations straat 7. — Neu bzw. wieder aufgenommen: 1. Gießen: E. Neumann, (Ref. Prov.-Rabb. Dr. Cohn, Marburg), Asterweg 48, nur nach vorheriger Anmeldung. 2. Nürnberg: Jakob Hönlein, Fleischwaren (Aufs. Rabb. Dr. Klein), Kohlengasse 21. 3. Recklinghausen: Willi Katz-Fernbach (Aufs. Bez.-Rabb. Dr. S. Auerbach), Steinstraße 13. 4. Brüssel: Charcuterie Varsovienne, Nathan Jasny (Aufs. Rabb. d. orth. Gem.) Rue du Finistera, 18. 5. Triest: Simone Rosenv/asser, Via Valdirivo 33, 2. Wiesbaden, 1. Nov. Am Sonntag, den 19. Cheschwan, fanden sich zum Maariw-Gebet in der feiertäglich geschmückten Synagoge in der Friedrichstr. die Mitglieder und Freunde der altisraelitischen Kultusgemeinde Wiesbaden ein, um das seltene Fest sines Sijums auf Traktat Aboda Sara mit Herrn Rabbiner Dr. Ansbach er und denjenigen Baalebatim der Gemeinde zu begehen, welche in zweijährigem Studium diesen Traktat durchgelernt hatten. Von der Kanzel herab verstand es Hsrr Rabb. Dr. Ansbacher in meisterhafter Weise, den Hadran zu einem packenden Lehr- und Mahnwort an die Zuhörerschaft zu gestalten. Nach der Synagogenfeier versammelten sich an die 100 Teilnehmer zu dem Sijum-Mahl, an dem Vertreter der Freien Vereinigung, Frankfurt am Main, der Religionsgesellschaft Mainz und einer Reihe jüdischer Landgemeinden aus dem Bezirk Wiesbaden teilnahmen. Der Geist und die Stimmung, welcher bei diesem Sijum herrschte, beweist deutlich die Lebenskraft und den Lebenswillen der Altisraelitischen Kultusgemeinde unter Leitung ihres Rabbiners und des rührigen Vorstandes. In dessen Namen be- ■ grüßten die Herren Josef A 11 m a n n und Dr. C a h n die Festgäste und überbrachten auch die schriftlichen Grüße des Herrn Rabbiner Dr. Kahn, der bedauerte, am Feste nicht persönlich anwesend sein zu können. Herr Rabb. Dr. Ansbacher schilderte in seiner \nsprache die Treue und echt jüdische Arbeit des Vorstandes und schloß mit der Mitteilung, daß außer der Fortsetzung des bisherigen Schiurs, der bereits mit der ersten Mischna des Traktates Sabbat angefangen hat, noch ein weiterer Talmud-Schiur eingerichtet wird. Der Senior der Korona, Herr Ackermann, überbrachte die Grüße der Chewra Kadischa, Herr Dr. Ehrmann, Frankfurt a. M., diejenigen der Freien Vereinigung, er führte aus, welche Kraft- ' welle es für die deutsche Judenheit bedeutete, wenn überall der Thorageist Wurzel faßt und daß Bekenntnis zu den Prinzipien der altisraelitischen Kultusgemeinde Wiesbaden Dauer und Festigung durch Kenntnis der Thora erfahre. Den Wunsch nach gemeinsamem Zusammenwirke» mit der Nachbargemeinde Mainz überbrachte Herr Dr. Schlesinger namens der dortigen Religionsgesellschaft, Herr Lehrer S u 1 z b a c h , Bierstadt, fand treffliche Worte für die Vertreter der Provinzialgemeinden. Besonderen Dank sprachen alle Redner dem geistigen Leiter und Führer der Gemeinde, Herrn Rabb. Dr. Ansbacher, aus. — Auch die Jugend und der Frohsinn kamen durch eine Reihe gutgelungenar Tischlieder und humoristischen Darbietungen zu ihrem Rechte. Familien-Nachrichten. Geburten: Einen Sohn, Meiir Michaelis und Frau Lea geb. Steinberg. Natanja bei Tel-Aviv. prmn n"sir. Briefkasten. H. H. in Roth. Die unwahren Angaben haben wir vor einiger Zeit bereits in einem Artikel richtiggestellt. Wir verweisen Sie auf die Broschüre „Mißverstandene und mißdeutete Talmud- und Thorastellen", herausgegeben von der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums", Frankfurt a. M. ,Rechneigrabenstraße 10. Kantor A. J. in S. Weder von diesem noch von anderen Vorträgen besitzt der Referent ein Manuskript. Der Maimonidesvortrag wird erst zu Winterende im „Israelit" erscheinen. Gruß! Die Frankfurter Woche. Zum Ableben von Baron Edtnond de Rothschild. Veranlaßt durch den Heimgang von Baron Edmond de Rothschild in Paris, veranstaltet der Mekor Chajim diesen Samstag abend 8.30 Uhr im Vereinslokaie, Hans Handwerkstr. einen Geschichtsvortrag mit dem Titel: „Historisches über das Haus R o t h s c h i 1 d", den Herr Redakteur S. Schachn o w i t z übernommen hat. Gäste, Herren und Damen, sind willkommen. Ein besonders schönes Chanukahgeschenk En meinen Verlag ist übergegangen: Raschis Pentateuchkommentar Vollständig ins Deutsche übertragen und mit einer Einleitung versehen von Rabb. Dr. Selig Bamberger In Leinwand gebunden RM. 6.00 (Bisherioer Verkaufspreis 8.10) J. Kauf f mann/Verlag. Ff m.,SchilIer!)r.19 Sabbat-Anfang und Ausgang nnbin nnw O r t Ani Uhr ang Min. Datum Ausgang Uhr | Min. Frankfurt am Main 4 25 10. 5 40 Berlin 4 20 Nov. 5 06 München 4 35 1934 5 25 Köln 4 40 5 40 Stuttgart 4 35 3. 5 35 Breslau 4 20 iVOD 4 56 Nürnberg 4 30 rrxnn 5 24 Hamburg 4 20 5 20 Würzburg 4 30 5 35 Elektro MÜ HS Radio Allerheiligensir. 72 Tel. 21782 IN DEN NÄCHSTEN TAGEN GELANGT ZUR AUSGABE •' DIE HEILIGE SCHRIFT NEU INS DEUTSCHE ÜBERTRAGEN Band I Tcah/Fünfbuch in Leinwand gebunden mit Schutzumschlag und Hülle Rm. 4.50 J.Kauffmann/Verlag,Ffm.,Schi!!erffr.19 Auch privat können Sie jetzt eine gute fei benutzen! Ja, aber die Anschaffungskosten!? Nur RM 106,-!! A. 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